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Kindergartenbedarfsplan

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Kindergartenbedarfsplan der Gemeinde Lohra 2009 bis 2010


„Weil unsere Kinder unsere einzige reale Verbindung zur Zukunft sind, und weil sie die Schwächsten sind, gehören sie an die erste Stelle der Gesellschaft". Zitat Olaf Palme

Inhaltsverzeichnis

Gesetzliche Ausgangslage

Mit dem Inkrafttreten des HKJGB zum 01. Januar 2007 hat Hessen ein komplett neues Recht für Kinder in Tageseinrichtungen und Tagespflege geschaffen. Angesichts landesweit zurückgehender Geburtenzahlen und des Wunsches von immer mehr jungen Menschen, Familie, Kinderbetreuung und Erwerbstätigkeit miteinander zu vereinbaren war eine grundlegende Reform des Kinderbetreuungswesens notwendig.

Aufgaben

Die Tageseinrichtung für Kinder hat einen eigenständigen Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrag. Sie ergänzt und unterstützt die Erziehung des Kindes in der Familie und soll die Gesamtentwicklung des Kindes durch allgemeine und gezielte Bildungs- und Erziehungsangebote fördern. Ihre Aufgabe ist es insbesondere, durch differenzierte Erziehungsarbeit die geistige, seelische und körperliche Entwicklung des Kindes anzuregen, seine Gemeinschaftsfähigkeit zu fördern und allen Kindern gleiche Entwicklungschancen zu geben. Für die Ausgestaltung und Umsetzung des Bildungs- und Erziehungsauftrages ist der Träger der Tageseinrichtung unter Mitwirkung der Erziehungsberechtigten verantwortlich.

Gemäß dem Hessischen Kinder- und Jugendgesetzbuch (HKJGB)§ 3, Abs. 4 arbeiten die Träger der Kindertagesstätten partnerschaftlich zusammen; dabei ist auf die Selbstständigkeit der freien Träger in Zielsetzung und Durchführung ihrer Aufgaben sowie in der Gestaltung ihrer Organisationsstruktur (auf Basis der bestehenden Betriebsverträge) zu achten.

Bedarfsplan und Sicherstellung des Angebotes

Für die Sicherstellung eines ausreichenden Betreuungsangebots sind die Gemeinden in Zusammenarbeit mit den freien Trägern verantwortlich (siehe § HKJGB). Ihnen kommt die Aufgabe zu innerhalb ihrer Leistungsfähigkeit ein bedarfsgerechtes Betreuungsangebot zu gewährleisten. Als bundesgesetzliche Regelung definiert § 24 Abs. 1 SGB VIII einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz. Das TAG vom 27.12.2004 verpflichtet die Gemeinden zusätzlich, bedarfsgerechte Plätze in Tageseinrichtungen und in Tagespflege für Kinder unter 3 Jahren vorzuhalten, wenn insbesondere eine Erwerbstätigkeit von den Erziehungsberechtigten ausgeübt wird oder aufgenommen werden soll (§ 24 Abs. 2 und 3 SGB VIII). Soweit nicht sofort der Bedarf gedeckt werden kann, sind Ausbaustufen bis 2010 zu beschließen (§ 24 a SGB VIII).

Die Konzentration der Planungs- und Finanzierungsverantwortung in der Hand der Gemeinden ermöglichtes, das Betreuungsangebot konkret auf die örtlichen Verhältnisse auszurichten und flexibel auf veränderte Bedarfslagen reagieren zu können. Die Gemeinde kann damit zum Beispiel auch selbst entscheiden, ob sich für Kinder unter 3 Jahren eine eigene Krippe oder eine altersgeöffneter Kindertagesstätte nach den örtlichen Gegebenheiten am besten eignet.

Unbeschadet der Gesamtverantwortung des örtlichen Trägers der öffentlichen Jugendhilfe ermitteln die Gemeinden in Zusammenarbeit mit den freien Trägern der Kindertagesstätten den Bedarf an Plätzen für Kinder in Tageseinrichtungen. Der Bedarfsplan berücksichtigt die voraussehbare Bedarfsentwicklung und beschreibt die erforderlichen Maßnahmen. Er ist mit dem örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe abzustimmen und regelmäßig fortzuschreiben. Die Gemeinden tragen in eigener Verantwortung dafür Sorge, dass die im Bedarfsplan vorgesehenen Plätze in Tageseinrichtungen zur Verfügung stehen. Die Zuständigkeit des örtlichen Trägers der öffentlichen Jugendhilfe für die Aufgaben nach § 23 des Achten Sozialgesetzbuch bleibt unberührt.

