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Historischer Kalender 21. April

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21. April

  • 753: v.Chr. Sagenhafte Gründung Roms durch Romulus und Grundlage der römischen Zeitrechnung (»ab urbe condita« - seit Gründung der Stadt). Die Zwillingsbrüder Romulus und Remus waren der Legende nach von König Tarchetius auf dem Tiber ausgesetzt, von einer Wölfin gefunden, ernährt und aufgezogen worden. Romulus, der erste von sieben Königen, soll die Siedlung auf dem Palatin, einem der sieben Hügel Roms, gebaut haben. Die wirkliche Gründung der Stadt geschieht durch das ab 1200 v.Chr. nach Italien eingewanderte indogermanische Volk der Latiner, das sich am Unterlauf des Tiber niederlässt. Um 1000 v.Chr. bauen sie eine Brücke (»Tiberbrücke«) über den Fluss, wo ein Handelsplatz entsteht - die Keimzelle des späteren Roms. Kurz darauf stößt das Seevolk der Etrusker (latein. »Tusci«, davon der Name ihres Siedlungsgebietes: Toscana), das um 1200 v.Chr. aus ihrer Heimat in Kleinasien vertrieben wurde, nach »Latium« vor. Sie bauen Rom, das bisher nur aus verschiedenen Dörfern besteht, zu einem Stadtstaat aus und setzen einen Etrusker als König ein. Der Name Roms leitet sich von einem adligen Etruskergeschlecht mit Namen »Ruma« oder »Rumnla« ab. Nach der Vertreibung der etruskischen Königsfamilie (um 510 v.Chr.) errichten die Römer eine Republik. Die römische Gesellschaft gliedert sich in die Patrizier (reiche Adlige etruskischer Herkunft) und die Plebejer (Angehörige des Volkes). Es kommt zu Ständekämpfen, die um 450 mit dem »Zwölftafelgesetz«, dem ersten Gesetzbuch Roms, beendet werden.
  • 43 v. Chr.: In der Schlacht von Mutina besiegt die Senatspartei unter Konsul Aulus Hirtius und Octavian die Anhänger des ermordeten Caesar unter Marcus Antonius und beendet damit die Belagerung von Mutina. Hirtius fällt jedoch in der Schlacht und Octavian lässt sich wenig später zum Konsul ernennen und wechselt die Seiten im Römischen Bürgerkrieg.
  • 586: Leovigild, westgotischer König, gestorben
  • 858: Nikolaus I. wird zum Papst gewählt und drei Tage später inthronisiert. Er diente seinem Vorgänger Benedikt III. als Berater.
  • 1073: Alexander II., Papst, gestorben
  • 1488: Ulrich von Hutten, vagabundierender Geistlicher aus der Klosterschule Fulda, Italien-bewanderter Humanist, Poet, Patriot und politischer Publizist, Freundschaft und Auseinandersetzung mit Erasmus von Rotterdam, schrieb Polemiken im Dienst der reformatorischen Anliegen - gegen kirchliche Missstände, Papsttum und Fürstenherrschaft, Mitverfasser der 1514/15 erschienenen satirischen "Dunkelmännerbriefe" gegen die Dominikaner, Einfluss auf Luthers Schrift "An den christlichen Adel deutscher Nation", früher Protagonist von nationaler Freiheit und Einheit, kämpfte im Verein mit Franz von Sickingen für eine Reichsreform zugunsten der schwindenden Macht des Kaisers und der "Reichsritter" gegen die erstarkenden Territorialfürsten und Städte, der Kampf schlug fehl - 1523, nach Sickingens Niederlage und Tod, Flucht in die Schweiz; Leitbild der studentischen Jugend im 19. Jahrhundert und Symbol freiheitlichen Denkens in der Vormärzzeit, auch dichterisch gestaltet - vgl. Conrad Ferdinand Meyers Versepos "Huttens letzte Tage"; ideologisch vereinnahmt im "Dritten Reich" (gest. 29.08.1523), geboren.
  • 1509: Der Begründer der Tudor-Dynastie, Heinrich VII. Tudor (Harri Tewdwr/Tudur, 1457-1509), stirbt im Hampton Court Palast, Richmond. Er regierte seit dem 22. August 1485. Nachfolger wird sein Sohn Heinrich (Henry VIII, Harri Tewdwr/Tudur, 1491-1547). Während der Regierungszeit Heinrichs VIII. kommt es zur Abspaltung der englischen Kirche von Rom als Folge eines Zerwürfnisses mit dem Papst.
  • 1519: Der spanische Konquistador Hernando Cortez (Hernán Cortés, 1485-1547) landet in Mexiko. Mit dem Ziel, das Aztekenreich zu erobern, geht er am Gründonnerstag 1519 an Land und gründet die Siedlung Villa Rica de Vera Cruz. Mit 600 bewaffneten Männern zieht er im September 1519 in die Stadt Tlaxalca ein, deren Größe und Reichtum die Spanier glauben lässt, sie wären auf dem Weg ins sagenumwobene Goldland »El Dorado«. Die ansässigen Indianer leisten erst Widerstand, unterstützen Cortez dann aber gegen die Azteken. Am 8. November 1520 treffen sie in Tenochtitlán ein. Die Geschenke des Aztekenherrschers Moctezuma II. Xocoyotzin (1467-1520) vergrößern nur die Gier der Spanier. Moctezuma II. wird am 29./30. Juni 1520 bei Vermittlungsversuchen von Angehörigen seines Volkes getötet. Tenochtitlán wird von Cortés' Truppen vollkommen zerstört, der letzte Aztekenherrscher Cuautémoc wird im August 1521 gefangen genommen. 1522 entsteht hier die Stadt Mexico.
