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Pfarrchronik Lohra

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Pfarr-Chronik von Lohra

Vermutlich erstellt von Christoph Friedrich Karl Wilhelm Bücking

Transcripiert von Dr. Gerhard List

Inhaltsverzeichnis

Pfarrer in Lohra

1519 – 1574

Zur Zeit der Einführung der Reformation bekleidete Mag. Henricus Orth das Pfarramt daselbst bereits seit etwa 1519. Orth trat zur Reformation über u. heirathete ein aus Ronhausen gebürtiges Dienstmädchen. Ein Henricus Ort von Marburg 1512 zu Erfurt immatric., 1514 Baccalaureus, 1517 Magister (Krause). 1428 war Johann Auenbecker Pfarrer in Lare; der scheint in Marburg gewohnt zu haben, wo er 1428 eine „Hobstadt in Marburg in Erbleihe erhielt u. einige Jahre später als „myde perner“ zu Wehrda erscheint (Stadt.A...)“. Der kirchl. u. sittl. Zustand in Lohr muß damals 1 höchst trauriger gewesen sein: In der Kirche ward eingebrochen u. „das Sammtmeßgewand“ sowie das Geld aus dem Kasten gestohlen. Der dortige Schultheiß Johann Synolt genannt Schütz, dem der Pfarrer jedoch selbst Trunksucht u. Völlerei vorwarf, beschuldigte letzteren in 1 Bericht „daß im ganzen Amt Lare nicht mehr Unzucht u. Untugend geübt worden denn in sein des Pastors Hau(s). Bei dem Ausbruch der Pest (Schweißkrankheit) zu Lohr flüchtete seine Frau mit Kindern, Mägd(en) u. Vieh zu ihrer Schwester nach Ronhausen. Orth wartete jedoch seines Amtes u. blieb. Am 6. Nov. 1558 unterzeichnete er eine Eingabe oberhess. Geistlicher an den Landgrafen, worin eine Fortsetzung der empfangenen Gen.-Kichenvisitatio(n), welche durch den Tod des Superintend. Kraft unterbrochen war, sowie um „certa forma eclesiarum“ (Agende) gebeten ward. – Orth starb 1574, etliche 80 Jahre alt, zur Zeit der Pest, an der auch sein Caplan starb. Ein Sohn von ihm Decius Orth war Opfermann in Lohr. Christoph Orthius Larensis, der 1546 zu Marburg immat. worden, war warscheinlich auch 1 Sohn von ihm. Nach einer protokoll. gegebenen Aussage, die Dec. Orth 1612 als 80 jähriger Mann abgab, hatte sein Vater an 55 Jahre als Pfarrer daselbst gestanden.

1574 – 1580

Mag. Conrad Andreae aus Alsfeld ward am 2. Dezbr 1574, auf Empfehlung der theol. Fak. zu Marburg, vom Landgrafen Ludwig daselbst als Pfarrer von Lohr bestätigt, da der zeitige Caplan für diese Stelle nicht qualificiert erschien. Am 5. Dezbr wurde der Superintend. Tholck vom Statthalter – Kanzler schon moniert Conrad Andreae sofort zu introducieren, da in der Nacht vom 4. auf 5. Dezbr auch der Caplan verschieden u. noch viele Leute daselbst krank liegen sollten „ damit sie in diesem Ihrem Elendt mit neuem Sehlsorger, der sie aus Gottes Wort trösten u. Ihnen die Sacramente administrieren möge, wie darumb ersehen würde“. Der Langraf (!) hoffe „daß man mit der Zeit auch einen theologum aus ihm ziehen möge“. – Andreae war der Sohn eines Alsfelder Handwerkers Johann Andr. u. hatte auf der Universität Wittenberg studiert u. daselbst am 9. März 1574 die Magisterwürde erlangt. Am 4. Juli 1580 wohnte er der zu Marburg gehaltenen Hess. Gen. Synode bei (Hepp (?) II, 87) u. ward noch in demselben Jahr als Archidiakon u. Prof. der Theologie dahin berufen. Jedoch noch nicht 2 Jahre verwaltete Andr. beide Aemter zu Marburg, da er 1582 einen Ruf als Superintendent nach Octerrbeim (!) (= Odernheim) in der Unterpfalz annahm (Strieder 1, 44).

