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Oberhessische Presse Juli-Dez. 2007

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Pressemitteilungen Oberhessische Presse www.op-marburg.de


Inhaltsverzeichnis

- 19.12.2007: Stadt Gladenbach kauft Bahn-Areal

Gladenbach. Mit einem einstimmigen Ergebnis votierten die Stadtverordneten für den Ankauf einer Teilstrecke der Aartal-Salzböde-Bahn. Lohra hat auch Interesse an einem Teilstück.

Silke Pfeifer-Sternke: Die Stadt Gladenbach kauft die brach liegende Bahnstrecke in ihrer Gemarkung nach Informationen der OP für etwa 300.000 Euro. Der Kaufvertrag soll im Januar unterschrieben werden. Der Stadt wurde das Streckengelände als „Gesamtpaket“ angeboten. Auch das Bahnhofsgebäude kauft die Stadt mit sowie Land, das aus Sicht des Bürgermeisters Klaus-Dieter Knierim nicht zu vermarkten ist.

Das Bahnhofsgebäude steht bereits seit zehn Jahren leer. Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim schätzte den Sanierungsbedarf des denkmalgeschützten Gebäudes während eines Ortstermins auf 500.000 bis eine Million Euro. Deshalb kam es als möglicher Standort für ein Vereins- und Kulturzentrum nicht in Betracht.

- 17.12.2007: Aus einer Misshandlung wird Körperverletzung: 1800 Euro Strafe

Marburg. Um eine Verurteilung wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen kam eine 66-jährige Frau aus der Gemeinde Lohra vor dem Marburger Amtsgericht herum.

Doch wegen des „öffentlichen Interesses“ plädierte die Staatsanwältin auf 90 Tagessätze zu 50 Euro wegen vorsätzlicher Körperverletzung.

Verurteilt wurde die Rentnerin zu 90 Tagessätzen à 20 Euro, weil das Gericht es als erwiesen ansieht, dass die 66-Jährige eine bei ihr in Pflege gegebene 84-Jährige nicht in ausreichender Weise betreute.

Der Sohn der 84-Jährigen stellte nach neun Tagen Aufenthalt drei offene Wunden bei seiner Mutter fest – zwei am Po und eine an der Ferse – und klagte.

- 16.12.2007: Haushalt: Lohra nimmt Nachtrag an

Lohra. Den Nachtragshaushaltsplan 2007 der Gemeinde Lohra nahmen die Gemeindevertreter einstimmig an.

Anita Ruprecht: Manfred Gerhardt (SPD) sieht mit steigenden Haushaltseinnahmen zwar einen positiven Trend, warnt allerdings davor, sich falschen Illusionen hinzugeben. „Mit fehlender ,freier Spitze konnten wir seit 2000 schon keine Schulden abbauen und lediglich den „status quo“ erhalten“, sagte Gerhardt.

Werner Waßmuth (CDU) berichtete, dass Lohra aus dem kommunalen Finanzausgleich dieses Jahr nachträglich 75 000 Euro erhält. Weiter wies er auf die Entwicklung im Interkommunalen Gewerbegebiet Salzbödetal hin, wo sich jüngst mehrere Firmen ansiedelten. „Die Kosten für das Gewerbegebiet waren Investitionen in die Zukunft“, sagte Waßmuth.

Harald Rink (BfB) begrüßt die Verbesserung der Finanzlage und hegt die Hoffnung, dass es 2008 noch besser wird. Trotzdem sei Haushaltsdisziplin angesagt. „Wir sollten die Ein sparpotentiale ausschöpfen, ohne die Bürger vermehrt zu belasten“, sagte Rink.

Edmund Heinz (FWG) lobte die sparsame Haushaltsführung der Gemeinde und rechnet im nächs ten Jahr mit einem ausgeglichenen Haushalt. Er wünscht, dass die Gemeinde zunehmend in energiesparende Techniken investiert. Ein SPD-Antrag zum Energiespar-Contracting fand einhellige Zustimmung. Der Gemeindevorstand soll einen Dienstleister beauftragen, der Energiesparmöglichkeiten in öffentlichen Gebäuden erschließt und umsetzt.

- 14.12.2007: Marktbuden stehen am Lindenplatz

Lohra. Der Weihnachtsmarkt in Lohra findet am Sonntag, 16. Dezember, rund um den Lindenplatz statt. Weil der Gewerbeverein Lohra seine Aktivitäten voriges Jahr eingestellt hatte und das neu gegründete „Wirtschaftsforum Lohra 2020“ sich für alle Ortsteile der Gemeinde Lohra engagiert, wäre im vergangenen Jahr der Weihnachtsmarkt in der Kerngemeinde fast auf der Strecke geblieben. Lohraer Vereinsvertreter, der Ortsbeirat und Bürgermeister Georg Gaul waren sich einig, dass der Markt erhalten bleiben soll. Im Wechsel soll nun jeweils ein Lohraer Verein die Veranstaltung federführend organisieren. Ausrichter ist diesmal der Gesangverein „Liederhort“ Lohra. Viele Stände, Aktionen und Vorführungen werden geboten.

