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Redensarten, Redewendungen, Sprichwörter, Phraseologie oder Idiome

Der Einfachheit halber ist auf dieser Seite immer nur von Redensarten die Rede.

  • Bei Redensarten handelt es sich meist um bildhafte Umschreibungen, die im Volksmund genutzt werden.
  • Redewendungen sind Redensarten mit gewandelten Umschreibungen, deren Bedeutung nicht aus den Einzelelementen abgeleitet werden können.
  • Sprichwörter beinhalten oft Erfahrungen, Lebensregeln, Warnungen und ähnliche Weisheiten. Das hat u.a. zur Folge, daß sich zu vielen Sprichwörtern ein anderes finden läßt, das das genaue Gegenteil ausdrückt.

Phraseologie oder auch Idiomatik nennt man das Teilgebiet der Sprachwissenschaft, das sich mit den hier genannten und noch weiteren formelhaften Erscheinungen unserer Sprache beschäftigt. Es gibt noch zahlreiche andere Bezeichnungen für diese Ausdrucksformen in der Phraseologie oder Idiomatik.


Stichwort Text Erklärung
abblitzen Jemanden abblitzen lassen Die besonders für gescheiterte Annäherungsversuche an das andere Geschlecht gebräuchliche Wendung entstammt einer Form der Ladehemmung von Vorderladern des späten 18. Jahrhunderts, bei denen das Pulver häufig in einem Blitz auf der Gewehrpfanne verpuffte und sich kein Schuss löste. So wird der Begriff „Abblitzen“ noch heute mit „Wirkungslosigkeit“ gleichgesetzt.
Abgebrannt Abgebrannt sein Dieser Ausdruck der Mittellosigkeit ist seit dem 16. Jahrhundert geläufig, als die Menschen durch das Feuer nicht selten ihr gesamtes Hab und Gut verloren.
abschneiden Jemandem die Ehre abschneiden Die Redensart bezieht sich auf die altdeutsche Strafe, bei der einem Verleumder sein langes Gewand abgeschnitten wurde.
Adamsapfel Einen Adamsapfel haben Die Bezeichnung Adamsapfel für den hervortretenden Teil des Schildknorpels des Mannes taucht erstmals im 16. Jahrhundert auf und ist in einem Übersetzungsfehler der lateinischen Bibelausgabe (Vulgata) in der Geschichte von der Verführung Adams durch Eva begründet. Dort wurde aus dem „arbor mali“, dem Baum (der Erkenntnis) des Bösen, der „arbor malli“, der Baum des Apfels. Diesem Fehler ist es zu verdanken, dass die Bibelleser heute unter der verbotenen Frucht einen Apfel verstehen.
Adel Adel verpflichtet Wer adelig ist bzw. zu einer gehobenen Gesellschaftsschicht gehört, fühlt sich zu einer bestimmten Lebensweise bzw. zu einem bestimmten Ehrenkodex verpflichtet.
Ader Jemanden zur Ader lassen Der Aderlass, das Abzapfen von Blut, war im Mittelalter eine ärztliche Methode, um Blutkrankheiten zu heilen. Der Verlust des Blutes, eines lebensnotwendigen Stoffes, wird hier mit dem Verlust des ebenfalls wertvollen Geldes gleichgesetzt.
Ader Keine gute Ader an jemandem lassen In der mittelalterlichen Medizin galten die Adern als Sitz des Gemütes und des Charakters. In Personen, denen man keine gute Ader zusprach, floss demnach „böses Blut“, sie galten als Fieslinge.
Ahnung Von Tuten und Blasen keine Ahnung haben Diese Umschreibung des Lärminstruments, das nicht gespielt werden kann, bezieht sich wahrscheinlich auf die Nachtwächter, deren Hauptaufgabe das Tuten und Blasen war. Wer zu dieser einfachen, niederen Tätigkeit nicht eingesetzt werden konnte, der war völlig unnütz.
Amtes Seines Amtes walten Das Wort „Amt“ stammt von der alten Vorsilbe „amb-„, mit der diejenigen benannt wurden, die sich um ihren Herrn bewegten. „Ammann“ oder „Amtmann“ für Bürgermeister stammen daher.
anbieten Etwas wie saures Bier anbieten Die Bierbrauer früherer Zeiten waren sich über die Bedeutung der Hefe nicht bewusst. Das Brauen von Bier war häufig ein Lotteriespiel, riesige Mengen Bier verdarben bei der Herstellung, es wurde sauer. Trotzdem versuchte man, das saure Bier anzubieten, was aber selten gelang, denn schon ein einfacher Geschmackstest vereitelte das Unterfangen.
anfassen Ein heißes Eisen anfassen Beim mittelalterlichen Feuerurteil musste der Angeklagte ein heißes Eisen anfassen und dieses über eine festgelegte Distanz transportieren, um seine Unschuld zu beweisen.
anhängen Jemandem etwas anhängen Im Mittelalter wurden Straftäter öffentlich an den Pranger gestellt. Der angebundene Täter stand dann am Pranger seine Zeit ab, wobei ihm ein Zettel mit seinen Missetaten „angehängt“ wurde.
anlegen Daumenschrauben anlegen Mittelalterliche Foltermethode.
anschauen Sich die Radieschen von unten anschauen Im 16. Jahrhundert kam das Radieschen als Gemüsepflanze aus Nordfrankreich nach Deutschland. Sein Name ist vom lateinischen „radix“ (Wurzel) abgeleitet. Die Wendung meint, dass jemand gestorben, tot ist. Oft wird sie auch in Verbindung mit einer Drohung gebraucht.
April Jemanden in den April schicken Der Brauch, seine Nächsten am 1. April zu veralbern, geht wahrscheinlich auf ein keltisches Frühlingsfest zum Jahresbeginn am 1. April zurück. Als dieser Tag durch Papst Innozenz XII., der den Jahresanfang auf den 1.Januar legte, entwertet wurde, nutzte man den Termin (zu dem man sich vorher Geschenke machte) in vielen Ländern Europas zum Verulken (Scheingeschenke und unsinnige Bestellungen = Aprilscherze).
Armuts Armutszeugnis Wer arm war, durfte nicht heiraten  das vorhandene Eigentum wurde aufgeschrieben, und wenn es zu wenig war, um eine Familie zu ernähren, entstand daraus das Armutszeugnis.
Arsch Am Arsch lecken Anlehnung an das „Götz-Zitat“ aus dem Goethe-Drama „Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand“. Im Original lautet es: „Er aber, sag's ihm, er kann mich im Arsche lecken“.
aufheben Die Tafel aufheben Bei größeren Gesellschaften wurden früher die Tische, auf denen das Essen angerichtet wurde, nur provisorisch errichtet und nach dem Ende der Mahlzeit wieder abgebaut. Dabei legte man eine oder mehrere Platten auf Holzböcke, so dass die Tafel anschließend wieder leicht entfernt werden und von der Dienerschaft mitsamt den Essensresten „aufgehoben“ werden konnte. Mit dieser Methode war es auch möglich, mehrere Gänge, die zuvor in der Küche angerichtet wurden, zu servieren.
ausbaden Etwas ausbaden müssen „Ausbaden“ nannte man früher das Ausleeren des Badewassers und das Säubern der schmutzigen Wanne. Diese Aufgabe musste jener erledigen, der als letztes badete  denn früher war es üblich, dass mehrere Personen hintereinander im kostbaren warmen Wasser badeten.
Ausgehen Ausgehen wie das Hornberger Schießen Ursprung unklar, aber vermutlich: Die Einwohner des Schwarzwalddorfes Hornberg probten den Empfang ihres Fürsten mit Böllerschüssen, beim Eintreffen des Fürsten aber war kein Pulver mehr da, so dass sie das Böllern durch lautes Brüllen nachahmen mussten.
Balken Lügen, dass sich die Balken biegen Dieses Sinnbild ist seit dem 15. Jahrhundert bekannt. Es beruht darauf, dass jede Lüge eine Last für den Lügenden darstellt. Spaßhaft wird hier also das Gewicht dieser Last betont, unter der sich sogar die Balken eines Hauses zu biegen drohen.
Bank Durch die Bank Der Ausdruck beschreibt eine Sitzbank, auf der die Menschen nebeneinander sitzen  ohne Vorurteile und Klassenunterschiede. So wurden eine zeit lang im Mittelalter bei einem Essen alle Gäste der Reihe nach bedient, nicht gemäß ihrer gesellschaftlichen Stellung.
Bank Etwas auf die lange Bank schieben Früher, nach der Einführung des römischen Rechts, wurden die Gerichtsakten nicht in Schränken, sondern in langen, bankähnlichen Truhen aufbewahrt. Dorthin wanderten all jene Unterlagen, die lange unerledigt blieben; nur was auf dem Tisch des Richters verblieb, wurde zügig bearbeitet.
barbieren Jemanden über den Löffel barbieren Jemanden in plumper Art und Weise betrügen. Dieser obskure Ausdruck verdankt seine Entstehung schlechter Barbiere, die in früheren Zeiten alten, zahnlosen Männern, deren Wangen zu sehr eingefallen waren, um sie zu rasieren, einen Löffel zum Auswölben in den Mund steckten.
Barthel Wissen, wo der Barthel den Most holt Es wird vermutet, dass der Spruch aus der Gaunersprache kommt, in rotwelsch bedeutet „Barsel“ Brecheisen und „Moos“ Geld. Zusammengesetzt also, wie man mit dem Brecheisen Geld holt.
Bäuerchen Ein Bäuerchen machen Das „Bäuerchen“ ist die Koseform des Bauern, dessen früher ungeschliffene Tischmanieren hier als Bild verwendet wurde.
Beinbruch Da ist kein Beinbruch Das Bild des Beinbruchs als schwerwiegende Verletzung rührt aus der Zeit, als das Pferd noch unverzichtbares Reit- und Lasttier war. Während andere Verletzungen der Rösser heilbar waren, bedeutete ein Beinbruch, dass das Tier getötet werden musste.
Berserker Berserkerwut Berserker waren wilde Gesellen mit unglaublicher Kampfeswut, die wir aus den norwegisch- isländischen Sagen kennen. Die Bezeichnung setzt sich zusammen aus den altnordischen Wörtern „ber“ (Bär) und „serkr“ (Hemd, Kleid).
besser Keinen Deut besser sein Der „Deut“ war seit dem 16. Jahrhundert die kleinste holländische Münze mit einem sehr geringen Wert.
Beutel Beutelschneider Nein, das ist nicht einer, der Beutel schneidet. Es ist ein Taschendieb, der mit einem scharfen Messer den Beutel aufschnitt und die Geldstücke auffing, die heraus fielen. Als „Beutelschneider“ bezeichnet man auch Wucherer, also Verkäufer (auch im privaten Bereich), die stark überhöhte Preise verlangen. Er stammt aus einer Zeit, als man sein Geld noch in einem Lederbeutel aufbewahrte, den man am Gürtel festband. Diebe und Räuber schnitten einfach den ganzen Beutel ab und machten sich aus dem Staub.
biegen Lügen, dass sich die Balken biegen Dieses Sinnbild ist seit dem 15. Jahrhundert bekannt. Es beruht darauf, dass jede Lüge eine Last für den Lügenden darstellt. Spaßhaft wird hier also das Gewicht dieser Last betont, unter der sich sogar die Balken eines Hauses zu biegen drohen.
Bier Etwas wie saures Bier anbieten Die Bierbrauer früherer Zeiten waren sich über die Bedeutung der Hefe nicht bewusst. Das Brauen von Bier war häufig ein Lotteriespiel, riesige Mengen Bier verdarben bei der Herstellung, es wurde sauer. Trotzdem versuchte man, das saure Bier anzubieten, was aber selten gelang, denn schon ein einfacher Geschmackstest vereitelte das Unterfangen.
Blasen Von Tuten und Blasen keine Ahnung haben Diese Umschreibung des Lärminstruments, das nicht gespielt werden kann, bezieht sich wahrscheinlich auf die Nachtwächter, deren Hauptaufgabe das Tuten und Blasen war. Wer zu dieser einfachen, niederen Tätigkeit nicht eingesetzt werden konnte, der war völlig unnütz.
Blaues Blaues Blut haben Adelige und wohlhabende Menschen mussten früher im Gegensatz zum Großteil der restlichen Bevölkerung keine Feld- oder Handwerksarbeit leisten. Sie wurden nicht braun. Durch die hellere Haut schimmerte das Blut besonders dunkel durch die Adern und es entstand der Eindruck, die Adeligen besäßen dunkelblaues Blut.
