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Wieprecht

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Familienname Wieprecht


Hanns Wieprecht

Zahnarzt in Lohra

»Tut's weh ?« - diese fürsorgliche Frage dürfte noch allen Patienten, die jemals seine Praxis in Anspruch genommen hatten, in guter Erinnerung sein. Sein behutsamer Umgang war dorfbekannt.

Hanns Wieprecht war 1910 in Berlin geboren und erhielt eine fundierte Fachausbildung in Kiel, um anschließend die vorhandene Praxis seiner Eltern in Friesack, zusammen mit seiner Schwester, zu übernehmen.

Die turbulenten Ereignisse des Krieges und der Nachkriegszeit führten ihn, zusammen mit seiner Frau Marianne, geb. Hennig, die er 1938 geheiratet hatte, nach Elnhausen bei Marburg zur Schwester seiner Frau. Nun war es der Bäckermeister Horst, der bei einer Verkaufsfahrt nach Elnhausen den dortigen Zahnarzt Wieprecht auf den Ärztemangel in Lohra aufmerksam machte. Nach längeren Verhandlungen und einem umfangreichen Genehmigungsverfahren erteilte der Kreisarzt aber doch die Zulassung zur Praxiseröffnung. Nach dem Umzug nach Lohra in das Wohnhaus Hallenberger in der Gladenbacher Straße konnte dort mit der regelmäßigen Patientenbehandlung begonnen werden. Ein Friseurstuhl, der vom Friseur Dörr erworben wurde, konnte nun schon bei den Behandlungen benutzt werden.

Durch einen besonders tragischen Zwischenfall wäre der Beginn der Tätigkeit in Lohra beinahe wieder beendigt gewesen bzw. hätte sich bestimmt um einige Zeit verschoben. Einer der ersten Patienten war in dem Wartezimmer am ersten Tage durch einen Hirnschlag zu Tode gekommen. Doch der gute Ruf, den der Zahnarzt Wieprecht in Lohra und in der Umgebung zwischenzeitlich erworben hatte, sorgte immer für ein volles Wartezimmer.

Es waren aber auch die zwischenmenschlichen Kontakte, die sich sehr schnell entwickelten und ihren Ausdruck u. a. auch im guten Verhältnis zu Dr. Hubmann und Dr. Koitschka fanden.

Ein kleines Anekdötchen, von Frau Wieprecht dem Festbuch zur Verfügung gestellt, ist dafür bezeichnend: Unser Tierarzt, Dr. Koitschka, wurde einmal zu einem kranken Schweinchen gerufen. Dort angekommen, öffnete ihm ein Junge die Tür. Mit den Worten: »Modder, oisem Wutzje sein Hubmann es do«, meldete er die Ankunft unseres Tierarztes.

1952 konnten die Eheleute Wieprecht in ihr neues Haus in Sachsenhausen einziehen und dort auch eine neue und moderne Praxis eröffnen.

Als begeisterter Jäger, eine Leidenschaft, die er mit seiner Frau teilte, war er über 37 Jahre Pächter im Jagdbezirk II der Gemeinde Lohra.

Unser früherer Zahnarzt und Mitbürger verstarb 1988 und wurde auf dem hiesigen Friedhof unter großer Anteilnahme der Einwohner beigesetzt.

Siehe auch

Branchen · Ärzte · Großgemeinde · Persönlichkeiten

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