Nach der Eröffnung am Sonntag um 11 Uhr durch Bürgermeister Georg Gaul beginnt das Markttreiben. Von 14.30 bis 15.30 Uhr findet in der Kirche ein Konzert statt. Mitwirkende sind der Posaunenchor und der Kirchenchor Lohra sowie der Gesangverein. Von 15.30 bis 16.30 Uhr veranstaltet die Jungschar im Gemeindesaal eine Schnupperstunde. Um 17 Uhr kommt der Weihnachtsmann. Lohraer Vereine werden den Besuchern allerlei Köstlichkeiten anbieten. Mit von der Partie ist auch die Oberhessische Presse mit einem Infomobil, an dem es neben Informationen über die Heimatzeitung auch kleine Geschenke gibt. Darüber hinaus kann man dort die Marburg-DVDs erwerben. Auf einer Freifläche wird eine Weihnachtskrippe mit lebenden Tieren zu sehen sein. Für die Kinder wurde ein Karussell organisiert.

- 14.12.2007: Konzessionsabgabe bleibt weiter Thema in Lohra

Lohra. Die Gemeindevertreter hatten in ihrer letzten Sitzung in diesem Jahr 20 Tagesordnungspunkten zu bewältigen.

Anita Ruprecht: Gleich zum ersten Tagesordnungspunkt, der Nachzahlung der Konzessionsabgabe der E.ON Mitte AG für die Jahre 1999 bis 2005, äußerte sich Norbert Nolting (BfB). Bürgermeis ter Georg Gaul hatte in einer Vorlage an die Gemeindevertretung erläutert, dass die Konzessionsabgabe für die Gemeinde Lohra, im Zeitraum von Oktober 1999 bis Juni 2005 falsch abgerechnet worden sei. In Abstimmung mit dem Hessischen Städte- und Gemeindebund bietet die E.ON eine Nachzahlung von 20.430,40 Euro an, mit der alle Ansprüche der Gemeinde für diesen Zeitraum abgegolten werden sollen.

Gaul bat in dem Antrag die Gemeindevertretung darum, das Angebot anzunehmen. Nolting verwies in seiner Rede zur Konzessionsabgabe auf eine Stellungnahme des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, die die Rechtmäßigkeit der E.ON-Berechnung anzweifelt.

Nolting sagte, dass der Stromkonzern schon seit den 90er Jahren wisse, dass der Jahresverbrauch der Gemeinde über 30 000 Kilowattstunden liege. E.ON habe allerdings versäumt, Meßeinrichtungen in der Gemeinde zu installieren und so fehlerhafte Berechnungen über einen längeren Zeitraum billigend in Kauf genommen.

Mit dem Nachsatz, dass mit der Zahlung alle Ansprüche der Gemeinde abgegolten seien, schließe die E.ON eine Nachverhandlung grundsätzlich aus.

Nolting sagte, dass es um viel Geld gehe und die Stromgebühren der Bevölkerung eine nicht unerhebliche Einnahmequelle für Lohra darstellt. Der Jurist Nolting wies mit Entschiedenheit darauf hin, dass die Gemeinde Lohra keine Bittstellerin des Stromkonzerns sei. Er verwies auf weitere Kommunen, die nicht willens seien, die E.ON-Abrechnung in dieser Form hinzunehmen. Nolting schlägt vor, von dem Stromkonzern die Unterlagen aus den Jahren 1999 bis 2005 anzufordern, und zukünftig solle die Gemeinde auf eine jährliche Offenlegung der Zahlen bestehen.

Parlamentarier aller Fraktionen äußerten sich verwundert darüber, dass der Hessische Städte- und Gemeindebund einen anderen Standpunkt vertritt als der Deutsche Städte- und Gemeindebund. Die Gemeindevertreter sprachen sich einstimmig dafür aus, zu prüfen, warum Hessischer und Deutscher Städte- und Gemeindebund unterschiedliche Stellungnahmen abgeben, denn als Laien seien die „Feierabendpolitiker“ auf die Hilfestellungen solcher Institutionen angewiesen.

Die Übernahme der Trägerschaft der kommunalen Kindertagesstätte Altenvers durch das Kinderzentrum „Weißer Stein“ wurde mit drei Enthaltungen einstimmig angenommen.

Die Gemeindevertretung beschloss zudem, dass die Kindergartengebühren der Gemeinde Lohra, die in einer Gebührensatzung vom März 1999 festgelegt wurden und jährlich neu überprüft werden, bis auf weiteres unverändert bleiben sollen. Die Höhe der finanziellen Leistungen der Gemeinde Lohra an die Kirchengemeinden der Ortsteile beträgt knapp 421.000 Euro.

Darin sind die anteiligen Kosten für den Betrieb der beiden Lohraer Kindertagesstätten und des Kindergartens Kirchvers enthalten sowie ein Beitrag über 9.000 Euro für die zentrale Diakoniestation Fronhausen/Lohra/Weimar.

Das Parlament stimmte der Zahlung einstimmig zu.