Blut Blaues Blut haben Adelige und wohlhabende Menschen mussten früher im Gegensatz zum Großteil der restlichen Bevölkerung keine Feld- oder Handwerksarbeit leisten. Sie wurden nicht braun. Durch die hellere Haut schimmerte das Blut besonders dunkel durch die Adern und es entstand der Eindruck, die Adeligen besäßen dunkelblaues Blut.
Bogen Den Bogen heraushaben Stammt wahrscheinlich aus der mittelalterlichen Handwerkssprache und bezieht sich auf die Herstellung gerader Gegenstände. Besonders gebogene Hölzer waren nur schwer „gerade zu biegen“. Kanoniere hatten „den Bogen raus“ (Flugbogen des Geschosses), wenn sie ihr Ziel trafen.
Bogen Den Bogen überspannen Die Redensart bezeichnet im wörtlichen Sinne die hölzerne Waffe, die bricht, wenn man sie zu weit spannt.
Bohne Nicht die Bohne Die Bohne ist hier das Sinnbild für Unbedeutsamkeit und Wertlosigkeit.
Bohnenstroh Dumm wie Bohnenstroh Bohnenstroh diente früher armen (und daher meist ungebildeten) Menschen als Füllmaterial für Matratzen. So wurde das Bohnenstroh bald auf die geistigen Fähigkeiten „einfacher“ Menschen übertragen.
Braten Den Braten riechen Der Spruch beruht auf der Tatsache, dass man einem zerlegten und gebratenen Tier nicht mehr ansehen kann, zu welcher Spezies es gehörte. Der Geruchssinn scheint dagegen noch zu bemerken, wenn es sich um minderwertiges Fleisch handelt.
brechen Für jemanden eine Lanze brechen Im Mittelalter erwählten die Turnierritter vor den Wettkämpfen eine Dame ihres Herzens, der sie ihren Sieg widmeten. Für diese Dame “brachen sie dann ihre Lanze am Schild des Gegners“.
brennt Etwas brennt auf den Nägeln Im Mittelalter befestigten die Mönche im Winter eine kleine Wachskerze auf ihren Fingernägeln, um auch im Dunkeln zur Frühmesse im Gebetsbuch lesen zu können.
Brett Ein Brett vor dem Kopf haben Störrischen Ochsen wurde ein Brett vor den Kopf gespannt, um ihr Gesichtsfeld einzuengen.
Brief Brief und Siegel auf etwas geben Mit dem Siegel wurden früher Urkunden, Dokumente und Briefe verschlossen um sicher zu stellen, dass nur der Adressat die Botschaft als. Erst durch das Siegel wurden wichtige Dokumente rechtsgültig.
bringen Jemanden unter die Haube bringen Die Haube war eine früher übliche Kopfbedeckung der verheirateten Frauen.
bringen Seine Schäfchen ins Trockene bringen Diese Wendung, die seit dem Ende des 16. Jahrhunderts bekannt ist, meint: seinen Vorteil sichern. Sie geht wahrscheinlich zurück auf die hohe Anfälligkeit der jungen Lämmer für Krankheiten, da diese noch kein Wollkleid besitzen. Um den vorzubeugen, sollte die Herde immer auf trockenen Wiesen weiden bzw. vor Regen geschützt werden.
Buche Zu Buche schlagen Mit dem „Buche“ ist das Geschäftsbuch der Kaufleute gemeint.
Canossa Gang nach Canossa Um von dem über ihn verhängten Kirchenbann befreit zu werden, begab sich König Heinrich IV. im Jahr 1077 im Büßergewand zu Papst Gregor VII. in die italienische Stadt Canossa. Dieser „(Buß)gang nach Canossa“, bei dem ihn der Papst drei Tage im Schnee warten ließ (eine Demütigung des Königs) ist seitdem Sinnbild für persönliche Unterwerfung und Eingeständnis eigener Fehler.
Dach Jemandem aufs Dach steigen In der alten Volksgerichtsbarkeit (vor Einführung des römischen Rechts) war das Abdecken der Dächer von Geächteten ein häufig verwendetes Mittel der Bestrafung.
Dach Den roten Hahn aufs Dach setzen Der „rote Hahn“ Fjalar ist in der altnordischen Göttersage das Symbol des anbrechenden Lichts und der Götterdämmerung. Er wurde so zum Sinnbild für flackerndes Feuer.
Daumen Jemandem den Daumen drücken Nach einem altgermanischen Glauben war der Daumen das wichtigste Körperglied und zugleich ein dämonisches Wesen, das unheilvolle Kräfte in sich tragen sollte. Diese konnten durch das Festhalten des Daumens gebannt werden
Daumenschrauben Daumenschrauben anlegen Mittelalterliche Foltermethode.
davon Jemanden ungeschoren lassen, ungeschoren davon kommen Der Ausdruck bezieht sich wahrscheinlich auf ein mittelalterliches Ritual, bei dem der Bader in der öffentlichen Badestube jedem Gast nach dem Bad das Haar und den Bart scheren musste (was bei nachlässigen Badern oft genug misslang). Aber auch der Zusammenhang mit der Schafschur ist möglich.
davongeschwommen Die Felle davon geschwommen Ein Bild aus dem Leben der Lohgerber: Da die Felle früher in einem fließenden Gewässer gewässert wurden, konnte es passieren, dass das eine oder andere Stück verloren ging.
Decke Mit jemandem unter einer Decke stecken Nach dem mittelalterlichen Eherecht war die Ehe erst dann rechtskräftig, wenn die jungen Eheleute unter Zeugen ins Bett sprangen und die Decke über sich zogen.
Deut Keinen Deut besser sein Der „Deut“ war seit dem 16. Jahrhundert die kleinste holländische Münze mit einem sehr geringen Wert.
Deutsch Mit jemandem Deutsch reden In dieser Redewendung aus dem 15. Jhdt. wird das Wort deutsch noch in seiner ursprünglichen Bedeutung von „verständlich“ oder „volkstümlich“ benutzt. Zur Zeit Karls des Großen fand langsam eine Abgrenzung zu den romanischen Sprachen, speziell der lateinischen, statt, die als Gelehrtensprache galt und dem Volk unverständlich war.
Dreh Den richtigen Dreh raus haben Der Ausdruck beschreibt den Trick eines Händlers, der seinen Käufer täuscht, indem er die mangelhafte Ware so geschickt dreht, dass immer nur die gute Seite zu sehen ist.
drücken Jemandem den Daumen drücken Nach einem alt germanischen Glauben war der Daumen das wichtigste Körperglied und zugleich ein dämonisches Wesen, das unheilvolle Kräfte in sich tragen sollte. Diese konnten durch das Festhalten des Daumens gebannt werden
Dumm Dumm wie Bohnenstroh Bohnenstroh diente früher armen (und daher meist ungebildeten) Menschen als Füllmaterial für Matratzen. So wurde das Bohnenstroh bald auf die geistigen Fähigkeiten „einfacher“ Menschen übertragen.
Durch Durch die Bank Der Ausdruck beschreibt eine Sitzbank, auf der die Menschen nebeneinander sitzen  ohne Vorurteile und Klassenunterschiede. So wurden eine zeitlang im Mittelalter bei einem Essen alle Gäste der Reihe nach bedient, nicht gemäß ihrer gesellschaftlichen Stellung.
durch Jemandem einen Strich durch die Rechnung machen Kaufleute und Wirte kennzeichneten früher eine Rechnung damit, dass sie sie durchstrichen. Wenn nun ein Kunde oder Gast eigenmächtig einen Strich durch die Rechnung machte, prellte er sie um ihre Einkünfte.
durchs Für jemanden durchs Feuer gehen Bei der Feuerprobe des Mittelalters, die Frauen und Unfreien vorbehalten war, musste der Beklagte nur mit einem Hemd bekleidet durch einen brennenden Stoß Holz gehen. Überstand der die Prozedur (das Gottesurteil) unbeschadet, erfolgte der Freispruch.
Ehr Viel Feind, viel Ehr Dieser Wahlspruch Georgs von Frundsberg, des Kriegsobersten Maximilians I., bedeutet heute, dass erfolgreiche Menschen immer Neider haben.
Ehre Jemandem die Ehre abschneiden Die Redensart bezieht sich auf die altdeutsche Strafe, bei der einem Verleumder sein langes Gewand  abgeschnitten wurde.
eigenen Den Spieß umdrehen, mit eigenen Waffen schlagen Eine Redensart aus der Zeit, als es noch keine Feuerwaffen gab und der Spieß oder die Lanze die wichtigsten Waffen waren. Man entriss seinem Feind den Spieß, drehte ihn herum und richtete seine eigene Waffe gegen ihn.
einen Jemandem einen Korb geben In vielen Liedern und Erzählungen aus der Minnezeit wird beschrieben, wie die Burgfräuleins ihre Geliebten mit einem Korb zu sich hoch holten. Hatte dieser Korb keinen Boden, bedeutete dies eine „Abfuhr“ bzw. „sich einen Korb holen“.
einer Mit jemandem unter einer Decke stecken Nach dem mittelalterlichen Eherecht war die Ehe erst dann rechtskräftig, wenn die jungen Eheleute unter Zeugen ins Bett sprangen und die Decke über sich zogen.
Eisen Ein heißes Eisen anfassen Beim mittelalterlichen Feuerurteil musste der Angeklagte ein heißes Eisen anfassen und dieses über eine festgelegte Distanz transportieren, um seine Unschuld zu beweisen.
ertappen Jemanden auf frischer Tat ertappen, in flagranti erwischen Die sprichwörtliche Redensart heißt im lateinischen Original „in flagranti crimine comprehens“ und stammt aus dem „Codex Iustinianus“ des 6. Jahrhunderts.
erwischen Jemanden auf frischer Tat ertappen, in flagranti erwischen Die sprichwörtliche Redensart heißt im lateinischen Original „in flagranti crimine comprehens“ und stammt aus dem „Codex Iustinianus“ des 6. Jahrhunderts.
etwas Jemandem etwas anhängen Im Mittelalter wurden Straftäter öffentlich an den Pranger gestellt. Der angebundene Täter stand dann am Pranger seine Zeit ab, wobei ihm ein Zettel mit seinen Missetaten „angehängt“ wurde.
etwas Sich etwas herausnehmen Die Wendung bezieht sich auf die gemeinsame Mahlzeit, bei der das Essen in einem großen Topf serviert wurde. Derjenige, der sich ungebeten zuerst bedient und „sich etwas herausnimmt“, gilt als frech und ungehobelt.
fallen Etwas unter den Tisch fallen lassen In früheren Zeiten ließ man unverdauliche Speisereste (Knochen, Schalen von Muscheln etc.) für den Hund oder die Katze unter den Tisch fallen. Der Ausdruck hat sich dann im Laufe der Zeit für „unverdauliche Themen“ ausgeweitet, zumal bei einer Besprechung die Themenpapiere „auf dem Tisch“ liegen.
Fehdehandschuh Jemandem den Fehdehandschuh hinwerfen Durch das Hinwerfen der Handschuhe wurde im Mittelalter eine Fehde angekündigt. „Den Fehdehandschuh aufnehmen“ bedeutet entsprechend die „Herausforderung annehmen“. Als Fehde bezeichnet man Feindseligkeiten zwischen Einzelpersonen, Sippen oder Familien zur Durchsetzung von Rechtsansprüchen.
feilhalten Maulaffen feilhalten Die Redensart hat nichts mit einem Affen zu tun. Vielmehr handelt es sich um eine Übertragung des platt-deutschen „dat Mul aben halten“ (das Maul offen halten) ins Hochdeutsche.
Feind Viel Feind, viel Ehr Dieser Wahlspruch Georgs von Frundsberg, des Kriegsobersten Maximilians I., bedeutet heute, dass erfolgreiche Menschen immer Neider haben.
Felle Die Felle davon geschwommen Ein Bild aus dem Leben der Lohgerber: Da die Felle früher in einem fließenden Gewässer gewässert wurden, konnte es passieren, dass das eine oder andere Stück verloren ging.
Fersengeld Fersengeld geben Das „Fersengeld“ ist ein seit 1250 belegter Begriff aus der Rechtssprache. Es war von einem Ehemann an seine Gattin zu entrichten, wenn er diese verlassen wollte.
Fettnäpfchen Ins Fettnäpfchen treten Die Heimat des Fettnäpfchens ist das Erzgebirge. Zwischen Tür und Ofen stand ein Töpfchen voll Fett zum Schmieren der nassen Stiefel. Trat jemand das Töpfchen aus Versehen um, konnte die Frau des Hauses sehr böse werden.
