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Lohra

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00 Lohra

Familie von Lare (Lohra)

Inhaltsverzeichnis

Verwaltungseinheit

Ortsteil der Gemeinde: Lohra, Ortstyp: Dorf, Namensgeber der Gemeinde Lohra, Politische Vertretung: Ortsbeirat

Lagebezug

Karte von Lohra

Fotos von Lohra

  • Lagebezug: 12, 5 km südwestlich Marburg
  • Topographische Karte: 5217 Gladenbach
  • Gauß-Krüger Rechtswert: 3474114 m
  • Gauß-Krüger Hochwert: 5622355 m
  • Höhenlage: 215 m über NN

Lage der Siedlung

Geschlossenes Dorf mit regelhaften Grundrissmerkmalen auf breitem, nach Südwest ins Salzbödetal ziehenden Feldrücken. Ortskern mit annähernd rechteckiger Wegeführung. Kirche mit ummauertem Kirchhof und Linde am Nordosten-Rand des Dorfes. Die breite von Südwest-Nordost führende Marktgasse trifft auf den Kirchhof. Moderne Bebauung im Nordwesten, Nordosten und Süden jenseits der Salzböde.

Ortsspitzname

"Roawe"; Raben

Verkehrslage der Siedlung

Straßen Damm- Mornshausen und Rollshausen- Willershausen (mit Anschluß an B 255) kreuzen sich im Ortsbereich. Alte Verbindungsstraße Fronhausen- Gladenbach. Bahnhof der Eisenbahnlinie Niederwalgern- Herborn (1893) (Bahnverkehr mittlerweile eingestellt)

Historische Namensformen

  • Lare (750/779, nach Abschrift des 12. Jhs.) UB Fulda 1 Nr. 111; wenn nicht Lahr, Kreis Limburg oder Lahr, Kreis Gießen;
  • in Larer marca (770, nach Abschrift der 2. Jälfte des 12. Jhs.) Glöckner, Codex Laureshamensis Nr. 3684 b;
  • in Lare (1200/1220);
  • Loher (1339);
  • Laer (1490);
  • Lar (1504);
  • Loer (1518);
  • Lohr (1577);
  • Lohra (1604);

Ersterwähnung

750/779

Der namens gebende Ort und jetzige Ortsteil der Großgemeinde Lohra wurde erstmals um die Jahre 750 -759 erwähnt, wobei man sich bei der Urkunde des Klosters Fulda für Lohra auf das Jahr 752 festlegte.

In dieser Urkunde wird festgehalten, dass dieses Gebiet der Kirche (Bonifatius) übertragen wird (Ablasshandel). In der gleichen Urkunde wird auch ein Rodenhausen erwähnt, es liegt allerdings an der Ohm.

Siedlungsplätze und Gemarkung

Alte Ding · Eselsmühle · Götzenmühle · Stallhof · Hillertshausen · Offenhausen · Neuendorf · Sachsenhausen · Mappesmühle

Auf eine Wüstung deutet der Flurnamen Hiller(t)shausen im Wiesengrund zwischen Teufels- und Urteilsberg. Flurnamen Sachsenhausen am südwestlichen Ortsrand (Hofwüstung).

Bezeichnung der Siedlung: locus 750/779; villa 770, Oberdorf 1364 genannt; Siedlungsgeschichte

Siedlungsentwicklung: 1366 abgebrannt

Umlegung der Flur: 1927/1934

Älteste Gemarkungskarte: 1802

Flächennutzungsstatistik:

  • 1838 (Kasseler Acker): 1652 stellbares Land, 550 Wiesen, 86 Gärten, 42 Triesche, 1513 Wald.
  • 1885 (ha): 1163, davon 401 Ackerl., 126 Wiesen, 554 Wald.
  • 1961 (ha): 1162, davon 496 Wald.

Flurnamen · Flurkarte · Gemeindestraßen · Hausnamen

Einwohnerstatistik

  • 1467: 28,
  • 1502: 34,
  • 1577: 82,
  • 1630: 67 hausgesessene (einschließlich 3 Witwen).
  • 1681: 52 hausgesessene Mannsch.
  • 1747: 347,
  • 1838: 600,
  • 1885: 750,
  • 1925: 1097,
  • 1939: 1262,
  • 1950: 1863,
  • 1961: 1915 Einwohner -
  • 1861: 521 evangelisch- luth. Einwohner, 18 Juden.
  • 1961: 1656 evangelisch, 240 römisch- katholisch Einwohner -
  • 1592: 29 Bauern mit Pflug, 39 Einläuftige, 13 Eigenleute.
  • 1630: 3 dreispänn., 13 zweispänn., 14 einspänn. Ackerleute, 37 Einläuftige (einschließlich Witwen). -
  • 1746: 3 Müller, 4 Branntweinbrenner, 2 Bender, 1 Rechenmacher, 5 Schneider, 3 Tagelöhner, 4 Tagelöhnermnnen; 2 Juden, die schlachten; 1 Jude, der Geldwechsler und Kleinkrämer ist; 2 Krämer, 1 Fenstermacher, 4 Schmiede, 3 zünftige Leineweber, 2 Schreiner, 2 Wirte, 3 Schweineschneider, 1 Spielmann. 1 Braumeister, 1 Maurer, 1 Bäcker genannt
  • 1838 (Familien): 58 Ackerbau, 36 Gewerbe, 17 Tagelöhner 62 nutzungsberechtigte, 49 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 3 Beisitzer.
  • 1961 (Erwerbspersonen): 213 Land- und Forstwirtschaft, 504 Produzierendes Gewerbe, 109 Handel und Verkehr, 114 Dienstleistungen und Sonstiges