- 27.11.2007: 50 Pakete machen sich auf den Weg

Lohra. Mit Spenden aus der Grundschule Lohra können bis zu 50 Weihnachts-Pakete gefüllt werden.

Gianfranco Fain: „Die Aktion ist wirklich ein Erfolg“, sagt Martha Röske. Sie hat mit Anja Schmidl die Weihnachtspäckchenaktion „Kinder helfen Kindern“ der Hilfsorganisation ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe) Deutschland in Lohra organisiert.

Am Montag waren sie in der Grundschule, die zum dritten Mal teilnahm. Die Kinder spendeten wieder für in Not geratenen Gleichaltrige in Paketen und auch lose gut erhaltenes Spielzeug, Schreib- und Bastelbedarf, Mützen, Schals, Handschuhe und auch manches liebgehabtes Kuscheltier. Sachen, die für rund 50 Pakete reichen, schätzt Röske.

Die Grundschulkinder erfuhren im Unterricht kindgerecht von dem Leid der Kinder im Kosovo. „Wir sind stolz, dass unsere Kinder die Aktion mittragen“, sagt Konrektor Markus Hemberger.

„Wir staunen noch über die Vielfalt der gespendeten Dinge“, gesteht Röske. Es kamen so viele Sachen zusammen, dass sie zu den 200 bestellten Päckchen erst noch 100 und dann weitere 60 nachbestellen musste. Zurzeit werden die Einheitskartons abwechslungsreich bestückt, sodass es „für die Kinder eine Freude sein wird, sie auszupacken“.

Ein Lastwagen voller Pakete wurde von der Hilfsorganisation schon abgeholt. Zurzeit sind die lokalen Mitarbeiter noch dabei, aus anderen teilnehmenden Kindergärten und Schulen des Kreises die Spenden abzuholen.

Am 5. Dezember holt ADRA die Pakete aus Lohra ab, packt sie in Container und lässt sie zum Bestimmungsort transportieren. Im Kosovo erhält dann jedes Kind während einer Feierstunde „sein“ Paket. „Wir werden die Aktion nächstes Jahr wiederholen“, kündigt Martha Röske an.

Weiter Informationen über die Hilfsaktion im Internet unter www.kinder-helfen-kindern.org und über ADRA unter www.adra.de.

- 26.11.2007: Trotz Glätte wenig Unfälle

Das gefürchtete Winterchaos blieb zum Wochenbeginn aus.

Schnee und Glatteis gab es zwar auf einigen Straßen in Hessen, nach Angaben der Polizei ereignete sich aber nur in Lohra ein Unfall, bei dem ein Mann schwer verletzt wurde. Im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg wurde ein Mann bei einem Unfall leicht verletzt. Vornehmlich die Nebenstrecken waren vereis. "Die Autobahnen sind frei", sagte ein Sprecher Polizei. Im Landkreis Marburg-Biedenkopf blieben sowohl auf der L3048 zwischen Frohnhausen und Hassenhausen als auch auf der B253 an der Sackpfeife jeweils kurzzeit ein Lastwagen liegen. Das Winterchaos, das befürchtet worden war, nachdem der Deutsche Wetterdienstvor kräftigen Schneeschauern und überfrierender Nässe gewarnt hatte, blieb jedoch aus.

- 13.11.2007: Volksbank Mittelhessen unterstützt 12 Projekte mit 150.000 Euro

Gießen. 1858 wurde der Rechtsvorgänger der Volksbank Mittelhessen gegründet. Grund genug für die Bank, anlässlich des 150. Jahrestags im kommenden Jahr, 150.000 Euro für zwölf Projekte zur Verfügung zu stellen.

Stefan Weisbrod: Unter dem Motto „Mittelhessen gestalten“ unterstützt die Volksbank Mittelhessen mit diesem Geld ein dutzend Initiativen, die in der Heimatpflege tätig sind. „Rund 340 Bewerber hat es insgesamt gegeben, 12 davon haben wir ausgewählt“, sagte der Vorstandsvorsitzende Dr. Peter Hanker. Die Auswahl sei nicht leicht gewesen, „die meisten Bewerbungen waren erstklassig“. Die zwölf Projekte, für die sich die Verantwortlichen der Bank letztendlich entschieden haben, erhalten jeweils Förderbeträge von bis zu 15.000 Euro.

Zu den Preisträgern, die aus dem gesamten Geschäftsgebiet der Bank kommen, sind auch zwei Projekte aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf: Mit 15.000 Euro kann die Marburger Bettina-von-Arnim-Schule planen. An der Schule im Stadtwald werden 120 behinderte Kinder unterrichtet. Mit dem Geld soll der Wiederaufbau des Ziegenstalls an der Schule finanziert werden. Der alte Stall war im Frühjahr 2007 abgebrannt.

„Der Streichenzoo wird nicht nur von den Kindern der Schule besucht, auch nichtbehinderte Kinder aus der Umgebung kommen außerhalb der Unterrichtszeiten oft und gerne, um die Ziegen zu streicheln“, informierte Lehrer Benno Moeller, der zudem auf die große therapeutische Wirkung der Tiere hinwies. Der neue Stall soll unter Anleitung eines Experten von den Kindern der Schule selbst errichtet werden. Voraussichtlich im Juni 2008 werden die Ziegen in ihr neues Heim einziehen können.