Feuer Für jemanden durchs Feuer gehen Bei der Feuerprobe des Mittelalters, die Frauen und Unfreien vorbehalten war, musste der Beklagte nur mit einem Hemd bekleidet durch einen brennenden Stoß Holz gehen. Überstand der die Prozedur (das Gottesurteil) unbeschadet, erfolgte der Freispruch.
flechten Jemanden aufs Rad flechten, jemanden rädern Bei dieser grausamen Hinrichtungsart wurden dem Verurteilten zu-nächst die Knochen gebrochen, damit man die Gliedmaßen anschließend zwischen die Speichen des Rades flechten konnte.
Folter Jemanden auf die Folter spannen Die Folterknechte des Mittelalters versuchten durch die Folter Geständnisse aus den Angeklagten herauszupressen.
frischer Jemanden auf frischer Tat ertappen, in flagranti erwischen Die sprichwörtliche Redensart heißt im lateinischen Original „in flagranti crimine comprehens“ und stammt aus dem „Codex Iustinianus“ des 6. Jahrhunderts.
fühlen Jemandem auf den Zahn fühlen Um einen kranken Zahn zu erkennen klopften die Zahnärzte früher die Zähne ab. Das schmerverzerrte Gesicht des Patienten verriet dann die schadhafte Stelle. Auch beim Pferdekauf war es - und ist es teilweise heute noch - üblich, den Zustand des Tieres am Gebiss zu überprüfen.
führen Etwas im Schilde führen Die Schilde der mittelalterlichen Ritter waren mit deren Wappen versehen, so dass man anhand des Schildes, das ein Ritter mit führte, erkennen konnte, ob er gut oder böse, Freund oder Feind war.
Furcht Ritter ohne Furcht und Tadel (franz. = chevalier sans peur et sans reproche) lautete der Beiname des französischen Ritters Bayard.
Fuß Auf großem Fuß leben Schuhspitze von Handspannenlänge, die auf Reichtum deutet.
Fuß Hand und Fuß haben Im Mittelalter galt das Abschlagen der Füße und der Beine als eine der schwersten Strafen. Besonders die rechte Hand (zum Führen des Schwertes) und der linke Fuß (zum Besteigen des Pferdes) wurden von den Rittern in Ehren gehalten.
Gähnen Hand vor dem Mund beim Gähnen verhinderte das Eindringen von bösen Geistern, soll bei Nacht verhindern, dass das Aufschimmern der weißen Zähne dem Feind die Bewacher verrät (wer hatte damals schon weiße Zähne), kann auch eine Höflichkeit gewesen sein, weil die Mundhygiene der damaligen Zeit nicht so ausgeprägt war und der Gegenüber durch Geruch belästigt werden konnte.
Gang Gang nach Canossa Um von dem über ihn verhängten Kirchenbann befreit zu werden, begab sich König Heinrich IV. im Jahr 1077 im Büßergewand zu Papst Gregor VII. in die italienische Stadt Canossa. Dieser „(Buß)gang nach Canossa“, bei dem ihn der Papst drei Tage im Schnee warten ließ (eine Demütigung des Königs) ist seitdem Sinnbild für persönliche Unterwerfung und Eingeständnis eigener Fehler.
Garaus Jemanden den Garaus machen Der Begriff entwickelte sich aus dem nächtlichen Ausruf der Schankwirte (Gar aus = vollständig aus), mit dem die nächtliche Sperrstunde angekündigt wurde und die Gäste zum Austrinken aufforderte.
geben Brief und Siegel auf etwas geben Mit dem Siegel wurden früher Urkunden, Dokumente und Briefe verschlossen um sicher zu stellen, dass nur der Adressat die Botschaft als. Erst durch das Siegel wurden wichtige Dokumente rechtsgültig.
geben Fersengeld geben Das „Fersengeld“ ist ein seit 1250 belegter Begriff aus der Rechtssprache. Es war von einem Ehemann an seine Gattin zu entrichten, wenn er diese verlassen wollte.
geben Jemandem einen Korb geben In vielen Liedern und Erzählungen aus der Minnezeit wird beschrieben, wie die Burgfräuleins ihre Geliebten mit einem Korb zu sich hoch holten. Hatte dieser Korb keinen Boden, bedeutete dies eine „Abfuhr“ bzw. „sich einen Korb holen“.
gehabt Schwein gehabt Angeblich hat der schlechteste Ritter bei einem Turnier als Trostpreis ein Schwein bekommen, er hatte also (doch) noch Glück.
gehen Für jemanden durchs Feuer gehen Bei der Feuerprobe des Mittelalters, die Frauen und Unfreien vorbehalten war, musste der Beklagte nur mit einem Hemd bekleidet durch einen brennenden Stoß Holz gehen. Überstand der die Prozedur (das Gottesurteil) unbeschadet, erfolgte der Freispruch.
geraten In Harnisch geraten Ritter, die in „Harnisch“ waren, also ihren Brustpanzer angelegt hatten, waren zum Kampf bereit.
geraten Mit Jemandem in die Wolle geraten Die „Wolle“ wird in dieser Wendung als Kopfhaar des Menschen verstanden.
Gestalt Ritter von der traurigen Gestalt Den „Ritter von der traurigen Gestalt“, so nennt Sancho Pansa seinen Herrn Don Quijote (1605), dem Titelhelden des Romans von Miguel de Cervantes Saaverdra.
Gift Darauf kannst du Gift nehmen Der Ursprung dieser Wendung liegt wahrscheinlich in den Gottesurteilen des Mittelalters: Der Verurteilte musste z. B. ein vergiftetes Stück Brot essen und wurde freigesprochen, wenn er nach dem Verzehr noch am Leben blieb.
Glocke Etwas an die große Glocke hängen Mit einer kleinen Glocke wurde die Bevölkerung zusammengerufen, um öffentliche Bekanntmachungen auszurufen. Für besonders wichtige Mitteilungen wurde dagegen die Kirchenglocke geläutet.
große Etwas an die große Glocke hängen Mit einer kleinen Glocke wurde die Bevölkerung zusammengerufen, um öffentliche Bekanntmachungen auszurufen. Für besonders wichtige Mitteilungen wurde dagegen die Kirchenglocke geläutet.
großem Auf großem Fuß leben Schuhspitze von Handspannenlänge, die auf Reichtum deutet.
gute Keine gute Ader an jemandem lassen In der mittelalterlichen Medizin galten die Adern als Sitz des Gemütes und des Charakters. In Personen, denen man keine gute Ader zusprach, floss demnach „böses Blut“, sie galten als Fieslinge.
guten Unbescholten sein, einen guten Ruf haben Mit einem sogenannten „Scheltbrief“, der mit dem jeweiligen Vorwurf öffentlich angeschlagen wurde, drückte man im Mittelalter jemandem gegenüber Abscheu und Verachtung aus.
Haar Mit Haut und Haar Die Redensart stammt aus dem Mittelalter. Die Strafe an Haut und Haar, das heißt des Prügelns und Haarescherens, fand zur Abschreckung und zur Entehrung des Delinquenten vor allem öffentlich statt und wurde in der Regel bei kleineren Vergehen und bei straffällig gewordenen, schwangeren Frauen (z. B. Diebstahl) angewendet.
haben Einen Adamsapfel haben Die Bezeichnung Adamsapfel für den hervortretenden Teil des Schildknorpels des Mannes taucht erstmals im 16. Jahrhundert auf und ist in einem Übersetzungsfehler der lateinischen Bibelausgabe (Vulgata) in der Geschichte von der Verführung Adams durch Eva begründet. Dort wurde aus dem „arbor mali“, dem Baum (der Erkenntnis) des Bösen, der „arbor malli“, der Baum des Apfels. Diesem Fehler ist es zu verdanken, dass die Bibelleser heute unter der verbotenen Frucht einen Apfel verstehen.
haben Blaues Blut haben Adelige und wohlhabende Menschen mussten früher im Gegensatz zum Grossteil der restlichen Bevölkerung keine Feld- oder Handwerksarbeit leisten. Sie wurden nicht braun. Durch die hellere Haut schimmerte das Blut besonders dunkel durch die Adern und es entstand der Eindruck, die Adeligen besäßen dunkelblaues Blut.
haben Ein Brett vor dem Kopf haben Störrischen Ochsen wurde ein Brett vor den Kopf gespannt, um ihr Gesichtsfeld einzuengen.
haben Hand und Fuß haben Im Mittelalter galt das Abschlagen der Füße und der Beine als eine der schwersten Strafen. Besonders die rechte Hand (zum Führen des Schwertes) und der linke Fuß (zum Besteigen des Pferdes) wurden von den Rittern in Ehren gehalten.
haben Das Heft in der Hand haben Mit „Heft“ ist hier der Griff eines Schwertes gemeint.
haben Etwas auf dem Kerbholz haben Zwei aufeinander passende Hölzer, in welche die Schulden des Käufers eingekerbt wurden, ersetzten bis ins 18. Jahrhundert das Schuldbuch. Eine Hälfte war beim Verkäufer, die andere war beim Käufer.
haben Etwas auf der Pfanne haben Nicht die Bratpfanne diente als Bild dieser Wendung, sondern jene Pfanne von alten Gewehren, in die in kleinen Mengen das Zündpulver geschüttet wurde. Wer Pulver auf der Pfanne hatte war schussbereit.
haben Unbescholten sein, einen guten Ruf haben Mit einem sogenannten „Scheltbrief“, der mit dem jeweiligen Vorwurf öffentlich angeschlagen wurde, drückte man im Mittelalter jemandem gegenüber Abscheu und Verachtung aus.
haben Von Tuten und Blasen keine Ahnung haben Diese Umschreibung des Lärminstruments, das nicht gespielt werden kann, bezieht sich wahrscheinlich auf die Nachtwächter, deren Hauptaufgabe das Tuten und Blasen war. Wer zu dieser einfachen, niederen Tätigkeit nicht eingesetzt werden konnte, der war völlig unnütz.
haben Die Wände haben Ohren Die Wendung bezieht sich auf die berühmten Lauschkanäle, die Katharina von Medici (1519-1589) angeblich im Louvre einbauen ließ, um ihre protestantischen Gegner zu belauschen.
Hahn Den roten Hahn aufs Dach setzen Der „rote Hahn“ Fjalar ist in der altnordischen Göttersage das Symbol des anbrechenden Lichts und der Götterdämmerung. Er wurde so zum Sinnbild für flackerndes Feuer.
Hand Hand und Fuß haben Im Mittelalter galt das Abschlagen der Füße und der Beine als eine der schwersten Strafen. Besonders die rechte Hand (zum Führen des Schwertes) und der linke Fuß (zum Besteigen des Pferdes) wurden von den Rittern in Ehren gehalten.
Hand Hand vor dem Mund beim Gähnen verhinderte das Eindringen von bösen Geistern, soll bei Nacht verhindern, dass das Aufschimmern der weißen Zähne dem Feind die Bewacher verrät (wer hatte damals schon weiße Zähne), kann auch eine Höflichkeit gewesen sein, weil die Mundhygiene der damaligen Zeit nicht so ausgeprägt war und der Gegenüber durch Geruch belästigt werden konnte.
Hand Das Heft in der Hand haben Mit „Heft“ ist hier der Griff eines Schwertes gemeint.
Handwerk Jemandem das Handwerk legen Im Mittelalter waren die Handwerker in Zünften zusammengeschlossen, die die Ausübung des jeweiligen Handwerks nur unter strengen Vorschriften zuließ. Wer gegen diese Regeln verstieß, wurde ausgeschlossen und durfte seiner Tätigkeit nicht mehr nachgehen, ihm wurde das Handwerk gelegt.
hängen Etwas an die große Glocke hängen Mit einer kleinen Glocke wurde die Bevölkerung zusammengerufen, um öffentliche Bekanntmachungen auszurufen. Für besonders wichtige Mitteilungen wurde dagegen die Kirchenglocke geläutet.
Harnisch In Harnisch geraten Ritter, die in „Harnisch“ waren, also ihren Brustpanzer angelegt hatten, waren zum Kampf bereit.
Haube Jemanden unter die Haube bringen Die Haube war eine früher übliche Kopfbedeckung der verheirateten Frauen.
Hausen Hausen wie die Vandalen Der Spruch bezieht sich auf den germanischen Volksstamm der Vandalen, der 455 n. Chr. Unter König Geiserich Rom plünderte und brandschatzte. Verständlicherweise waren die römischen Chroniken voll von grausamen und eindringlichen Beschreibungen dieses Überfalls. Französische Romanciers nahmen sich über 1.000 Jahre später dieses Themas an, so dass sich die Wendung „wie die Vandalen“ ebenso wie „Vandalismus“ in der Folge weit verbreiteten.