1580 – 1590

Mag. Justus Camerarius von Hallenberg, bereits seit 1575 Rector zu Frankenberg ward Andr. Nachfolger in Lohr. Als solcher schloß er am 2. März 1583 mit dem Caplan u. Schulmeister Balthasar Lihn daselbst einen Vertrag wegen des an Michelbach abzugebenden Einkommens. Curth Schreiner von Lohr war Wiedertäufer, hatte Weib u. Kinder verlassen u. sich zu seinen Gesinnungsgenossen in „Mehrlaidt“ (?) (Mähren) begeben. Bei seiner Rückkehr von da im Jahr 1583 ward er nach Marburg citirt u. vermahnt von seinen Irrtümern zu lassen. Schreiner erklärte „daß er durch das ärgerliche Leben, so dieses Orts gefürt werde, vornemlich bewogen worden sich von Heimen (?) abzuwenden; als er vor 4 Tagen wieder heim kummen, sei ihm ein Tuch mit Brot gestohlen worden“. Die Räte u. Kanzlei zu Marburg erließen hierauf am 5. Juni ein Schreiben an den Schultheiß zu Lohr, den Mann zu schützen, da leider zu viel wahr vom ärgerlichen Leben daselbst – und Geduld mit ihm zu haben. Am 8. Febr 1586 ward Camerarius nach dem Aussterben der Vögte zu Fronh. vom neuen Kirchenpatron, Grafen Ernst dem Aelteren zu Solms aufs neue mit der Pfarrei beliehen. 1590 erhielt er die Pfarrei Butzbach u. zeigte solches am 12. Febr dem Grafen v. Solms an, indem er zugleich Mag. Johannes Syboth zu seinem Nachfolger empfahl.

1590 – 1606

Mag. Johannes Syboth von Battenberg, bis da seit 1585 Collaborator an der Kirche zu Battenfeld, erhielt am 17. Dezbr 1590 die hiesige Pfarrei u. stellte darüber zu Hohensolms den gewöhnlichen Revers aus. Als Landgraf Moritz die reformierten Verbesserungspunkte einführte, hielt Syb. am luth. Bekenntnis fest u. ward deshalb seines Amtes entsetzt, worüber der reformierte Superintendent Valentin Schoner dem Grafen Philipp zu Solms am 12. April 1606 Anzeige machte u. zur Präsentation eines anderen Pfarrers aufforderte. Syboth kam durch den Grafen, dessen Haus sich damals noch zum luth. Bekestnis (!) bekannte, als Pfarrer nach Hohensolms. Später mußte er auch dort vor dem eindringenden Calvinismus weichen, da im Jahr 1623 die gräfl. Familie selbst vom luth. Bekentnis ab u. zum reform. überging. Syboth zog an den Rhein u. war 1624 schon gestorben. Ein Verwandter dieses Syboth war weiland Geistlicher in Leipzig, den Euricius Carolus in seiner Eclog 10 pag 63 anno 1513 besingt: Est tibi Hassiaco „Batti de monte“ professus, qui plenum locuples custodit ovile Sibotus et cortum (?) propriis includit cratibus haedos“.

1606 – 1624

Mag. Johannes Dauber von Marburg, bis da seit 14 Jahren Lehrer am dortigen Pädagogium, ward am 19. April 1606 auf geschehene Bewerbung als Pfarrer von Lohr bestellt u. führte den reformirten Cultus selbst ein. Dauber war ein Sohn des Bürgermeisters v. Marburg u. Bruder des pädag. Magisters Heinrich Dauber zu Herborn, dessen Sohn Johann Heinrich 1656 vom Kaiser Ferdinand iii in den Adelstand erhoben wurde (Strieder II , 506). Pfarrer Johs Dauber war zu Marburg 1577 immatr. worden, Heinrich D. hatte 1565 sein Studium daselbst begonnen u. dann nach 1575 zu Heidelberg studiert (cf. album academ.). – Da der Caplan Balthasar Lihn gleichfalls wie Pfr Syboth wegen Nichtannahme der reform. Verbesserungspunkte seines Amts entsetzt wurde, während Dauber schon in Lohr war, suchte letztrer dessen Pfründe einzuziehen u. an sich zu reißen. Indessen trat diesem Vorhaben der Graf Philipp v. Solms energisch entgegen u. citirte Dauber zur Verantwortung auf 28. Febr 1607 nach Hohensolms, wo er sich aufs neue verpflichten mußte, seinem früheren Reverse rascher (?) nachzukommen. Als 1624 der luth. Cultus hier wieder eingeführt werden sollte, ward Dauber im Mai entlassen; er zog hierauf nach Marburg u. heirathete 1 Nov. 1624 Elisabeth, Jacob Brauers Wittwe. 1626 erhielt er das reform. Metropolitanat zu Witzenhausen, nachdem er zuvor 1 Zeit lang den Diakonat daselbst bekleidet hatte u. starb am 12. Juli 1632 zu Cassel, wo er zufällig anwesend war; ein Sohn von ihm Johannes Daniel war Pfarrer zu Densberg. –

1624 – 1636

Mag. Johannes Renker, bis da Informator des Grafen Otto Sebastian v. Solms, erhielt (au)f dessen Fürsprache bei (des)sen Pflegevater, d(em) Grafen Philipp d(em) Aelteren, 1624 die Stelle. Bei der 1628 zu Lohr gehaltenen Kirchvisitation klagte Rk, daß die Leute den 10ten sehr veruntreuten, indem sie x (?) sein (?) Wissen halbe Acker abschnitten, die Gebinde ungleich machten u. bei Nacht einführten! Ende 1636 wurde er zum Superintendenten in Rheinfels bestellt.

