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Hinterländer Anzeiger Juli-Dez. 2007

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Pressemitteilungen Hinterländer Anzeiger www.mittelhessen.de

Inhaltsverzeichnis

Presseberichte

- 07.07.2007 Gemeinde will Stundungen weiter diskret behandeln

(do). Der Lohraer Gemeindevorstand darf ohne Rücksprache mit der Gemeindevertretung über den Erlass von Zahlungsansprüchen ohne Begrenzung nach oben entscheiden. Das haben die Lohraer Gemeindevertreter in ihrer Sitzung am Donnerstag Abend im Rodenhäuser Bürgerhaus einstimmig beschlossen.

Lohra-Rodenhausen. Voran gegangen war eine längere Diskussion, angestoßen von Harald Rink (Bündnis für Bürgernähe BfB). Er hielt es für angemessen, dass in der Hauptsatzung eine Höchstgrenze bei Entscheidungen des Gemeindevorstands über Stundungen, Zahlungsaufschub, Ratenzahlungen, Niederschlagungen und Erlasse festgeschrieben werden. Bei Erlass der Zahlungsverpflichtung sollte die, so Rink, bei 10 000 Euro liegen.

Fraktionskollege Hans Wilhelm Kisch stimmte Rink zumindest in Bezug auf die Bereiche Erlass und Niederschlagung zu, weil "die Entscheidung endgültig und das Geld verloren" sei.

Manfred Gerhard (SPD) und Werner Waßmuth (CDU) hingegen pflichteten Bürgermeister Georg Gaul bei, der nicht öffentlich, also im Parlament, über so sensible Dinge wie etwa Stundungen sprechen wollte. Er möchte das Thema diskret behandelt wissen, um Firmen, aber auch Privatpersonen, die entsprechende Anträge stellen, nicht zu schaden.

Obwohl der Antrag Rinks letztlich auf eine Summenbegrenzung bei Erlass und Niederschlagung abgeändert wurde, lehnten ihn die Fraktionen der CDU, der SPD und der Freien Wähler mit ihrer Mehrheit ab.

Einstimmig entschied das Parlament dann, die bisherige Regelung in der Hauptsatzung beizubehalten, nach der der Gemeindevorstand ohne Höchstgrenze über Stundungen, Niederschlagung, Zahlungsaufschub, Ratenzahlungen und Erlass von Ansprüchen entscheiden kann. Zudem wurde beschlossen, dass das Amtsblatt der Gemeinde künftig Hauptveröffentlichungsorgan für Satzungen, Verordnungen und Ähnliches wird und dass die Sitzungsprotokolle der Gemeindevertretung künftig dort veröffentlicht werden.

Um das zeitnah zu ermöglichen, soll dies vor Genehmigung durch das Parlament geschehen. Darauf wird der Hinweis "vorläufiges Protokoll" hinweisen. Protokoll kommtins Amtsblatt. Auf den Einwand von Bürgermeister Gaul hin, der Gemeinde stünden im Amtsblatt nur jeweils acht Seiten zur Verfügung, änderte die CDU ihren Antrag auf die Formulierung "Künftig wird ein Beschlussprotokoll im Amtsblatt der Gemeinde veröffentlicht" ab. Bei einer Enthaltung schlossen sich die Fraktionen dem einstimmig an.

Ebenso einstimmig hat das Parlament den Gemeindevorstand beauftragt, die Voraussetzungen für die Änderung der Friedhofssatzung zu schaffen, um die Einrichtung eines anonymen Grabfeldes, von Wiesengräbern und einer Urnenwand auf dem Friedhof Lohra zu ermöglichen.

Auf Antrag der SPD-Fraktion wird der Gemeindevorstand darüber hinaus prüfen, ob Geschwisterkinder bis zum Alter von 14 Jahren bei der Berechnung von Kindergartenbeiträgen berücksichtigt werden können. Bisher profitieren von der Geschwisterermäßigung nur Familien, die zwei Kinder im Kindergarten haben. Zwecks Entscheidungsgrundlage für eine Änderung der Satzung hätten die Sozialdemokraten gern eine Prognose der zu erwartenden Kosten.

Als gute Grundlage für die weitere Arbeit nannte Manfred Gerhardt (SPD) die ausführliche Antwort zur finanziellen Situation der Bürgerhäuser in der Gemeinde. Die Verwaltung hatte dazu für jedes Gebäude aufgeführt, was erneuert werden muss und dabei für einige Posten auch den voraussichtlichen Finanzbedarf genannt. Darüber hinaus ist aufgelistet, wie viel Geld für jedes Gemeinschaftshaus eingenommen wird, wie hoch der finanzielle Anteil der Dauernutzung in den Bereichen Sport, Kultur, Gemeinde und Kirche jeweils ist, mit welchem Energieträger die Häuser beheizt werden, wann die Häuser und wann die Heizungen gebaut wurden.

Am interessantesten für den Antragsteller dürfte allerdings der Kostendeckungsgrad sein, der von 17,8 Prozent im größten Ortsteil Lohra über 12,4 Prozent in Altenvers bis hin zu 1,6 Prozent mit kleinen Seelbach reicht. Fazit: Je kleiner der Ortsteil, um so höher das Defizit.


- 10.07.2007 Gegen alles ist ein Kraut gewachsen

(ky). Mit Kräutern, Seifen, einem Büffet mit Kräuter- und Rosenspezialitäten und vielen Informationen zum Thema hat der zweite Kräutertag im Alten Rathaus Lohra die Besucherinnen und Besucher begeistert. Das Rosenwunder der Heiligen Elisabeth, deren Geburtsdatum mit dem Kräutertag zusammenfiel, war das Motto der zweiten Ausstellung von Pflanzenheilkundlerin Petra Kunze-Bruckhoff.

Lohra. Viel zu sehen, zu riechen, zu schmecken und zu lernen gab es für die Besucher des zweiten Kräutertages. Kunze-Bruckhoff, die auch Mitglied im "Freundeskreis Altes Rathaus", dem Besitzer des Baudenkmals, ist, ist ausgebildete Phytotherapeutin, also Pflanzenheilkundlerin. Als solche hat sie die Geschichte der Heiligen Elisabeth natürlich besonders interessiert, und als sie für den Kräutertag auch noch den Geburtstag der Heiligen reservieren konnte, war das Thema klar: "Brot und Rosen", beides gehört zu einem gesunden und heilsamen Leben dazu, ist Kunze-Bruckhoff überzeugt. "Man muss auch genießen können, um gesund und ausgeglichen zu bleiben", erklärte sie den Besuchern bei ihrer Einführung.

Im oberen Saal des Alten Rathauses, den die Vereinsmitglieder zur Zeit sanieren, hat sie Heilkunde und Genuss zusammengebracht. Rosen waren das zentrale Thema der Abteilung für Genießer: Rosenseifen oder der leckere Rosensirup. Die Rosenwasser-Löffelbiskuits für das Rosen-Tiramisu auf dem Büffet hat sie extra aus Frankreich mitgebracht. Auch eine Kräutersuppe und verschiedene andere Leckerein aus Kräutern und Blüten wurden von den Besuchern begeistert probiert. Wegen der Wirkung von Beifuß galten Kräuterfrauen als HexenDer Rundgang durch den Saal begannt mit den heimischen Kräutern Mädesüß und Holunder, seit Elisabeths Zeiten bekannte und wirksame Mittel gegen Fieber und Schmerzen, wie Kunze-Bruckhoff erklärte. Schafgarbe wirke blutstillend und wurde vor allem bei schweren Geburten eingesetzt. Gegen Krämpfe hilft das Gänsefingerkraut, schon die Kelten kochten es in Milch, weiß Kunze-Bruckhoff. Frauenmantel und Schafgarbe oder Brennnessel waren als nächstes an der Reihe.