Verwaltungsbezirk

Grundherrschaft und Grundbesitzer

  • 750/779 schenken Adelman und seine Gattin Odalswint Kloster Fulda ihren Besitz in L. mit allem Zubehör (Identifizierung mit L. fraglich; vgl. Ziff. 2 b).
  • 770 schenkt Aldrad Kloster Lorsch einen Herrenhof sowie 13 Hufen (sortes id est hubanne) und eine Anzahl Manzipien.
  • 780/800 verfügt Kloster Lorsch über 17 Hufen in L. (1 Herren-, 8 Servil-, 8 Lazenhufen).
  • 790 und 792 erhält das Kloster 2 Bifänge in L. marca.
  • Ende 9. Jh. besitzt Lorsch 1 Herrenhufe, 23 Servilhufen und 150 Manzipien; sicher nicht allein auf L. zu beziehen. -
  • 1200/1220 hat das Stift Wetter ein Mannlehen von 1 Hufe In L. -
  • 1250/60 sind die von Linden mit Eppstein. Gütern belehnt.
  • 1282/83 verfügen die Dynasten von Eppstein über 6 Hufen Ackerland in L.
  • Um 1320 ist das Lehen der von Linden in der Hand der von Schutzbar; 1624 nach dem Anfall der Herrschaft Eppstein- Königstein mainzisch Lehen der von Schutzbar. -
  • 1325 verfügt das Erzstift Mainz über Einkünfte aus Güterbesitz in L.; es dürfte sich hierbei um Teile jener Güter handeln, die das Erzstift ca. 1313 vom Ritter Wolfram Zenichin von Bommersheim im Gericht L. erwarb und die zwischen 1341 und 1607 wiederholt verpfändet wurden. -
  • 1291 und 1305 erwirbt Kloster Caldern Güterbesitz; 1431 ist das sog. Waldgut des Kloster zu Landsiedelrecht verpachtet. -
  • 1341 erwirbt der Deutsche Orden - Marburg von dem Ritter Konrad von Buchenau den halben Teil seines Hofes in L.; 1358/75: 1 Deutsche Orden-Hof, später 3 Höfe, die vor 1707 veräußert sind. -
  • 1494 verfügt der Landgraf über 8 dienstbare Pflüge in L.

Ortsadel

1240-1316. - Vgl. auch Wüstung - Stallhof

Ortskirche

plebanus 1238 (Schunder, Klosterarchive 3 Nr. 3).

  • Pfarrzugehörigkeit: Send- und Pfarrkirche. Eingepfarrt waren 1577 und später: Damm, Nanzhausen, Willershausen, Reimershausen sowie die 1630 und später als Filiale bestehenden Kirchen von Altenvers, Rollshausen und Seelbach.
  • Patronat: 1284 (Gudenus II Nr. 190) und 1577 solmsisches Lehen der Vögte von Fronhausen; seit deren Aussterben 1585 Solms- Lich Patron.
  • Bekenntniswechsel: Erster evangelisch Pfarrer: Heinrich Orth (1519/20-1574; seit 1526 evangelisch Pfarrer).

1606-1624: reformierter Bekenntniswechsel.

Kirchliche Mittelbehörden: Im 15. Jh. Sedes im Dekanat Amöneburg

Juden

  • 1744: 3,
  • 1746: 15,
  • 1835: 21,
  • 1906: 30 Juden.

Im 19. Jh. bildeten Lohra, Roth und Fronhausen eine Gemeinde; 2 Friedhöfe.

Wirtschaft

Mittelpunktsfunktionen: Markt- bzw. Gauvorort im 8. Jh.; Umfang und Funktion dieser Verwaltungsbezirke ungeklärt. 770 liegt Neuendorf, 789 Wambach (?) in L. marca; 790 Erfurtshausen im L.-Gau. - Mittelpunkt einer umfangreichen Villikation des Kloster Lorsch im 8. Jh. ( siehe Ziff. 3 b). Vorort des Gericht L. Gerichtumfang 1374 und später: Altenvers, (Wüstung) Bracht, Damm, Holzhausen, Kirchvers, Lohra, Nanzhausen, Oberwalgern, Rodenhausen, Rollshausen, Seelbach, Weipoltshausen, Willershausen. 1412: Reimershausen; 1492 auch: Belinhausen. Niederwalgern gehört 1571 mit Diensten nach Lohra, geht aber an das Gericht Reizberg. - 1807-1813: Kantonssitz. - Der Sendbezirk L. umfaßte im 15. Jh.: Altenvers, Damm, Kirchvers, L., Reimershausen, Rodenhausen, Rollshausen, Seelbach, Weipoltshausen, Willershausen; hinzuzurechnen ist ferner Nanzhausen. 1,8,11,22)

Siehe auch

Altes Rathaus Lohra · Evangelische Kirche Lohra · Elisabethenpfad · Heimatlied

Infrastruktur

Busnetzverkehr · DSL/Handy · Gemeindestraßen · Gewerbe · Kinderbetreuung · Schule · Kultur und Freizeit · Persönlichkeiten · Sehenswürdigkeiten · Vereinigungen

Geschichte

Chronik · Ersterwähnung · Wappen · Flurnamen · Für Neugierige · Gebietsreform · Großgemeinde · Verfolgte · Jüdische Gemeinde

Service

Bebauungspläne · Notruf, Hilfe, Betreuung · Link-Service · Wirtschaft · Veranstaltungskalender · Mitteilungen aus den Ortsteilen

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