1636 - 1666

Mag. Jonas Gebhard, von Grünberg, Subdiakonus in Marburg, ward auf befehl des Langraf (!) Georg von Hess.-Darmstadt im Juni 1636 durch den Superintenden (!) Georg Kertinius in Lohr eingeführt, da der vom Patron auf Renker‘s Empfehlung präsentierte Pfarrer von Wittelsberg Conrad Fischer nicht acceptiert wurde. Die Proteste des Grafen unterm 11. u. 18. Juni blieben erfolglos, zumal 1637 das ganze Solm’sche Land von dem kaiserlich gesinnten Landgrafen Georg besetzt wurde und das 1623 zur reform. Kirche übergetretene Haus Solms zur gegnerischen Kriegspartei gehörte. Als Neujahrstag 1640 die Schweden einrückten, flohen die Leute von Lohr nach Marburg u. blieben 3 Monate daselbst (Auf dem Rand: 1640 konnte keine Copulation vollzogen wegen Kriegsunruhen), während welcher Zeit viele von ihnen starben u. daselbst begraben wurden. Als 1648 das luth. Oberhessen von Hessen-Cassel occupiert wurde, verweigerte Gebhard der Langgräfin (!) Amalie Elisabeth anfänglich den Huldigungseid u. ward daher bis dies geschehen, suspendiert. Graf Philipp Reinhard v. Solms richtete nun auch an Gebhard die Aufforderung sich binnen 8 Tagen in Hohensolms zu stellen u. die Pfarrei Lohr als Solms’ssches Lehen zu empfangen u. den „herkömmlichen Atz“ zu leisten. Gebh. schwankte längre Zeit, ob er sein Amt aufgeben oder den verlangten Revers unterschreiben sollte. Erst am 4. März 1649 bequemte er sich dazu, indem er sich zu Hohensolms dahin retro<v>ersirte, daß obwohl er zu Kriegszeiten ohne Begrüßung der rechtmäßigen Patrone in Lohr eingefürt (!) sei „er sich gleichsam de novo präsentiert bekenne“, u. sandte unterm 12. April seinen Revers schriftlich ein, nachdem der Graf schriftlich versprochen: „Auch das vorzunehmen, was der Hess. Kirchordnung oder Gebhard’s früherer Vocation zu wider sei“. Er starb 8. October 1666; 1 Tochter von ihm hatte 1662 den Reiter Johann Wilhelmi zu Echzell gefreit. Seine Wittwe Anna Margarete zeigte den Tod „ihres geliebten Ehevogts“ dem Grafen von Solms an u. bat die Stelle dem Sohn des Pfarrers zu Kirchvers: Johann Philipp Ohelius geben zu wollen, den schon ihr Mann sich habe adjungieren wollen. –

1667 – 1669

(Lonizerus)

Johannes Lentzer, ein Sohn Gerlach Lentzers von Rengertehausen, war 1646 zu Marburg confirmirt u. später Rector der Stadtschule daselbst geworden. Derselbe hatte im October 1666 die Präsentation für Lohr vom Grafen Johann Heinrich Christian von Hohensolms erhalten, während der Graf v. Solms Rödelheim als Vormund des Grafen von Lich den Sohn des Pfarrers von Ebsdorf Heinrich Fabricius, vorschlug. In Folge eines Vergleichs, nach welchem derjenige von beiden die Stelle haben sollte, der das beste Examen machte, ward Lentzer im Mai 1667 zum Pfarrer von Lohra bestellt. Allein nun führte der Pfarrer Chelius von Kirchvers Beschwerde darüber, daß er bereits am 11. October 1666 gegen Erlegung von 50 rt. die Zusage für seinen Sohn vom Grafen Joh. H. Chr. von Hohensolms, der grade an den Kaiserl. Hof nach Wien reisen wollte u. wie es scheint Geld nöthig hatte, erhalten, dasselbe aber nicht wieder bekommen könne. Lentzer sei seinem Sohn nur deshalb vorgezogen worden, weil er mehr nemlich 70 rt. gezahlt habe. Lentzer darüber vernommen, gab zu, „daß er, wenn auch nicht 70, doch 50 rt. als Beneficium, nicht aber für die Stelle gegeben habe, was alle Vorgänger wie bekannt, auch gethan“. Da Solms’scher seits der Empfang des Geldes nicht in Abrede gestellt werden konnte, werde von der landgräfl. Regierung verfügt, daß das Geld an die Kanzlei in Marburg zurückgezahlt werde, widrigenfalls Lentzer nicht als Pfarrer zuzulassen sei. Allein bei der Weigerung des Grafen Joh. Heinrich Christian waren alle Bemühungen des Pfarrers Chelius, auch bei dem Bruder desselben Namens Ludwig, vergeblich. Am 19. April 1669 kehrte dieser Graf Ludwig v. Hohensolms mit nach 5 anderen bei Pfarrer Lentzer in Lohra ein und blieb ohne irgend einen Grund 22 Tage dort. Da dies bereits von Ludwigs Bruder, Grafen Joh. Heinrich, geschehen war, vermuteten die Räte zu Marburg man wolle damit Solms’scher Seits „ein Atzungsmahl“ begründen u. erhoben dagegen entschieden Einspruch. Nach langen Verhandlungen ward Lentzer 28. Aug. 1669 von seinem Amt removirt. Er begab sich dann nach Marburg u. miehtete eine Privatschule, die solchen Zulauf hatte, daß er damit dem Pädagogium Abbruch that. 1673 erhielt er wieder eine Anstellung als Pfarrer von Weitershausen.