Ebenfalls den Maximalbetrag von 15.000 Euro erhält der Familien- und Seniorenrat aus Lohra. Gemeinsam mit der Grundschule plant der Verein die Errichtung eines Mehrgenerationenspielplatzes am Bürgerhaus. „Es soll ein Treffpunkt für Kinder, für ihre Eltern und für ältere Menschen werden“, erläuterte der Vereinsvorsitzende Kurt Schlienbecker. Insgesamt wird der Spielplatz wahrscheinlich rund 20.000 Euro kosten, im kommenden Frühjahr soll mit dem Bau begonnen werden.

„Ohne die Förderung durch die Bank wäre die Idee wohl immer ein Traum geblieben“, dankte Schlienbecker. Den Restbetrag hofft der Verein durch Spenden zusammen zu bekommen.

Die zwölf geförderten Projekte werden in einem Kalender für das Jubiläumsjahr 2008 vorgestellt. Jeder Monat steht dabei für eines der Projekte. Ab dem 20. November ist der Kalender in den Geschäftsstellen der Volksbank Mittelhessen gegen eine Spende von mindestens 1,50 Euro erhältlich. Das Geld kommt der „Bürgerstiftung Mittelhessen“ zugute, die sich in Zukunft für die Umsetzung von ähnlichen Projekten einsetzen möchte.

- 13.11.2007: Mit festem Schuhwerk führt der Weg ans „Ende der Welt“

Lohra. Mehr als 1.000 Jahre ist der Jakobsweg alt. Millionen Menschen sind ihn bis heute gegangen, einer davon ist Hermann Kloske. Er erreichte nach fünf Wochen sein Ziel.

Silke Pfeifer-Sternke: Im Mittelalter glaubten die Pilger, dass sich am Ende des mühsamen Weges der Himmel für sie öffnet. Heute pilgern viele zur Kathedrale von Santiago de Compostela zum Grab des Apostels Jakobus in Galicien, um sich selbst zu finden. Der 63-jährige Hermann Kloske erfüllte sich mit der Wanderung einen großen Traum. Er hat die Strapazen auf sich genommen, um Danke „für mein Leben und für meine Situation“ zu sagen. Er hatte es schon lange vorgehabt. Der letzte Auslöser war dann ein Geschenk: Das Buch von Hape Kerkeling „Ich bin dann mal weg. Meine Reise auf dem Jakobsweg“.

Kloske war dann auch mal weg – fünf Wochen lang. Mit ausreichend Material über den Jakobsweg hatte sich Kloske schon vor seiner Reise eingedeckt. Er lief die Strecke streng nach einem Reiseführer – immer den Muscheln nach, die den Pilgern noch heute den Weg weisen.

Im Schnitt legte der erfahrene Wanderer 30 Kilometer pro Tag zurück. Sein Ausgangspunkt war Pau in Frankreich. Von dort behielt er sein Ziel stets im Auge. Auch das Glück war auf seiner Seite, denn es gab während seiner Pilgerreise nur einen einzigen Regentag, ansonsten nur Sonnenschein.

Bei Temperaturen um 25 Grad musste Kloske allerdings erst seinen Rhythmus finden. Sein Gepäck von zehn Kilogramm trug er stets bei sich. „Nach einer Woche marschieren, habe ich mein System gefunden.“ Kloske kehrte vorwiegend in kirchlichen Herbergen ein. Die Abende wollte er mit Gleichgesinnten verbringen.

Es gab viel zu erzählen, denn während der Wanderung war Kloske immer allein. Zum großen Teil empfand er das Alleinsein als sehr schön, aber er stellte auch fest: „Die Einsamkeit strengt an.“ Was blieb, war viel Zeit zum Nachdenken.

- 05.11.2007: Hermann Scheldt verfügt über gutes Schätzvermögen

Lohra. Für seine besonderen Verdienste um die Landwirtschaft ehrte Landwirtschaftsdirektor Dr. Walter Lickfers im Auftrag des Hessischen Ministers für Umwelt, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Wilhelm Dietzel, den 77-jährigen Dammer Land-, Forst- und Gastwirt Hermann Scheldt mit einer Urkunde und der Ehrenplakette in Silber.

Klaus Peter: Anlässlich einer Feierstunde gab es für den 1930 in Allna geborenen und seit seiner Heirat 1955 in Damm lebenden aktiven Landwirt Hermann Scheldt gleich mehrere Ehrungen.

Jörg Führer, Referent für Landwirtschaft des Hessischen Statistischen des Landesamtes in Wiesbaden zeichnete ihn im Auftrag des Präsidenten des Landesamtes, Eckart Hohmann, für 50-jährige ehrenamtliche Berichterstattung für die landwirtschaftliche Statistik mit einer Ehrenurkunde und einem Präsent aus.