  • 1562: Valerius Herberger, deutscher lutherischer Theologe und Kirchenliederdichter, geboren
  • 1652: Michel Rolle, französischer Mathematiker, Mitglied der Academie des sciences, geboren
  • 1771: Die Aufhebung der Folter durch Landgraf Ludwig IX. auf Anregung des preußischen Königs Friedrich II. (der Große) zeigt den Einfluss der Aufklärung in Hessen-Darmstadt. Die Folter, um Geständnisse zu erzwingen, war nach der "Peinlichen Gerichtsordnung" Landgraf Georgs I. (1575) noch zulässig.
  • 1774: Jean-Baptiste Biot, französischer Physiker und Mathematiker, geboren
  • 1782: Friedrich Fröbel, deutscher Pädagoge, gründete den ersten Kindergarten, geboren
  • 1813: Preußen bestimmt im Landsturm-Edikt, dass alle Männer vom vollendeten 17. bis zum 60. Lebensjahr, sofern sie weder der Armee noch der Landwehr angehören, künftig einem Aufgebot zur Landesverteidigung Folge zu leisten haben.
  • 1822: Hannibal Goodwin, US-amerikanischer Geistlicher und Erfinder, geboren
  • 1828: Alexander Pagenstecher, Augenarzt, Gründer der Augenheilanstalt in Wiesbaden, geboren
  • 1856: Erstmals wird – im australischen Melbourne – ein Achtstundentag vereinbart.
  • 1864: Max Weber (†14.06.1920), dt. Sozialökonom, Wirtschaftshistoriker und Soziologe, geboren
  • 1873: Bei der gewaltsamen Niederschlagung des durch eine Bierpreiserhöhung ausgelösten Frankfurter Bierkrawalls in Frankfurt am Main sterben 20 Menschen, 300 werden festgenommen.
  • 1878: In seiner ersten Enzyklika Inscrutabili Dei consilio bemüht sich der neu gewählte Papst Leo XIII. um einen versöhnlichen Zugang zur modernen Gesellschaft prangert jedoch auch „gesellschaftliche Fehlentwicklungen“ an.
  • 1882: Percy Williams Bridgman - amerikanischer Physiker, geboren
  • 1889: Paul Karrer - schweizerischer Chemiker, geboren
  • 1899: Leopold Hoesch, gründete das Eisen- und Stahlwerk Hoesch AG, gestorben
  • 1906: Preußen, Bayern, Hessen und Baden schließen ein Abkommen über die Kanalisierung des Mains.
  • 1910: Mark Twain, US-amerikanischer Schriftsteller, gestorben
  • 1945: Kurz vor dem Eintreffen der Roten Armee zwingen SS-Männer 33.000 Gefangene des Konzentrationslagers Sachsenhausen bei Oranienburg zu einem Gewaltmarsch in Richtung Nordwesten, bei dem Tausende sterben. Die im Lager zurückgebliebenen etwa 3.000 Gefangenen werden am 22. April von Einheiten der Roten Armee befreit.
  • 1946: Unter sowjetischem Druck werden in der sowjetischen Besatzungszone die SPD und die KPD zur »Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands« (SED) zwangsvereinigt. Gefordert worden ist die Vereinigung von der Sowjetischen Militär-Administration in Deutschland (SMAD) und der KPD; die SPD hatte sich zunächst gegen eine Verschmelzung ausgesprochen.
  • 1948: Das Übergangsgesetz über Preisbildung und Preisüberwachung (Preisgesetz) vom 10.04. wird verkündet.
  • 1958: In Offenbach wird das neue Zentralamt des Deutschen Wetterdienstes für ca. 400 Mitarbeiter eingeweiht. Seit 1954 ist Offenbach Sitz des 1952 aus verschiedenen Vorgängerinstitutionen der Besatzungszonen neu geschaffenen "Deutschen Wetterdienstes (DWD)"; mit dem Funktionsbau geht die Zeit der Provisorien zu Ende. Die Wetterkarten werden jetzt rund um die Uhr an Flugplätze, Seehäfen und Wetterämter per Bildfunk gesendet; die Anschaffung eines Elektronenrechners ist geplant; 1961 ist der erste Empfang von Satellitenbildern möglich. - 2005 wird der Komplex abgerissen, für die mehr als 800 in Offenbach beschäftigten Mitarbeiter war er längst zu klein, die Technik veraltet. Am 23. März 2006 wird der Grundstein für den Neubau gelegt, der Standort bleibt - das "Wetter" kommt aus Offenbach.
  • 1959: Die Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau beschließt in Frankfurt, dass künftig auch Frauen eine Gemeindepfarrei übernehmen können. Als Pfarrvikarinnen sind Frauen in der evangelischen Seelsorge schon länger tätig. Im Bereich der EKHN wurde Elisabeth Buchholz in Gießen am 03. März 1950 als erste Pfarrvikarin ordiniert.
  • 1960: In Kalifornien gelingt erstmals der Nachweis des Elementarteilchens Anti-Sigma-Plus.
  • 1965: Sir Edward Victor Appleton, englischer Physiker und Nobelpreisträger, gestorben
  • 1972: Die Apollo-16-Astronauten landen auf dem Mond.
  • 1993: NCSA Mosaic 1.0, der erste Internetbrowser, der Text und Grafiken auf einer Seite anzeigen kann, wird freigegeben.
  • 2005: Heinz Kluncker, deutscher Gewerkschafter, gestorben


		
		
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Siehe auch

April · Jahr · Aktueller Historischer Kalender · Wikipedia Kalender · Lohraer Chroniken · Chronik Hessen · Aktuelle Ereignisse

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