1669 – 1679

Johann Philipp Chelius von Kirchvers, Sohn des Pfarrers daselbst, erhielt 21. 8. 1669 die Präsentation für Lohra wol hauptsächlich wegen der 50 rt. Eine weiter ihm abgeforderte Vergütung für die Präsentation lehnte Chelius in 1 Schreiben an den Keller zu Hohensolms ab u. bat die in der Stille gegebnen 6 rt. Canzleigebühren nicht öffentlich werden zu lassen, da die Landgräfin Hedwig doch hier (?) alle Simonie streng verboten habe. Chelius war 2mal verheirathet, zuerst seit 17. April 1670 mit Dorothee Elisabeth Kolbe, Tochter des weiland Idstein’schen Kanzleidirectors Johann Gottfried Kolbe, welche am 20. Juni 1672 im 19. Lebensjahr starb, dann mit Sabina Catharina, Tochter des Syndicus Dr. Johann Seip zu Wetzlar. Er starb am 15. Dezember 1679 im 32. Lebensjahr (Strieder X, 184).

1680 – 1698

Mag. Heinrich Orth von Hessenstein, ward 6. März 1680 in Lohra präsentirt, nachdem der zuvor präsentirte Lehrer am Pädagogium in Gießen Johann Philipp Seipp zu Lich als zu jung zum Metropoliten und als Ausländer vom Landgraf Carl verworfen worden. Orth war zu Hessenstein als Sohn des Rentmeisters Heinrich Orth 8. März 1650 geboren. Nachdem er die Schulen zu Wetter u. Corbach besucht, hatte er zu Marburg, Gießen u. Jena studirt u. zu Jena die Magisterwürde erworben. Seit 1678 war er Conrector am Gymnasium zu Corbach. Am 7. Juli 1680 heirathete er die Wittwe seines Vorgängers in Lohra. Unter seiner Amtsverwaltung ist die noch jetzt vorhandene interessante Orgel in dasiger Kirche 1691 erbaut worden, wobei Orth einen Bericht über den Gebrauch der Orgeln herausgab „Kurzer Bericht vom christl. Gebrauch der Orgeln zum Lobe Gottes welcher, als 1 neue Orgel in der Kirch zu Lohr aufgerüstet, den 10. Dezeb (!) 1691 verfertigt“. (Marburg 1696). 1695 ward die äußere Kirche renoviert, weshalb Orth am 30. Novbr 1695 eine Kirchweihpredigt hielt, welche ebenfalls im Druck erschien. „Schuldigster Dank dem Höchsten Gott, Stifter u. Erhalter seiner Kirche, als die gar sehr verwüstete Kirch zu Lohr 1695 ausgebeßert“.

Johs. Tilemann zu Seelbach hatte 1685 Zaubereikünste mit dem Siebdreher getrieben u. sollte darüber Kirchenbuße thun, die er verweigerte. Pfr. Orth ward 26. Juni benachrichtigt, daß Tilemann durch Execution des Schultheißen zu Lohra dazu angehalten werden solle. Außerdem wurde derselbe vom peinlichen Gericht zu Marburg mit 40 fl. bestraft, wovon Landgraf Carl ihm auf sein Suppliciren am 9. Mai 1687 10 Gulden erließ. 1698 wurde Orth zum Superintendenten in Marburg gewählt u. als Eclesiast dahin berufen.

1698 – 1726

Johann Ludwig Fenner, ein Sohn u. bis dahin Gehilfe des + Superintendenten u. Eclesiasten Johannes Fenner zu Marburg erhielt auf Empfehlung seines Bruders, des Obrpfarrers (!) Heinrich Joh. (?) Fenner zu Marburg am 26. Mai vom Grafen Ludwig v. Hohensolms u. am 31. Mai 1698 vom Grafen Hermann Adolf Moritz zu Lich die Präsentation u. ward bestätigt. Im selben Jahr heirathete er die Tochter des Dr. jur. utr. Anton Blankenheim zu Marburg, Helene Marie. Metrop. Fenner starb 3. Octobr 1726 im 55. Lebensjahr.