Die Gemeinden sollen die freiwillige Tätigkeit auf dem Gebiet der Kindertagesbetreuung anregen und fördern. § 74 Abs. 1 bis 5 des Achten Buches Sozialgesetzbuch gilt entsprechend.

Nach §3, Abs. 5 HKJGB sollen die Gemeinden von eigenen Maßnahmen absehen, wenn geeignete Angebote von freien Trägern betrieben oder rechtzeitig geschaffen werden können.

Inanspruchnahme von Tageseinrichtungen

Ein Kind hat vom vollendeten dritten Lebensjahr bis zum Schuleintritt Anspruch auf den Besuch einer Tageseinrichtung. Die Träger der öffentlichen Jugendhilfe haben darauf hinzuwirken, dass für diese Altersgruppe ein bedarfsgerechtes Angebot an Ganztagsplätzen oder ergänzend Förderung in Kindertagespflege zur Verfügung steht.

Für Kinder im Alter unter drei Jahren ist ein bedarfsgerechtes Angebot an Plätzen in Tageseinrichtungen und in Kindertagespflege vorzuhalten.

Für Kinder im Alter unter drei Jahren sind mindestens Plätze in Tageseinrichtungen und in Kindertagespflege vorzuhalten, wenn:

  • die Erziehungsberechtigten oder, falls das Kind nur mit einem Erziehungsberechtigten zusammenlebt, diese Person einer Erwerbstätigkeit nachgehen oder eine Erwerbstätigkeit aufnehmen, sich in einer beruflichen Bildungsmaßnahme, in der Schulausbildung oder Hochschulausbildung befinden oder an Maßnahmen zur Eingliederung in Arbeit im Sinne des Vierten Gesetzes für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt teilnehmen oder
  • ohne diese Leistung eine ihrem Wohl entsprechende Förderung nicht gewährleistet ist; die §§ 27 bis 34 (SGB VIII) bleiben unberührt.

Der Umfang der täglichen Betreuungszeit richtet sich nach dem individuellen Bedarf im Hinblick auf die in Satz 1 genannten Kriterien.

Die Jugendämter oder die von ihnen beauftragten Stellen sind verpflichtet, Eltern oder Elternteile, die Leistungen nach Absatz 1 oder Absatz 2 in Anspruch nehmen wollen, über das Platzangebot im örtlichen Einzugsbereich und die pädagogische Konzeption der Einrichtungen zu informieren und sie bei der Auswahl zu beraten. Landesrecht kann bestimmen, dass Eltern das Jugendamt oder die beauftragte Stelle innerhalb einer bestimmten Frist vor der beabsichtigten Inanspruchnahme der Leistung in Kenntnis setzen.

Betreuungsformen

Kinderkrippe

Für Kinder bis zum vollendeten dritten Lebensjahr. Wenn Kinder bis zum vollendeten zweiten Lebensjahr in der Gruppe aufgenommen werden, beträgt die Gruppenstärke maximal 12 Kinder.

Kindertagesstätte

Für Kinder im Alter von 3 Jahren bis zum Schuleintritt. Die Gruppenstärke beträgt maximal 25 Kinder.

Altersübergreifende Tageseinrichtung für Kinder Bei altersübergreifenden Gruppen mit Kindern im Alter von l,5Jahren bis Schuleintritt ist die Gruppenstärke je nach Altersstruktur vom Jugendamt individuell festzulegen, sali aber nicht mehr als 20 Kinder betragen.

Personal

In Tageseinrichtungen darf nur Fachpersonal beschäftigt werden. Der Personalschlüssel beträgt

  • in einer Regelgruppe 1,5 Fachkräfte
  • in einer altersübergreifenden Gruppe 2,0 Fachkräfte
  • in einer Krippengruppe 2,0 Fachkräfte

Die Personalberechnung erfolgt unter Berücksichtigung der gesamten Öffnungszeiten der Gruppe.