Wie Führer in seiner kurzen Laudatio berichtete, sind in Hessen etwa 400 ehrenamtliche landwirtschaftliche Berichterstatter tätig, die monatlich über Vorgänge in ihren Betrieben berichten oder zu verschiedenen Zeitpunkten im Jahr Meldungen über Vegetationsverlauf und Ernteerträge bei Feldfrüchten, Gemüse, Obst und Wein abgeben.

Er attestierte Scheldt „ein sehr genaues Schätzvermögen“. Hermann Scheldt ist auch heute noch aktiver Land-, Forst- und Gastwirt. Diese Tätigkeiten erfülle er mit Leib und Seele, verriet der Geehrte.

- 26.10.2007: Lahn-Dill-Bergland ist offiziell Naturpark

Niederweidbach. Gestern übergab Hessens Umweltminister Wilhelm Dietzel die Erklärungsurkunde, die die Region Lahn-Dill-Bergland als Naturpark ausweist.

Silke Pfeifer-Sternke: Mit dem an die Deutschland-Kampagne erinnernden Slogan „Wir sind Naturpark“ stimmte Bernd Schmidt, Vorsitzender des Vereins Region Lahn-Dill-Bergland, die Anwesenden der Feier anlässlich der Übergabe der Erklärungsurkunde im Vereinsheim des Segel- und Ruderclubs Aartal auf den besonderen Anlass ein.

Insgesamt 18 Jahre hat es gedauert, bis die Idee des Naturparks umgesetzt wurde. „Manchmal dauert es ein Weilchen“, erklärte Minister Dietzel. „Gedankenlieferant“ zum Ausweisen eines Naturparks in der Region Lahn-Dill-Bergland war der damalige Bürgermeister von Hohenahr, Willy Netz. Damals traf Netz nicht auf viele Befürworter seiner innovativen Idee zur Stärkung der Region.

Das Gebiet des Hinterländer Naturparks umfasst rund 87 000 Hektar und erstreckt sich über die 17 Gemeinden Angelburg, Bad Endbach, Biedenkopf, Bischoffen, Dautphetal, Dillenburg, Ehringshausen, Eschenburg, Gladenbach, Haiger, Herborn, Hohenahr, Lohra, Mittenaar, Siegbach, Sinn und Steffenberg – alle sind Mitgliedskommunen im Verein Lahn-Dill-Bergland.

Nur die beiden ebenfalls im Verein organisierten und industriell geprägten Kommunen Breidenbach und Dietzhölztal beteiligen sich nicht an dem Projekt.

- 16.10.2007: Postbote des Jahres trägt in Lohra aus

Damm. Mit seiner guten Laune und seinem freundlichen Wesen wird Rainer Franz auf seiner Tour durch Lohras Ortsteile gern empfangen.

Gianfranco Fain: Für die Deutsche Post sind deutschlandweit rund 80.000 Briefträger, davon nahezu 5.000 in Hessen, tätig. Beim Wettbewerb „Postbote des Jahres“ konnten die Post-Kunden vom 2. Juli bis zum 31. August ihre Stimme für ihren Zusteller abgeben. Bundesweit beteiligten sich 3,2 Millionen Bürger an der Wahl von 330 Zustellerteams. In Hessen bestimmten 282.000 Post-Kunden die 86 Sieger-Teams.

Spitzenreiter bei der Stimmabgabe in Hessen war Malsfeld im Schwalm-Eder-Kreis. Dort beteiligten sich 66,2 Prozent der Haushalte an der Wahl, in Lohra waren es 55,1 Prozent aller Haushalte.

Die Sieger des Wettbewerbs werden am 27. Oktober in Berlin vom Vorstand der Deutschen Post ausgezeichnet.

„Die Post ist da!“ In einem lauten aber freundlichen Ton meldet sich Rainer Franz auf dem Hof der Gaststätte Scheldt in Damm an. „Hmm, hier riechts aber gut“, sagt der Briefträger noch bevor Petra Scheldt aus dem Fenster schaut und ihn begrüßt. Es ist 10.30 Uhr und sie wollte mal nach der Post schauen, die immer pünktlich um 10.30 Uhr im Briefkasten ist.

„Wirklich? Das ist ja klasse, ich gratuliere“, sagt Scheldt, als sie erfährt, dass Rainer Franz zum Postboten des Jahres gekürt wurde. Auch sie hatte im Sommer ihre Stimmkarte ausgefüllt und für Franz und somit auch für seine Vertreter Markus Müller aus Weidenhausen und die Gladenbacherin Doris Götz gestimmt. Zu ihrem Zusteller pflegt sie ein freundschaftliches Verhältnis. „Er ist einer vom Dorf wie wir“, lautet ihre Wertschätzung.

- 24.09.2007: Organisator des Jacobsmarkts sucht geeigneten Nachfolger

Lohra. Obwohl der Jacobsmarkt am vergangenen Wochenende mit mehr als 2.000 Besuchern wieder ein voller Erfolg war, ist unklar, ob er im kommenden Jahr erneut stattfindet. Organisator Tino Deterding hört aus gesundheitlichen Gründen auf.

