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Küfer

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Der Küfer ist ein handwerklicher Beruf, bei dem Behälter und Gefäße, meist aus Holz, hergestellt werden.

Die Küfe im ursprünglichen Sinne ist ein Kübel/Eimer, dann speziell das Salzfass; aus den verschiedenen weiteren Produktbezeichnungen wie Fässer/Tonnen, Bottiche, Schaff(el)n, Zubern/Bütten leiten sich die verschiedenen regionalen Berufsbezeichnungen ab: (Fass)binder, Fassler; Böttcher; Büttner; Schäffler; Kübler; Schedler; Simmermacher (zum Hohlmaß Simmer).

Alle diese Namen sind auch Hohlmaße und Maße für das Gewicht, und finden sich als Einheiten.

Weißküfer ist der ‚Feinküfer‘ (Herstellung von Haushalts- und Kleinartikeln). Hergestellt werden in dem Beruf Gefäße aus Dauben, speziell geformten Holzstücken, die mit hölzernen oder eisernen Reifen zusammengehalten werden, der Reifschneider oder Bandreißer fertigte hölzerne Fassreifen an.

Ein Spezialwerkzeug des Böttchers war der Bandhaken, mit dem Fassreifen über die Dauben gezogen wurden.

Simmermacher ist ein alter Beruf des Handwerks. Der Simmermacher fertigt Mess- und andere Gefäße nach dem alten Hohlmaß Simmer an. Als Berufsbezeichnung ist der Simmermacher längst ausgestorben, als Nachname hat er aber immer noch Verbreitung.

Der Weinküfer ist für die Kellerarbeit bei der Weinherstellung zuständig. Die Bezeichnung leitet sich von der Küferei (Faßbinderei) her, der Weinküfer war im ursprünglichen Sinne der Faßmeister des Kellers, der Herstellung, Aufstellung und Wartung der Fässer in Obhut hatte. In den vergangenen Jahren ist der Ausbau von Wein im Barrique in Mode gekommen, wodurch auch der Beruf des Küfers in seiner ursprünglichen Form wieder an Ansehen gewonnen hat.

Inhaltsverzeichnis

Kirchvers

Kiefersch I

(später auch „Weje“)

Haus: Pfarrstraße 5, alte Nr. 28

Deutung: Beruf Küfer

Herkunft: Jost Wagner (1658-1730), gebürtig aus „Roths“, ist der erste belegbare Besitzer dieses Hofes. Seine Ehefrau Anna geb. Schmidt stammte aus Rodenhausen. Durch ihn dürfte auch das alte, inzwischen abgerissene Wohnhaus erbaut worden sein. Da die Ehe kinderlos blieb, erbten nach dem Tod der Eheleute die Verwandten in „Roths“ das Anwesen. Diese besaßen es bis etwa 1795.

Von ihnen erwarb es der Küfer Johann Conrad Schlag (1759-1805) aus „Kätte“ in der Kirchstraße. Durch seinen Beruf bekam der Hof den heutigen Dorfnamen. Er war verheiratet mit Anna Margaretha geb. Simon (1764-1822) aus „Gehannete“.

Sein Sohn Johann Jacob Schlag II. (1796-1860), verheiratet mit Catharina geb. Schreiner aus Rodenhausen, und dessen Sohn Johannes Schlag (1830-1882), der Anna Margaretha geb. Abel aus „Melchersch“ zur Frau nahm, übten ebenfalls diesen Beruf aus. Letzterer war auch von 1871-1879 Bürgermeister.

Seine Tochter Anna Katharina (1856-1890) heiratete Johann Jakob Wenz (1852-1910) aus Rollshausen. Nach dem frühen Tod der Frau heiratete er in zweiter Ehe ihre Schwester Anna Elisabeth (1859-1917).

Der Hof wurde anschließend durch seinen Schwiegersohn Johann Wege (1879-1948), gebürtig aus Frohnhausen bei Gladenbach und verheiratet mit Anna Elisabeth geb. Wenz (1878-1952), übernommen. Daher nennt man das Anwesen heute auch „Weje“. Die mittlerweile verstorbene Tochter Katharina heiratete Franz Kober, deren Sohn Kurt der heutige Besitzer ist. 47)

Kiefersch II

Haus: Gießener Landstraße 9, alte Nr. 46

Deutung: Beruf Küfer

Herkunft: Johann Jacob Schlag (1836-1915) stammte aus dem Hof Pfarrstraße 5 mit dem Dorfnamen „Kiefersch“ und war mit Elisabeth geb. Herrmann (1844-1918) aus Rodenhausen verheiratet.

Sie erbauten dieses Haus, was dann ebenfalls den Dorfnamen „Kiefersch“ bekam.

Über den Sohn Johann Jakob Schlag (1876-1933), verheiratet mit Elisabeth geb. Rücker (1870-1951) aus „Schulliehrersch“, ging das Haus dann an dessen Schwiegersohn Jakob Kirch (1912-1989) aus Mornshausen über.

Heutiger Besitzer ist dessen Schwiegersohn Jürgen Hoyer. 47)

Siehe auch

Berufe · Straßen · Geographie · Wüstungen · Link-Service · Literatur · Recherche · Hausnamen · Flurnamen

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