1726 – 1735

Georg Simon Giller, bis da Pfr. zu Hermannstein, war auf erfolgte Präsent. als Pfr. zu Lohr bestätigt, nachdem er ohne Vorwissen des Patrons auf das Metropolitanat zu Marburg verzichtet hatte. Seine Einführung erfolgte 22. Dezbr (4. Adv) in Gegenwart des Rates Alberti von Hohensolms durch Pfarrer Stück von Wittelsberg, der sich als Metropolitan der Classe nach vollzogener Einführung präsentirte, ohne daß die Demonstration des Rates Alberti etwas daran ändern konnte. Giller starb 22. Juli 1735 im 52. Lebensjahr. Tags darauf notificirte seine Wittwe den Tod ihres Mannes dem Grafen mit der Bitte bei Besetzung der Stelle auf 1 solches sub jactura zu reflectiren, das ihre Tochter heirathen müsse. Ein Sohn desselben Joh. Dietrich Giller heirathete 1763 als „Perückenmacher“ zu Marburg.

1735 – 1761

Mag. Heinrich Breidenbach von Marburg, Sohn des Super. u. Ecclesiasten Joh. Nicolaus Breidenbach, erhielt 19. October 1735 die Präsentation u. ward 20. Novb durch seinen Vater in Lohr vorgestellt, da der für diese Stelle präsentirte Pfarrer Adam Fridrich Hermann zu Teldenheim in der Grafschaft Eppstein am 11. Oct. 1735 vor seiner Installation gestorben war. Breidenbach starb am 3. Juli 1761, im 63. Lebensjahr, nachdem ihm ½ Jahr vorher das Metropolitanat der Classe übertragen worden (Strieder 2, 29); cand. Breidenbach, ein Sohn desselben , ward Aschermittwoch 1768 als Rector der Stadtschule zu Marburg angestellt.

1761 – 1816

Mag. Johann Heinrich Schwaner, bis da Pfr. zu Viermünden (Auf dem Rand: „1 gewissenhafter u. kenntnisreicher Mann“), erhielt auf Empfehlung des Superint. Seip u. Vizekanzlers Estor zu Marburg 16. Juli 1761 die Präsentation u. ward 7. Febr. 1762 eingeführt. 1795 ward ihm das Metropolitanat der Klasse übertragen. Seinen Sohn Johann Martin nahm er 1799 zum Adjuncten. Schwaner starb am 9. Oct. 1816 in seinem 87. Lebensjahr (Auf dem Rand: als der Erste außerhalb der Kirche begraben) u. hinterließ 2 Söhne, deren einer Jura studirt, aber kein Examen gemacht hatte, u. 1 Tochter, welche sämtlich ledig blieben.

1817 – 1840

Johann Martin Schwaner, Sohn u. Adjunct seines Vorgängers, bis da Caplan, ward auf geschehene Präsentation u. erfolgte Bestätigung 17. August 1817 in Gegenwart des Hofrats Usener von Hohensolms eingeführt (Auf dem Rand: „unter ihm verwilderte das Kirchspiel sehr“). Das Metropolitanat erhielt Mag. Usener in Oberweimar. Schwaner starb 7. Juni 1840 unverheirathet zu Marburg. Noch vor seinem Tod traten 4 Bewerber um seine Stelle beim Fürsten zu Lich auf.

1840 – 1861

Carl Uhrhan, von Kirchvers, Sohn des Metropol. Carl Christian Wilhelm Uhrhan, bis da (Auf dem Rand: 2 Jahre lang 38 – 40) Adjunct des + Pfr. Schwaner, wurde, nachdem er am 10. Juli 1840 auf Wunsch der Kirchenältesten u. Bürgermeister des Kirchspiels die Präsentation erhalten, am 17. p Tr. 11. Octobr eingeführt. Er hatte 4. August 1835 das theol. Examen in Marburg bestanden. Der alte Kaplaneihof brannte 1844 zum Teil nieder. Unter seiner Amtsverwaltung fand die Ablösung des Frucht-, Heu-, Gemüse- u. Blutzehntens zum großen Nachtheil der Pfarrei statt. Desgleichen tauchten seit Mitte der 50er Jahre sectirerische Erscheinungen methodischer Art in mehreren Orten auf, in Folge dessen Excommunicationen u. Austritte aus der Kirche erfolgten. Uhrhan war 2mal verheirathet: 1) mit