Adrianna Michel: An mehr als 40 Ständen boten während des zweitägigen Jacobsmarktes zahlreiche Händler und heimische Geschäftsleute den Besuchern ein breites Angebot an Haushaltswaren, Geschenkartikeln und kulinarischen Köstlichkeiten (die OP berichtete).

Der Jacobsmarkt, der seit 1994 ein fester Bestandteil in Lohras Jahreskalender ist, erstreckte sich über die Hauptstraße, die Biegenstraße und die Bahnhofsstraße. Damit die Besucher viel Platz zum Flanieren hatten, gab es Mal einen Ampelbetrieb, der eine einspurige Verkehrsführung regelte.

Am Samstag kamen nur vereinzelt Besucher auf den Jacobsmarkt. Hochbetrieb herrschte hingegen ab Sonntagmittag, als die Besucher aus allen Himmelsrichtungen auf den Markt strömten. Wegen des großen Ansturms wurde es dann auf der Flaniermeile immer enger, so dass ein Durchkommen schließlich nur im Schritttempo möglich war.

Organisator des bunten Marktgeschehens war bereits zum dritten Mal Tino Deterding. Bis 2006 war Detering selber noch als Verkäufer von Reinigungsbedarf auf verschiedenen Märkten in der Region unterwegs. Aus gesundheitlichen Gründen könne er den Jacobsmarkt aber zukünftig nicht mehr ausrichten, verkündete der engagierte Lohraner im Gespräch mit der OP.

Ein geeigneter Nachfolger, der die Organisation des Marktes im kommenden Jahr übernehmen könne, sei immer noch nicht gefunden, so dass noch unklar sei, ob der Jacobsmarkt im nächsten Jahr überhaupt stattfinden könne. „Es wäre sehr schade, wenn ein solch traditionsreicher Markt einfach aussterben würde“, sagte Deterding, der den neuen Organisator unterstützen will. Er betonte, dass die Händler bereits zugesichert hätten, auch 2008 wieder nach Lohra kommen zu wollen.

- 09.09.2007: Erinnerung an Deportation der Juden

Gedenkveranstaltung am Bahnhof Niederwalgern.

Am Donnerstag gedachten 50 Menschen der letzten Deportation von Juden aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf, die am 6. September 1942 von Niederwalgern aus in den Tod fuhren.

Rebekka Schrimpf: Aus Roth, Lohra und Neustadt kamen sie, um vom Niederwälger Bahnhof aus nach Kassel und dann weiter in das Lager Theresienstadt gebracht zu werden. Keiner von ihnen hat überlebt.

Auch wenn ihr Leben grausam beendet wurde, so sind sie noch nicht vergessen. Dafür sorgte der Arbeitskreis Landsynagoge Roth, der die Gedenkveranstaltung am Bahnhof in Niederwalgern in Zusammenarbeit mit einigen Achtklässlern der Gesamtschule Niederwalgern organisierte.

Mit der meditativen Musik des Komponisten Max Bruch stimmten sich die Teilnehmer auf die Gedenkveranstaltung ein. Zu jedem Namen, den die Schüler verlasen, stellten sie eine Kerze auf. Amnon Orbach, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Marburg, betete ausdrucksstark auf Hebräisch und Aramäisch das Kaddisch für die Ermordeten.

Zudem präsentierten Mitglieder des Arbeitskreises Passagen aus Originalmanuskripten aus dem Marburger Staatsarchiv, die aus der Feder des damaligen Landrates und des Rother Bürgermeisters stammten.

Vor dem Transport nach Theresienstadt sorgte der Landrat für die zwangsweise Umsiedlung der Neustädter Juden nach Roth, um eine bessere Kontrolle ausüben und den Schriftverkehr vereinfachen zu können.

Die September-Deportation war die dritte und letzte aus dem Landkreis auf dieser Strecke, danach war die Region „judenfrei“, wie es die Zeugnisse von damals bestätigten. Die Pässe der Deportierten waren lediglich mit dem Vermerk „ausgewandert“ oder „unbekannt verzogen“ gekennzeichnet, ihr Vermögen wurde beschlagnahmt. Der Rother Bürgermeister schrieb nach der Aktion an den Landrat: „Die Juden sind reibungslos abgeschoben worden.“

- 08.09.2007: Robert Fischbach bleibt Landrat

Die Stimmen zur Landratswahl im Landkreis Marburg-Biedenkopf sind ausgezählt. Hier finden Sie die Ergebnisse der 22 Städte und Gemeinden im Einzelnen.

Vorläufiges Endergebnis (nach 22 von 22 Städten und Gemeinden):

  • 57,12% : Robert Fischbach (CDU)
  • 40,85% : Manfred Barth (SPD)
  • 2,03% : Mirko Rosenberger (APPD)

Lohra:

  • 57,1% : Robert Fischbach (CDU)
  • 40,5% : Manfred Barth (SPD)
  • 2,4% : Mirko Rosenberger (APPD)

- 07.09.2007: Waßmuth kritisiert Lohras Verwaltung: Gutachten könnte längst in Arbeit sein

CDU-Fraktionsvorsitzender spricht von „Untätigkeit der Gemeinde“ bei Auftragsvergabe

Weipoltshausen. Das Parlament Lohra stimmte während seiner jüngsten Sitzung über die Jahresrechnung 2006, die Verlängerung einer Veränderungssperre und verschiedene Anträge ab.