Haut Mit Haut und Haar Die Redensart stammt aus dem Mittelalter. Die Strafe an Haut und Haar, das heißt des Prügelns und Haarescherens, fand zur Abschreckung und zur Entehrung des Delinquenten vor allem öffentlich statt und wurde in der Regel bei kleineren Vergehen und bei straffällig gewordenen, schwangeren Frauen (z. B. Diebstahl) angewendet.
Heft Das Heft in der Hand haben Mit „Heft“ ist hier der Griff eines Schwertes gemeint.
heißen Auf heißen Kohlen sitzen Das aufgeschichtete Holz des Köhlers durfte nicht verbrennen sondern nur verkohlen. In der kritischen Phase des Verkohlens saß der Köhler also auf heißen Kohlen.
heißes Ein heißes Eisen anfassen Beim mittelalterlichen Feuerurteil musste der Angeklagte ein heißes Eisen anfassen und dieses über eine festgelegte Distanz transportieren, um seine Unschuld zu beweisen.
heraushaben Den Bogen heraus haben Stammt wahrscheinlich aus der mittelalterlichen Handwerkssprache und bezieht sich auf die Herstellung gerader Gegenstände. Besonders gebogene Hölzer waren nur schwer „gerade zu biegen“. Kanoniere hatten „den Bogen raus“ (Flugbogen des Geschosses), wenn sie ihr Ziel trafen.
herausnehmen Sich etwas herausnehmen Die Wendung bezieht sich auf die gemeinsame Mahlzeit, bei der das Essen in einem großen Topf serviert wurde. Derjenige, der sich ungebeten zuerst bedient und „sich etwas herausnimmt“, gilt als frech und ungehobelt.
herhalten Als Prügelknabe herhalten Der Prügelknabe, ein armer, eigens zu diesem Zweck angestellter Junge steckte bei adligen Familien früher die Schläge für die Schandtaten der jungen Edelknaben ein  denn diese durften nicht verprügelt werden.
hinausschießen Über das Ziel hinausschießen Wie ein Schütze, der ein Ziel verfehlt und dessen Pfeil darüber hinaus schießt, hat auch im übertragenen Sinne jemand „den Bogen überspannt“ (bis er bricht), der sich zu sehr um etwas bemüht.
hinter Sich etwas hinter die Ohren schreiben Der Ausdruck geht auf einen obskuren Rechtsbrauch zurück: Bei Grenzfestlegungen wurden Buben als Zeugen heran gezogen. Diese bekamen bei jedem Grenzstein eine saftige Ohrfeige, damit sie sich dessen Standort genau einprägten.
hinwerfen Jemandem den Fehdehandschuh hinwerfen Durch das Hinwerfen der Handschuhe wurde im Mittelalter eine Fehde angekündigt. „Den Fehdehandschuh aufnehmen“ bedeutet entsprechend die „Herausforderung annehmen“. Als Fehde bezeichnet man Feindseligkeiten zwischen Einzelpersonen, Sippen oder Familien zur Durchsetzung von Rechtsansprüchen.
Hinz Hinz und Kunz (Jedermann) Diese abwertende Bezeichnung stammt aus dem Mittelalter, wo Hinz (Heinrich) und Kunz (Konrad) Allerweltsnamen waren.
Hof Jemandem den Hof machen Die Redewendung stammt aus einer Zeit, in der das französische Hofleben als Vorbild der europäischen Königshäuser fungierte und es „in“ war, französisch zu sprechen und französische Gepflogenheiten anzunehmen. Daher ist diese Redewendung auch die wörtliche Übersetzung des französischen „faire la cour“.
Höflich Höflich und ritterlich  haben ihren Ursprung im Mittelalter und bedeuten die aufmerksame und zuvorkommende Umgangsart am Hofe.
hohe Etwas auf die hohe Kante legen  Bei den Herrschaften wurden wertvolle Gegenstände und Geld auf den hölzernen Überbau über dem Bett (Baldachin) gelegt. Die zu einer Rolle in Papier eingerollten Münzen wurden hochkant gestellt, damit sie nicht wegrollen konnten.
holt Wissen, wo der Barthel den Most holt Es wird vermutet, dass der Spruch aus der Gaunersprache kommt, in rotwelsch bedeutet „Barsel“ Brecheisen und „Moos“ Geld. Zusammengesetzt also, wie man mit dem Brecheisen Geld holt.
Holzweg Auf dem Holzweg sein Wer sich im Wald verirrte, weil er dem Transportweg des Köhlers folge, war auf dem Holzweg.
Hopfen Da ist Hopfen und Malz verloren Die Redensart beschreibt einen gescheiterten Brauversuch von Bier. Die verdorbene Brühe musste weggeschüttet werden, der Hopfen und das Malz sind verloren.
Hornberger Ausgehen wie das Hornberger Schießen Ursprung unklar, aber vermutlich: Die Einwohner des Schwarzwalddorfes Hornberg probten den Empfang ihres Fürsten mit Böllerschüssen, beim Eintreffen des Fürsten aber war kein Pulver mehr da, so dass sie das Böllern durch lautes Brüllen nachahmen mussten.
Hosen Ein "Paar" Hosen Gemeint sind damit die Beinlinge, die an Strapsen an der Unterhose befestigt waren. Auch wenn es sich heute um eine einzige Hose handelt, hat sich das "paar Hosen" bis heute erhalten.
Hund Auf den Hund kommen Adlige mussten im Mittelalter als Strafe für Hochverrat öffentlich einen Hund zum Marktplatz tragen - sie waren auf den Hund gekommen. Als früher Gefährte des Menschen wurde der Hund mit der Zeit zum räudigen Köter und sogar zum Schimpfwort (Hundsfott, Schweinehund, Sohn einer räudigen Hündin)
Hundertsten Vom Hundertsten ins Tausendste kommen Die Wendung bezieht sich auf die Verwendung der Rechenbank (15. - 17. Jhdt.), bei der sich aus Versehen die Dezimalstellen verschieben konnten.
in flagranti Jemanden auf frischer Tat ertappen, in flagranti erwischen Die sprichwörtliche Redensart heißt im lateinischen Original „in flagranti crimine comprehens“ und stammt aus dem „Codex Iustinianus“ des 6. Jahrhunderts.
Jedermann Hinz und Kunz (Jedermann) Diese abwertende Bezeichnung stammt aus dem Mittelalter, wo Hinz (Heinrich) und Kunz (Konrad) Allerweltsnamen waren.
kämpfen Mit offenem Visier kämpfen Bei den mittelalterlichen Turnierkämpfen schützten sich die Kämpfer mit dem heruntergelassenen Visier vor den Schlägen ihrer Gegner. Da sie dabei auch ihr Gesicht verbargen, wusste man häufig nicht, gegen wen man kämpfte und wusste nicht von eventuellen Stärken oder Schwächen. Der heutige militärische Gruß mit Anlegen der Fingerspitzen an die Kopfbedeckung stammt ebenfalls aus dieser Zeit. Früher war es das Anheben des Visiers, um sich dem Gegner zu erkennen zu geben (siehe auch Salutieren).
Kante Etwas auf die hohe Kante legen  Bei den Herrschaften wurden wertvolle Gegenstände und Geld auf den hölzernen Überbau über dem Bett (Baldachin) gelegt. Die zu einer Rolle in Papier eingerollten Münzen wurden hochkant gestellt, damit sie nicht wegrollen konnten.
Kegel Mit Kind und Kegel Das Wort „Kegel“ stammt aus dem Mittelhochdeutschen und steht in dieser Paarformel für „uneheliches Kind“.
kein Da ist kein Beinbruch Das Bild des Beinbruchs als schwerwiegende Verletzung rührt aus der Zeit, als das Pferd noch unverzichtbares Reit- und Lasttier war. Während andere Verletzungen der Rösser heilbar waren, bedeutete ein Beinbruch, dass das Tier getötet werden musste.
Keine Keine gute Ader an jemandem lassen In der mittelalterlichen Medizin galten die Adern als Sitz des Gemütes und des Charakters. In Personen, denen man keine gute Ader zusprach, floss demnach „böses Blut“, sie galten als Fieslinge.
keine Das geht auf keine Kuhhaut Basiert angeblich auf der Vorstellung, dass der Teufel das Sündenregister eines Sterbenden auf eine Kuhhaut geschrieben hat. Denn daraus wurde Pergament, das übliche Schreibmaterial, hergestellt.
Kerbholz Etwas auf dem Kerbholz haben Zwei aufeinander passende Hölzer, in welche die Schulden des Käufers eingekerbt wurden, ersetzten bis ins 18. Jahrhundert das Schuldbuch. Eine Hälfte war beim Verkäufer, die andere war beim Käufer.
Kind Mit Kind und Kegel Das Wort „Kegel“ stammt aus dem Mittelhochdeutschen und steht in dieser Paarformel für „uneheliches Kind“.
Klinge Jemanden über die Klinge springen lassen Die Wendung beschreibt eine mittelalterliche Hinrichtung mit dem Schwert, bei der der abgetrennte Kopf nach dem Hieb tatsächlich „über die Klinge sprang“.
Kohlen Auf heißen Kohlen sitzen Das aufgeschichtete Holz des Köhlers durfte nicht verbrennen sondern nur verkohlen. In der kritischen Phase des Verkohlens saß der Köhler also auf heißen Kohlen.
kommen Auf den Hund kommen Adlige mussten im Mittelalter als Strafe für Hochverrat öffentlich einen Hund zum Marktplatz tragen - sie waren auf den Hund gekommen. Als früher Gefährte des Menschen wurde der Hund mit der Zeit zum räudigen Köter und sogar zum Schimpfwort (Hundsfott, Schweinehund, Sohn einer räudigen Hündin).
kommen Vom Hundertsten ins Tausendste kommen Die Wendung bezieht sich auf die Verwendung der Rechenbank (15. - 17. Jhdt.), bei der sich aus Versehen die Dezimalstellen verschieben konnten.
kommen Jemanden ungeschoren lassen, ungeschoren davon kommen Der Ausdruck bezieht sich wahrscheinlich auf ein mittelalterliches Ritual, bei dem der Bader in der öffentlichen Badestube jedem Gast nach dem Bad das Haar und den Bart scheren musste (was bei nachlässigen Badern oft genug misslang). Aber auch der Zusammenhang mit der Schafschur ist möglich.
können Jemandem nicht das Wasser reichen können Im Mittelalter reichten die Hausangestellten ihren Herren ein Schüssel mit Wasser, in dem diese sich die Hände waschen konnten. Der Ausdruck besagt, dass jemand noch nicht einmal wert ist, diese Aufgabe zu erfüllen.
Kopf Ein Brett vor dem Kopf haben Störrischen Ochsen wurde ein Brett vor den Kopf gespannt, um ihr Gesichtsfeld einzuengen.
Korb Jemandem einen Korb geben In vielen Liedern und Erzählungen aus der Minnezeit wird beschrieben, wie die Burgfräuleins ihre Geliebten mit einem Korb zu sich hoch holten. Hatte dieser Korb keinen Boden, bedeutete dies eine „Abfuhr“ bzw. „sich einen Korb holen“.
Kreide In der Kreide stehen Die Wendung basiert auf dem früher üblichen Brauch eines Schankwirts, die Schulden eines Gastes auf einer Schuldtafel zu vermerken.
Kuhhaut Das geht auf keine Kuhhaut Basiert angeblich auf der Vorstellung, dass der Teufel das Sündenregister eines Sterbenden auf eine Kuhhaut geschrieben hat. Denn daraus wurde Pergament, das übliche Schreibmaterial, hergestellt.
Kunz Hinz und Kunz (Jedermann) Diese abwertende Bezeichnung stammt aus dem Mittelalter, wo Hinz (Heinrich) und Kunz (Konrad) Allerweltsnamen waren.
Kurz Kurz vor Torschluss Im Mittelalter war es üblich, am Abend die Stadttore zu schließen. Wer später kam, musste vor der Stadt übernachten.
lange Etwas auf die lange Bank schieben Früher, nach der Einführung des römischen Rechts, wurden die Gerichtsakten nicht in Schränken, sondern in langen, bankähnlichen Truhen aufbewahrt. Dorthin wanderten all jene Unterlagen, die lange unerledigt blieben; nur was auf dem Tisch des Richters verblieb, wurde zügig bearbeitet.
