Lohra-Wiki

Historischer Kalender 1. April

Aus Lohra-Wiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

1. April

  • 286: Der römische »Soldatenkaiser« Diokletian (Gaius Aurelius Valerius Diokletian, 245-313) teilt die Regierungsgewalt. Seinen Waffengefährten Maximianus (Herculius, um 240-310) setzt er als zweiten Augustus für die westliche Reichshälfte ein, er selbst übernimmt die Herrschaft der östlichen Hälfte. 293 führt Diokletian die Tetrarchie (Herrschaft der Vier) ein, indem er zwei Gardepräfekten - Galerius Maximanius (um 250-311) und Constantius I. Chlorus (um 250-306) - zu Unterkaisern (Caesaren) ernennt. Jeder der vier »Tetrarchen« erhält seinen eigenen Herrschaftsbereich (Präfektur), die wiederum in je 12 Diözesen aufgeteilt sind. Die Zentralgewalt wird durch Gleichschaltung aller Reichsteile gestärkt.
  • 457: Nach seiner erfolgreichen Rebellion gegen Kaiser Avitus wird Iulius Valerius Maiorianus Kaiser Westroms. Der Heermeister Ricimer, der die Rebellion unterstützt hat, bleibt jedoch weiterhin im Hintergrund bestimmende Gestalt im Reich.
  • 678: Donus, Bischof von Rom und Papst, gestorben
  • 1180: Kaiser Friedrich I. Barbarossa verleiht den "Bürgern" von Wetzlar die Freiheiten und Rechte seiner Stadt Frankfurt.
  • 1204: Eleonore von Aquitanien, Königin von England und Frankreich, gestorben
  • 1349: Die Pest, die seit zwei Jahren in Europa wütet, erreicht das Rhein-Main-Gebiet. - Rund ein Drittel der Bevölkerung Mitteleuropas fällt binnen drei Jahren der "Geißel Gottes" zum Opfer. Am verheerendsten wirkt sich die Seuche in den dicht bevölkerten Städten aus. - Allein in Frankfurt sterben in der zweiten Jahreshälfte 1349 rund 2.000 Menschen. "Geiselbrüder" suchen die Schuld an der Pest auch in der Duldung der Juden. In dem Pogrom der "Zweiten Judenschlacht" werden die Frankfurter Juden vertrieben und vernichtet, die sich nach dem Pogrom der "Ersten Judenschlacht" (1241) erneut in Frankfurt angesiedelt hatten.
  • 1573: Der Rat der Stadt Frankfurt, die zu einem Zentrum der Buchproduktion geworden ist, erlässt zur Regulierung des rasch gewachsenen Buchdruckergewerbes die erste deutsche Buchdruckerordnung. Diese hebt das Personal der Druckbetriebe hervor - „nur ehrliche, unverleumdete Personen“ sollen zur „Kunst der Druckerei“ Zugang haben - und regelt die Arbeitsverhältnisse der Gesellen und Lehrlinge. Ein Lehrling muss 30 Gulden Bürgschaft hinterlegen und erhält in der vierjährigen Lehrzeit drei Gulden Jahreslohn; davon muss er im ersten Lehrjahr einen Gulden und nach Ablauf der Lehre noch einmal sechs Schilling an eine Kasse abführen, aus der kranke Gesellen unterstützt werden; alle Streitigkeiten zwischen den Gesellen müssen dem Rat der Stadt vorgelegt werden.
  • 1578: William Harvey - engl. Anatom, entdeckte den Blutkreislauf, geboren
  • 1605: Alessandro Ottaviano de Medici wird vom Konklave als Nachfolger von Clemens VIII. zum Papst gewählt und nimmt den Namen Leo XI. an.
  • 1811: Durch das Berliner Polizeireglement wird in Berlin die erste Kriminalpolizei in Deutschland geschaffen.
  • 1814: In Londoner Straßen brennen die ersten Gaslaternen.
  • 1815: Otto von Bismarck - Gründer des Deutschen Reiches 1871, geboren
  • 1865: Richard Adolf Zsigmondy - österr. Chemiker, konstruierte mit H. Siedentopf das Ultramikroskop, Nobelpreis 1925, geboren
  • 1881: Das erste Telefonnetz Deutschlands wird in Berlin mit 48 Teilnehmern in Betrieb genommen.
  • 1892: Anton Storch, Tischler, christlicher Gewerkschafter, 1931 Gewerkschaftsvorsitzender in Niedersachsen, in der NS-Zeit Versicherungsvertreter, nach 1945 in vorderer Linie beteiligt am Aufbau des DGB, Mitgründer der CDU - führender Sozialpolitiker, Mitglied des Wirtschaftsrats des Vereinigten Wirtschaftsgebiets (Bizone) in Frankfurt, seit 1948 dort Direktor der Verwaltung für Arbeit - Kollege von Ludwig Erhard, Bundestagsabgeordneter, Bundesarbeitsminister 1949-1957, Unterzeichner des deutsch-italienischen Anwerbevertrags vom 20. Dezember 1955 (erster Anwerbevertrag der Bundesrepublik Deutschland), "Vater der dynamischen Rente", Mitglied des europäischen Parlaments (gest. 26.11.1975), geboren.
  • 1893: Die Mitteleuropäische Zeit (MEZ) wird in Folge eines Gesetzes vom 12.03.1893 in Deutschand eingeführt und ersetzt die bis dahin in Deutschland noch geltenden verschiedene Ortszeiten; vorausgegangen war im Jahr 1884 die von Sir Sandford Fleming angeregte "Prime Meridian Conference" in Washington, in der sich 27 Staaten auf die Bildung von Zeitzonen einigten.
  • 1900: Die Briefzustellung in Deutschland wird als Monopol der Reichspost anvertraut, die private Beförderung örtlicher Sendungen verboten.
