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Kreuzmühle

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Kreuzmühle, Straße Kreuzmühle

Straße Nr.: 513, Kirchvers

  • Kreuzmühle 1, alte Nr.: 35, Kreuzmellersch


Inhaltsverzeichnis

Verwaltungseinheit

Sonstiges, Ortstyp: Mühle, Gemarkung (ehem. Alt-Gemeinde) Kirchvers

Lagebezug

Karte

  • 18 km südlich Marburg
  • Topographische Karte: 5317 Rodheim- Bieber
  • Gauß-Krüger Rechtswert: 3473250 m
  • Gauß-Krüger Hochwert: 5617340 m
  • Höhenlage: 207 m über NN

Lage der Siedlung

Mühlengehöft an der Vers 1 km nordöstlich Kirchvers

Historische Namensformen

Kreuzmühle (1823);

Ersterwähnung

1823

Einwohnerstatistik

1885: 1 Wohnhaus mit 4 Bewohner

Grundherrschaft und Grundbesitzer

Wohl eine der beiden 1630 genannten Kirchverser M.; damals im Eigentum des Müllers. 1630: 1 Gang. 1823: 1 Mahl- und 1 Schlaggang. 18,22)

Im Detail

Deutung: Örtlichkeit Kreuzmühle

Herkunft: Die erste Nennung der Mühle findet man, wie auch bei der Hardtmühle, im Salbuch des Gerichts Lohra aus dem Jahr 1592, jedoch noch nicht unter dem heutigen Namen: „Es hat Vintz Nachtigall alhier ein Schlag mohln, ist gar verfallen, ist ihr erbeigen“.

Die Amtsrechnung des Amtes Marburg von 1602 nennt den nachfolgenden Besitzer: „2 fl. (= 2 Gulden Mühlenzins) Johann Wagner zu Kirchvers von dem waßerfall der Newe Schlagmühle in Stöcken bonder (mundartlich „binner“ = unterhalb) Kirchverß, ist ihme A(nn)o 1602 den 27. Julii ad dies vita (= auf Lebenszeit) verliehen“. Die Rechnung vom Jahr 1618 ergänzt die Angaben: „1 fl. (Mühlenzins) derselbe Johann Wagner, vom Mahlgangk so ihme im Jahr 1610 daselbsten in Stöcken, gleich dem Schlagkgangk bewilliget“. Demnach besaß die Mühle seit 1610 einen Schlag- und einen Mahlgang. 1745 wurden diese durch zwei separate Wasserräder betrieben. Die Flurbezeichnung „in Stöcken“ ist heute nicht mehr überliefert. Sie dürfte aber mit einem Heiligenstock oder einem Kreuz in Verbindung stehen, wonach man die Wiesen um die Mühle auch „Creutzwiesen“ und die Mühle selbst Kreuzmühle nannte.

Aufgrund der schlechten Führung der Amtsrechnungen gehen aus diesen keine weiteren Müller hervor. Erster, im Kirchenbuch genannter Kreuzmüller war Johann Conrad („Curt“) Rühl (1672-1740), der aus Rodenhausen stammte und Catharina Elisabetha geb. Rontzemer (heute: Runzheimer) aus dem ehemaligen „Lützenhof“ in Kirchvers geheiratet hatte. Er war nebenbei auch Zimmermann und erbaute 1701 das heutige Wohnhaus. Die Mühle wird im Kirchenbuch auch „Mühle in der Creutzwieß“ oder „Mühle vor der Marck“ (Waldstück Viermark) genannt. 1710 wird ein Hans Georg Pfaff aus Salzböden als Müller auf der Mühle bezeichnet. Er dürfte aber nur kurze Zeit dort tätig gewesen sein.

Johann Conrads Sohn Johann Jost Rühl (1707-1776) übernahm das Anwesen mit seiner ersten Ehefrau Anna Catharina geb. Schmidt aus Weipoltshausen, deren Aussteuer das heute noch erhaltene, sogenannte „Kleine Häuschen“ gewesen sein soll. In zweiter Ehe heiratete er Catharina geb. Rontzemer aus Friebertshausen. Nächster Müller war der Sohn Hans Conrad Rühl (1742-1807) aus erster Ehe, der mit Anna Catharina geb. Dielmann aus Seelbach verheiratet war. Deren Sohn Johann Georg Rühl (1784-1841) war der letzte Müller Rühl auf der Kreuzmühle. Seine Ehefrau Kunigunda war ebenfalls eine geborene Dielmann aus Seelbach. Der einzige Sohn Johann Jost Rühl (1814-1863) starb ledig als Sträfling in Marburg. Er soll geistig zurückgeblieben gewesen sein und sich um sein Erbe betrogen gefühlt haben. Aus dieser Wut heraus habe er die Scheune seines Onkels in Weipoltshausen in Brand gesteckt (nach I. Schäfer: „Geschichten aus unserer Mühle“). Die Mühle erbte Johann Georgs Schwiegersohn Friedrich Elbrecht (1817-1890) aus Reimershausen mit seiner Ehefrau Anna Elisabeth (1821-1870). Deren Enkel war Friedrich Elbrecht (1887-1963), der letzte Kreuzmüller. Er war in erster Ehe mit Elisabeth geb. Schmidt (1886-1918) aus Altenvers und in zweiter mit Wilhelmine geb. Wittke (1897-1954) aus Ihringshausen (heute Gemeinde Fuldatal) verheiratet.

Einige Jahre nach deren Tod kaufte das Ehepaar Dr. Walter und Ingeburg Schäfer aus Wetzlar die Mühle auf, die sich damals in schlechtem baulichem Zustand befand und restaurierte sie liebevoll. Das heutige Mühlrad stammt von der Obermühle zwischen Bieber und Königsberg (nach I. Schäfer, s.oben). 47)

Siehe auch

Kirchvers · Großgemeinde · Straßen · Geographie · Wüstungen · Link-Service · Literatur · Recherche · Hausnamen · Flurnamen

Infrastruktur

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