"Die Brennnessel ist eines der ältesten Heilkräuter der Welt", berichtete die "vereinseigene Kräuterhexe", wie ein älteres Mitglied scherzte. Von den Beeren des herzstärkenden Weißdorn habe man den Säuglingen Halskettchen umgelegt, wusste sie zu berichten.

Der Beifuß sei das "Hexenkraut", erklärte Kunze-Bruckhoff weiter. Wegen seiner abtreibenden Wirkung seien die Kräuterfrauen als Hexen verschrieen worden. "Schwangere sollten Beifuß meiden", warnt sie.


- 14.07.2007 Lohra baut Gemeindearchiv auf

(do). In Zusammenarbeit mit der Archivschule Marburg will die Gemeinde Lohra ein Archiv aufbauen. Als Standort ist unter anderem der alte Bahnhof im Gespräch.

Lohra. Wo ein Großteil der historischen Dokumente der Gemeinde derzeit lagern, mag Bürgermeister Georg Gaul (parteilos) nicht öffentlich zeigen. Das Durcheinander im Keller des Rathauses sei zu groß, sagt er.

Doch das soll anders werden. Auf Initiative des Vereins für Geschichte und Volkskunde werden sich Studierende aus dem 44. Fachhochschulkurs der Archivschule Marburg unter der Leitung ihrer Dozentin Alexandra Lutz um die bisher vernachlässigten Dokument kümmern, werden sie sichten und in einem so genannten Findbuch katalogisieren. Das enthält dann Datum, Titel und Zusatzinformationen zu den jeweiligen Unterlagen. Eine Übersicht über die Themenbereiche gleich zu Beginn des Buches erleichtert die Suche nach bestimmten Dokumenten.

Daneben sollen Interessenten online nach Dokumenten suchen können. Einzusehen sein werden sie aber nur im Archiv. Unterlagen aus den Ortsteilen sind Mangelware bei den Archivalien. Das wird nach den Vorstellungen der Initiatoren - dazu gehören neben Bürgermeister Gaul auch Heinrich Justus Wagner und Hartmut Gaul vom Verein für Geschichte und Volkskunde Lohra, sowie Petra Kunze-Bruckhoff vom Freundeskreis Altes Rathaus - feste Öffnungszeiten bekommen, zu denen es öffentlich zugänglich ist. Ein Mitglied des Vereins für Geschichte und Volkskunde soll es leiten und die Arbeit der Studierenden fortführen, nach Teilnahme an einem entsprechenden Schulungskurs im Staatsarchiv Marburg, wie Hartmut Gaul erläuterte.

"Die Verwaltung", so Bürgermeister Gaul, "kann so ein Archiv nicht aufbauen. Sie ist aber gesetzlich verpflichtet, ihre Datenunterlagen zu archivieren."

Alexandra Lutz, die mit ihren Studierenden regelmäßig solche Projekte angeht, erläutert, dass sich hier keine Neulinge ans Werk machen: "Die Studierenden haben zuvor schon ein Jahr lang an Archiven gearbeitet." Sie werden sich ab September zunächst einmal in die Thematik einarbeiten und Recherchen zur Geschichte der Gemeinde und ihrer Ortsteile anstellen. Dabei setzt Lutz auch auf die Mitarbeit der Bürger.

Eine erste Sichtung der Archivalien im Keller des Rathauses habe nämlich ergeben, dass vor allem Unterlagen aus den Jahren 1930 bis 1970 vorhanden seien. Was fehle, seien Dokumente aus den Ortsteilen Altenvers, Damm, Kirchvers, Nanz-Willershausen, Reimershausen, Rodenhausen, Rollshausen, Seelbach und Weipoltshausen, die seit der Gebietsreform zusammen mit der Kerngemeinde die Großgemeinde Lohra bilden.

Aus den Ortsteilen aber seien die Unterlagen längst nicht vollständig, erläutert sie. Und bittet in dem Zusammenhang die Bürger der Ortsteile, schriftliche Dokumente und Fotos aus der Zeit vor der Gebietsreform, die sich in ihrem Besitz befinden, in das aufzubauende Gemeindearchiv einzubringen. "Hier ", so versichert sie wie auch Wagner, "bleiben die Unterlagen garantiert erhalten". Und Lutz und Hartmut Gaul verweisen darauf, dass historische Dokumente mit der Zeit zerfallen können, wenn sie nicht fachgerecht gelagert werden. Das aber soll in dem künftigen Gemeindearchiv der Fall sein.

Der Bürgermeister weiß, dass es einige umfangreiche Privatarchive in Lohra gibt. "Es wäre schön für das Projekt, wenn diese Unterlagen zusammen geführt werden", sagt Lutz dazu.

Bis Januar soll das "alte Archiv" in Lohra aufgebaut sein. Die Suche nach geeigneten Räumen hat schon jetzt begonnen. Im Gespräch ist unter anderem der Alte Bahnhof, wo die Räume des Gewerbevereins frei geworden sind. Doch auch andere Gebäude sind im Visiert. "Auf jeden Fall soll das Archiv zentral gelegen und für jedermann gut zu erreichen sein, macht der Bürgermeister deutlich.


- 17.07.2007 "Essich" gibt Versern Mut und Kraft

(Hermann Maaß) Nur wenige Tage nach dem über die Relegationsrunde erreichten Aufstieg in die Fußball-Bezirksoberliga und nach ausgelassenen Feten spuckt Jens Grunert, der neue Spielertrainer der SG Versbachtal, bereits wieder unerbittlich in die Hände. "Essich", wie alle Welt den nur einen Steinwurf entfernt vom Altenverser Sportplatz lebenden Grunert nennt, weiß um die Fülle an Arbeit, die auf ihn und seine Jungs wartet. Die Rückkehr zu seinen fußballerischen Wurzeln soll schließlich für den 35-Jährigen und die Spielgemeinschaft aus Alten- und Kirchvers zu einer Erfolgsgeschichte werden.

Der Bankkaufmann, der einst als junger Spund auszog, um in Landesligadiensten beim SC Gladenbach und als Oberliga-Abwehrrecke des VfB Marburg Erfahrungen zu sammeln, gibt das Saisonziel unumwunden aus: "Wir wollen den Klassenerhalt frühzeitig sichern und am Rundenende auf einem guten, einstelligen Tabellenplatz, stehen", wünscht sich Grunert.

