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Lentzer

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Familienname Lentzer


Lohra

Johannes Lentzer

(Lönitzer), Sohn des Gerlach L. in Rennertehausen, konf. Marburg 1646, zuvor Präzeptor an der Gemeinschule in Marburg. 1669 Aug. 28 wegen Bestechung des Patrons und Unzucht abgesetzt. Hatte in Marburg eine gut besuchte Privatschule. 1671 zum Rektor in Frankenberg berufen, aber von der Regierung nicht bestätigt. 30.4.1673 als Pfarrer in Weitershausen eingeführt, f nach Ostern 1701. oo mit der Tochter des Johann Jakob Arkularius in Marburg. Kinder: Margaretha, get. 27.8.1673; Anna Elisabeth, get. 28.6.1676; Sohn get. 3.10.1678; Elisabeth Dorothea, get. 16.10.1683; Anna, get. 2.5.1686; Johannes, get. 17.4.1688; Tochter, get. 20.9.1691. Evang. luth. Pfarrer in Lohra 1667-1669 1)

1667 – 1669 (Lonizerus) Johannes Lentzer, ein Sohn Gerlach Lentzers von Rengertehausen, war 1646 zu Marburg confirmirt u. später Rector der Stadtschule daselbst geworden. Derselbe hatte im October 1666 die Präsentation für Lohr vom Grafen Johann Heinrich Christian von Hohensolms erhalten, während der Graf v. Solms Rödelheim als Vormund des Grafen von Lich den Sohn des Pfarrers von Ebsdorf Heinrich Fabricius, vorschlug. In Folge eines Vergleichs, nach welchem derjenige von beiden die Stelle haben sollte, der das beste Examen machte, ward Lentzer im Mai 1667 zum Pfarrer von Lohra bestellt. Allein nun führte der Pfarrer Chelius von Kirchvers Beschwerde darüber, daß er bereits am 11. October 1666 gegen Erlegung von 50 rt. die Zusage für seinen Sohn vom Grafen Joh. H. Chr. von Hohensolms, der grade an den Kaiserl. Hof nach Wien reisen wollte u. wie es scheint Geld nöthig hatte, erhalten, dasselbe aber nicht wieder bekommen könne. Lentzer sei seinem Sohn nur deshalb vorgezogen worden, weil er mehr nemlich 70 rt. gezahlt habe. Lentzer darüber vernommen, gab zu, „daß er, wenn auch nicht 70, doch 50 rt. als Beneficium, nicht aber für die Stelle gegeben habe, was alle Vorgänger wie bekannt, auch gethan“. Da Solms’scher seits der Empfang des Geldes nicht in Abrede gestellt werden konnte, werde von der landgräfl. Regierung verfügt, daß das Geld an die Kanzlei in Marburg zurückgezahlt werde, widrigenfalls Lentzer nicht als Pfarrer zuzulassen sei. Allein bei der Weigerung des Grafen Joh. Heinrich Christian waren alle Bemühungen des Pfarrers Chelius, auch bei dem Bruder desselben Namens Ludwig, vergeblich. Am 19. April 1669 kehrte dieser Graf Ludwig v. Hohensolms mit nach 5 anderen bei Pfarrer Lentzer in Lohra ein und blieb ohne irgend einen Grund 22 Tage dort. Da dies bereits von Ludwigs Bruder, Grafen Joh. Heinrich, geschehen war, vermuteten die Räte zu Marburg man wolle damit Solms’scher Seits „ein Atzungsmahl“ begründen u. erhoben dagegen entschieden Einspruch. Nach langen Verhandlungen ward Lentzer 28. Aug. 1669 von seinem Amt removirt. Er begab sich dann nach Marburg u. miehtete eine Privatschule, die solchen Zulauf hatte, daß er damit dem Pädagogium Abbruch that. 1673 erhielt er wieder eine Anstellung als Pfarrer von Weitershausen. 51)

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