Zusatzstunden werden für die

  • Leitung der Einrichtung mit 5 Stunden pro Gruppe
  • für die Vorbereitungszeit mit 7,5 Stunden pro Gruppe zusätzlich gewährt.

Aufnahmekriterien

Zurzeit gelten in den verschiedenen Einrichtungen unterschiedliche Aufnahmekriterien. Mit Beginn des neuen Kindergartenjahres ab 01.08.2009 sollen in allen Kindertagesstätten die gleichen Kriterien angewandt werden.

Ab diesem Zeitpunkt gelten ausschließlich folgende Kriterien für alle Kindertagesstätten in der angegebenen Reihenfolge:

  • Geschwisterkinder
  • Alter des Kindes

Als Stichtag für die Anmeldefrist gilt jeweils der 31. März für das folgende Kindergartenjahr.

Durch die Träger der Einrichtungen muss eine schriftliche Aufnahmebestätigung erteilt werden.

Förderung durch das Land Hessen

Die Verordnung zur Landesförderung für Kindertageseinrichtungen vom Januar 2007 ist vordergründig kein Thema des Bedarfsplanes. Da der Bedarfsplan jedoch Entscheidungsgrundlagen für die weitere Gestaltung des örtlichen Betreuungsangebotes bereitstellt, ist die Kenntnis des Fördersystems für eine ausgewogene Entscheidungsfindung wichtig.

Förderung der Tagesbetreuung von Kindern unter drei Jahren

Die jährliche Zuweisung beträgt für jedes Kind unter drei Jahren, das in einer Tageseinrichtung im Gemeindegebiet betreut wird, für eine tägliche vertragliche Betreuungszeit

  • von bis zu fünf Stunden 1.200,- €,
  • von mehr als fünf Stunden und bis zu sieben Stunden 2.400,- € und
  • von mehr als sieben Stunden 3.000,- €.

Förderung der Tagesbetreuung von Kindern im Kindergartenalter

Allgemeine Trägerentlastung (§6Abs.l):

  • Freie Träger: 160, - € Für jeden genehmigten Platz für Kinder ab drei Jahre
  • Kommunale Träger: 80, - € Für jeden genehmigten Platz für Kinder ab drei Jahre

Erweiterte Öffnungszeiten (§ 6 Abs. 2):

Freie Träger:

  • 5.115,- €: Bei einer durchgehenden vertraglichen Betreuungszeit von mindestens sechs Stunden für je 24 Kinder ab drei Jahre
  • 7.670,-€: Bei einer durchgehenden vertraglichen Betreuungszeit von mindestens acht Stunden für je 24 Kinder ab drei Jahre

Kommunale Träger

  • 2.250,-€: Bei einer durchgehenden vertraglichen Betreuungszeit von mindestens sechs Stunden für je 24 Kinder ab drei Jahre
  • 3.375.-€: Bei einer durchgehenden vertraglichen Betreuungszeit von mindestens acht Stunden für je 24 Kinder ab drei Jahre

Hinweis:

Sind in der Einrichtung sowohl Kinder für eine durchgehende Betreuungszeit von sechs bis unter acht Stunden, als auch Kinder für eine durchgehende Betreuungszeit von mindestens acht Stunden aufgenommen, darf die Zuwendung nicht höher sein, als wenn die Gesamtzahl dieser Kinder acht Stunden betreut würde.

Kinder mit Migrationshintergrund (§ 6 Abs. 3)

Das Land fördert auch noch Einrichtungen, wenn der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund mindestens 20 % der Gesamtzahl der belegten Plötze beträgt.

Integration von Kindern mit Behinderung (§ 6 Abs. 4):

Die Zuwendung beträgt: 1.540,00 € pro Integrationsplatz.

Hinweis: Die Zuwendung nach §6 Abs. 4 setzt voraus, dass der Bescheid des zuständigen Sozialhilfeträgers über die Gewährung der Maßnahmenpauschale für den Integrationsplatz nach der Rahmenvereinbarung Integrationsplatz vom 30.06.1999 in der jeweils geltenden Fassung vorliegt.