Der Vorjahreskader konnte fast komplett gehalten werden. Lediglich Markus Dierks (FSV Schröck) und Dirk Hüchel (SG Fronhausen) setzten ihre Abwanderungsgedanken um. Berücksichtigt man die Qualität der Zugänge, wird die SG Versbachtal im Bezirksoberhaus wesentlich mehr Potenzial besitzen. Neben Grunert selbst kamen Tony Neumann (SC Waldgirmes II), Jan Aßler (VfB Lohra), Kristijan Milisevic (FV Cölbe), Dominik Völk (A-Jugend VfB Marburg) sowie die Gladenbacher A-Jugendlichen Jannik Kuhl und Joel Gries. Jens Grunerts Rolle im Defensivverbund ist noch nicht festgeschrieben Versbachtal erzielte in der abgelaufenen Saison mit 81 Treffern nur ein Tor weniger als Meister SC Gladenbach. 51 Gegentore sind Jens Grunert aber freilich ein Dorn im Auge: "Ich denke, dass wir durch mein Mitwirken in der Deckung etwas stabiler werden. Letztlich ist aber noch offen, ob Mike Gimbel Libero spielt oder meine Wenigkeit. Auch die Frage nach einem System mit Libero oder Viererkette lasse ich mir offen und außerdem könnte ich auch die zentrale Position vor der Abwehr spielen", schildert Jens Grunert die Alternativen in der Abwehr.

Im Mittelfeld soll Henning Plitt Regie führen und als Bindeglied zwischen Kreativabteilung und Angriff fungieren. "Mein Bruder und Torjäger Björn Grunert muss berufsbedingt im Training etwas kürzer treten. Ich erwarte allerdings vom jungen Tony Neumann einiges im Sturm und habe auch noch Matthias Weller als Konteroption", verrät "Essich".

Die körperliche Fitness nimmt beim neuen Versbachtaler Spielertrainer einen hohen Stellenwert ein. Kein Wunder, soll doch vor allem in Heimspielen auf dem eigenen Kunstrasenplatz so richtig die Post abgehen. Schwerpunkte im Training sind außerdem das Flügelspiel und mehr Ballkontrolle im Mittelfeld. Die Bedeutung seiner eigenen Person bewertet Jens Grunert nicht über: "Man erwartet von mir als Trainer-Neuling bei meiner Arbeit mit einem Aufsteiger keine Wunderdinge. Das Potenzial im Team ist vorhanden und mit 16 bis 18 Leuten ist der Kader im Vergleich zum Vorjahr um einiges breiter geworden. Ich freue mich sehr auf die Aufgabe", lebt der Spielertrainer jenes Selbstvertrauen vor, dass die "Verser" zu unerschrockenen Neulingen im Bezirksoberhaus machen soll.


- 18.07.2007 20 Steppkes erforschen Kirchvers

(jc). Viel Spaß haben gestern knapp 20 Ferienspielkinder aus Lohra bei einer Dorfrallye durch Kirchvers gehabt. Veranstalter war die Gemeinde Lohra.

Lohra-Kirchvers. Bei angenehm warmen Temperaturen und leichtem Wind spazierten die Jungen und Mädchen durch den Lohraer Ortsteil und erfuhren dabei viel Wissenswertes. Markus Hemberger, stellvertretender Ortsbeirat und Konrektor der Grundschule Lohra, sein Sohn Valentin Hemberger, Dunja Oestreich, Lehrerin der Förderschule Hommertshausen und die Studentin Lena Schmidt lotsten die Kinder mit einem kniffligen Fragebogen durch Kirchvers. Da viele Familien nicht in den Urlaub fahren können, liege es der Gemeinde am Herzen, auch den "Daheimgebliebenen" etwas zu bieten und und den "Kleinen" die Heimat etwas näher zu bringen, erläuterte Markus Hemberger.

Kurz nach 13 Uhr waren schnell Zweier-Gruppen unter den Kinder gebildet und jede Gruppe bekam einen Fragebogen mit 26 Fragen über den Ort Kirchvers. Zur Beantwortung der Fragen mussten verschiedene Plätze, wie der Kirchturm, der Burggarten oder die Schutzhütte aufgesucht werden, damit die Steppkes in die Bögen eintragen konnten, wie viele Schwanzfedern der Gockel auf dem Kirchturm hat, oder ob die Germanen, Römer oder Kelten vor 2000 Jahren auf dem Dünsberg gelebt haben.

Zu vielen Anlaufstellen wusste Markus Hemberger lehrreiche und witzige Anekdoten zu erzählen, so etwa, dass vor vielen Jahren der Kirchturm-Gockel gestohlen worden war, oder weshalb auf den historischen Fachwerkhäusern in altdeutscher Schrift Sprüche eingemeißelt wurden. Dass der Pädagoge bei seinen Zöglingen sehr beliebt ist, wurde deutlich als während der Rallye ein ehemaliger Schüler ihm zum Dank eine alte Lokomotiv-Führer-Mütze seines Vaters schenkte. Veranstaltung endet mit einem Besuch im Waldschwimmbad Doch die eigentliche Idee, eine Dorfrallye zu veranstalten kam von Valentin Hemberger, der zusammen mit Dunja Oestreich seit mehreren Jahren die Jungschar in Kirchvers betreut. Schließlich helfe es nicht, sich immer nur zu beschweren, dass für Kinder wenig angeboten wird, man müsse schon selbst mit anpacken, begündete Dunja Oestreich, deren kleine Tochter auch an der Rallye teilnahm, ihr Engagement.

Zur Erfrischung und Motivation wurden am Dorfgemeinschaftshaus Bonbons und Getränke gereicht. Frisch gestärkt ging es dann zum Endspurt. Höhepunkt der Veranstaltung war der Besuch im Waldschwimmbad Kirchvers. Dort konnten die Kinder im Wasser planschen und taten sich auf der Liegewiese direkt am Waldrand an Würstchen und Eis gütlich.


- 20.07.2007 Eschenburger stirbt bei Motorradunfall

(spo/he). Martin Krischer, Fraktionsvorsitzender der SPD im Eschenburger Gemeindeparlament, ist gestern bei einem Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 255 zwischen Gladenbach und Lohra-Willershausen ums Leben gekommen.

Gladenbach/Eschenburg. Der 45 Jahre alte Hirzenhainer war auf der Strecke mit seinem Motorrad gegen einen Geldtransporter gekracht und wahrscheinlich sofort tot.

Wie die Polizei in Marburg gestern dazu mitteilte, war Krischer gestern gegen 10 Uhr in Richtung Marburg unterwegs, als in Höhe der so genannten Rüchenbacher Hecke ein Geldtransporter von einem rechts der Fahrbahn gelegenen Parkplatz nach links in Richtung Gladenbach abbog. Der Motorradfahrer hatte offenbar keine Chance mehr, dem Hindernis auszuweichen, und stieß in die Fahrzeugmitte des VW-Transporters. Die schwere Yamaha XJ 900 und ihr Fahrer wurden mehrere Meter weit auf den Randstreifen geschleudert. Der Notarzt konnte nichts mehr für Krischer tun. Alle Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos.

Der 35-jährige Gießener, der den Geldtransporter gefahren und das herannahende Motorrad offenbar übersehen hatte, kam mit einer Schienbeinverletzung davon. Er und sein 30-jähriger Beifahrer aus Reiskirchen erlitten einen Schock.