Lanze Für jemanden eine Lanze brechen Im Mittelalter erwählten die Turnierritter vor den Wettkämpfen eine Dame ihres Herzens, der sie ihren Sieg widmeten. Für diese Dame “brachen sie dann ihre Lanze am Schild des Gegners“.
lassen Jemanden abblitzen lassen Die besonders für gescheiterte Annäherungsversuche an das andere Geschlecht gebräuchliche Wendung entstammt einer Form der Ladehemmung von Vorderladern des späten 18. Jahrhunderts, bei denen das Pulver häufig in einem Blitz auf der Gewehrpfanne verpuffte und sich kein Schuss löste. So wird der Begriff „Abblitzen“ noch heute mit „Wirkungslosigkeit“ gleichgesetzt.
lassen Jemanden zur Ader lassen Der Aderlass, das Abzapfen von Blut, war im Mittelalter eine ärztliche Methode, um Blutkrankheiten zu heilen. Der Verlust des Blutes, eines lebensnotwendigen Stoffes, wird hier mit dem Verlust des ebenfalls wertvollen Geldes gleichgesetzt.
lassen Keine gute Ader an jemandem lassen In der mittelalterlichen Medizin galten die Adern als Sitz des Gemütes und des Charakters. In Personen, denen man keine gute Ader zusprach, floss demnach „böses Blut“, sie galten als Fieslinge.
lassen Jemanden über die Klinge springen lassen Die Wendung beschreibt eine mittelalterliche Hinrichtung mit dem Schwert, bei der der abgetrennte Kopf nach dem Hieb tatsächlich „über die Klinge sprang“.
lassen Etwas unter den Tisch fallen lassen In früheren Zeiten ließ man unverdauliche Speisereste (Knochen, Schalen von Muscheln etc.) für den Hund oder die Katze unter den Tisch fallen. Der Ausdruck hat sich dann im Laufe der Zeit für „unverdauliche Themen“ ausgeweitet, zumal bei einer Besprechung die Themenpapiere „auf dem Tisch“ liegen.
lassen Jemanden ungeschoren lassen, ungeschoren davon kommen Der Ausdruck bezieht sich wahrscheinlich auf ein mittelalterliches Ritual, bei dem der Bader in der öffentlichen Badestube jedem Gast nach dem Bad das Haar und den Bart scheren musste (was bei nachlässigen Badern oft genug misslang). Aber auch der Zusammenhang mit der Schafschur ist möglich.
leben Auf großem Fuß leben Schuhspitze von Handspannenlänge, die auf Reichtum deutet.
lecken Am Arsch lecken Anlehnung an das „Götz-Zitat“ aus dem Goethe-Drama „Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand“. Im Original lautet es: „Er aber, sag's ihm, er kann mich im Arsche lecken“.
legen Jemandem das Handwerk legen Im Mittelalter waren die Handwerker in Zünften zusammengeschlossen, die die Ausübung des jeweiligen Handwerks nur unter strengen Vorschriften zuließ. Wer gegen diese Regeln verstieß, wurde ausgeschlossen und durfte seiner Tätigkeit nicht mehr nachgehen, ihm wurde das Handwerk gelegt.
legen  Etwas auf die hohe Kante legen  Bei den Herrschaften wurden wertvolle Gegenstände und Geld auf den hölzernen Überbau über dem Bett (Baldachin) gelegt. Die zu einer Rolle in Papier eingerollten Münzen wurden hochkant gestellt, damit sie nicht wegrollen konnten.
lehren Jemandem Mores lehren Das lateinische Wort „mores“ = Sitte, Anstand wurde in der Zeit des Humanismus (15. Jhdt) von Studenten für die deutsche Sprache entlehnt.
lernen Etwas von der Pike auf lernen Die „Pike“ war eine Infanterielanze, die den Rekruten und jungen Soldaten vorbehalten war. Sie stand am Beginn jeder Militärlaufbahn, weshalb diese seit dem 18. Jahrhundert als „von der Pike auf dienen“ bezeichnet wurden. Mit der Zeit weitete sich die Wendung auch auf andere Berufssparten aus.
Licht Licht nicht unter den Scheffel stellen nicht so bescheiden sein. Der umgedrehte Scheffel wurde über das Licht gestellt. Deutsches Hohlmaß, zwischen 30 und 300 Liter. Scheffel war auch ein Ackermaß: Wie viel man mit einem Scheffel besäen kann. Scheffel bedeutet auch Eimer oder Bottich.
liefern Jemanden ans Messer liefern Das Messer ist hier das Schwert oder die Schneide der Guillotine, mit der der Henker seine Arbeit verrichtet.
Löffel Jemanden über den Löffel barbieren Jemanden in plumper Art und Weise betrügen. Dieser obskure Ausdruck verdankt seine Entstehung schlechter Barbiere, die in früheren Zeiten alten, zahnlosen Männern, deren Wangen zu sehr eingefallen waren, um sie zu rasieren, einen Löffel zum Auswölben in den Mund steckten.
Lügen Lügen, dass sich die Balken biegen Dieses Sinnbild ist seit dem 15. Jahrhundert bekannt. Es beruht darauf, dass jede Lüge eine Last für den Lügenden darstellt. Spaßhaft wird hier also das Gewicht dieser Last betont, unter der sich sogar die Balken eines Hauses zu biegen drohen.
Lunte Lunte riechen Die Lunte (vom mittelhochdeutschen „lünden“ = brennen) war die Schnur, mit der früher die Geschützladung oder die Muskete entzündet wurde, indem man ein brennendes Holz daran hielt. Bei günstigem Wind konnte man am Geruch der glostenden Lunte den kampfbereiten Gegner oder den nächsten Schuss erahnen.
machen Ein Bäuerchen machen Das „Bäuerchen“ ist die Koseform des Bauern, dessen früher ungeschliffene Tischmanieren hier als Bild verwendet wurde.
machen Jemanden den Garaus machen Der Begriff entwickelte sich aus dem nächtlichen Ausruf der Schankwirte (Gar aus = vollständig aus), mit dem die nächtliche Sperrstunde angekündigt wurde und die Gäste zum Austrinken aufforderte.
machen Jemandem den Hof machen Die Redewendung stammt aus einer Zeit, in der das französische Hofleben als Vorbild der europäischen Königshäuser fungierte und es „in“ war, französisch zu sprechen und französische Gepflogenheiten anzunehmen. Daher ist diese Redewendung auch die wörtliche Übersetzung des französischen „faire la cour“.
machen Die Nagelprobe machen Bei der Nagelprobe handelt es sich um einen alten Trinkbrauch: Um zu beweisen, dass man das Glas bis zum letzten Tröpfchen ausgetrunken hatte, drehte man es um und setzte den Rand auf den Daumennagel. Blieb dieser dabei trocken, war das Glas vollständig geleert worden.
machen Jemandem einen Strich durch die Rechnung machen Kaufleute und Wirte kennzeichneten früher eine Rechnung damit, dass sie sie durchstrichen. Wenn nun ein Kunde oder Gast eigenmächtig einen Strich durch die Rechnung machte, prellte er sie um ihre Einkünfte.
machen Tabula rasa machen Der Begriff „Tabula rasa“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet wörtlich „glattgeschabte (leere) Tafel“. Er erklärt sich aus dem Umstand, dass die Römer auf Wachstäfelchen schrieben, deren Oberfläche später wieder glattgeschabt werden musste, wenn sie etwas „Neues anfangen“ wollten. Das im 8. Jahrhundert in Mode gekommene Spiel „Backgammon“ hieß damals „Tabula“. Ziel des Spiels ist es, die eigenen Spielsteine noch vor dem Mitspieler vom Brett zu bekommen, also „reinen Tisch“ zu machen.
Malz Da ist Hopfen und Malz verloren Die Redensart beschreibt einen gescheiterten Brauversuch von Bier. Die verdorbene Brühe musste weggeschüttet werden, der Hopfen und das Malz sind verloren.
Maulaffen Maulaffen feilhalten Die Redensart hat nichts mit einem Affen zu tun. Vielmehr handelt es sich um eine Übertragung des platt-deutschen „dat Mul aben halten“ (das Maul offen halten) ins Hochdeutsche.
Messer Jemanden ans Messer liefern Das Messer ist hier das Schwert oder die Schneide der Guillotine, mit der der Henker seine Arbeit verrichtet.
mitspielen Jemandem übel mitspielen Im Mittelalter unterschied man nicht eindeutig zwischen Spiel und Kampf. Es gab zahlreiche Kampfspiele (Ritterturniere) bei denen man sich schwer verletzen konnte, wenn nicht gar mit dem Leben bezahlen konnte.
Mores Jemandem Mores lehren Das lateinische Wort „mores“ = Sitte, Anstand wurde in der Zeit des Humanismus (15. Jhdt) von Studenten für die deutsche Sprache entlehnt.
Most Wissen, wo der Barthel den Most holt Es wird vermutet, dass der Spruch aus der Gaunersprache kommt, in rotwelsch bedeutet „Barsel“ Brecheisen und „Moos“ Geld. Zusammengesetzt also, wie man mit dem Brecheisen Geld holt.
Mund Hand vor dem Mund beim Gähnen verhinderte das Eindringen von bösen Geistern, soll bei Nacht verhindern, dass das Aufschimmern der weißen Zähne dem Feind die Bewacher verrät (wer hatte damals schon weiße Zähne), kann auch eine Höflichkeit gewesen sein, weil die Mundhygiene der damaligen Zeit nicht so ausgeprägt war und der Gegenüber durch Geruch belästigt werden konnte.
müssen Etwas ausbaden müssen „Ausbaden“ nannte man früher das Ausleeren des Badewassers und das Säubern der schmutzigen Wanne. Diese Aufgabe musste jener erledigen, der als letztes badete  denn früher war es üblich, dass mehrere Personen hintereinander im kostbaren warmen Wasser badeten.
nach Gang nach Canossa Um von dem über ihn verhängten Kirchenbann befreit zu werden, begab sich König Heinrich IV. im Jahr 1077 im Büßergewand zu Papst Gregor VII. in die italienische Stadt Canossa. Dieser „(Buß)gang nach Canossa“, bei dem ihn der Papst drei Tage im Schnee warten ließ (eine Demütigung des Königs) ist seitdem Sinnbild für persönliche Unterwerfung und Eingeständnis eigener Fehler.
Nägeln Etwas brennt auf den Nägeln Im Mittelalter befestigten die Mönche im Winter eine kleine Wachskerze auf ihren Fingernägeln, um auch im Dunkeln zur Frühmesse im Gebetbuch lesen zu können.
Nagelprobe Die Nagelprobe machen Bei der Nagelprobe handelt es sich um einen alten Trinkbrauch: Um zu beweisen, dass man das Glas bis zum letzten Tröpfchen ausgetrunken hatte, drehte man es um und setzte den Rand auf den Daumennagel. Blieb dieser dabei trocken, war das Glas vollständig geleert worden.
Nase Jemandem die Würmer aus der Nase ziehen In der alten Volksmedizin herrschte der Glaube, zahlreiche Krankheiten würden durch wurmförmige Dämonen verursacht. Aus diesem Grund behaupteten viele Quacksalber, die auf den Jahrmärkten ihre Tinkturen und Mittelchen anpriesen, sie könnten die „Gehirnwürmer“ durch die Nase nach draußen befördern.
nehmen Darauf kannst du Gift nehmen Der Ursprung dieser Wendung liegt wahrscheinlich in den Gottesurteilen des Mittelalters: Der Verurteilte musste z. B. ein vergiftetes Stück Brot essen und wurde freigesprochen, wenn er nach dem Verzehr noch am Leben blieb.
nehmen Jemanden nicht für voll nehmen Die Wendung bezieht sich auf das Münzwesen. Dort wird eine Prägung „nicht für voll genommen“, wenn sie hinsichtlich Metall und Gewicht nicht vollwertig ist.
Nicht Nicht die Bohne Die Bohne ist hier das Sinnbild für Unbedeutsamkeit und Wertlosigkeit.
offenem Mit offenem Visier kämpfen Bei den mittelalterlichen Turnierkämpfen schützten sich die Kämpfer mit dem heruntergelassenen Visier vor den Schlägen ihrer Gegner. Da sie dabei auch ihr Gesicht verbargen, wusste man häufig nicht, gegen wen man kämpfte und wusste nicht von eventuellen Stärken oder Schwächen. Der heutige militärische Gruß mit Anlegen der Fingerspitzen an die Kopfbedeckung stammt ebenfalls aus dieser Zeit. Früher war es das Anheben des Visiers, um sich dem Gegner zu erkennen zu geben (siehe auch Salutieren).
ohne Ritter ohne Furcht und Tadel (franz. = chevalier sans peur et sans reproche) lautete der Beiname des französischen Ritters Bayard.
Ohren Sich etwas hinter die Ohren schreiben Der Ausdruck geht auf einen obskuren Rechtsbrauch zurück: Bei Grenzfestlegungen wurden Buben als Zeugen heran gezogen. Diese bekamen bei jedem Grenzstein eine saftige Ohrfeige, damit sie sich dessen Standort genau einprägten.