Anita Ruprecht: Die Gemeindevertretung beschloss einstimmig die vom Gemeindevorstand vorgelegte und von der Revision des Landkreises Marburg-Biedenkopf geprüfte Jahresrechnung für das Haushaltsjahr 2006 und entlastete damit den Gemeindevorstand.

Bürgermeister Georg Gaul (parteilos) merkte an, dass die Gewerbesteuereinnahmen rückläufig seien: Gab es im Jahr 2005 noch eine Rekordeinnahme von mehr als einer Million Euro, so erwarte er dieses Jahr Gewerbesteuereinnahmen zwischen 500 000 und 600 000 Euro.

Für das Grundstück „Beim alten Baum“ unterhalb des Lohraer Friedhofs beschlossen die Gemeindevertreter einstimmig eine Verlängerung der Veränderungssperre. Auf diesem Grundstück wollte ursprünglich ein Landwirt Gebäude errichten (die OP berichtete). Da die Fläche unmittelbar an den Friedhof grenzt und zu dessen Erweiterung genutzt werden könnte, lehnte die Gemeinde das Ansinnen des Landwirts ab und verhängte die Veränderungssperre.

Bisher hatten die Lohraer allerdings noch nicht die für die Friedhofserweiterung nötigen Bodengutachten in Auftrag gegeben. Bürgermeister Gaul will die Erstellung jetzt veranlassen. Werner Waßmuth (Fraktionsvorsitzender CDU) kritisierte die „Untätigkeit der Gemeinde, die über eineinhalb Jahre die Sache liegen gelassen hat“.

- 07.09.2007: Elfriede Köhler erhält Brief mit rechtsradikalem Inhalt

Vorsitzende des Arbeitskreises für Menschenrecht und -würde gibt Schreiben an Polizei weiter

Lohra. Während einer Sitzung des Arbeitskreises für Menschenrecht und Menschenwürde berichtete Vorsitzende Elfriede Köhler von einem anonymen Brief mit rechtsradikalem Inhalt, den sie erhalten hat.

Anita Ruprecht: Sie gab ihn zur erkennungsdienstlichen Untersuchung an die Kriminalpolizei weiter. „Die Äußerungen gingen laut Polizei haarscharf an juristischen Straftatbeständen vorbei“, ergänzte sie.

„Solange es in unserem Land Leute gibt, die sich öffentlich zum Rechtsradikalismus bekennen, müssen wir etwas dagegen tun“, sagte Kurt Schlienbecker. Grundgedanke während der Gründung des Arbeitskreises sei es gewesen, aktiv gegen Rechtsradikalismus vorzugehen, ergänzte Köhler.

- 06.09.2007: Tag des offenen Denkmals im Landkreis

Eröffnungsveranstaltung für ganz Hessen findet am Samstag in der Elisabethkirche in Marburg statt

Marburg. Am Sonntag ist wieder „Tag des offenen Denkmals“. Er steht in diesem Jahr unter dem Motto „Orte der Einkehr und des Gebets – Historische Sakralbauten“.

Sabine Nagel-Horn: Im Landkreis gibt es viele kleine, kunsthistorisch interessante Kirchen, die fast in Vergessenheit geraten sind – vor allem jene, in denen seit Jahrzehnten keine Gottesdienste mehr gefeiert werden. Wie unterschiedlich es um diese „entwidmeten“ Kirchen bestellt ist, zeigen drei Beispiele: Die alten Dorfkirchen von Bürgeln, Niederweimar und Altenvers.

Die Kirche im alten Dorfkern von Bürgeln wurde 1973 als Gotteshaus überflüssig, weil für die stark angewachsene Gemeinde eine neue Kirche mit Gemeindezentrum gebaut wurde. Der Abbruch der kleinen Kirche, deren älteste Elemente aus dem Mittelalter stammen, schien beschlossene Sache. Dass das Gebäude heute noch steht, ist dem „Förderkreis Alte Kirchen“ zu verdanken, der sich 1973 gründete.

Das Phänomen der vermeintlich nutzlos gewordenen Dorfkirchen gab es in den 70er Jahren in vielen Orten, und es gab kaum Bewusstsein für den Wert dieser Gebäude. Ganz im Gegenteil: „Man sah die Fachwerkkirche als Teil einer ärmlichen Vergangenheit an, mit der man abschließen wollte“, sagt Angus Fowler, der seit 1974 Mitglied im Förderkreis Alte Kirchen ist.

Fowler und seinen Mitstreitern gelang es zwar, die Kirche vor dem Abbruch zu schützen. Dennoch macht sie heute einen erbarmungswürdigen Eindruck: Putz blättert von der Decke ab, die hölzerne Kanzel lehnt provisorisch an der Empore. Darunter steht ein Rasenmäher, und Klappstühle warten auf ihren Einsatz.