Die Biedenkopfer Polizei fand zunächst keine Hinweise auf eine überhöhte Geschwindigkeit des Motorrads. Ein Gutachter der Marburger Staatsanwaltschaft untersucht nun die Unfallursache. Motorrad und Transporter wurden sichergestellt. Die Bundesstraße musste bis etwa 13 Uhr voll gesperrt werden.


- 21.07.2007 Kindergarten wirft die Schulis raus

(pat). Wenn die Sommerferien zu Ende gehen, fängt für die ältesten Kindergartenkinder, die so genannten "Schulis", der Ernst des Lebens an. Sie werden eingeschult. Dieser neue Lebensabschnitt der Kleinen wird in Kirchvers auf eine besondere Art gefeiert: 15 zukünftige Schüler sind hier gestern zur Tür des Kindergartens hinaus geschmissen worden.

Lohra-Kirchvers. "Kinder sind Gäste, die nach dem Weg fragen, und wir hoffen, dass wir den Kindern auf dem Weg ein Stück geholfen haben", betonten die Erzieherinnen der Bärengruppe und der Tigerentengruppe des Kindergartens Kirchvers.

Dass die von der evangelischen Kirchengemeinde getragene Einrichtung ihren Kindern Orientierung gegeben hat, bestätigen die Eltern, die mit gemischten Gefühlen in die Zukunft sehen. "Es steht ein neuer Abschnitt bevor, den die Kinder hoffentlich mit genauso toller Hilfe meistern", sagte die Elternbeiratsvorsitzende Regina Schramm. Tränen bei Erzieherinnen und Geschenke und Lieder zum Abschied. Als Dankeschön bekamen die Erzieherinnen in einer kleinen Abschlussfeier von ihren ehemaligen Schützlingen Blumen und Töpfe mit Kräuterpflanzen geschenkt. Die Eltern und Kinder überreichten die Geschenke vor allem als "Danke für die Liebe, Geduld und Zuwendung, die Ausflüge und die schönen Bastelarbeiten".

Die Jungen und Mädchen wurden von ihren Erzieherinnen nicht ohne Tränen in den Augen verabschiedet. Als Erinnerung an die vergangenen drei Jahre bekam jedes Kind eine Mappe mit verschiedenen Bastelarbeiten und Geschenken.

In der Kindertagesstätte lernen die Kinder auch Vertrauen auf Gott. So sangen sie gemeinsam mit Pfarrer Hans Peter Kovacs, der die Lieder mit seiner Gitarre begleitete, "Es fällt kein Spatz vom Himmel, ohne dass der Vater, der im Himmel ist, ihn sieht" und "Ich bin mehr wert als der Spatz". Im Anschluss bekamen die "Schulis" ihren Segen vom Pfarrer, der ihnen damit alles Gute für den Schulweg wünschte.

Abschluss der kleinen Feier war das Hinausschmeißen der Kinder aus dem Kindergarten. Nacheinander wurden sie unter den Augen der Eltern und Erzieherinnen zum Eingang hinaus auf Matten geworfen. Danach ging es dann nach Hause, um die Ferien vor dem Schulanfang zu genießen.


- 25.07.2007 Historie fasziniert Kinder

(jc). Bei den Ferienspielen der Gemeinde Lohra haben gestern 14 Kinder unter der Leitung von Markus Hemberger, seinem Sohn Valentin Hemberger und Lena Schmidt auf dem Weg zum Dünsberg die Vorgeschichte ihrer Heimat, insbesondere die der Kelten, erkundet.

Lohra-Kirchvers. Obwohl die Wolken keinen Zentimeter blauen Himmel über Lohra-Kirchvers freigeben wollten und im zehn-Minuten-Takt kalte Regenschauer niederprasselten, standen um 9 Uhr morgens 14 in Regenjacken eingepackte, Kinder startklar und gespannt am Volleyball-Feld in Kirchvers. Dort begann die sechs Kilometer lange Keltenwanderung zum Dünsberg. Auch die Dalmatiner-Hündin "Maybel" der Hembergers begleitete die Wandergruppe und sorgte bei den Kleinen für viel Begeisterung.

Mit Vergleichen von Asterix und Obelix hatte Markus Hemberger, Konrektor der Grundschule Lohra, die Aufmerksamkeit der Steppkes schnell auf sich gezogen. Ein Faustkeil weckt die Neugier der kleinen Wanderer. Ein Faustkeil , 2002 von Markus und Valentin Hemberger auf einem Acker nahe Lohra, gefunden, weckte ihre Neugier. Er stamme, so Hemberger, aus der Mittleren Altsteinzeit (100 000 bis 30 000 v. Chr.) und lasse vermuten, dass schon Menschen vor der Kelten-Zeit (vor 2000 Jahren) in dem Gebiet der Gemeinde Lohra lebten. Begeistert versuchten die Kinder schließlich, mit dem Faustkeil Walnüsse zu knacken.

Auf eine gute Beziehung zwischen Römern und Germanen, die sich um 50 vor Christus mit den Kelten vermischten, schließt Hemberger aus einigen Stücken von zerbrochener römischer Keramik, die der gefunden hat. Sie bezeugen nach seiner Meinung einen Handel von Nahrung gegen handgefertigte Waffen, Töpfe und Münzen.

Die Geschichte der Kelten wird für die Kinder durch die Besichtigung des nachgebauten keltischen Dorfes am Dünsberg erst richtig anschaulich. Dort lebten die Fürsten, die sich mit mächtigen Erdwällen vor den Feinden schützten, während die meisten anderen Kelten eher in kleinen Höfen lebten, die verstreut waren.

Das große Eisenerzvorkommen und der Waldreichtum, der zur Verhüttung von Eisen gebraucht wurde, war der Hauptgrund für die Besiedlung durch die Kelten, erklärte Markus Hemberger. Zum krönenden Abschluss stand für die Kinder eine aufregende Rallye am Fuß des Dünsberges an. Auf diese Weise lernten die Sprösslinge, durch kindgerechte Fragen die Geschichte ihrer Heimat besser zu verstehen.


- 25.07.2007 Kindergarten ist "steinreich"

Lohra-Kirchvers. (red). Steine für ihren neuen Spielplatz haben die Kirchverser Kindergartenkinder jetzt gesammelt. Die Aktion sollte ihr Beitrag sein für die Gestaltung des Areals. Der evangelisch-lutherische Kindergarten hatte von der Gemeinde Lohra ein zusätzliche Stück Land bekommen, das an das Außengelände der Einrichtung angrenzt. Hier sollte das Spielgelände erweitert werden. Das brach liegende Land wurde von den Eltern und Freunden des Kindergartens in guter Kirchverser Tradition bearbeitet, mit Muskelkraft und Maschinen zum Spielplatz umgestaltet. Um ihre Eltern zu unterstützen und den Platz nach und nach in Besitz zu nehmen, haben die Steppkes mit den Erzieherinnen eine Steinsammelaktion gestartet. Eimerchen um Eimerchen schütteten die kleinen Hände in den bereit gestellten Hänger . Nun freuen sich die fleißigen Helfer, den Platz nach den Sommerferien in Betrieb nehmen zu können.