1861 – 1873

Jacob Christian Ludwig Werner, aus Marburg, Sohn des Seifensieders Georg Carl Werner, geboren da 17. October 1835, besuchte Gymnasium u. Universität daselbst, bestand am 26. Novbr 1856 das theol Examen u. ward 21. Novbr 1860 pro ministerio examinirt nachdem er Informator bei dem Prinzen Ludwig von Solms-Lich gewesen; auf dessen Präsentation erhielt er die hiesige Pfarrstelle, wurde 2. Oct. 1861 bestätigt u. am 24. Novbr 61 (26. p. Tr) hier eingeführt. Im Jahr 1871 wurde er in Folge Denunziation des Bürgermeisters dahier u. des Landrats zu Marburg wegen antipreußischer Gesinnung vom Amt suspendirt, aber auf Verwendung des Fürsten zu Lich wieder restituirt u. trat 1. Adv. 1872 wieder sein Amt an, welches die Pfarrer der Classe unentgeldlich während der Suspension versehen hatten. Am 15. Mai 1873 schied er freiwillig aus seinem Pfarramt dahier, um eine Stelle als Hausgeistlicher des Diakonissenhauses Elisabethstift in Darmstadt anzunehmen. Nachdem er 16 Jahre diese Stellung bekleidet, wurde er im Jahr 1889 nach längeren Verhandlungen zum Kgl. preußischen lutherischen Generalsuperintendenten an die Stelle von Kolbe berufen. Im Jahr 1891 hielt er Generalkirchenvisitationen in den Parochienn (!) der Classe Fronhausen ab, hier 5-7 Juni. Sonntag 7. Juni Dca II p Tr waren 18 Jahre seit Einführung seines Nachfolgers verflossen. – Von Werners 5 Kindern (ein Zwillingspaar starb bald nach der Geburt) ist der älteste Sohn Carl Pfarrer in Johannisberg, der 2te Georg Dr. med., die älteste Tochter an Pfarrer Weimar in Darmstadt verheirathet u. 2 Töchter noch unverheirathet 1893.

Parochie Lohra

Lohra (Lare)x war vor der Reformation Sitz eines Erzpriesters oder Dekans, zu dessen Bezirk außer den noch jetzt zum Kirchspiel gehörenden Ortschaften auch Rodenhausen u. Kirchvers (Verse) gehörten. Die Collatur über die Kirche stand den Vögten zu Fronhausen zu, nach deren Aussterben in den 80r Jahren des 16. saec. dieselbe als 1 heimgefallnes Lehen an die Grafen von Hohensolms zurückfiel. Glieder dieser adligen Familie der Vögte (advocati) standen öfters als Geistliche zu Lohr; so war 1284 Eberwinus de Fronhusen pastor in Lare, in welchem Jahr der Archidiakon zu St. Stephan in Mainz, Henricus de Bolandia auf Klage der Magistra Gertrude zu Aldenburg (?), einer Tochter der hl. Elisabeth (?), ein Mandat an den Dechanten auf der Amöneburg u. den Pfarrer von Gladenbach erließ, da gedachter Eberwin sowie dessen Bruder Guntram, filius Advocati de Fronhusen „quadam elemosyna“ welche weiland Hermann vicarius eclesiae in Lare dem Kloster Aldenburg geschenkt, geraubt hatte (Gudenus II 240). Desgleichen stand Otto, Vogt de Fronhusen 1426 oder 1476 als rector in Lare.

Anm. Lare: von diesem Ort führte die zum Stadtadel gehörige, in Marburg ansäßige, Familie von Lare ihren Namen. – Volpert de Lare, 1 Verwandter des Vogt Ludwig von Fronhausen, hatte einen Hof zu Seelheim gekauft. Als Bürge für die Zahlung des Geldes trat letztrer am 22. Febr. 1274 ein (Hess. Staatsarchiv). Frater Conradus de Lare war 1264 Mönch in Haina. 1366 verbrannte Graf Johann von Nassau im Streit mit Landgraf Hermann II das Dorf Lare, welches dann die Landgrafen befestigt hatten (Schminke Mon. Hass. 488). In Lare waren viele Adlige angesessen: Conrad de Buchenau verkaufte das Halbteil seines Hofs zu Lare 1342 an den Deutschen Orden (Frankf. Copialb. 942).

Capläne in Lohra

1550 – 1574

Balthasar Scheddel von Gießen wurde um 1570 vom 80jährigen Pfarrer Heinrich Orth als Caplan angenommen u. erhielt von demselben 1 Besoldung aus dessen Pfründe. Scheddel wohnte im Dorf zu Miethe u. starb in der Nacht vom 4-5. Dezbr 1574 an der Pest. Sein Schwager Georg Nigrinus, Superintendent in Gießen, verwandte sich für die Wittwe bei dem Superintend. Caspar Tholck indem er vorstellte, „obschon das Jahr nicht gar erfüllet, so ist doch seine (des Schedd.) Arbeit darüber er sein Leben geschlossen, so groß gewesen, daß man sie darum bilich nicht sollte abbrechen“ – 13.12.1574 ?

1574 – 1575

Johannes Mankel aus Allendorf, folgte auf Sch, war jedoch nur ½ Jahr Caplan.

1575 – 1583

Friedrich Orth aus Lohra, Sohn des + Pfarrers Heinrich Orth, ward 1575 von seinem Schwager, dem Pfarrer Conrad Andreae als Caplan angenommen.

1583 – 1607

Balthasar Lihn oder Linn erhielt 2. März 1583 vom Pfarrer Mag. Justus Camerarius das Schulmeisteramt u. die Caplanei zu Lohra. Bei Einführung der reform. Verbesserungspunkte hielt Linn am luth. Bekenntnis fest u. ward 1607 seines Amts entsetzt. An seiner Stelle nahm der reform. Pfarrer Dauber, Johannes Kraft zum Schulmeister an, der im Notfall qualificiert war die Jugend im Lesen u. Schreiben zu unterrichten. Dagegen versuchte er die Caplaneigüter für sich einzuziehenu. hoffte damit vom Kirchenpatron beliehen zu werden, was aber auch geschah. Balthasar Linn erhielt nach seiner Vertreibung eine Anstellung als lutherischer Pfarrer zu Neukirchen auf dem Westerwald u. starb daselbst an der Pest vor 1624.

