Lohra-Wiki

Horst

Aus Lohra-Wiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

Familienname Horst


Inhaltsverzeichnis

Alfred Horst

Lohra15,29)

geb.10. Mai 1925 gest. 21.Juli 1985

Als malender Chronist Lohras war er der Vergangenheit auf der Spur und in seiner Freizeit schuf der Autodidakt etwa 60 Bilder in realistischer Form. Außerdem begleitete er viele Ehrenämter.

Seine Familiengeschichte hat er über 13 Generationen bis in das Jahr 1592 zurückverfolgt ,die Chronik von Lohra in zwei Auflagen zusammengestellt und bearbeitet.

Alfred Horst war Bäckermeister in Lohra. In seiner Freizeit war er Chronist und Maler sowie vielseitig engagiert.

Tief verwurzelt mit den Geschehnissen in und um seine Heimatgemeinde, hat der alteingesessene Lohraner Vergangenheit und Gegenwart schriftlich festgehalten und in seinen Gemälden bildlich illustriert.

Die Vergangenheit lässt sich nicht realisieren sagte er einmal und wollte damit deutlich machen, dass seine Schilderungen der Lohraer Geschichte von etwa 750 bis 1982 keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit erheben.

Der Werdegang

1939 begann er seine Lehre als Bäcker bei seinem Vater Johannes Horst, und setzte damit die seit 1859 bestehende Familientradition fort. Kurz nach der Gesellenprüfung erreichte ihn der Stellungsbefehl der Wehrmacht . Der Krieg führte den 18-jährigen nach Italien und Frankreich, in Länder, mit denen er später freundschaftliche Bande pflegte.Seine damals erworbenen Sprachkenntnisse hatte er verbessert und sprach beide Sprachen nahezu fließend. Verwundung, Lazarettaufenthalt und Gefangenschaft waren die nächsten Stationen. Im Februar 1946 kehrte er in seine Heimatgemeinde zurück und arbeitete am Wiederaufbau des Familienbetriebes mit. Ein Jahr später heiratete er seine Frau Anna, 1950 legte Horst die Meisterprüfung als Bäcker ab.

Die Malerei

Schon zu Schulzeiten ist das Interesse zur Kunst in ihm geweckt worden, wie der dreifache Familienvater berichtete. Erste Anstöße zur Förderung seines Talents habe er zwar von einer Bekannten erhalten, später aber das eigene Können als Autodidakt vervollkommnet.

Landschaftsbilder in realistischer Form mit Motiven aus der heimischen Umgebung hat er in seinem Leben immer am liebsten gemalt. Dabei hat er stets Entspannung und Erfüllung gefunden. Hinzu kam der heimliche Ehrgeiz, etwas zu schaffen, das nicht so schnell vergänglich ist. Seine Werke auszustellen ist ihm nie in den Sinn gekommen. Er hat die meisten Bilder „zum Selbstkostenpreis“ an Freunde und Bekannte abgegeben.

Unter den etwa 60 Bildern des Lohraner Hobbymalers finden sich als Motive das Landgräfliche Schloß zu Marburg, das Wittgensteiner Schloß, Landschaftsbilder und solche alter Fachwerkgebäude sowie ein 2,30 mal 5,90 Meter großes Bild von Lohra. Man mußte damals Scharniere anbringen, um das Gemälde durch die Tür zu transportieren.

Ehrenämter

Die ehrenamtlichen Tätigkeiten im Ausschuss für die Planung der 1200-Jahr-Feier von Lohra (1952), als Mitglied des Gemeindevorstandes (1969 bis 1972), als Schriftführer beim örtlichen Fußballverein und als Kassierer beim Gewerbe-und Verkehrsverein sowie im erweiterten Vorstand des Geschichtsvereins brachten ihm 1980 die Ehrenplakette der Gemeinde Lohra für besondere Verdienste ein.

Die Chroniken

Hauptgrund für die Verleihung der Auszeichnung der Gemeinde war seine dreijährige Arbeit an der Erstellung einer Chronik der Geschichte Lohras von der Erstbenennung (etwa zwischen 750 und 779) im sogenannten „Codex Eberhardi“ als Gemarkung „lare“ bis hin zu den Ereignissen des Jahres 1970. Der damalige Bürgermeister Konrad Gaul hatte ihm 1967 den Auftrag zur Fertigstellung dieses am Ende 127 Seiten starken Geschichtsbandes erteilt, den er durch Einsichtnahme in historische Urkunden und unter Berücksichtigung bereits vorhandenen Materials „in mühevoller Kleinarbeit“ erfüllte.

Sein letztes Werk hatte Alfred Horst Ende 1982 fast abgeschlossen. Es handelt sich um eine kurze Zusammenfassung der ersten Chronik, in der aber in der Hauptsache die Jahre 1970 bis 1982 niedergelegt sind. Der Band sollte unter dem Titel „Lohra – einst und jetzt“ erscheinen und behandelte auch in kurzen Abrissen die Historie der bei der Gebietsreform zu Lohra eingemeindeten Ortsteile. Es kam bisher nicht zu einer Auflage.

Die Liebe zu seiner Heimatgemeinde und das Interesse an der Arbeit selber nannte Alfred Horst als Gründe, warum er sich die langwierige Arbeit vorgenommen hatte. „ So ganz nebenbei“ hat er 1976 die 100-jährige Geschichte des Gesangvereins Lohra und 1980 des VfB Lohra (Gründung 1930) verfasst.

Siehe auch

Lohra · Branchen · Geschichte · Chronik · Großgemeinde · Literatur · Persönlichkeiten · Politik · Vereinigungen

Ansichten
Persönliche Werkzeuge