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Orth

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Familienname Orth


Inhaltsverzeichnis

Lohra

Heinrich Orth I

aus Marburg. Studium zu Erfurt. War zuerst kath. Priester, dann lutherischer Pfarrer. Gestorben 80 Jahre alt 1574 zu Lohra. Verheiratet 1564 mit Elisabeth, Witwe des Johann Sinolt gen. Schütz, hess. Schultheiß in Lohra. Evang. luth. Pfarrer in Lohra 1519-1574. 1)

1519 – 1574 Zur Zeit der Einführung der Reformation bekleidete Mag. Henricus Orth das Pfarramt daselbst bereits seit etwa 1519. Orth trat zur Reformation über u. heirathete ein aus Ronhausen gebürtiges Dienstmädchen. Ein Henricus Ort von Marburg 1512 zu Erfurt immatric., 1514 Baccalaureus, 1517 Magister (Krause). 1428 war Johann Auenbecker Pfarrer in Lare; der scheint in Marburg gewohnt zu haben, wo er 1428 eine „Hobstadt in Marburg in Erbleihe erhielt u. einige Jahre später als „myde perner“ zu Wehrda erscheint (Stadt.A(...)“. Der kirchl. u. sittl. Zustand in Lohr muß damals 1 höchst trauriger gewesen sein: In der Kirche ward eingebrochen u. „das Sammtmeßgewand“ sowie das Geld aus dem Kasten gestohlen. Der dortige Schultheiß Johann Synolt genannt Schütz, dem der Pfarrer jedoch selbst Trunksucht u. Völlerei vorwarf, beschuldigte letzteren in 1 Bericht „daß im ganzen Amt Lare nicht mehr Unzucht u. Untugend geübt worden denn in sein des Pastors Hau(s). Bei dem Ausbruch der Pest (Schweißkrankheit) zu Lohr flüchtete seine Frau mit Kindern, Mägd<en> u. Vieh zu ihrer Schwester nach Ronhausen. Orth wartete jedoch seines Amtes u. blieb. Am 6. Nov. 1558 unterzeichnete er eine Eingabe oberhess. Geistlicher an den Landgrafen, worin eine Fortsetzung der empfangenen Gen.-Kichenvisitatio(n), welche durch den Tod des Superintend. Kraft unterbrochen war, sowie um „certa forma eclesiarum“ (Agende) gebeten ward. – Orth starb 1574, etliche 80 Jahre alt, zur Zeit der Pest, an der auch sein Caplan starb. Ein Sohn von ihm Decius Orth war Opfermann in Lohr. Christoph Orthius Larensis, der 1546 zu Marburg immat. worden, war warscheinlich auch 1 Sohn von ihm. Nach einer protokoll. gegebenen Aussage, die Dec. Orth 1612 als 80 jähriger Mann abgab, hatte sein Vater an 55 Jahre als Pfarrer daselbst gestanden. 51)

Heinrich Orth II

Sohn des Rentmeisters zu Hessenstein (Eder) Hch. O. und Anna Marie, Tochter des Deutschordens-Verwalters zu Fritzlar Georg Pistor. Geb. in Hessenstein 8.3.1650, Studium in Marburg, Gießen, Jena; Magister 1674 in Jena; 1678 Konrektor in Korbach. Hernach 7.4.1698 gewählt zum Superintendenten. 1698 Konsistorialrat und Ecclesiast in Marburg, f 27.3.1706. Verh. mit der Wwe. s. Vorgängers in Lohra. Joh. Phil. Chelius, Tochter des Syndikus Dr. Joh. Seip aus Wetzlar. 4 Söhne und vier Töchter, wovon 2 Söhne und 2 Töchter den Vater überlebten: Johann Henrich, get. 5.4.1681, konf. 1693; Anna Benigna, get. 3.12.1682, gest. 1683 Mz. 12; Henrich Hermann, get. 13.2.1684; Katharina Elis., geb. 1685; Johanna Maria, get. 16.5.1687; Johann Philipp, geb. 10.1.1689; Martha Elisabeth, get. 30.10.1680; Franz Anton, get. 3.3.1692. Evang. luth. Pfarrer in Lohra 1680-1698 1)

1680 – 1698 Mag. Heinrich Orth von Hessenstein, ward 6. März 1680 in Lohra präsentirt, nachdem der zuvor präsentirte Lehrer am Pädagogium in Gießen Johann Philipp Seipp zu Lich als zu jung zum Metropoliten und als Ausländer vom Landgraf Carl verworfen worden. Orth war zu Hessenstein als Sohn des Rentmeisters Heinrich Orth 8. März 1650 geboren. Nachdem er die Schulen zu Wetter u. Corbach besucht, hatte er zu Marburg, Gießen u. Jena studirt u. zu Jena die Magisterwürde erworben. Seit 1678 war er Conrector am Gymnasium zu Corbach. Am 7. Juli 1680 heirathete er die Wittwe seines Vorgängers in Lohra. Unter seiner Amtsverwaltung ist die noch jetzt vorhandene interessante Orgel in dasiger Kirche 1691 erbaut worden, wobei Orth einen Bericht über den Gebrauch der Orgeln herausgab „Kurzer Bericht vom christl. Gebrauch der Orgeln zum Lobe Gottes welcher, als 1 neue Orgel in der Kirch zu Lohr aufgerüstet, den 10. Dezeb (!) 1691 verfertigt“. (Marburg 1696). 1695 ward die äußere Kirche renoviert, weshalb Orth am 30. Novbr 1695 eine Kirchweihpredigt hielt, welche ebenfalls im Druck erschien. „Schuldigster Dank dem Höchsten Gott, Stifter u. Erhalter seiner Kirche, als die gar sehr verwüstete Kirch zu Lohr 1695 ausgebeßert“. Johs. Tilemann zu Seelbach hatte 1685 Zaubereikünste mit dem Siebdreher getrieben u. sollte darüber Kirchenbuße thun, die er verweigerte. Pfr. Orth ward 26. Juni benachrichtigt, daß Tilemann durch Execution des Schultheißen zu Lohra dazu angehalten werden solle. Außerdem wurde derselbe vom peinlichen Gericht zu Marburg mit 40 fl. bestraft, wovon Landgraf Carl ihm auf sein Suppliciren am 9. Mai 1687 10 Gulden erließ. 1698 wurde Orth zum Superintendenten in Marburg gewählt u. als Eclesiast dahin berufen.

Siehe auch

Geistliche  • Persönlichkeiten  • Kirchengemeinden  • Kirchen  • Großgemeinde  • Für Neugierige • Literatur • Geschichte

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