Lohra-Wiki

Nicht mehr vorhandenes Haus

Aus Lohra-Wiki

Wechseln zu: Navigation, Suche


Nicht mehr vorhandene Häuser

Kirchvers

Hof an der Ecke Pfarrstraße/Burggarten

An der Ecke Pfarrstraße/Burggarten zwischen „Roths“ und „Lapps“, wo sich heute der Dorfbrunnen befindet, stand bis etwa 1863 ein Hof, dessen Hausname nicht überliefert ist.

Erster nachweisbarer Besitzer war Hans Schlag, der vor 1641 starb. Sein Sohn Hans Jacob Schlag (1626-1706) war mit Kunigunda geb. Becker aus Kirchvers verheiratet. Nach ihm übernahm deren Sohn Johann Georg (1662-1728) das Anwesen mit seiner Ehefrau Anna geb. Schmidt aus „Schmiejes“. Dessen Sohn Johann Schlag (1702-1760) heiratete Catharina geb. Simon aus „Hobgans“ und gab den Hof später an seinen Schwiegersohn Johann Georg Hahn (1728-1799) aus Rollshausen weiter. Hahns gleichnamiger Sohn (1764-1813) war mit Anna Catharina geb. Waldschmidt (1776-1832) aus dem Nachbarhof „Lapps“ verheiratet. Über ihr Leben verfaßte der ehemalige Kirchverser Pfarrer Hans Schimmelpfeng das Büchlein „Annekath“, was vielen Kirchversern bekannt sein dürfte. Sie und ihr Mann verloren acht ihrer Kinder frühzeitig. Nur der Sohn Johann Hahn (1797-1828) heiratete. Mit seiner Ehefrau Anna Margaretha geb. Simon (1796-1828) aus „Hobgans“ hatte er nur eine Tochter Anna Catharina (1824-1886).

Als im Jahr 1828 Johann Hahn, dessen Frau, sein Söhnchen Johann Georg und auch sein Bruder Johann Georg kurz hintereinander verstarben, waren „Annekath“ und ihre gleichnamige Enkelin fortan die einzigen Bewohner des Hofes. Da die Enkelin zu diesem Zeitpunkt erst vier Jahre alt war, mußte „Annekath“ die große Landwirtschaft und den Haushalt alleine führen. Zwischenzeitlich hatte sie noch „Lapps“ Hof von ihren Eltern als einzige, in Kirchvers gebliebene Tochter vermacht bekommen, den es auch noch zu unterhalten galt. Als „Annekath“ 1832 starb, erbte ihre Enkelin durch ein Testament als damals achtjähriges Mädchen beide Höfe der Großmutter und gehörte somit zu den reichsten Personen in Kirchvers. Als 18jährige heiratete sie Johann Adam Gerhardt (1812-1877) aus „Schmidts“ und baute mit ihm zusammen den großen „Ressersch“-Hof in der Gießener Landstraße.

Der Hof an der Ecke Pfarrstraße/Burggarten wurde ca. 1863 bis auf die Scheune und ein Stallgebäude abgebrochen. Den Platz mit den übriggebliebenen Gebäuden wurde an Johann Jost Rühl („Jirje“) verkauft. Später verschwanden auch die letzten Reste des Hofes und das Grundstück wurde ein Garten. 47)

Siehe auch

Großgemeinde · Straßen · Geographie · Wüstungen · Link-Service · Literatur · Recherche · Hausnamen · Flurnamen

Ansichten
Persönliche Werkzeuge