Ohren Die Wände haben Ohren Die Wendung bezieht sich auf die berühmten Lauschkanäle, die Katharina von Medici (1519-1589) angeblich im Louvre einbauen ließ, um ihre protestantischen Gegner zu belauschen.
Paar Ein "Paar" Hosen Gemeint sind damit die Beinlinge, die an Strapsen an der Unterhose befestigt waren. Auch wenn es sich heute um eine einzige Hose handelt, hat sich das "paar Hosen" bis heute erhalten.
Pfanne Etwas auf der Pfanne haben Nicht die Bratpfanne diente als Bild dieser Wendung, sondern jene Pfanne von alten Gewehren, in die in kleinen Mengen das Zündpulver geschüttet wurde. Wer Pulver auf der Pfanne hatte war schussbereit.
Pike Etwas von der Pike auf lernen Die „Pike“ war eine Infanterielanze, die den Rekruten und jungen Soldaten vorbehalten war. Sie stand am Beginn jeder Militärlaufbahn, weshalb diese seit dem 18. Jahrhundert als „von der Pike auf dienen“ bezeichnet wurden. Mit der Zeit weitete sich die Wendung auch auf andere Berufssparten aus.
Plan Jemanden auf den Plan rufen Das Wort „Plan“ wird hier in der ursprünglichen Bedeutung „Kampfplatz, Arena“ benutzt. Wer dort erscheint, ist zum Kämpfen bereit.
Pranger Jemanden an den Pranger stellen Wurde im Mittelalter ein Übeltäter „an den Pranger gestellt“, musste er, (durch ein Halseisen befestigt) in aller Öffentlichkeit an einer „Schandsäule“ stehen und sich von den Passanten beschimpfen lassen.
Prügelknabe Als Prügelknabe herhalten Der Prügelknabe, ein armer, eigens zu diesem Zweck angestellter Junge steckte bei adligen Familien früher die Schläge für die Schandtaten der jungen Edelknaben ein  denn diese durften nicht verprügelt werden.
Quacksalber Ein Quacksalber sein Der Begriff des Quacksalbers setzt sich zusammen aus „quaken“ (laut schreien) und „Salber“ (Arzt). Gemeint waren ursprünglich die fahrenden Händler, die auf Jahrmärkten ihre selbst gemachten Heilsalben anpriesen.
Rad Jemanden aufs Rad flechten, jemanden rädern Bei dieser grausamen Hinrichtungsart wurden dem Verurteilten zu-nächst die Knochen gebrochen, damit man die Gliedmaßen anschließend zwischen die Speichen des Rades flechten konnte.
rädern Jemanden aufs Rad flechten, jemanden rädern Bei dieser grausamen Hinrichtungsart wurden dem Verurteilten zu-nächst die Knochen gebrochen, damit man die Gliedmaßen anschließend zwischen die Speichen des Rades flechten konnte.
Radieschen Sich die Radieschen von unten anschauen Im 16. Jahrhundert kam das Radieschen als Gemüsepflanze aus Nordfrankreich nach Deutschland. Sein Name ist vom lateinischen „radix“ (Wurzel) abgeleitet. Die Wendung meint, dass jemand gestorben, tot ist. Oft wird sie auch in Verbindung mit einer Drohung gebraucht.
rasa Tabula rasa machen Der Begriff „Tabula rasa“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet wörtlich „glattgeschabte (leere) Tafel“. Er erklärt sich aus dem Umstand, dass die Römer auf Wachstäfelchen schrieben, deren Oberfläche später wieder glattgeschabt werden musste, wenn sie etwas „Neues anfangen“ wollten. Das im 8. Jahrhundert in Mode gekommene Spiel „Backgammon“ hieß damals „Tabula“. Ziel des Spiels ist es, die eigenen Spielsteine noch vor dem Mitspieler vom Brett zu bekommen, also „reinen Tisch“ zu machen.
raushaben Den richtigen Dreh raushaben Der Ausdruck beschreibt den Trick eines Händlers, der seinen Käufer täuscht, indem er die mangelhafte Ware so geschickt dreht, dass immer nur die gute Seite zu sehen ist.
Rechnung Jemandem einen Strich durch die Rechnung machen Kaufleute und Wirte kennzeichneten früher eine Rechnung damit, dass sie sie durchstrichen. Wenn nun ein Kunde oder Gast eigenmächtig einen Strich durch die Rechnung machte, prellte er sie um ihre Einkünfte.
reden Mit jemandem Deutsch reden In dieser Redewendung aus dem 15. Jhdt. wird das Wort deutsch noch in seiner ursprünglichen Bedeutung von „verständlich“ oder „volkstümlich“ benutzt. Zur Zeit Karls des Großen fand langsam eine Abgrenzung zu den romanischen Sprachen, speziell der lateinischen, statt, die als Gelehrtensprache galt und dem Volk unverständlich war.
reichen Jemandem nicht das Wasser reichen können Im Mittelalter reichten die Hausangestellten ihren Herren ein Schüssel mit Wasser, in dem diese sich die Hände waschen konnten. Der Ausdruck besagt, dass jemand noch nicht einmal wert ist, diese Aufgabe zu erfüllen.
Reihe Aus der Reihe tanzen Der Reigen ist ein Tanz aus dem Mittelalter, der paarweise, hintereinander in einer Reihe getanzt wurde. Wer diese Formation verließ, fiel unangenehm auf.
reitet Jemanden reitet der Teufel Der alte Volksglaube unterschied zwei Arten von Teufeln: Die „Einfahr-Teufel“, die von einem Körper Besitz ergriffen und den Menschen innerlich krank machen, sowie die „Aufhock- Geister“, die sich dem Menschen auf den Nacken setzen und ihm böse Gedanken ins Ohr flüstern.
richtigen Den richtigen Dreh raushaben Der Ausdruck beschreibt den Trick eines Händlers, der seinen Käufer täuscht, indem er die mangelhafte Ware so geschickt dreht, dass immer nur die gute Seite zu sehen ist.
riechen Den Braten riechen Der Spruch beruht auf der Tatsache, dass man einem zerlegten und gebratenen Tier nicht mehr ansehen kann, zu welcher Spezies es gehörte. Der Geruchssinn scheint dagegen noch zu bemerken, wenn es sich um minderwertiges Fleisch handelt.
riechen Lunte riechen Die Lunte (vom mittelhochdeutschen „lünden“ = brennen) war die Schnur, mit der früher die Geschützladung oder die Muskete entzündet wurde, indem man ein brennendes Holz daran hielt. Bei günstigem Wind konnte man am Geruch der glostenden Lunte den kampfbereiten Gegner oder den nächsten Schuss erahnen.
Ritter Ritter ohne Furcht und Tadel (franz. = chevalier sans peur et sans reproche) lautete der Beiname des französischen Ritters Bayard.
Ritter Ritter von der traurigen Gestalt Den „Ritter von der traurigen Gestalt“, so nennt Sancho Pansa seinen Herrn Don Quijote (1605), dem Titelhelden des Romans von Miguel de Cervantes Saaverdra.
ritterlich  Höflich und ritterlich  haben ihren Ursprung im Mittelalter und bedeuten die aufmerksame und zuvorkommende Umgangsart am Hofe.
roten Den roten Hahn aufs Dach setzen Der „rote Hahn“ Fjalar ist in der altnordischen Göttersage das Symbol des anbrechenden Lichts und der Götterdämmerung. Er wurde so zum Sinnbild für flackerndes Feuer.
Rubicon Den Rubicon überschreiten Der Ausdruck wurde sprichwörtlich durch Julius Cäsar, der 49 v. Chr. Mit seinen Truppen den Fluss Rubicon überquerte und damit den Bürgerkrieg entfesselte. Dabei soll er gesagt haben: „Alea jacta est!“ (Der Würfel ist gefallen!)
Ruf Unbescholten sein, einen guten Ruf haben Mit einem sogenannten „Scheltbrief“, der mit dem jeweiligen Vorwurf öffentlich angeschlagen wurde, drückte man im Mittelalter jemandem gegenüber Abscheu und Verachtung aus.
rufen Jemanden auf den Plan rufen Das Wort „Plan“ wird hier in der ursprünglichen Bedeutung „Kampfplatz, Arena“ benutzt. Wer dort erscheint, ist zum Kämpfen bereit.
Sabotage Sabotage Mit Holzpantinen (franz. Sabot) konnte man aus Rache an einem grausamen Herrn die Ernte zertrampeln, man betrieb Sabotage.
Sack Jemanden in den Sack stecken Der Ausdruck für die Überlegenheit gegenüber seinem Rivalen geht auf einen besonderen Ringkampf im 16. Jahrhundert zurück. Bei diesen scherzhaften Schaukämpfen war derjenige Sieger, der seinem Gegner als erster einen Sack überstülpte.
Salutieren Salutieren war im Mittelalter das Anheben des Visiers, um das Gesicht zu zeigen und als Freund erkannt zu werden.
saures Etwas wie saures Bier anbieten Die Bierbrauer früherer Zeiten waren sich über die Bedeutung der Hefe nicht bewusst. Das Brauen von Bier war häufig ein Lotteriespiel, riesige Mengen Bier verdarben bei der Herstellung, es wurde sauer. Trotzdem versuchte man, das saure Bier anzubieten, was aber selten gelang, denn schon ein einfacher Geschmackstest vereitelte das Unterfangen.
Schäfchen Seine Schäfchen ins Trockene bringen Diese Wendung, die seit dem Ende des 16. Jahrhunderts bekannt ist, meint: seinen Vorteil sichern. Sie geht wahrscheinlich zurück auf die hohe Anfälligkeit der jungen Lämmer für Krankheiten, da diese noch kein Wollkleid besitzen. Um den vorzubeugen, sollte die Herde immer auf trockenen Wiesen weiden bzw. vor Regen geschützt werden.
Scheffel Licht nicht unter den Scheffel stellen nicht so bescheiden sein. Der umgedrehte Scheffel wurde über das Licht gestellt. Deutsches Hohlmaß, zwischen 30 und 300 Liter. Scheffel war auch ein Ackermaß: Wie viel man mit einem Scheffel besäen kann. Scheffel bedeutet auch Eimer oder Bottich.
schicken Jemanden in den April schicken Der Brauch, seine Nächsten am 1. April zu veralbern, geht wahrscheinlich auf ein keltisches Frühlingsfest zum Jahresbeginn am 1. April zurück. Als dieser Tag durch Papst Innozenz XII., der den Jahresanfang auf den 1.Januar legte, entwertet wurde, nutzte man den Termin (zu dem man sich vorher Geschenke machte) in vielen Ländern Europas zum Verulken (Scheingeschenke und unsinnige Bestellungen = Aprilscherze).
schieben Etwas auf die lange Bank schieben Früher, nach der Einführung des römischen Rechts, wurden die Gerichtsakten nicht in Schränken, sondern in langen, bankähnlichen Truhen aufbewahrt. Dorthin wanderten all jene Unterlagen, die lange unerledigt blieben; nur was auf dem Tisch des Richters verblieb, wurde zügig bearbeitet.
Schießen Ausgehen wie das Hornberger Schießen Ursprung unklar, aber vermutlich: Die Einwohner des Schwarzwalddorfes Hornberg probten den Empfang ihres Fürsten mit Böllerschüssen, beim Eintreffen des Fürsten aber war kein Pulver mehr da, so dass sie das Böllern durch lautes Brüllen nachahmen mussten.
Schilde Etwas im Schilde führen Die Schilde der mittelalterlichen Ritter waren mit deren Wappen versehen, so dass man anhand des Schildes, das ein Ritter mit führte, erkennen konnte, ob er gut oder böse, Freund oder Feind war.
schlagen Zu Buche schlagen Mit dem „Buche“ ist das Geschäftsbuch der Kaufleute gemeint.
schlagen Den Spieß umdrehen, mit eigenen Waffen schlagen Eine Redensart aus der Zeit, als es noch keine Feuerwaffen gab und der Spieß oder die Lanze die wichtigsten Waffen waren. Man entriss seinem Feind den Spieß, drehte ihn herum und richtete seine eigene Waffe gegen ihn.
schneiden Beutelschneider Ist ein Taschendieb, der mit einem scharfen Messer den Beutel aufschnitt und die Geldstücke auffing, die heraus fielen. Als „Beutelschneider“ bezeichnet man auch Wucherer, also Verkäufer (auch im privaten Bereich), die stark überhöhte Preise verlangen. Er stammt aus einer Zeit, als man sein Geld noch in einem Lederbeutel aufbewahrte, den man am Gürtel festband. Diebe und Räuber schnitten einfach den ganzen Beutel ab und machten sich aus dem Staub.
schreiben Sich etwas hinter die Ohren schreiben Der Ausdruck geht auf einen obskuren Rechtsbrauch zurück: Bei Grenzfestlegungen wurden Buben als Zeugen heran gezogen. Diese bekamen bei jedem Grenzstein eine saftige Ohrfeige, damit sie sich dessen Standort genau einprägten.
