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Salzböde

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  • Die Salzböde ist ein ca. 25 km langer rechter Zufluss der Lahn mit Mündung bei Odenhausen, Stadt Lollar. Sie hat ein Wassereinzugsgebiet von ca. 140 km².
  • Der Ursprung der Salzböde liegt nordwestlich von Hartenrod, einem Ortsteil von Bad Endbach. Das Quellgebiet liegt in 435 bis 410 m ü. NN am südlichen Abhang des 564 m hohen Würgeloh. Eine eigentliche Quelle findet sich nicht. Das Wasser sickert aus vielen einzelnen Quellchen, die über eine größere Fläche auf einer sumpfig-nassen Wiese unterhalb eines Mischwalds in Hanglage verteilt sind. Das vor Ort stehende Schild „Salzbödequelle“ kennzeichnet die Stelle, wo sie als kleiner Bach erstmals sichtbar wird.
  • Die Fließrichtung ist zunächst südöstlich. Bereits nach etwa 600 Metern beginnt die bebaute Siedlungsfläche von Hartenrod. Von dort an ist das Wasser auf ca. 500 m Länge (Luftlinie) durchgehend in Kanalisationsrohre gefasst und sein Verlauf mit verschiedenartigsten Bauwerken mehr oder weniger stark überbaut. Daher ist auch nicht eindeutig erkennbar, wo und in welcher Weise ein zweites Fließgewässer mit ihm zusammentrifft. Dieses enspringt ziemlich genau 2 km Luftlinie südlich der oben beschriebenen Hangwiese am Nordwestabhang des 498 m hohen Schönscheid. Es führt eine vergleichbare Wassermenge über etwas größere Strecke, bevor es ebenfalls in Ortslage verrohrt ist. Dieses zweite Fließgewässer soll ausweislich topographischer Karten auch noch ein weiteres, genau südlich des Ortes entspringendes aufnehmen.
  • Eindeutig ein linker Zufluss der Salzböde ist dann aber bereits der Schlierbach. Dieser Bach enspringt an der Ostseite des Würgeloh und ist im Großteil seines Verlaufs inmitten des langgestreckten, gleichnamigen Siedlungsteils ebenfalls in Rohre gefasst. Beim Zusammentreffen von Schlierbach und Salzböde fließen beide jedoch im Tal östlich des Ortskerns von Hartenrod schon wieder offen.
  • Die generell östliche Fließrichtung ist bedingt durch die zunächst in praktisch ununterbrochener Folge südlich anstehenden steilen Hügel mit Gipfelhöhen zwischen 300 und 450 m. Erst in der zweiten Hälfte der Strecke biegt sie dann immer stärker in südliche Richtungen ab.
  • In Fließrichtung durchquert die Salzböde die Gemarkungen der Ortschaften Hartenrod, Bad Endbach und Wommelshausen-Hütte (alle Gemeinde Bad Endbach), danach die Stadtteile Weidenhausen, Erdhausen, Gladenbach und Mornshausen der Stadt Gladenbach sowie der Ortsteile Lohra, Damm und Reimershausen der Gemeinde Lohra. Zwischendurch durchfließt die Salzböde an der Steinfurtsmühle unterhalb von Oberwalgern auch kurzzeitig das Gemeindegebiet von Fronhausen. Damit fließt sie zum allergrößten Teil im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Kurz vor ihrer Mündung berührt sie noch den Ortsteil Salzböden, die Siedlung Röderheide und den Ortsteil Odenhausen der Stadt Lollar im Landkreis Gießen.
  • Die meisten Siedlungen haben einigen Abstand (auch in der Höhe) zum Gewässer und zeugen davon, dass die Salzböde recht häufig über ihre Ufer trat. In aller Regel sind nur wenige, dann meist in jüngerer Zeit errichtete Gebäude nah am Wasser realisiert. Ausnahmen davon sind die teilweise noch bestehenden Gebäude der fast ursprünglich etwa 40 Mühlen.
  • Der Name Salzböde ist für einen Süßwasserbach ungewöhnlich. Aber erstens deutet schon der Pflanzenwuchs im Entstehungsgebiet auf einen etwas erhöhten Mineral- bzw. Salzgehalt im Boden hin. Und zweitens soll nach einem hartnäckigen Volksglauben das Wasser der Salzböde auch ein wenig salzig schmecken. Erwiesenermaßen gab oder gibt es entlang des Bachlaufs einige Salzlagerstätten, die jedoch alle nicht als ergiebige Fundstellen anzusehen sind. Im Tal bei Mornshausen, dicht an der Gemarkungsgrenze zu Lohra, nahe bei der ehemaligen Mappesmühle, wurde Anfang des 20. Jahrhunderts eine Bohrung niedergebracht, die salzhaltiges Wasser förderte.
  • Heute stehen noch etliche dieser Mühlen, teilweise noch mit den zum Mühlenbetrieb erforderlichen Wasserrechten als Rechtstitel an den Besitz der Gebäude gebunden bzw. mit vorhandenen Mühlgräben. Einige wenige sind sogar noch funktionstüchtig. Bei anderen haben sich Flurnamen erhalten.
  • An der Salzböde entlang führt ein ausgewiesener und beschilderter Radwanderweg, der Salzböderadweg, von der Mündung bis nach Hartenrod, allerdings naturgemäß nicht bis an das Quellgebiet.
  • An vielen Orten an der Salzböde bestanden früher Badeanstalten, die sogar Schwimmbad- ähnlich ausgebaut waren.
  • Im Bereich Lohra gibt es folgende Zuflüsse:

Siehe auch

Pegel Etzelmühle · Gewässer · Geographie

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