Das soll sich ändern: In Bürgeln hat sich der „Kulturverein Alte Kirche Bürgeln“ gegründet, der in dem leerstehenden Bau Kleinkunst, Ausstellungen und Konzerte veranstalten will. Solche Pläne sind in Niederweimar längst umgesetzt: Dort sorgt der „Kultur- und Förderverein Alte Kirche Niederweimar“ seit fast 20 Jahren für ein anspruchsvolles kulturelles Programm in den alten Mauern. Im Jahr 2001 bekam der Verein dafür den Otto-Ubbelohde-Preis des Landkreises.

Die Veranstaltungen ziehen mittlerweile ein großes Publikum an. Darüber hinaus können sich Paare in der ehemaligen Kirche aus dem 13. Jahrhundert trauen lassen – standesamtlich, versteht sich. „Die Kirchengemeinde hat von Anfang an darauf bestanden, dass hier keine sakralen Handlungen stattfinden“, sagt Ulla Vaupel, die Vorsitzende des Vereins. Auch die Innenausstattung des Saalbaus wurde von sakralen Elementen befreit: keine Kanzel mehr, keine Kirchenbänke, kein Altarkreuz – aus der Kirche wurde ein Veranstaltungsraum. Die alte Kirche von Altenvers ist eine baugeschichtliche Rarität: „Sie ist die letzte in Deutschland erhaltene Kirche mit einer hufeisenförmigen Apsis“, sagt Heinrich-Justus Wagner vom „Verein für Geschichte und Volkskunde Lohra“. Möglicherweise stammen die Grundmauern der kleinen Kirche aus dem 8. Jahrhundert.

Trotz der Bedeutung für die Bau- und Ortsgeschichte sollte die Kirche abgerissen werden: 1968 wurde die Genehmigung dafür erteilt. Doch auch in Altenvers gelang es engagierten Bürgern, das architektonische Kleinod vor den Abbruchbaggern zu bewahren.

1981 wurde die Kirche renoviert und wird seither für Kulturveranstaltungen, goldene Konfirmationen und goldene Hochzeiten genutzt. Doch der Zahn der Zeit nagt weiter an dem Kirchlein: In den Dachstuhl ist Wasser eingedrungen, Pilze setzen den Eichenbalken zu. Rund 125 000 Euro würde eine Sanierung kosten. „50 Prozent dieser Kosten wird das Landesamt für Denkmalpflege übernehmen“, sagte Professor Gerd Weiß, der hessische Landeskonservator, bei einem Ortstermin. Damit hätte Heinrich-Justus Wagner eine Sorge weniger. Eine andere bleibt: „Unser Verein ist überaltert, viele Mitglieder können sich nicht mehr so engagieren wie früher“, sagte er im OP-Gespräch. Denn um eine umgewidmete Kirche zu erhalten, braucht es nicht nur Geld – „Wichtig sind Leute, die sich kümmern“, sagt Gerd Weiß.

Der hessische „Tag des offenen Denkmals“, der jährlich am zweiten Septemberwochenende stattfindet, wird in diesem Jahr in Marburg eröffnet. Das Motto der Veranstaltung heißt „Orte der Einkehr und des Gebets – Historische Sakralbauten“, und dafür ist die Elisabethkirche als Deutschlands älteste rein gotische Kirche ein passender Rahmen.

Der eigentliche „Tag des offenen Denkmals“, an dem mehr als 700 Kulturdenkmäler in ganz Hessen kostenfrei geöffnet sind, ist am Sonntag. Die feierliche Auftaktveranstaltung in der Elisabethkirche findet allerdings schon am Samstag statt: Um 11.30 Uhr eröffnen der hessische Wissenschaftsminister Udo Corts und Landeskonservator Professor Gerd Weiß die Veranstaltung, die bis etwa 13 Uhr dauert. Bezirkskantor Nils Kuppe begleitet den Festakt mit Orgelmusik von César Franck (1822 - 1890).

Rund um die Elisabethkirche gibt es am Samstag einiges zu sehen für archäologisch oder kunstgeschichtlich interessierte Besucher: Von 10 bis 16 Uhr sind die Ausgrabungen im ehemaligen Deutschordensbezirk geöffnet. Um 10, 14 und 15 Uhr gibt es dort Führungen.

Darüber hinaus gibt es um 10 Uhr eine Führung durch die Kirche, eine zu den Landgrafengräbern, eine in den Dachstuhl der Kirche und eine zum Pilgerfriedhof am Michelchen. Treffpunkt für die Führungen ist jeweils vor dem Hauptportal der Elisabethkirche. Die Personenzahl für die Führungen ist begrenzt.

Im Anschluss an die Eröffnungsveranstaltung gibt es die Möglichkeit, die Außenstelle des Landesamtes für Denkmalpflege kennen zu lernen: Die Mitarbeiter des Amtes in der Ketzerbach 10 führen durch das Haus, stellen wichtige Instrumentarien zur Erforschung und Dokumentation von Denkmälern vor und beantworten Fragen rund um die Denkmalpflege. Um 15 Uhr gibt es eine öffentliche Führung durch die Elisabethkirche und durch die Stadt.


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