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Schule Lohra

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Geschichte des Schulwesens in Lohra:

Nach einem Beschwerdebrief des Kaplans Henrich Fenner, Lohra, an den Superintendenten, hat schon 1634 ein Schulhaus bestanden. (Ortsrepertorium (17) Lohra St. A.).

Nach dem im Staatsarchiv zu Marburg befindlichen Steuerkataster von 1848 hat in Lohra, wie schon erwähnt, von 1583-1811 ein besonders angestellter Schullehrer nicht fungiert, vielmehr versah der 2. Prediger zugleich die hiesige Schullehrerstelle, die in der angegebenen Zeit die Schulstelle des gesamten Kirchspiels war, also eine reine Kirchenschule.

In 1746 lesen wir: Kein Schulhaus ist hier, es gehen die Kinder bei dem Kapellan in die Schule, es muß derselbe, wenn er nicht predigt, auch in der Kirche singen.

Nach einem zwischen dem 1. und 2. Prediger abgeschlossenen Grundverträge von 1583, ergänzt nach dem Saalbuche von 1624, war die Schulstelle eine Einrichtung des 1. Predigers, der mit der Versehung derselben den 2. Prediger beauftragte. Somit stand dem 1. Prediger das jus praesentandi für die Lehrerstelle zu.

Seit der Bestellung eines besonderen Schullehrers im Jahre 1811 fällt dieses Recht an die Landesregierung zurück.

Die Gemeinde Lohra erhebt Einspruch gegen die Einrichtung einer besonderen Schullehrerstelle und fordert, daß die bisherigen Verhältnisse bleiben sollen und der Begriffe:Adjunkt auch die Lehrerstelle versehen müsse.

Bei der Vereinigung der beiden Pfarrstellen wurde die Besoldung des 2. Predigers zur 1. Pfarrstelle geschlagen, während dessen Besoldung als Lehrer nunmehr dem neu angestellten Schullehrer zukam.

Seit 1624 war es den Eltern in den Filialdörfern gestattet, ihre Kinder anderwärts unterrichten zu lassen, waren jedoch gehalten, ihre Kinder vom 12. Jahre an nach Lohra zur Schule zu schicken, während seit 1583 das ganze Kirchspiel zur Schule Lohra gehört, besuchen seit 1811, wo die Filial- oder Elementarschule zu Altenvers zur selbständigen Schule erhoben wird, die hiesige Schule nur noch die Gemeinden Lohra, Damm und Nanz-/Willershausen.

Die übrigen Ortschaften des Kirchspiels gehören nunmehr zu Altenvers. Das Grundstück des 2. Predigers, die Kaplanei genannt, wird nun Schulgrundstück und an der Kirchhofsmauer links neben dem jetzigen Osteingang, wird das erste Schulhaus erbaut.

Als erster Schullehrer fungiert der vorherige Organist Johann Henrich Ehlich aus Bellnhausen. Er entstammt einer alten Schullehrerfamilie. Im Jahre 1778 heiratete er Anna Elisabeth Ulrich und erbaute im Jahre 1781 das Wohnhaus des Chronisten, Lindenstraße Nr. 12. Sein Sohn Henrich Ehlich geboren 1787 besuchte das 1806 neueingerichtete Lehrerseminar zu Marburg und wurde der Nachfolger seines Vaters. Henrich Ehlich lebte noch 5 Jahre mit Johann Jost Horst zusammen und starb im Jahre 1863.

1872 wurde die Anstellung eines 2. Lehrers beschlossen, welches wiederum einen neuen Unterrichtsraum erforderlich machte. Dazu kam, daß der bisherige Schulsaal, der so tief lag, und so dicht an der Kirchhofsmauer stand, daß das Regenwasser in den Hausflur drang, auf Anordnung der Regierung durch den Zimmermeister Wagner aus Damm etwa 20 m ostwärts in den Schulgarten geschoben wurde.

In dieser Zeit wurde der Unterricht der 1. Schulklasse vom 8. 7.-1. 9. 1878 in der Kirche und vom 1. 9.-5. 11. 1878 im Rathaussaal abgehalten.

Dieses alte Schulgebäude, welches nur einen Schulsaal enthielt, wurde 1904-1905 zu einem


Schwesternhaus mit Kleinkinderschule umgebaut, und ging in den Besitz der politischen Gemeinde Lohra über, wogegen das Rathaus Eigentum der Schulgemeinden wird.

Wo früher das Schulhaus stand, wurden später Waschküche und Holzschuppen für den 1. Lehrer gebaut, dicht an der Kirchhofsmauer, überschattet von einem alten Maulbeerbaum, welcher Lehrer Albrecht gepflanzt hatte.

Im Jahre 1902 wurde das neue Schulhaus an der Straße nach Willershausen erbaut. Es enthält 3 Schulstellen und eine Lehrerwohnung.

Inzwischen wurde von Ostern 1900 bis Michaelis 1903 in einem Privathause des Jost Willershausen (heute Heinrich Naumann, Giljes) Schule abgehalten. Das Rathaus wurde von 1864-1903 als 2. Schulsaal benutzt.

Im Herbst 1930 wird der Bau eines 4. Schulsaal in Angriff genommen. Da der Erweiterungsbau zum Teil im Schulgarten errichtet wurde, war eine Erweiterung des Pausenplatzes notwendig durch einen Tausch der Pfarrwiese gegen ein Ackerstück der Schulgemeinde. Die Baukosten beliefen sich auf 13 500,— RM. Ende Juni 1931 war der Bau bezugsfertig. Somit wurde eine 4. Lehrerstelle eingerichtet und ein jeder hatte 2 Jahrgänge zu unterrichten.