- 25.07.2007 Faulbrut bricht aus

Lohra (vo). In mehreren Ortsteilen von Lohra ist die amerikanische Faulbrut ausgebrochen, eine Erkrankung, die Bienen befällt. Das Veterinäramt hat um die betroffenen Bestände Sperrbezirke eingerichtet. Noch diese Woche werden die Bienenstände vernichtet.

Dr. Gregor Busse vom Fachbereich Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landkreises Marburg-Biedenkopf erläuterte gestern im Gespräch mit dieser Zeitung, dass es sich ausschließlich um Bienenstände im Bereich Lohra handele. Im vergangenen Jahr habe es bereits einen Fall der Krankheit in Weipoltshausen gegeben. "Wir dachten, wir sind davon gekommen", sagte Busse, aber inzwischen seien Bienenstände bei Rollshausen und Kirchvers befallen. Für einen weiteren Bienenstand in Altenvers stehe das Ergebnis der bakteriologischen Untersuchung noch aus.

Die Bienenvölker, bei denen die Krankheit entdeckt worden war, sind laut Busse bereits vernichtet worden. Für einen weiteren Bestand steht das Verfahren jetzt noch an. Dabei würden die Tiere getötet und anschließend ebenso wie das Material verbrannt. Holzteile, die wieder verwendet werden sollen, würden abgeflämmt.

Für derartige Aktionen gibt es beim Bienenzuchtinstitut in Kirchhain ein eigenes Bekämpfungsmobil, das für solche Einsätze ausgerüstet ist.

Die Krankheit wird durch die Arbeiterbienen im Bestand und schlimmstenfalls von Volk zu Volk weitergetragen. Laut Busse erkennt man die Faulbrut, bei der es sich um ein reine Erkrankung der Brut handele, daran, dass diese eingehe und letztlich das ganze Volk sterbe. In Deutschland wird die Faulbrut staatlich bekämpft. Die Erkrankung wird vom Tierseuchengesetz erfasst und unterliegt der Anzeigenpflicht. Für die Bestände, die getötet werden müssen, zahlt die Tierseuchenkasse den Besitzern eine Entschädigung. Die Bekämpfungsmaßnahmen sind in der Tierseuchenverordnung festgelegt. Ist ein Volk erkrankt, wird ein Sperrbezirk von einem Kilometer eingerichtet. In diesem Bereich, so Busse, müssten alle Völker untersucht werden. Honig kann unbedenklich verzehrt werden Untersuchungen von Bienenvölkern gibt es grundsätzlich auch dann, wenn ein Bienenvolk verkauft oder verstellt wird. Dafür muss ein amtstierärztliches Zeugnis ausgestellt werden, wofür im Landkreis rund 15 Bienenseuchensachverständige zuständig sind, die eine entsprechende Ausbildung haben. Von der Krankheit ist der Honig der Bienen nicht betroffen und kann nach Auskunft von Busse ohne weiteres verzehrt werden. Die bösartige Faulbrut der Bienen, versichert das Veterinäramt, sei für den Menschen auch nicht ansteckend.


- 07.08.2007 Spinnen sind gar nicht "pfui Spinne"

(yz). Über ein Dutzend verschiedene Spinnenarten wie Wespen-, Kreuz-, oder Baldachinspinnen hat Ulla Schäfer am Sonntag bei einer zweistündigen Spinnenwanderung durch die Nanzhäuser Heide vorgestellt. Rund dreißig Teilnehmer hatten das Angebot des Vereins für Vogel- und Naturschutz Lohra angenommen und lernten von der Herbornerin etliches über Körperbau, Lebensraum und Verhalten der achtbeinigen Krabbeltiere.

Lohra. Seit ungefähr zehn Jahren beschäftigt sich Schäfer nach eigenen Angaben bereits mit Spinnen. "Die Führungen sollen aufklären und so Akzeptanz gegenüber Spinnen schaffen", erklärte sie. Besonders die Kinder schienen ihr am Herzen zu liegen. So versuchte sie einleitend erfolgreich, durch eine spielerische Vorführung mit Kuscheltier-Spinnen Ängste zu mindern oder gar nicht erst aufkommen zu lassen. Im Anschluss bekam jedes Kind eine Lupe, die rege Nutzung fand. Der Ausflug bot auch für Erwachsene reichlich Gelegenheit, sich neues Wissen anzueignen. So erfuhren die Teilnehmer beispielsweise, dass nicht alle Spinnen Netze bauen, um Beute zu fangen. Manche Spinnen, wie die Zebraspringspinne, jagen ihr Futter auf dem Boden und nutzen ihre Fäden als eine Art Sicherheitsleine, erläuterte Schäfer.

Auch den Unterschied zwischen echter Spinne und spinnenartigen Tieren machte Schäfer deutlich. Man erkenne Spinnen an ihrem zweigeteilten Leib, wobei sich alle acht Beine am vorderen Teil befänden. "Ein einzelner Knubbel mit acht Beinen ist ein Weberknecht, keine Spinne", schmunzelte Schäfer. Einheimische Spinnen sind für den Menschen nicht gefährlich. Erstaunt waren Kinder und Erwachsene zu hören, dass Spinnen auch Lungen haben, aber weder richtiges Blut noch ein Knochenskelett. Oder dass nicht alle Spinnenweibchen die Männchen nach der Paarung fressen. Ein weiterer Irrglaube sei, dass alle Spinnen auf glatten Flächen laufen könnten, so Schäfer. Dazu bräuchten sie winzig kleine Hafthaare an den Beinen, und die fehlte einigen Arten, wie beispielsweise den Kellerspinnen.

Die obligatorische Frage eines Kindes "Ist die gefährlich?" beantwortete Schäfer so: "Ja, aber nicht für uns." Die meisten einheimischen Spinnen, so die Frachfrau, könnten Menschen nicht einmal beißen, wenn sie es wollten, da ihre Giftzangen zu klein seien und sie es daher nicht schafften, durch unsere Haut zu kommen. Und bei den wenigen größeren Arten seien die Bisse nicht schlimmer als der Stich einer Mücke. Abschließend zeigte Schäfer Bilder von Spinnen und deren vielfältig konstruierten Netzen, die während der Wanderung nicht gefunden wurden. Im nächsten Jahr ist wieder eine kostenlose Spinnenwanderung geplant.


- 15.08.2007 163 000 Euro fließen ins Hinterland

Susanne Polig) Der Zweckverband "Interkommunale Zusammenarbeit Hinterland" bekommt vom Land Hessen und dem Bund 163 000 Euro Zuschuss aus dem Förderprogramm "Stadtumbau in Hessen 2007". Das teilte Hessens Wirtschaftsminister Alois Rhiel (CDU) gestern mit. Die Förderungs-Wunschliste, die der Zweckverband im April ausgearbeitet hatte, ist 213 000 Euro schwer. Welche Projekte nun zum Zug kommen und welche nicht, ist noch unklar.

Marburg-Biedenkopf. Das Stadtumbau-Programm soll Vorhaben unterstützen, die die Infrastruktur und das Angebot der hessischen Kommunen für die Bevölkerung verbessern. Hintergedanke dessen ist der sich abzeichnende Bevölkerungsrückgang auf dem Land und die zunehmende Überalterung der Menschen.