Förderung der Freistellung vom Kindergartenbeitrag (§§ 10 +11)

Die Zuweisung beträgt 1.200 Euro jährlich für jedes in der Gemeinde gemeldete Kind, das bis zum 30. Juni des Zuweisungsjahres das sechste Lebensjahr vollendet. Damit werden die Erziehungsberechtigten von der Zahlung des Kindergartenbeitrages bis zu einer Höhe von 100,- €pro Monat für die Betreuungszeit im letzten Jahr vor der Einschulung befreit. Gebühren, die über diesen Betrag hinausgehen, sind von den Erziehungsberechtigten zu zahlen.

Integrationsmaßnahmen

Kinder vom vollendeten 3. Lebensjahr bis Schuleintritt, die eine drohende oder nachgewiesene Behinderung haben und die aufgrund ihrer Behinderung zusätzlicher Hilfen bedürfen, zählen zu dem anspruchsberechtigten Personenkreis für den Besuch einer Kindertagesstätte. Voraussetzung für die Aufnahme ist eine Behinderung im Sinne der §§ 53 ff Sozialgesetzbuches XII (ehemals BSHG).

Im Rahmen von Eingliederungshilfe von Kindern mit Behinderung in die Gesellschaft ist es die Aufgabe des örtlichen Sozialhilfeträgers dem Kind die Teilnahme am Besuch einer wohnortnahen Kindertagesstätte zu ermöglichen oder zu erleichtern. Jedem Kind mit Behinderung soll die Eingliederung in die Gesellschaft ermöglicht werden, um alle Kinder in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung zu fördern und dazu beizutragen, Benachteiligungen zu vermeiden und abzubauen.

Nach Anerkennung einer Integrationsmaßnahme wird dem Träger der Kindertagesstätte eine Maßnahmenpauschale bewilligt, womit dieser zusätzliches Betreuungspersonal von 15 Wochenstunden, einer Fachkraft pro Kind mit Behinderung, für die Sicherstellung der zusätzlichen Hilfen zur Verfügung zu stellen hat. Diese zusätzlichen Fachkraftstunden sollen zusammen mit der Reduzierung der Gruppenstärke die Zusatzbelastungen in der Gruppe auffangen, obwohl die Betreuungszeit und der Betreuungsaufwand der Kinder mit Behinderungen damit nicht immer ausgeglichen werden kann.

Mit Beginn einer Integrationsmaßnahme ist die Gruppengröße wie folgt zu reduzieren:

      Anzahl                  Anzahl Regelkinder          Gesamtgröße 
Integrationsmaßnahmen             pro Gruppe               pro Gruppe
    pro Gruppe
        1                            19                       20
        2                            18                       20
        3                         bis zu 17         max. 20 wird im Einzelfall
                                                      vom Jugendamt geregelt
        4                            11                       15
        5                            10                       15

Bestands- und Bedarfsermittlung

Kinder über 3 Jahre

In der Gemeinde Lohra stehen zurzeit in den einzelnen Kindertagesstätten folgende Kapazitäten im Bereich der Kinder über 3 Jahren zur Verfügung (Tabelle ohne bis Sommer 2009 befristete Gruppenerweiterungen):

Einrichtung     Regelgruppen  Altersübergreifende   Plätze     Integrationsmaßnahmen    Reduzierte Plätze wegen
                                   Gruppe          insgesamt                             Integrationsmaßnahmen
					
Konrad-Gaul-Straße    2                               50                2                         45
Schulstraße           2               1               65                2                         60
Altenvers             2                               50                4                         40
Kirchvers             2                               50                3                         45

Gesamt                8               1              215               11                        190

Hinzu kommen die bis Sommer 2009 genehmigten Sondergruppen in den Kitas Kirchvers mit 7 Plätzen und Konrad-Gaul-Straße mit 8 Plätzen. Insgesamt werden somit zurzeit in Gemeinde Lohra 205 Kita- Plätze zur Verfügung gestellt.

Aktuell ist festzustellen, dass für alle Kinder in der Gemeinde Lohra, die das 3. Lebensjahr vollendet haben, ein Kindergartenplatz zur Verfügung gestellt werden kann. Für diese Kinder ist somit eine 100%ige Versorgung sicher gestellt.