Die Nachkriegszeit bringt auch den Wegfall des Pfarrers als Lokalschulinspektor und damit die Loslösung der Schule von der Kirche (um 1925).

Geschichte des Schulwesens nach dem Kriege 1939/45

Ab März == 1945 == (zusammengestellt nach Frl. Lüdeking)

Im März 1945 starke Beeinträchtigung des Unterrichts durch dauernde feindliche Einflüge.
11. März: In Gladenbach wird bombardiert.
28. März: Amerikanische Besatzung rückt ein. Die alte Schule dient u. a. als Unterkunft für die Besatzung.
2. April: Die Besatzung rückt ab. Soldaten suchen u. a. die Schule stark heim. Ein großer Teil des Inventars wird vernichtet. Später quartieren sich Polen in der Schule ein (Lichtbildapparat mitgenommen ).
23. ]uni 1945: Kinder des Stadl. Kinderheimes Wuppertal, die nach Eisenstadt (Erzgebirge) evakuiert waren, finden vorübergehend in der Schule Pflege und Aufnahme.

Schulhaus-Neubau 1956/57

Die 4 Klassenräume der alten Schule waren zu wenig um alle Kinder, bei diesem Anstieg der Kinderzahl, ausreichend zu unterrichten. So wurde denn auch, schon am 15. 12. 1955 in einer Gemeindevertretersitzung einstimmig beschlossen, das Kreisbauamt Marburg mit der Durchführung der Planungsarbeiten zu beauftragen. Die örtliche Bauleitung hatte der Architekt Findt. Die alte Pfarrwiese, wo einst 1778 unsere alte Kirchenglocke gegossen wurde, bot sich als Erweiterungsgelände für die neue Schule geradezu an. Durch Verhandlungen mit der Landeskirche wurde das Gelände für die Schule erworben. Durch Beschluß vom 3. Juli 1956 wurde dem Finanzierungsplan für den Schulhaus-Neubau des Gesamt-Schulverbandes Lohra, Damm und Nanz-/ Willershausen zugestimmt. Der Finanzierungsplan sieht im einzelnen vor:

Gesamt-Baukosten Planung Endabrechnung Beihilfe des Landes 155 000,— DM Beihilfe des Landes 167 000,— DM Beihilfe des Kreises 60 000,— DM Beihilfe des Kreises 60 000,— DM Eigenmittel der Spenden 3 864,— DM Schul Verbandsgemeinden 16 000,— DM Eigenmittel der Darlehen 75 000,— DM Schulverbandsgemeinden 176 825,— DM 306 000 — DM 407 689— DM Die Schule wurde von der hiesigen Firma Schäfer (Baugeschäft) erbaut und enthält die Lehrerwohnung, welche sich vor dem Schulhaus-Neubau in südlicher Richtung nach der Kirche zu befindet, sie wurde ebenfalls 1957 von der Firma Schäfer erbaut. Am 21. September 1957 fand die Einweihung der Schule (jetzt Mittelbau) des Gesamtschulverbandes Lohra, Damm und Nanz-/Willershausen statt.

Schulhaus-Neubau 1965 Nach 1962 sind Besprechungen im Gange, auch Lohra, wegen seiner zentralen Lage im Südwesten des Kreises Marburg, zu einer Mittelpunktschule zu machen. Durch die gesetzesmäßige Einführung des 9. Schuljahres und den Anstieg der Kinderzahl durch Zuführung der Nachbargemeinden, ist eine nochmalige Schulbauerweiterung notwendig. Am 29. Mai 1963 wird der Erweiterungsbau vom Ministerium genehmigt. Die Vorarbeiten zur Erstellung des Neubaues können beginnen. Die Bauplanung wurde dem Dipl.-Ing. Walter Freiwald, Marburg, und die Bauleitung dem Architekten Findt aus Damm übertragen.

(Bild) Bürgermeister K. Gaul beim Vermauern der Urkunde (Schulhaus-Neubau 1956—1957)

Während sich die Baukostensumme im Voranschlag auf 730 000,— DM belief, so entstanden an Gesamtkosten 903 412,94 DM, davon Innenausst. 89 997,32 DM. Vom Land Hessen und Kreis wurden Zuschüsse in Höhe von 690 000,— DM gewährt. Die Einweihungsfeier fand am 28. August 1965 statt. Vorausschicken möchte ich noch folgende Eintragung in der Schul-Chronik. Mittwoch, den 22. April 1965

Lohra wird Mittelpunktschule Hinzu kommen alle Schüler des 9. Schuljahres von Weipoltshausen, Altenvers, Rollshausen, Seelbach und Rodenhausen. Die Schule in Rodenhausen wird ganz aufgelöst und kommt mit allen Klassen nach Lohra. Ein Schulbus bringt die auswärtigen Schüler zur Schule und wieder nach Hause. Für diese Fahrten wird der Bushalter, Herr Georg Rink, Lohra (Kirbach) verpflichtet. Die Schulkinderzahl ist auf 470 Kinder gestiegen. 5. 12. 1965.

Der Mittelbau (1957) und der Neubau (1965) haben zusammen 14 Klassenräume und 1 Mehrzweckraum, 1 Physikraum, 1 Werkraum, 1 Rektorzimmer mit Büro, 1 Lehrerzimmer, 1 Karten-

Anzahl der Lehrkräfte und Schüler von 1967-1969/70

Schüler: männl./weibl./zus./auswärtige

1967: 240/228/468/168

1968: 243/237/480/171

1969: 260/246/506/222

Lehrkräfte: männl./weibl./zus.

16.10.1967: 6/9/15

15.10.1968: 8/9/17

15.10.1969: 9/9/18

Mit Weipoltshausen, Schule aufgelöst am 31. 7. 1969 1)

Lehrkräfte Schule Lohra

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