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Hubmann

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Familienname Hubmann


Dr. Richard Hubmann

Arzt und Bürger von Lohra

Richard Emil Max Georg Hubmann, wie seine vollen Vornamen lauten, wurde am 14. Juni 1908 als Sohn des Reichsbahninspektors Georg Hubmann in Metz in Lothringen geboren.

Da sein Vater aus beruflichen Gründen sehr häufig umziehen musste, wohnte Richard bei einer Tante in Frankfurt und machte an der Adlerflychtschule 1929 sein Abitur.

Da ihm zum Medizienstudium 2 Jahre Latein fehlten, holte er diese in Mainz nach und legte 1930 die Prüfung zum Großen Latinum ab.

Nach einem Studium in Frankfurt, Mainz und Gießen legte er 1938 vor dem Reisstatthalter Hessen in Darmstadt und dem Gießener Prüfungsausschuss eine Prüfung zur »Bestallung als Arzt zur Zulassung zum praktischen Jahr« (Krankenhauspraktikum) ab. Mit der Begründung der derzeitigen »besonderen Verhältnisse« erhielt er 1939 vorzeitig die Bestallung als Arzt.

In der Zeit zwischen 1939 - 1941 war er an verschiedenen Gesundheitsämtern und Krankenhäusern tätig. Seine letzte Anstellung vor dem Kriegsdienst war in einer Neurologisch-Psychiatrischen Anstalt, die er jedoch schon bald kündigte, da er bei dieser Tätigkeit sein Gewissen und seine Achtung vor dem Leben nicht mit den menschenunwürdigen Behandlungsmethoden der psychisch Kranken in Einklang bringen konnte.

Als Kriegsfreiwilliger war er sowohl an der West- als auch an der Ostfront als Arzt eingesetzt. Verwundet konnte er sich einer russischen Gefangenschaft entziehen und zog mit tausenden von Flüchtlingen über die vereiste Ostsee in die Richtung seiner neuen Heimat. Lohra war sein Ziel, wo seine Familie zu dieser Zeit bereits im Elternhaus seiner Frau, bei Wells weilte.

Als er von Willershausen beim »Dicken Grenzstein« vorbei kam, sah er die amerikanischen Panzer den Rollshäuser Berg hinabrollen. Um nicht in Gefangenschaft zu geraten, kroch er im Stall bei einem mitleidvollen Bauern in Nanzhausen unter. Obwohl bei Well's ein militärischer Führungsstab einquartiert war, versteckte er sich bei den Kindern im Zimmer. Das Kinderzimmer wurde dann wegen »ansteckender Masern« von den Amerikanern nicht mehr betreten. Eine sich verschlimmernde Wunde war für Richard Hubmann Anlass, sich dem Führungsoffizier zu stellen. Nach umfangreichen Befragungen und Ermittlungen konnte er sich rehabilitieren und kehrte mit frisch verbundener Wunde nach Hause zurück.

Zwischen der Verlegung von der West- zur Ostfront hatte er einige Monate Zeit, seine Doktorarbeit zu schreiben, die sich mit dem Thema: »Erbanlagen zur Kropfbildung« (einer im Vogelsberg damals verbreiteten Erscheinung, befasste. Seine Prüfung legte er im Februar 1944 ab.

Durch die damalige politische Entwicklung war in der Gladenbacher Straße eine Arztpraxis frei geworden. Diese wurde im Mai 1945 nach erteilter Arztzulassung von Dr. Richard Hubmann übernommen. Eine Niederlassungsgenehmigung mit einer fachärztlichen Urkunde »Arzt für Allgemeinmedizin« erhielt er 1970.

Die Zulassung einer Gemeinschaftspraxis mit seiner Tochter Ursula Shahab geb. Hubmann wurde ihm 1975 erteilt. 1976 ging Dr. Richard Hubmann in Rente.

Seit Beginn seiner Zeit in Lohra war »der »Doktor« ein begeisterter Anhänger des VFB Lohra, und in der Altherrenmannschaft gelang es ihm, obwohl er nicht sehr sportlich war, ein Tor zu schießen. Die Siege des Vereins wurden angemessen entweder bei Malchers oder bei Gimbels gefeiert.

Seine knapp bemessene Freizeit verbrachte er an jedem Wochenende im Holzhaus in Bringhausen über dem Edersee. Gesundheitliche Gründe zwangen ihn, seine Hobbys in seine Wohnung in Lohra zu verlegen, und so entstand dort eine große Modelleisenbahn.

Dr. Richard Hubmann verstarb 1989 und wurde unter der großen Anteilnahme der Einwohner von Lohra dort auch beigesetzt.

Woran sich wohl alle die von ihm behandelten Patienten erinnern, war seine immerwährende Aussage: „Hab ich auch schon gehabt“, egal welche Krankheit oder Leiden es auch war. 29,37)

Siehe auch

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