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Kirchvers

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05 Kirchvers 22, 29)

Familie von Vers

Inhaltsverzeichnis

Verwaltungseinheit

Ortsteil der Gemeinde: Lohra, Ortstyp: Dorf, Politische Vertretung: Ortsbeirat

Lagebezug

Karte von Kirchvers

Fotos von Kirchvers

  • Lagebezug: 17,5 km südwestlich Marburg
  • Topographische Karte: 5317 Rodheim- Bieber
  • Gauß-Krüger Rechtswert: 3472401 m
  • Gauß-Krüger Hochwert: 5616937 m
  • Höhenlage: 213 m über NN

Lage der Siedlung

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss und teilweise lockerer Gehöftanordaung im Talgrund der Vers. Hauptkomplex der Siedlung auf dem linken Versufer. Kirche in zentraler Lage. Moderne Wohnsiedlung im Süden; nach Osten abgesetzt Fabrik.

Ortsspitzname

"Schmierkeesleacker"; Schmierkäselecker

Verkehrslage der Siedlung

Straße Reimershausen- Krumbach im Zuge der alten Landstraße Marburg-Wetzlar, die sich südwestlich des Ortes in einen oberen und unteren Zweig gabelte. Zwei alte Amtsstraßen von Gießen durch Krofdorf bzw. Rodheim vereinigten sich früher im Ortsbereich zur Amtsstraße nach Gladenbach und Biedenkopf.

Historische Namensformen

  • Ferse (um 1130) Gensicke, Vogtei Ebsdorf, S. 101;
  • Verse (1196);
  • Virse (1333) vgl. auch Alten- Vers;
  • Kirchferse (1359);
  • Kirchvers (1604)

Ersterwähnung

Kirchvers wird erstmals als "Ferse" um 1130 im Besitzverzeichnis des Stephans-Stiftes zu Mainz erwähnt, lässt aber offen, um welchen der Vers-Orte es sich handelt. Dies geht 1359 erstmals eindeutig durch den Namenszusatz in der Marburger Rentmeister- Rechnung hervor.

Siedlungsplätze und Gemarkung

Hardtmühle · Kreuzmühle

Bezeichnung der Siedlung: Siedlungsgeschichte

Umlegung der Flur: 1934/1935

Älteste Gemarkungskarte: 1803

Flächennutzungsstatistik

  • 1838 (Kasseler Acker): 757 stellbares Land, 292 Wiesen, 10 Gärten, 5 Triesche, 355 Wald.
  • 1885 (ha): 671, davon 245 Ackerland, 88 Wiesen, 301 Holz.
  • 1961 (ha): 672, davon 301 Wald.

Flurnamen · Flurkarte · Gemeindestraßen · Hausnamen

Einwohnerstatistik

  • 1502: 16 Hausgesessene,
  • 1577: 43,
  • 1630: 26 (einschließlich 3 Witwen).
  • 1681: 23 Hausgesessene Mannschaften,
  • 1745: 190,
  • 1838: 217,
  • 1885: 328,
  • 1925: 402,
  • 1939: 426,
  • 1950: 587,
  • 1961: 550 Einwohner
  • 1861: 291 evangelisch-lutherische Einwohner,
  • 1961: 475 evangelische, 36 römisch-katholische Einwohner
  • 1630: 2 dreispännige, 8 zweispännige, 6 einspännige Ackerleute, 10 Einläuftige
  • 1745: 3 Schneider, 2 Müller, 1 Maurer, 1 Leineweber, 1 Weißbinder, 1 Wirt, 1 Branntweinbrenner, 2 Schmiede, 1 Braumeister, 2 Zimmerleute, 5 Tagelöhner (-innen).
  • 1838 (Familien): 29 Ackerbau, 11 Gewerbe, 3 Tagelöhner, 30 nutzungsberechtigte, 12 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 3 Beisitzer.
  • 1961 (Erwerbspersonen): 116 Land- und Forstwirtschaft, 137 Produzierendes Gewerbe, 16 Handel und Verkehr, 15 Dienstleistungen und Sonstiges

Verwaltungsbezirk

  • 1374: Gericht Lohra, das seit 1601 mit dem Gericht Fronhausen verbunden ist.
  • 1687: Amt Fronhausen.
  • 1807-1813: Kanton Lohra.
  • 1821: Justizamt, seit 1867: Amtsgericht Fronhausen.
  • 1948: Amtsgericht Marburg

Grundherrschaft und Grundbesitzer

  • Um 1130 hat das Mainzer St. Stephansstift Gefälle aus Güterbesitz in V.; sie sind Zubehör der Villilkation Ebsdorf, deren Einkünfte seit 1249 an die Landgrafen verpachtet sind; es handelt sich bei den Gefällen in V. offenbar um Pachtzins aus dem sog. Stadelhof des Stifts, der 1271 an die von Rodheim und von V. verpachtet ist.
  • 1196 hat das Kloster Spieskappel Einkünfte aus Güterbesitz in V.
  • 1333 hat Adolf Zabel von V. ein falkenstein. Burglehen in V.
  • Ende 14. Jh. erwerben die Riedesel das sog. Grabengut in Kirch- V., das 1374 noch im Besitz des Emmerich von V. war.
  • Vor 1393 sind die von Hatzfeld in V. begütert; der Besitz fällt 1416 an die Riedesel; 1553 landgräflich Lehen der Riedesel.
  • 1457 verkaufen die Zöllner dem Magister Imhof genannt Rode Güterbesitz zu Alten- und Kirch- V., der 1476 an die Marburger Kugelherren fällt.
  • 1494 sind dem Landgraf 3 Pflüge in Kirch- V. dienstbar.
  • Der Zehnte ist 1347 solms. Lehen der Vögte von Fronhausen; um 1365 westerburg. Lehen der Riedesel

Ortsadel

1271-1372. Zwei ehem. Burgsitze der von V. befinden sich am N- und S-Rand von Kirch-V.; Flurnamen: im Burggarten, Herrenwiese, Küchenacker

Ortskirche

  • Pfarrei: 1468 (Classen, Kirchliche Organsation S. 103).
  • 1577 und später: Weipoltshausen eingepfarrt;
  • 1590 und später: Rodenbausen Vikariat -
  • Der Patronat war um 1365 westerburg. Lehen der von V. und der Riedesel,
  • 1462 westerburg. Lehen der von Rodenhausen.
  • 1468: von Vers;
  • 1577: von Rodenhausen. -
  • Erster evangelisch Pfarrer: Volprecht (Valentin?) Fischer (ca. 1538).
  • 1605-1624: Reformierter Bekenntniswechsel
  • Kirchliche Mittelbehörden: 15. Jh.: Sendbezirk Lohra. Dekanat Amöneburg

Wirtschaft

Zoll; Landzollstätte 1592.

Siehe auch

Evangelisch-lutherische Kirche Kirchvers · Elisabethenpfad · Verfolgte · Wahlen · Wappen · Persönlichkeiten · Derer von Vers

Infrastruktur

Busnetzverkehr · DSL/Handy · Gemeindestraßen · Gewerbe · Kita Kirchvers · Schule · Kultur und Freizeit · Sehenswürdigkeiten · Vereinigungen · Waldschwimmbad Kirchvers

Geschichte

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Service

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