Die Förderchancen steigen, wenn sich kleine Kommunen in ländlicheren Gebieten zu Zweckverbänden zusammenschließen - was die Hinterländer im Dezember 2006 getan haben. Mitglieder im hiesigen Zweckverband sind die Städte Biedenkopf und Gladenbach sowie die Gemeinden Angelburg, Bad Endbach, Breidenbach, Dautphetal, Steffenberg und Lohra. Zudem gibt es eine Kooperation mit Bad Laasphe. Studien und Gutachten. Im April hatten die Mitgliedskommunen gemeinsam einen Maßnahmenkatalog 2007 über 213 000 Euro beim Land eingereicht. Darin enthalten sind einzelne Projektwünsche wie zum Beispiel eine Machbarkeitsstudie für die Nutzung des Kultur-, Sport-, und Freizeitzentrums in Bad Endbach (40 000 Euro), die Umgestaltung des Gebäudes in der Biedenkopfer Hainstraße 15 zu einer Kleinkunstbühne (15 000 Euro) oder die Nutzung des leer stehenden Amtsgerichts in Gladenbach (10 000 Euro, siehe nebenstehenden Bericht).

Breidenbach hat die Umgestaltung des Niederdietener Freibads angegeben (10 000 Euro), Steffenberg das Niedereisenhäuser Bad (10 000 Euro). Weitere Wünsche sind zum Beispiel 7500 Euro für die Optimierung der Kinderbetreuung als Unterstützung für Berufstätige, die Umgestaltung des ehemaligen Molkereigebäudes in Lohra zu einer Tagespflegeeinrichtung (10 000 Euro) oder die Aufwertung des Dorfmittelpunktes in Angelburg-Lixfeld (15 000 Euro).

Weiterhin wurden vom Zweckverband beantragt:

Zuschüsse für Konzepte zur Weiterentwicklung der Zentren von Breidenbach (20 000 Euro) und Steffenberg-Niedereisenhausen (20 000 Euro).

Eine Studie, wie der Einzelhandel in Dautphetal-Buchenau gehalten werden kann (7500 Euro).

Eine Untersuchung des Gebiets Carlshütte in der Gemeinde Dautphetal (15 000 Euro).

Die Neugestaltung der Gladenbacher Innenstadtinsel (20 000 Euro).

Eine Studie für die Nutzung der Gewerbebrache Göbel in Steffenberg (10 000 Euro).

Ein Gutachten über den Wert des Hauses Nummer 83 in der Biedenkopfer Hainstraße, das "Betreutem Wohnen" dienen könnte (3000 Euro).

Der Bewilligungsbescheid über die gestern zugesagten 163 000 Euro Förderung für das Hinterland liegt dem Zweckverband laut einem der Geschäftsführer, Konrad Moog (Dautphetal), noch nicht vor. Deshalb gebe es noch keine Informationen darüber, welche Projekte konkret von Land und Bund gefördert werden.

Bei den aufgeführten Punkten handelt es sich zunächst um Studien und Gutachten zur Machbarkeit und nicht um die Umsetzung. Derzeit erstellt ein Planungsbüro zusammen mit dem Verband jedoch ein so genanntes Integriertes Handlungskonzept, an dem sich die Umsetzung der Projekte orientieren soll. In Arbeitsgruppen entwickeln Vertreter der Kommunen dessen Inhalte (diese Zeitung berichtete). Das Konzept soll bis zum 1. Oktober als Entwurf beim Ministerium vorliegen. Erst wenn es fertig ist, können die Verbandsmitglieder prüfen, ob die Projekte im vorläufigen Katalog zum Konzept passen, so Moog. Auch der Ostkreis wurde bedacht. Neben dem Hinterland wurde hessenweit 13 anderen Zweckverbänden und zwölf Einzelstandorten Fördergeld aus dem Stadtumbau-Programm bewilligt, wie es aus dem Wirtschafts- und Verkehrsministerium hieß. 11,8 Millionen Euro pumpen Land und Bund den Angaben zufolge je zur Hälfte in die hessischen Kommunen. Im Landkreis Marburg-Biedenkopf steht neben dem Hinterland noch die Kooperation zwischen Kirchhain, Stadtallendorf und Rauschenberg auf der Liste. Für Projekte in den Ostkreis-Städten wurden 568 000 Euro bewilligt.


- 15.08.2007 Speckbrücke ist Biker-Treff

Lohra. (red). Ihr 22. Motorradtreffen veranstalten die Motorradfreunde Lohra am kommenden Wochenende. Schauplatz ist wie immer der Festplatz an der Speckbrücke in Lohra. Um wetterunabhängig zu sein, werden die Veranstalter ein Festzelt aufstellen. Das Treffen beginnt am Freitag, 17. August, in den frühen Abendstunden mit einer Party, bei der Pop- und Rockmusik aus der Konserve zu hören sein wird. Am Samstag, 18. August, stehen tagsüber einige Spiele sowie eine Ausfahrt durch das Hinterland auf dem Programm. Den Teilnehmern mit der weitesten Anfahrt, den Clubs, die mit den meisten Mitglieder angereist sind, und dem ältesten Teilnehmer beziehungsweise der ältesten Teilnehmerin werden zudem Pokale überreicht. Abends gibt dann die Band "Thunderstruck" ein mehrstündiges "Live"-Konzert. Die Gruppe covert vor allem Rock n Roll großer Gruppen aus den 60-er, 70-er und 80-Jahren, angereichert durch eigene Elemente und "bissige Ausdruckskraft", wie die Veranstalter betonen. Der Eintritt sowohl für die Veranstaltung am Freitag- als auch am Samstagabend ist frei. Am Sonntag Vormittag trifft sich dann alles zu einem abschließenden gemeinsamen Frühstück. Das Motorradtreffen in Lohra gehört zu den größten Veranstaltungen ihrer Art in Mittelhessen und lockt alljährlich mehrere hundert Motorradfreunde aus allen Teilen Deutschlands und aus dem benachbarten Ausland an. Willkommen sind auch Gäste ohne Motorrad. Wie die Veranstalter betonen, gibt es unmittelbar neben dem Festplatz ausreichend Möglichkeiten zum Zelten, es stehen genügend sanitäre Anlagen sowie Parkplätze für Motorräder und Autos zur Verfügung.


- 28.08.2007 Zuschauer schlägt Piecha

(jpk). Ein Nachspiel vor dem Kreisrechtsausschuss und voraussichtlich auch vor einem ordentlichen Gericht ist der Partie der Fußball-Kreisliga Biedenkopf/Marburg I zwischen der SpVgg Eisenhausen und dem SV Hartenrod sicher. Denn Peter Piecha, Fußball-Referee vom VfB Lohra, hat in einem Sonderbericht an Klassenleiter Peter Schmidt mitgeteilt, dass er nach dem 5:1-Kantersieg der Gastgeber von einem "älteren Herrn", offenbar ein Hartenröder Anhänger, tätlich angegriffen worden ist. "So etwas habe ich in meinen zwölf Jahren als Schiedsrichter noch nicht erlebt. Bereits auf dem Weg zur Kabine hat er mich bespuckt und mir gröbste Beleidigungen an den Kopf geworfen. Als ich vor der Tür sagte, Jetzt reichr s, hat er mir einen Schlag in den Magen versetzt, dass ich K.o. gegangen bin", so Piecha, der sich ärztlich versorgen ließ und Anzeige erstattet hat.