Schund Schund Alles, was der Schinder, der mittelalterliche Tierkörperbeseitiger, nicht zu etwas Nützlichem verarbeiten konnte, wurde weggeworfen und bis auf den heuten Tag als Schund bezeichnet.
Schwein Schwein gehabt Angeblich hat der schlechteste Ritter bei einem Turnier als Trostpreis ein Schwein bekommen, er hatte also (doch) noch Glück.
sein Abgebrannt sein Dieser Ausdruck der Mittellosigkeit ist seit dem 16. Jahrhundert geläufig, als die Menschen durch das Feuer nicht selten ihr gesamtes Hab und Gut verloren.
sein Keinen Deut besser sein Der „Deut“ war seit dem 16. Jahrhundert die kleinste holländische Münze mit einem sehr geringen Wert.
sein Auf dem Holzweg sein Wer sich im Wald verirrte, weil er dem Transportweg des Köhlers folge, war auf dem Holzweg.
sein Ein Quacksalber sein Der Begriff des Quacksalbers setzt sich zusammen aus „quaken“ (laut schreien) und „Salber“ (Arzt). Gemeint waren ursprünglich die fahrenden Händler, die auf Jahrmärkten ihre selbst gemachten Heilsalben anpriesen.
sein Unbescholten sein, einen guten Ruf haben Mit einem sogenannten „Scheltbrief“, der mit dem jeweiligen Vorwurf öffentlich angeschlagen wurde, drückte man im Mittelalter jemandem gegenüber Abscheu und Verachtung aus.
sein Wie vernagelt sein Das „Vernageln“ bezieht sich auf ein Geschütz, in dessen Zündloch man einen Nagel geschlagen hat, um es für den Feind unbrauchbar zu machen.
Seines Seines Zeichens Das „Zeichen“ steht hier für die früher üblichen Zunftzeichen.
setzen Den roten Hahn aufs Dach setzen Der „rote Hahn“ Fjalar ist in der altnordischen Göttersage das Symbol des anbrechenden Lichts und der Götterdämmerung. Er wurde so zum Sinnbild für flackerndes Feuer.
Siegel Brief und Siegel auf etwas geben Mit dem Siegel wurden früher Urkunden, Dokumente und Briefe verschlossen um sicher zu stellen, dass nur der Adressat die Botschaft als. Erst durch das Siegel wurden wichtige Dokumente rechtsgültig.
sitzen Auf heißen Kohlen sitzen Das aufgeschichtete Holz des Köhlers durfte nicht verbrennen sondern nur verkohlen. In der kritischen Phase des Verkohlens saß der Köhler also auf heißen Kohlen.
spannen Jemanden auf die Folter spannen Die Folterknechte des Mittelalters versuchten durch die Folter Geständnisse aus den Angeklagten herauszupressen.
Spieß Den Spieß umdrehen, mit eigenen Waffen schlagen Eine Redensart aus der Zeit, als es noch keine Feuerwaffen gab und der Spieß oder die Lanze die wichtigsten Waffen waren. Man entriss seinem Feind den Spieß, drehte ihn herum und richtete seine eigene Waffe gegen ihn.
Sporen Sich die Sporen verdienen Wer im Mittelalter zum Ritter geschlagen wurde, bekam gleichzeitig ein paar Sporen geschenkt, die er sich vorher durch eine mutige Tag, die ihm Anerkennung verschaffte, verdienen musste.
springen Jemanden über die Klinge springen lassen Die Wendung beschreibt eine mittelalterliche Hinrichtung mit dem Schwert, bei der der abgetrennte Kopf nach dem Hieb tatsächlich „über die Klinge sprang“.
stecken Mit jemandem unter einer Decke stecken Nach dem mittelalterlichen Eherecht war die Ehe erst dann rechtskräftig, wenn die jungen Eheleute unter Zeugen ins Bett sprangen und die Decke über sich zogen.
stecken Jemanden in den Sack stecken Der Ausdruck für die Überlegenheit gegenüber seinem Rivalen geht auf einen besonderen Ringkampf im 16. Jahrhundert zurück. Bei diesen scherzhaften Schaukämpfen war derjenige Sieger, der seinem Gegner als erster einen Sack überstülpte.
stehen In der Kreide stehen Die Wendung basiert auf dem früher üblichen Brauch eines Schankwirts, die Schulden eines Gastes auf einer Schuldtafel zu vermerken.
Stehgreif Aus dem Stehgreif Gesandte des Königs überbrachten dem Volk früher ihre Botschaften "aus dem Stegreif". Sie stellten sich also auf ihren Pferden mit Hilfe der Stegreife (Steigbügel) hin.
steigen Jemandem aufs Dach steigen In der alten Volksgerichtsbarkeit (vor Einführung des römischen Rechts) war das Abdecken der Dächer von Geächteten ein häufig verwendetes Mittel der Bestrafung.
stellen Licht nicht unter den Scheffel stellen nicht so bescheiden sein. Der umgedrehte Scheffel wurde über das Licht gestellt. Deutsches Hohlmaß, zwischen 30 und 300 Liter. Scheffel war auch ein Ackermaß: Wie viel man mit einem Scheffel besäen kann. Scheffel bedeutet auch Eimer oder Bottich.
stellen Jemanden an den Pranger stellen Wurde im Mittelalter ein Übeltäter „an den Pranger gestellt“, musste er, (durch ein Halseisen befestigt) in aller Öffentlichkeit an einer „Schandsäule“ stehen und sich von den Passanten beschimpfen lassen.
Strich Jemandem einen Strich durch die Rechnung machen Kaufleute und Wirte kennzeichneten früher eine Rechnung damit, dass sie sie durchstrichen. Wenn nun ein Kunde oder Gast eigenmächtig einen Strich durch die Rechnung machte, prellte er sie um ihre Einkünfte.
Tabula Tabula rasa machen Der Begriff „Tabula rasa“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet wörtlich „glattgeschabte (leere) Tafel“. Er erklärt sich aus dem Umstand, dass die Römer auf Wachstäfelchen schrieben, deren Oberfläche später wieder glattgeschabt werden musste, wenn sie etwas „Neues anfangen“ wollten. Das im 8. Jahrhundert in Mode gekommene Spiel „Backgammon“ hieß damals „Tabula“. Ziel des Spiels ist es, die eigenen Spielsteine noch vor dem Mitspieler vom Brett zu bekommen, also „reinen Tisch“ zu machen.
Tadel Ritter ohne Furcht und Tadel (franz. = chevalier sans peur et sans reproche) lautete der Beiname des französischen Ritters Bayard.
Tafel Die Tafel aufheben Bei größeren Gesellschaften wurden früher die Tische, auf denen das Essen angerichtet wurde, nur provisorisch errichtet und nach dem Ende der Mahlzeit wieder abgebaut. Dabei legte man eine oder mehrere Platten auf Holzböcke, so dass die Tafel anschließend wieder leicht entfernt werden und von der Dienerschaft mitsamt den Essensresten „aufgehoben“ werden konnte. Mit dieser Methode war es auch möglich, mehrere Gänge, die zuvor in der Küche angerichtet wurden, zu servieren.
tanzen Aus der Reihe tanzen Der Reigen ist ein Tanz aus dem Mittelalter, der paarweise, hintereinander in einer Reihe getanzt wurde. Wer diese Formation verließ, fiel unangenehm auf.
Tat Jemanden auf frischer Tat ertappen, in flagranti erwischen Die sprichwörtliche Redensart heißt im lateinischen Original „in flagranti crimine comprehens“ und stammt aus dem „Codex Iustinianus“ des 6. Jahrhunderts.
Tausendste Vom Hundertsten ins Tausendste kommen Die Wendung bezieht sich auf die Verwendung der Rechenbank (15. - 17. Jhdt.), bei der sich aus Versehen die Dezimalstellen verschieben konnten.
Teufel Jemanden reitet der Teufel Der alte Volksglaube unterschied zwei Arten von Teufeln: Die „Einfahr-Teufel“, die von einem Körper Besitz ergriffen und den Menschen innerlich krank machen, sowie die „Aufhock-Geister“, die sich dem Menschen auf den Nacken setzen und ihm böse Gedanken ins Ohr flüstern.
Tisch Etwas unter den Tisch fallen lassen In früheren Zeiten ließ man unverdauliche Speisereste (Knochen, Schalen von Muscheln etc.) für den Hund oder die Katze unter den Tisch fallen. Der Ausdruck hat sich dann im Laufe der Zeit für „unverdauliche Themen“ ausgeweitet, zumal bei einer Besprechung die Themenpapiere „auf dem Tisch“ liegen.
Torschluss Kurz vor Torschluss Im Mittelalter war es üblich, am Abend die Stadttore zu schließen. Wer später kam, musste vor der Stadt übernachten.
traurigen Ritter von der traurigen Gestalt Den „Ritter von der traurigen Gestalt“, so nennt Sancho Pansa seinen Herrn Don Quijote (1605), dem Titelhelden des Romans von Miguel de Cervantes Saaverdra.
treiben Sein Unwesen treiben Seit dem 17. Jahrhundert galt das „Unwesen“ als ein schlimmes, böses Wesen, das, mit dem Teufel verwandt, vom Volk für Unglücke und Krankheiten verantwortlich gemacht wurde. Der Ausdruck wurde jedoch schnell abstrahiert und umschreibt heute allgemein ein wildes, zweifelhaftes Tun.
treten Ins Fettnäpfchen treten Die Heimat des Fettnäpfchens ist das Erzgebirge. Zwischen Tür und Ofen stand ein Töpfchen voll Fett zum Schmieren der nassen Stiefel. Trat jemand das Töpfchen aus Versehen um, konnte die Frau des Hauses sehr böse werden.
Trockene Seine Schäfchen ins Trockene bringen Diese Wendung, die seit dem Ende des 16. Jahrhunderts bekannt ist, meint: seinen Vorteil sichern. Sie geht wahrscheinlich zurück auf die hohe Anfälligkeit der jungen Lämmer für Krankheiten, da diese noch kein Wollkleid besitzen. Um den vorzubeugen, sollte die Herde immer auf trockenen Wiesen weiden bzw. vor Regen geschützt werden.
Türmen Türmen Auf mittelalterlichen Burgen war der Turm der sicherste Ort und oft mit einer aushängbaren Brücke oder Zugbrücke mit dem Haupthaus verbunden. Wenn Burgtor, Mauern und der Innenhof vom Feind erobert war, flüchteten sich die Bewohner in den Turm, sie türmten.
Tuten Von Tuten und Blasen keine Ahnung haben Diese Umschreibung des Lärminstruments, das nicht gespielt werden kann, bezieht sich wahrscheinlich auf die Nachtwächter, deren Hauptaufgabe das Tuten und Blasen war. Wer zu dieser einfachen, niederen Tätigkeit nicht eingesetzt werden konnte, der war völlig unnütz.
übel Jemandem übel mitspielen Im Mittelalter unterschied man nicht eindeutig zwischen Spiel und Kampf. Es gab zahlreiche Kampfspiele (Ritterturniere) bei denen man sich schwer verletzen konnte, wenn nicht gar mit dem Leben bezahlen konnte.
über Jemanden über die Klinge springen lassen Die Wendung beschreibt eine mittelalterliche Hinrichtung mit dem Schwert, bei der der abgetrennte Kopf nach dem Hieb tatsächlich „über die Klinge sprang“.
Über Über das Ziel hinausschießen Wie ein Schütze, der ein Ziel verfehlt und dessen Pfeil darüber hinaus schießt, hat auch im übertragenen Sinne jemand „den Bogen überspannt“ (bis er bricht), der sich zu sehr um etwas bemüht.
überschreiten Den Rubicon überschreiten Der Ausdruck wurde sprichwörtlich durch Julius Cäsar, der 49 v. Chr. Mit seinen Truppen den Fluss Rubicon überquerte und damit den Bürgerkrieg entfesselte. Dabei soll er gesagt haben: „Alea jacta est!“ (Der Würfel ist gefallen!).
überspannen Den Bogen überspannen Die Redensart bezeichnet im wörtlichen Sinne die hölzerne Waffe, die bricht, wenn man sie zu weit spannt.
umdrehen Den Spieß umdrehen, mit eigenen Waffen schlagen Eine Redensart aus der Zeit, als es noch keine Feuerwaffen gab und der Spieß oder die Lanze die wichtigsten Waffen waren. Man entriss seinem Feind den Spieß, drehte ihn herum und richtete seine eigene Waffe gegen ihn.