1607 – 1609

N.N.Trappius, ein Reformirter, Schwestersohn des zeitigen Pfarrers, ward 1607 Caplan, (Balthasar Trapp aus Gießen war 18/5 1576 zu Marburg immatriculirt) da der Graf die Einziehung der Caplaneigüter seitens Pfr. Dauber nicht duldete. Trapp erhielt 1609 durch Präsentation vom Grafen zu Solms die Pfarrei Crumbach und „obiit Heidelbergo“.

1607 – 1612

Johannes Landvogt, montae (= monetae) montanus (Münzenberg), bis da Schuldiener in Königsberg, erhielt auf seine Bewerbung 1609 die Caplanei u. bekleidete das Amt bis 1612, in welchem Jahr er als Pfarrer nach Josbach kam. (NB: 1 Johannes Landvogt Münzenbergensis ward 19 April 1556 als Student in Marburg immatriculiert).

1612 – 1613

Mag. Jacob Crusius ward „in Ansehung seines Weibes und seiner Kinder, sowie daß er hin u. wieder der Religion halber gelitten“ am 6. Febr 1612 als Caplan bestätigt. Nachdem Crusius seit 1605–1611 in Dodenau als Pfarrer gestanden, mußte er am 19. October 1611 vor dem Consistorium zu Marburg 1 Verhör bestehen, da er dasselbe mit Afterreden in Calumnien bei andren beklagt haben sollte. Infolge dessen sollte Crusius transcoriert (?) werden, allein er resignierte auf sein Amt u. bekam erst 1613 wieder eine Anstellung als Pfarrer in Masbach in der Wetterau. Crusius scheint beim Consis. in hohem Grad mißliebig gewesen zu sein. Als er am 21. Novbr 1612 beim Consist. um seinen Abschied bitten wollte „ward ihm hinaus gesagt, Er möge hin ziehen“. Graf Philipp zu Solms mahnte 1613 den Pfarrer Dauber zu Lohra „den Pfr. Jacob Crusius nicht zu sehr zu drängen, da er doch nicht Ursache habe so sehr auf das zeitliche Gut zu sehen“. (Not: die Zahlen stimmen nicht)

1613 – 1624

Johannes Homberger, ein Reformierter, folgte 1613 auf Crusius u. wurde 1624 bei Wiederherstellung des luth. Cultus entlassen.

1625 – 1656

Heinrich Fenner, vorher zu Heidelbach, unterzeichnete 24. Octobr 1625 den Revers als luth. Caplan zu Lohra; er war der Vater des Pfarrers zu Niederwalgern u. späteren Superintendenten Johannes Fenner. Bei der am 15. Sugust 1628 gehaltenen Kirchenvisitation ward ihm ernstlich eingebunden u. befohlen, daß er künftiger hin fleißig sei u. die Jugend nicht versäume. +1656. Seine Ehefrau Catharine war Tochter des Pfarrers Conrad Swend zu Oberbreitenbach.

1656 – 1670

Johannes Barthel aus Marburg, der Sohn eines Steindeckers im Deutschen Haus, bis da stud. theol. ward am 1. März 1656 vom Superintendenten zum Caplan präsentirt u. erhielt die Bestätigung, nachdem er sich bereits am 20. Octobr 1653 in Marburg verehelicht hatte. Er starb 1670 u. ward 24. Febr. begraben, alt: 42 J. 7 M. 12 T.

1670 – 1689

Johann Conrad Huttenius von Frankenau, ein Sohn des dasigen Pfarrers Conrad Huttenius, erhielt am 25. Mai 1670 die Caplanei und kam 1689 als Pfarrer nach Herzhausen. „erscheint sehr leidenschaftlich, bs. Streit mit Pfr. v. N Walgern“ (Acten).

1689 – 1695

Johann Nicolaus Roth von Erda, wurde 1. Sept. 1689 zum Diakonus in Lohra ordiniert. 1695 erhielt er die Pfarrei Altenkirchen und kam 1705 nach Erda, wo er 1664 geboren war u. 6. Dezbr 1742 starb. Roth ward, als er in Altenkirchen stand, von seinem Schwiegersohn, dem Goldarbeiter Kissel zu Wetzlar, der Falschmünzerei angeklagt, in Folge dessen er sehr lange auf der jetzt zerstörten Burg Philippseck bei Butzbach sitzen mußte. Nachdem indessen die Sache für Roth einen günstigen Ausgang genommen hatte, erschienen 1734 alle Glieder des gräflichen Hauses Hohensolms als Pathen bei seinem jüngsten Kind. Er war 2mal verheirathet: 2) mit der Tochter des Pfarrers Blöcher zu Crumbach u. 1) mit der Tochter des Pfrs C.E. Geist zu Erda, mit denen er 19 Kinder erzeugte.