- 31.08.2007 Wenn s hakt, muss auch die Jugend erfinderisch sein

(isa). Der Aussiedlerhof Wagner Rücker zwischen Damm und Lohra ist jetzt Schauplatz einer gemeinsamen Übung der Lohraer Jugendfeuerwehren gewesen. Ziel der Veranstaltung, an der 15 Nachwuchsfeuerleute aus den Wehren Kirchvers und Willershausen teilnahmen, war es, das Zusammenspiel der verschiedenen Wehren für den Ernstfall zu proben.

Lohra. "Bei Leistungswettkämpfen treten die Jugendlichen meistens gegeneinander an, hier ist heute eine wehrübergreifende Kooperation gefragt", erläuterte Gemeindejugendfeuerwehrwart Christian Peschke. Die relativ schwache Besetzung - in Lohras Wehren sind 54 junge Leute organisiert - führt er auf den Ausfall der Jugendwehr Lohra zurück, die in die Festaktivitäten des Turnvereins miteinbezogen war.

Für den simulierten Scheunenbrand sollte das Löschwasser aus dem Hydrant am Aussiedlerhof nicht ausreichen. Die Kirchverser Wehr hatte deshalb die Aufgabe, Wasser aus der gestauten Salzböde mit einer Pumpe anzusaugen. Bedingungen wie die Großen Dabei musste genügend Druck aufgebaut werden, um das Wasser über eine Strecke von 100 Metern bis zum Brandherd zu transportieren. Zum Ansaugen kamen statt der üblichen Feuerwehrschläuche stahlverstärkte Schläuche zum Einsatz. Beim Aufbau einer dritten Wasserspritze klemmte die Verbindung zwischen zwei Schläuchen und die Jugendlichen mussten schnell für Ersatz sorgen.

"Solche Situationen schulen den raschen, kreativen Umgang mit dem Material und das Lösen von Problemen, erklärte Peschke, der mit Gemeindebrandinspektor Bernd Schäfer die Übung beaufsichtigte. Am Ende zeigte er sich mit den Leistungen des Feuerwehrnachwuchses zufrieden.

Insgesamt war es bereits die dritte gemeinsame Übung der Jugendwehren der Gemeinde Lohra. "Mit den vorausgegangenen Veranstaltungen in Altenvers und Rollshausen konnte gleichzeitig immer ein bisschen Werbung gemacht und Nachwuchs für die Jugendwehr gewonnen werden", erzählte Peschke und wünschte sich von der Übung in Damm den gleichen Effekt.


- 31.08.2007 Ortsvorsteher tritt zurück

Lohra-Kirchvers. (red). Für die 28 interessierten Bürger, die am Mittwoch Abend die Kirchverser Ortsbeiratssitzung besucht hatten, kam die Überraschung zum Schluss: Ortsvorsteher Bernd Willershausen kündigte seinen Rücktritt an. Wie er im Gespräch mit dieser Zeitung erläuterte, sind es berufliche Gründe, die ihn zu diesem Schritt bewogen haben. Neue Aufgaben beim Regierungspräsidium in Gießen ließen sich nicht mehr mit den Anforderungen des Ehrenamts verbinden, bedauerte Willershausen, der als Ortsvorsteher auch die gemeindliche Verwaltungsaußenstelle in Kirchvers leitet. Diese Arbeit wolle und könne er nicht halbherzig machen, betonte er. Willershausen ist seit der Kommunalwahl im März 2001 im Amt. "Es war eine politisch spannende Zeit, in der wir viel erreicht haben, zum Beispiel im Straßenbau. Viel geschafft haben wir aber auch im ehrenamtlichen Bereich, etwa mit dem Dorffest ", sagte der scheidenden Ortsvorsteher, dessen Nachfolger in einer Sondersitzung des Ortsbeirats am Donnerstag, 13. September, um 19.30 Uhr im Bürgerhaus Kirchvers gewählt wird. Ihre grundsätzliche Bereitschaft zur Kandidatur haben nach Informationen dieser Zeitung alle sechs weiteren Ortsbeiratsmitglieder signalisiert. Wie Willershausen s Stellvertreter Markus Hemberger sagte, werde man sich wohl im Vorfeld der Sitzung absprechen.


- 01.09.2007 Kirche sucht Kompromiss

(do/br). So viele Besucher wie selten hat der Ortsbeirat Kirchvers bei seiner jüngsten Sitzung gezählt: 28 Bürgerinnen und Bürger des Dorfes wollten dabei sein, als das Gremium über die Belegung des kirchlichen Kindergartens im Dorf diskutierte. Vorausgegangen war eine Unterschriftenaktion, mit der die Eltern forderten, dass alle ihre Vorschulkinder Platz im örtlichen Kindergarten finden.

Lohra-Kirchvers. Selbstverständlich ist das nicht, denn in Lohra haben die Eltern die Möglichkeit, den Kindergarten für ihre Sprösslinge frei zu wählen. Und da ist die von der evangelischen Kirche betriebene Einrichtung in Kirchvers auch für Eltern aus Weipoltshausen - es gehört zur Kirchengemeinde Kirchvers - erste Wahl. Mit dem Ergebnis, dass die Zahl der Anmeldungen die Zahl der zur Verfügung stehenden Plätze in dem Kindergarten übersteigt. Das ist nicht zum ersten Mal der Fall.

Durch die Einrichtung der "Froschgruppe" (etwa neun Kinder) konnten in den vergangenen Jahren alle angemeldeten Jungen und Mädchen Berücksichtigung finden. Allerdings ging das zu Lasten der Gemeinde, die das Defizit für die Kindergärten ausgleichen muss. Gleichzeitig betreibt sie im benachbarten Altenvers einen gemeindlichen Kindergarten, der besser ausgelastet werden könnte. Froschgruppe aufstocken Dennoch hatte die Gemeindevertretung in ihrer Mai-Sitzung beschlossen, die Frosch-Gruppe, die nur bis zum Ende des Kindergartenjahrs 2006/2007 bestehen bleiben sollte, aufrecht zu erhalten. Das reichte trotzdem nicht aus, um alle angemeldeten Kinder berücksichtigen zu können. Etliche Steppkes aus Kirchvers sollten deshalb dem benachbarten - gemeindlichen - Kindergarten zugeteilt werden, was die Eltern ablehnten.

Sie wollten erreichen, dass zunächst einmal die Kirchverser Kinder im Kirchverser Kindergarten aufgenommen werden. Was wiederum Pfarrer Hans-Peter Kovacs so nicht akzeptieren mochte. Ihm sei es, so hatte er betont, egal, woher die Kinder kommen, er nehme alle auf.

Um dem Elternwunsch aus Kirchvers entsprechen zu können, planen Kirchenvorstand und Pfarrer des ungeachtet, die Froschgruppe noch einmal um drei bis vier Plätze aufzustocken und die Gruppe in das evangelische Gemeindehaus auszulagern. Diese Pläne unterstützt der Ortsbeirat Kirchvers einhellig und bittet den Gemeindevorstand um die notwendige Unterstützung. Bürgermeister Georg Gaul (parteilos), der bei der Sitzung anwesend war, nahm den Wunsch zur Kenntnis.