Unbescholten Unbescholten sein, einen guten Ruf haben Mit einem sogenannten „Scheltbrief“, der mit dem jeweiligen Vorwurf öffentlich angeschlagen wurde, drückte man im Mittelalter jemandem gegenüber Abscheu und Verachtung aus.
ungeschoren Jemanden ungeschoren lassen, ungeschoren davon kommen Der Ausdruck bezieht sich wahrscheinlich auf ein mittelalterliches Ritual, bei dem der Bader in der öffentlichen Badestube jedem Gast nach dem Bad das Haar und den Bart scheren musste (was bei nachlässigen Badern oft genug misslang). Aber auch der Zusammenhang mit der Schafschur ist möglich.
unten Sich die Radieschen von unten anschauen Im 16. Jahrhundert kam das Radieschen als Gemüsepflanze aus Nordfrankreich nach Deutschland. Sein Name ist vom lateinischen „radix“ (Wurzel) abgeleitet. Die Wendung meint, dass jemand gestorben, tot ist. Oft wird sie auch in Verbindung mit einer Drohung gebraucht.
unter Mit jemandem unter einer Decke stecken Nach dem mittelalterlichen Eherecht war die Ehe erst dann rechtskräftig, wenn die jungen Eheleute unter Zeugen ins Bett sprangen und die Decke über sich zogen.
unter Jemanden unter die Haube bringen Die Haube war eine früher übliche Kopfbedeckung der verheirateten Frauen.
unter Licht nicht unter den Scheffel stellen nicht so bescheiden sein. Der umgedrehte Scheffel wurde über das Licht gestellt. Deutsches Hohlmaß, zwischen 30 und 300 Liter. Scheffel war auch ein Ackermaß: Wie viel man mit einem Scheffel besäen kann. Scheffel bedeutet auch Eimer oder Bottich.
unter Etwas unter den Tisch fallen lassen In früheren Zeiten ließ man unverdauliche Speisereste (Knochen, Schalen von Muscheln etc.) für den Hund oder die Katze unter den Tisch fallen. Der Ausdruck hat sich dann im Laufe der Zeit für „unverdauliche Themen“ ausgeweitet, zumal bei einer Besprechung die Themenpapiere „auf dem Tisch“ liegen.
Unwesen Sein Unwesen treiben Seit dem 17. Jahrhundert galt das „Unwesen“ als ein schlimmes, böses Wesen, das, mit dem Teufel verwandt, vom Volk für Unglücke und Krankheiten verantwortlich gemacht wurde. Der Ausdruck wurde jedoch schnell abstrahiert und umschreibt heute allgemein ein wildes, zweifelhaftes Tun.
Vandalen Hausen wie die Vandalen Der Spruch bezieht sich auf den germanischen Volksstamm der Vandalen, der 455 n. Chr. Unter König Geiserich Rom plünderte und brandschatzte. Verständlicherweise waren die römischen Chroniken voll von grausamen und eindringlichen Beschreibungen dieses Überfalls. Französische Romanciers nahmen sich über 1.000 Jahre später dieses Themas an, so dass sich die Wendung „wie die Vandalen“ ebenso wie „Vandalismus“ in der Folge weit verbreiteten.
verdienen Sich die Sporen verdienen Wer im Mittelalter zum Ritter geschlagen wurde, bekam gleichzeitig ein paar Sporen geschenkt, die er sich vorher durch eine mutige Tag, die ihm Anerkennung verschaffte, verdienen musste.
Verflixt Verflixt und zugenäht Diese Hüllformel eines waschechten Fluches entstand in einer Zeit, in der die Kirche zahlreiche Flüche verbot und auf den Index setzte. Das Volk fluchte aber nur allzu gern und entstellte einfach bekannte Fluch-Wörter zu euphemistischen Hülsen. So wurde aus „verflucht“ eben das sehr ähnlich klingende „verflixt“. Das „zugenäht“ bezieht sich auf den Zweck des obigen Scheinfluchs: Dieser entfuhr nämlich zunächst nur Männern, die mit einer Frau (mit der sie nicht verheiratet waren) ein Kind zeugten, und bedeutete: „Hätte ich mir meinen Hosenlatz nur vorher zugenäht!“
verknacken Jemanden verknacken Das Wort „Verknacken“ stammt vom altgermanischen „knicken“, das soviel wie „entmachten“ bedeutet.
verkohlen Jemanden verkohlen Köhler trieben oftmals derbe Scherze mit Besuchern und Verirrten, sie wurden verkohlt.
verloren Da ist Hopfen und Malz verloren Die Redensart beschreibt einen gescheiterten Brauversuch von Bier. Die verdorbene Brühe musste weggeschüttet werden, der Hopfen und das Malz sind verloren.
vernagelt Wie vernagelt sein Das „Vernageln“ bezieht sich auf ein Geschütz, in dessen Zündloch man einen Nagel geschlagen hat, um es für den Feind unbrauchbar zu machen.
verpflichtet Adel verpflichtet Wer adelig ist bzw. zu einer gehobenen Gesellschaftsschicht gehört, fühlt sich zu einer bestimmten Lebensweise bzw. zu einem bestimmten Ehrenkodex verpflichtet.
Viel Viel Feind, viel Ehr Dieser Wahlspruch Georgs von Frundsberg, des Kriegsobersten Maximilians I., bedeutet heute, dass erfolgreiche Menschen immer Neider haben.
Visier Mit offenem Visier kämpfen Bei den mittelalterlichen Turnierkämpfen schützten sich die Kämpfer mit dem heruntergelassenen Visier vor den Schlägen ihrer Gegner. Da sie dabei auch ihr Gesicht verbargen, wusste man häufig nicht, gegen wen man kämpfte und wusste nicht von eventuellen Stärken oder Schwächen. Der heutige militärische Gruß mit Anlegen der Fingerspitzen an die Kopfbedeckung stammt ebenfalls aus dieser Zeit. Früher war es das Anheben des Visiers, um sich dem Gegner zu erkennen zu geben.
voll Jemanden nicht für voll nehmen Die Wendung bezieht sich auf das Münzwesen. Dort wird eine Prägung „nicht für voll genommen“, wenn sie hinsichtlich Metall und Gewicht nicht vollwertig ist.
Vorteil Seinen Vorteil wahren (suchen) Verdiente Krieger durften sich nach der Eroberung einer Stadt oder nach einer Schlacht zunächst einen Extra-Anteil aus der Kriegsbeute sichern, einen sogenannten „Vor-Teil“. Erst danach wurde das Raubgut unter allen Kämpfern verteilt.
Waffen Den Spieß umdrehen, mit eigenen Waffen schlagen Eine Redensart aus der Zeit, als es noch keine Feuerwaffen gab und der Spieß oder die Lanze die wichtigsten Waffen waren. Man entriss seinem Feind den Spieß, drehte ihn herum und richtete seine eigene Waffe gegen ihn.
wahren Seinen Vorteil wahren (suchen) Verdiente Krieger durften sich nach der Eroberung einer Stadt oder nach einer Schlacht zunächst einen Extra-Anteil aus der Kriegsbeute sichern, einen sogenannten „Vor-Teil“. Erst danach wurde das Raubgut unter allen Kämpfern verteilt.
walten Seines Amtes walten Das Wort „Amt“ stammt von der alten Vorsilbe „amb-„, mit der diejenigen benannt wurden, die sich um ihren Herrn bewegten. „Ammann“ oder „Amtmann“ für Bürgermeister stammen daher.
Wände Die Wände haben Ohren Die Wendung bezieht sich auf die berühmten Lauschkanäle, die Katharina von Medici (1519-1589) angeblich im Louvre einbauen ließ, um ihre protestantischen Gegner zu belauschen.
Wasser Jemandem nicht das Wasser reichen können Im Mittelalter reichten die Hausangestellten ihren Herren ein Schüssel mit Wasser, in dem diese sich die Hände waschen konnten. Der Ausdruck besagt, dass jemand noch nicht einmal wert ist, diese Aufgabe zu erfüllen.
Wissen Wissen, wo der Barthel den Most holt Es wird vermutet, dass der Spruch aus der Gaunersprache kommt, in rotwelsch bedeutet „Barsel“ Brecheisen und „Moos“ Geld. Zusammengesetzt also, wie man mit dem Brecheisen Geld holt.
Wolle Mit Jemandem in die Wolle geraten Die „Wolle“ wird in dieser Wendung als Kopfhaar des Menschen verstanden.
Würmer Jemandem die Würmer aus der Nase ziehen In der alten Volksmedizin herrschte der Glaube, zahlreiche Krankheiten würden durch wurmförmige Dämonen verursacht. Aus diesem Grund behaupteten viele Quacksalber, die auf den Jahrmärkten ihre Tinkturen und Mittelchen anpriesen, sie könnten die „Gehirnwürmer“ durch die Nase nach draußen befördern.
wut Berserkerwut Berserker waren wilde Gesellen mit unglaublicher Kampfeswut, die wir aus den norwegisch- isländischen Sagen kennen. Die Bezeichnung setzt sich zusammen aus den altnordischen Wörtern „ber“ (Bär) und „serkr“ (Hemd, Kleid).
zahlen Die Zeche zahlen müssen Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes „Zeche“ war „Gesellschaft, Zunft“ und ist heute noch in der „Zeche“ der Bergmänner erhalten. Als Begriff für den Geldbetrag, den man dem Wirt schuldig ist, ist die „Zeche“ erst seit dem 15. Jahrhundert bekannt.
Zahn Einen Zahn zulegen Der Topf mit Essen hing an einer Kette über dem Feuer an einer Metallleiste mit Zähnen. Wenn der Topf mehr Hitze bekommen sollte, wurde ein Zahn zugelegt, d. h. der Topf wurde in der Metallleiste tiefer gehängt.
Zahn Jemandem auf den Zahn fühlen Um einen kranken Zahn zu erkennen klopften die Zahnärzte früher die Zähne ab. Das schmerverzerrte Gesicht des Patienten verriet dann die schadhafte Stelle. Auch beim Pferdekauf war es - und ist es teilweise heute noch - üblich, den Zustand des Tieres am Gebiss zu überprüfen.
Zeche Die Zeche zahlen müssen Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes „Zeche“ war „Gesellschaft, Zunft“ und ist heute noch in der „Zeche“ der Bergmänner erhalten. Als Begriff für den Geldbetrag, den man dem Wirt schuldig ist, ist die „Zeche“ erst seit dem 15. Jahrhundert bekannt.
Zeichens Seines Zeichens Das „Zeichen“ steht hier für die früher üblichen Zunftzeichen.
Zeugnis Armutszeugnis Wer arm war, durfte nicht heiraten  das vorhandene Eigentum wurde aufgeschrieben, und wenn es zu wenig war, um eine Familie zu ernähren, entstand daraus das Armutszeugnis.
ziehen Jemandem die Würmer aus der Nase ziehen In der alten Volksmedizin herrschte der Glaube, zahlreiche Krankheiten würden durch wurmförmige Dämonen verursacht. Aus diesem Grund behaupteten viele Quacksalber, die auf den Jahrmärkten ihre Tinkturen und Mittelchen anpriesen, sie könnten die „Gehirnwürmer“ durch die Nase nach draußen befördern.
Ziel Über das Ziel hinausschießen Wie ein Schütze, der ein Ziel verfehlt und dessen Pfeil darüber hinaus schießt, hat auch im übertragenen Sinne jemand „den Bogen überspannt“ (bis er bricht), der sich zu sehr um etwas bemüht.
zugenäht Verflixt und zugenäht Diese Hüllformel eines waschechten Fluches entstand in einer Zeit, in der die Kirche zahlreiche Flüche verbot und auf den Index setzte. Das Volk fluchte aber nur allzu gern und entstellte einfach bekannte Fluch-Wörter zu euphemistischen Hülsen. So wurde aus „verflucht“ eben das sehr ähnlich klingende „verflixt“. Das „zugenäht“ bezieht sich auf den Zweck des obigen Scheinfluchs: Dieser entfuhr nämlich zunächst nur Männern, die mit einer Frau (mit der sie nicht verheiratet waren) ein Kind zeugten, und bedeutete: „Hätte ich mir meinen Hosenlatz nur vorher zugenäht!“
zulegen Einen Zahn zulegen Der Topf mit Essen hing an einer Kette über dem Feuer an einer Metallleiste mit Zähnen. Wenn der Topf mehr Hitze bekommen sollte, wurde ein Zahn zugelegt, d. h. der Topf wurde in der Metallleiste tiefer gehängt.
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