Aufgrund der Erhebung der Kinderzahlen (siehe Anlage 1) ist aus heutiger Sicht auch weiter eine vollständige Versorgung bis 2010 zu erwarten. Sollte sich unerwartet Handlungsbedarf ergeben, z.B. Reduzierung der Gruppengröße durch Integrationsmaßnahmen, so entscheiden die Gemeinde Lohra nach Rücksprache mit allen Trägern über entsprechende Maßnahmen. Dabei sollte es sich jeweils um befristete Lösungen handeln, um kurzfristig auf eventuelle freie Kapazitäten in der Gemeinde Lohra reagieren zu können.

Kinder unter 3 Jahre

Bereits jetzt werden für Kinder im Alter von 1,5 bis 3 Jahren eine Vielzahl von Plätzen in der Gemeinde Lohra angeboten:

  • Kita Lohra, Konrad-Gaul-Straße: 0 Plätze
  • Kita Lohra, Schulstraße: 5 Plätze
  • Kita Altenvers: 12 Plätze
  • Kita Kirchvers: 7 Plätze

Damit stellt die Gemeinde Lohra zurzeit insgesamt 24 Betreuungsplätze für Kinder im Alter von 1,5 bis 3 Jahren zur Verfügung. Dies entspricht für diesen Altersbereich bereits jetzt einem Versorgungsgrad von über 30 Prozent.

Durch das Tagesbetreuungsausbaugesetz (TAG) wird u.a. der Ausbau der U3 Betreuung geregelt, bis 2010 sollen 20% der U3 Kinder einen Betreuungsplatz erhalten.

Durch das Kinderförderungsgesetz (Kifög) wird für die Ausbauphase bis zum 31. Juli 2013 im Vergleich zum TAG eine erweiterte, objektiv rechtliche Verpflichtungen für die Bereitstellung von Plätzen eingeführt. Ziel der Förderung ist es, die Kinder in ihrer persönlichen Entwicklung zu stärken und damit die Rahmenbedingungen für echte Chancengleichheit zu schaffen. Außerdem sollen nicht nur berußtätige Eltern einen gesicherten Betreuungsplatz für ihr Kind bekommen, sondern auch schon diejenigen die eine Arbeit suchen. Damit fällt eine der letzten Hürden für alleinerziehende Mütter und Väter, die häufig erst einen Arbeitsplatz finden, wenn sie die Betreuung ihres Kindes gesichert haben.

Ab dem 1. August 2013, nach Abschluss der Ausbauphase, soll der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für alle Kinder vom vollendeten ersten bis zum vollendeten dritten Lebensjahr eingeführt werden.

Öffnungszeiten und Kosten

Zurzeit sind die Betreuungszeiten in den einzelnen Einrichtungen unterschiedlich. Hinzu kommt, dass die Gebühren ebenfalls nicht einheitlich erhoben werden. Eine vergleichende und detaillierte Darstellung der Öffnungszeiten und der entsprechenden Kosten ist wegen der total unterschiedlichen Berechnungen in jeder Einrichtung nicht möglich.

Hier nur eines von vielen Beispielen: Einrichtung Betreuungszeit pro Woche Mittags-betreuung Preis in Euro

Konrad-Gaul-Straße 42 ja 106,- nein 106,- Schulstraße 44 ja 106,- nein 106,- Altenvers 42,5 ja 141,- nein 100,- Kirchvers 42,5 ja 141,- nein 100,-

Die Gebühren für Getränkegeld und Spielgeld sind ebenfalls völlig unterschiedlich.

Mit Beginn des neuen Kindergartenjahres ab 01.08.2009 werden folgende Regelungen getroffen, die für alle Einrichtungen gelten, um damit einheitliche Betreuungszeiten und Kosten zu gewährleisten:

Öffnungszeiten

  • Die Regelbetreuungszeit beträgt 42,5 Stunden pro Woche. Hinzu kommen Frühdienst und Spätdienst. Die gesamte Betreuungszeit darf 50 Stunden pro Woche nicht überschreiten. Voraussetzung für die Durchführung eines Früh- oder Spätdienstes ist, dass mindestens je 5 Kinder daran teilnehmen.
  • Wie diese Betreuungszeit in der Woche an einzelnen Tagen angeboten wird, kann jede Einrichtung individuell regeln.
  • Während des Mittagsdienstes(Essenszeit) zwischen 12:00 und 13:00 Uhr sind zur Betreuung der Kinder, die am Essen teilnehmen zusätzliche 7,5 Fachkraftstunden pro Woche vorgesehen. Diese 7,5 Stunden beziehen sich auf maximal 15 Kinder. Sollten mehr Kinder am Essen teilnehmen erhöhen sich diese Stunden entsprechend.