  • 1910: Frankfurt wird durch Eingemeindungen von zehn Landgemeinden und der Stadt Rödelheim zur flächengrößten Stadt des Reichs und hat jetzt 410.000 Einwohner.
  • 1920: Das Gesetz über die Gründung der Deutschen Reichsbahn tritt in Kraft. Damit werden in Umsetzung der Weimarer Verfassung die vormaligen Länderbahnen der Hoheit des Deutschen Reichs unterstellt.
  • 1924: Im Hochverratsprozess gegen Adolf Hitler (1889-1945), Erich Ludendorff (1865-1937) und andere wegen des Putsches vom 9. November 1923 werden die Urteile verkündet. Ludendorff wird freigesprochen, Hitler wird zu 5 Jahren Festungshaft verurteilt, aber bereits nach acht Monaten wieder entlassen. Während des Prozesses erhält er Gelegenheit zu stundenlangen Propagandareden, in denen er die Reichsregierung und die Republik auf das übelste beschimpft. Seine Reden machen Hitler im ganzen Deutschen Reich bekannt.
  • 1933: Wie überall im deutschen Reich, ziehen in den hessischen Städten SA-Posten mit Boykottschildern vor jüdischen Geschäften sowie Praxen und Kanzleien jüdischer Ärzte und Rechtsanwälte auf; die Schaufenster von jüdischen Läden werden mit Hetzparolen beschmiert. Zahlreiche Willkürakte und brutale Gewalt der Nazis gegen Juden im März haben den Boykott und Pogrom vorbereitet; schon in den Jahren vorher hatten Nazis mehrfach Übergriffe auf Juden inszeniert. - Der NS-Staat, zentral organisierend "von oben", und Aktivisten "von unten" zielen von Anbeginn auf Vertreibung der deutschen Juden - der 01. April 1933 hat es hessenweit und in ganz Deutschland öffentlich gemacht.
  • 1936: In Deutschland wird das Flaschenpfand für Bierflaschen und ebenso für Flaschen mit alkoholfreien Getränken eingeführt.
  • 1940: In Deutschland wird aus Gründen der Energieeinsparung erstmals die Sommerzeit eingeführt.
  • 1947: Im Rahmen des "Hoover-Plans" beginnen landesweite Schulspeisungen. Die Militäradministration sorgt angesichts der Hungerkrise dafür, dass in der Bizone täglich 3,5 Millionen Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 18 Jahren - darunter 320.000 in Hessen - ein warmes Mittagessen im Wert von 350 Kalorien erhalten. Der frühere US-Präsident Herbert C. Hoover hat die Hilfsaktion nach seiner zweiten Deutschland-Mission im Februar 1947 angestoßen - Vorgriff und Grundlage einer umfassenden Aufbauhilfe für Deutschland und Europa ("European Recovery Program"), die von den USA in der Folge einer wegweisenden Rede von Außenminister George Marshall am 5. Juni 1947 entwickelt und geleistet wird.
  • 1954: Der hessische Rundfunk sendet zum ersten Mal aus dem neuen Funkhaus am Dornbusch in Frankfurt.
  • 1957: Die ersten 10.000 Rekruten des Jahrgangs 1937 rücken in die Bundeswehrkasernen ein. In Bad Ems beginnt der erste Generalstabslehrgang der Bundeswehr für Heeresoffiziere.
  • 1963: Das »Zweite Deutsche Fernsehen« (ZDF) nimmt den Sendebetrieb auf. Am 6. Juni 1961 war der Staatsvertrag über die Errichtung der Anstalt des öffentlichen Rechts »Zweites Deutsches Fernsehen« von den Ministerpräsidenten der Bundesländer in Stuttgart unterzeichnet worden. Er tritt am 1. Dezember 1961 in Kraft. Sitz des ZDF ist Mainz.
  • 1966: An den allgemeinbildenden Schulen der Bundesrepublik beginnt das Schuljahr letztmals zu Ostern.
  • 1985: In der Bundesrepubik wird für benzinbetriebene Autos eine regelmäßige Abgas-Sonderuntersuchung (ASU) eingeführt.
  • 1985: In der Metall- und der Druckindustrie der Bundesrepublik wird die 38,5-Stunden-Woche eingeführt.
  • 1987: Der maschinenlesbare Personalausweis wird eingeführt.
  • 1993: Einführung der Direktwahl von Oberbürgermeistern, Bürgermeistern und Landräten in Hessen - mehr personenbezogener Wahleinfluss für die Bürger: Die kommunalen Spitzen werden fortan nicht mehr von den Vertretungskörperschaften, sondern unmittelbar gewählt; die Wahlausgänge werden oft knapper oder überraschender.
  • 1994: Die am 23. März ausgesprochene Beförderung Verena von Weymarns durch Bundesverteidigungsminister Volker Rühe zum Generalarzt tritt in Kraft. Damit ist sie der erste weibliche General in der deutschen Militärgeschichte.
  • 1997: Die deutschen Stahlkonzerne Thyssen und Krupp-Hoesch fusionieren zur ThyssenKrupp AG.
  • 2001: Die Niederlande sind das erste Land der Welt, das die Ehe für gleichgeschlechtliche Partner/innen öffnet. Der Bürgermeister von Amsterdam, Job Cohen, traut kurz nach Mitternacht drei männliche und ein weibliches Paar.


		
		
    Μ  		


Siehe auch

April · Jahr · Historischer Kalender · Wikipedia Kalender · Lohraer Chroniken · Chronik Hessen · Aktuelle Ereignisse

Ansichten
Persönliche Werkzeuge