1695 – 1713

Johann Ludwig Löhr von Altenkirchen, ein Sohn des früheren Jesuiten u. spätren Pfarrers in Altenkirchen Johannes Löhr, ordinirt 1656 u. 1667 noch Pfarrer daselbst, aus Wetzlar; bis da Schulmeister zu Königsberg, ward am 30. Januar 1695 zum Caplan bestellt u. bekleidete dies Amt bis 1713.

1714 – 1730

Johann Daniel Schnabel war von 1714 bis 1730 Caplan zu Lohra.

1730 -1765

Johann Heinrich Löhr ward Dom. Palm. 1730 als Caplan vorgestellt u. starb 16. März 1765.

1766 – 1811

Christian Ludwig Münch, bis da Rector u. Gehilfe des Metrop. Udam in Rauschenberg, erhielt 1766 Da Rogate (4. Mai) die Caplanstelle. Münch war ein Sohn des weiland Oberpfarrers Johann Georg Münch in Marburg, lebte mit seinem Bruder Johann Christoph u. 2 ledigen Schwestern zusammen, erstrer 1 Cand. theol. von 60 Jahren. Er starb 10. Februar 1811 im Alter von 77 Jahren u. 6 Mt., nachdem ihm sein Bruder 12. Septb 1807 u. seine Schwester Christine Friederike am 26. Novbr vorangegangen. Metropol Schwaner rühmt ihm im Kirchenbuch nach: Er war ein sehr friedsamer u. wolverdienter Schulmann. Nach Münchs Tod wurde die Caplanstelle nicht wieder besetzt, sondern deren Einkommen zur Verbesserung der Schulstelle verwandt.

1873 - 1920

Friedrich Christoph Carl Wilhelm Bücking, geboren zu Michelbach 25. August 1846 als Sohn des Pfarrers Franz Bücking, kam nach dem Tod seiner Eltern zu Lehrer Jacob Bock in Stadt Wetter in Pension, wo er die Schule besuchte und Privatstunden von Rector Pfarrer Koch (später in Schönstadt) erhielt, 1859 bis 1866 besuchte er das Gymnasium zu Marburg und von da an die Universität daselbst. Nach Vollendung des theol. Studiums (nach 5 Semester durfte er Prof. Vilmar hören) bestand er am 1. Juni 1870 das Fakultätsexamen. Nachdem er von da ab Hauslehrer bei den Kindern des Freiherrn von Rotenhan auf Neuenhof bei Eisenach gewesen, wurde er bei dem Mangel an Cand. der Theologie zum Examen pro ministerio eingerufen, welches er am 2. Mai 1871 bestand, und als Pfarrgehilfe des Oberpfarrers Gottfried Kuemmell in Stadt Wetter berufen (Auf dem Rand: I. Juni 1871 ordiniert). Nach dem Tod des Oberpfarrers wurde er anfangs mit der Versehung der Oberpfarrstelle beauftragt, aber nach 8 Tagen schon als Vicar des fast erblindeten Dekan Trenk (Frenk ?) in Obernburg in der Herrschaft Itter vom Consistorium bestellt im November 1872. Im April 1873 bewarb er sich auf Veranlassung seines Confirmators u. väterlichen Freundes Pfarrers Wilh. Kolbe zu Marburg um die durch Werners Abgang zur Erledigung kommende Pfarrstelle dahier bei dem Fürsten zu Lich. Am 15. Juni hielt er seine Abschiedspredigt in Obernburgu. am folgenden Sonntag Da II p.Tr. 22. Juni schon wurde er nach erfolgter Bestätigung der Präsentation vom Superintendenten Kuemmell von Marburg unter Assistenz seines Vorgängers Werner in hiesiger Kirche vorgestellt. Am 3. September 1873 heirathete er Anna Catherina Henriette, älteste Tochter des +Bäckermeisters Georg Heuser von Wetter. Am 1. April 1878 starb diese seine Ehefrau plötzlich am Herzschlag und hinterließ 2 Söhne: Friedrich geboren 10. Juli 1875 u. Carl geboren 22. October 1876. Am 17. November 1880 trat er zum 2. Mal in den Ehestand mit Anna Wissemann, geboren 22. October 1858, Tochter des Pfarrers Wilhelm Wissemann zu Malsfeld et ux. Therese geb. von Kietzell. Aus dieser Ehe sind folgende Kinder hervorgegangen: 1) Elisabeth geboren 14. Mai 1882. 2) Wilhelm geboren 14. Febr. 1884. 3) Otto geboren 24. Juni 1886. 4) Theodor geboren 19. Dezembr 1887. 5) Anna Mathilde Magdalena geboren 2. Februar 1890. 6) Franz Ludwig Bernhard geboren 18. April 1894. 7) Paul August Gottlieb geboren 30. Juli 1897.

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