Kosten

  • Regelbetreuungszeit 42,5 Stunden pro Woche Kinder übet: 3 Jahre: 115,00 € monatlich
  • Regelbetreuungszeit 42,5 Stunden pro Woche Kinder unter 3 Jahre: 130,00 € monatlich
  • Erstes Geschwisterkind zahlt 75% dieser Beiträge, das zweite Geschwisterkind ist vom Beitrag befreit. Dies gilt nur, wenn die Geschwisterkinder Kitas in der Gemeinde Lohra gleichzeitig besuchen.
  • Frühdienst pro 0,5 Stunden täglich: 10,00 € monatlich
  • Spätdienst pro 0,5 Stunden täglich: 10,00 € monatlich
  • Eine Spiel- oder Getränkepauschale wird nicht mehr erhoben.
  • Die Abrechnung für das Mittagessen wird durch die Träger individuell geregelt.

Sonstiges

  • Die Träger haben die Möglichkeit eine bereits bestehende Gruppe umzuwandeln. So ist es zum Beispiel möglich, eine Regelgruppe in eine altersgemischte Gruppe zu verändern. Damit soll erreicht werden, dass aufgrund veränderter Altersstruktur in der Einrichtung das richtige Betreuungsangebot bereitgestellt werden kann. Zusätzliche Gruppen zu den bereits bestehenden Gruppen, bedürfen immer der ausdrücklichen Zustimmung der Gemeindegremien und sind zeitlich befristet.
  • Aus heutiger Sicht ist davon auszugehen, dass im Laufe der zweiten Jahreshälfte 2009 im Rahmen der „ Verordnung zur Neuregelung der Mindestvoraussetzungen in Tageseinrichtungen für Kinder" Neuregelungen für Gruppengrößen und personelle Besetzungen in Kraft treten. Dieser Bedarfsplan ist diesbezüglich dann zeitnah anzupassen.

Belegungszahlen der Kindertagesstätten in der Gemeinde Lohra für das Kindergartenjahr 2009/2010

Kindertagesstätte Lohra, Schulstraße

Verfügbare Plätze insgesamt: 65; davon U3-Kinder: 5; Integrationen: 2; Anzahl der abgehenden Kinder: 10

Zusagen 2009/2010: 9 (1 steht noch offen)

Frau Seidat geht davon aus, dass bis November 2009 alle Plätze belegt sind.

Kindertagesstätte Lohra. Konrad-Gaul-Straße

Verfügbare Plätze insgesamt:40; Integrationen: 4; Anzahl der abgehenden Kinder: 14

Anmeldungen 2009/2010: 11 (keine Zusage möglich)

Da die bisherigen verfügbaren Plätze insgesamt 54 (45 wg. Integration + 8 Schmetterlingsgruppe + 1 Notkind) um weitere 5 Plätze wegen Integration reduziert werden müssen, können derzeit keine Kinder mehr aufgenommen werden.

Kindertagesstätte Altenvers

Verfügbare Plätze insgesamt: 52; davon U3-Plätze: 12; Integrationen: 4+1; Anzahl der abgehenden Kinder: 14

Zusagen 2009/2010: 8

In der Kindertagesstätte Altenvers bleiben in der Regelbetreuung 5 freie Plätze und in der U3-Gruppe 4 freie Plätze offen.

Kindergarten Kirchvers

Verfügbare Plätze insgesamt: 59; davon U3-Plätze: 7; Integrationen: 2; Anzahl der abgehenden Kinder: 12

Zusagen 2009/2010: 6

Im Kindergarten Kirchvers bleiben 6 freie Plätze offen.


Lohra, den 06. Juli 2009


Siehe auch

Ortsrecht · Kindertagesstätten · Einrichtungen · Administration · Verwaltung · Mitteilungen · Großgemeinde

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