Der Kindergarten Kirchvers, genauer die von Kirchverser Eltern gewünschte Änderung der Vergaberichtlinien für Kindergartenplätze, war auch Thema in der Haupt- und Finanzausschuss-Sitzung am Donnerstag Abend. Darin berichtete Bürgermeister Gaul über die Unterschriftenaktion die Eltern-Initiative aus Kirchvers, die ihm insgesamt 157 Unterschriften überreicht habe.

In einem Begleitschreiben werde die Gemeinde Lohra aufgefordert, Kindergartenplätze im Kindergarten Kirchvers vorrangig an ortsansässige Kinder zu vergeben. "Stattdessen kommen immer mehr aus anderen Ortsteilen", zitierte Gaul aus dem Schreiben. Kritik an Eltern-Schreiben Der Vorsitzende des Haupt- und Finanzausschusses, Hans-Wilhelm Kisch (Bündnis für Bürgernähe, BfB) kritisierte: "Der Duktus des Schreibens ist bedauerlich und tendenziös". Sicher sei aber: "Die Problematik spitzt sich zu. Auch in der Gemeindekasse: 620 000 Euro betrage das Defizit der Gemeinde im Kindergartenbereich.

Für einen Beschluss des Ausschusses oder sogar eine weitere Diskussion über die Richtlinien zur Vergabe der Kindergartenplätze sei es viel zu früh, stellte der Vorsitzende des Ausschusses fest. Einstimmig vertagte das Gremium daher die Beratung


- 08.09.2007 Entscheidung verschoben

(en). Auch in der Sitzung der Lohraer Gemeindevertreter am Donnerstag Abend in Weipoltshausen ist die Diskussion über eine mögliche Richtlinie für die Vergabe von Kindergartenplätzen in der Gemeinde weiter gegangen. Ein Beschluss wurde aber zunächst verschoben, unter anderem, da noch ein weiteres Gespräch mit einem potenziellen neuen Träger für den Kindergarten in Altenvers, konkret dem Kinderzentrum Weißer Stein, geplant ist.

Lohra-Weipoltshausen. Dessen Geschäftsführer Helmut Koch werde sich in der nächsten Sitzung des Hauptausschusses und auch auf der nächsten Gemeindevertretersitzung vorstellen, kündigte Lohras Bürgermeister Georg Gaul (parteilos) an.

Anlass der Debatte über eine mögliche Vergaberichtlinie war eine Unterschriftenliste von Kirchverser Eltern gewesen. Diese hatten in dem Papier gefordert, dass vornehmlich ortsansässige Sprösslinge ein Anrecht auf einen Platz im Kirchverser Kindergarten haben sollten (diese Zeitung berichtete).

Zurzeit herrscht in der Großgemeinde noch "Wahlfreiheit", das bedeutet, die Eltern können sich den Kindergarten selbst aussuchen - egal in welchem Ortsteil die Kinder zu Hause sind. Mt der Folge, dass der Kirchverser Kindergarten aufgrund seiner Beliebtheit überfüllt ist und eine Warteliste hat, während im kommunalen Kindergarten im gleichen Umfang Plätze frei bleiben.

In Kirchvers hoffe man indes auf eine "mittelfristige Lösung" betonte der Gemeindevertreter und Kirchverser Ortsvorsteher Bernd Willershausen. Um einer Lösung der Probleme näher zu kommen, könne dort unter Moderation des Kreisjugendamtes ein "runder Tisch" mit allen beteiligten Parteien stattfinden.

Auf Antrag der BfB-Fraktion war das Weipoltshäuser Bürgerhaus auf von den Baugenehmigungsunterlagen abweichende bauliche und konzeptionelle Änderungen überprüft worden. Entgegen der geäußerten Vermutung, hieß es hierzu, seien "sämtliche Baumaßnahmen im Rahmen der vorliegenden Baugenehmigungen durchgeführt worden". Anschließend sprach sich das Parlament einstimmig dafür aus, an allen Dorfgemeinschaftshäusern einen entsprechenden Abgleich durch das Bauamt der Gemeinde vorzunehmen.

Wie Bürgermeister Gaul mitteilte, habe die Deckenerneuerung der Landesstraße 3048 in der Gladenbacher Straße in Lohra (ab dem ehemaligen Molkereigebäude bis Ortsausgang Fahrtrichtung Mornshausen) vor einigen Tagen begonnen. Für die Dauer der Arbeiten wurde eine Ampelanlage installiert. Im Zuge der Arbeiten werde der Gemeindevorstand das Gespräch mit den Anliegern der Grundstücke (Hausnummern 41 bis 63) suchen, um eine Lösung für den Ausbau des Gehweges zu suchen, kündigte der Verwaltungschef an. Bauarbeiten an der Speckbrücke haben begonnen. Ebenfalls begonnen hätten die Arbeiten zur Erneuerung der Fußgängerampel in der Schulstraße auf Höhe der Grundschule. Die Arbeiten würden etwa 14 Tage dauern, sagte Gaul. Weiter berichtete er, dass die seit vielen Jahren erforderliche Erneuerung der Speckbrücke im Ortsteil Lohra nun im Rahmen des Flurbereinigungsverfahrens erfolge. Die Arbeiten hätten bereits begonnen und sollen bis Oktober 2007 abgeschlossen sein. Die dafür erforderlichen Finanzmittel seien im Haushalt 2007 bereitgestellt worden.

Ein positives Resümee zog Gaul für die in diesen Sommerferien erstmals angebotene Ferienbetreuung für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter. Sie erfolgte in der Zeit vom 30. Juli bis zum 17. August und sei "sehr gut angenommen" worden. Insgesamt 23 Kinder aus der Großgemeinde hätten dieses Angebot in Anspruch genommen, so dass eine Fortsetzung im nächsten Jahr geplant sei.

Die Ferienspiele 2007 hingegen hätten nicht an die Teilnehmerzahlen und Erwartungen der Vorjahre anschließen können, so der Rathauschef. Weil der langjährige Ferienspielleiter Uwe Weber ausgefallen sei, waren kurzfristig zwei nicht ortsansässige Ferienspielleiter als Ersatz engagiert worden. Diese seien aber bei Rückfragen der Teilnehmer oder ihrer Eltern nur schwer zu erreichen gewesen. Im kommenden Jahr plane der Gemeindevorstand daher, einen ortsansässigen Leiter zu gewinnen, sagte Gaul und verwies abschließend darauf, dass erstmals bei einigen Veranstaltungen eine interkommunale Zusammenarbeit mit der Stadt Gladenbach erfolgt sei.

Wie der Verwaltungschef weiter berichtete, ist zum Preis von 633 378,31 Euro der Auftrag für die Kanal- und Straßenbauarbeiten in der Kirchverser Schwimmbadstraße an die Firma Eunovia aus Umpferstedt in Thüringen vergeben worden. Hinzu kämen noch die Ingenieurkosten. Insgesamt liege die Maßnahme damit um 10 Prozent unter den veranschlagten Kosten. Baubeginn sei noch im September.


- 18.09.2007 Hemberger tritt an

(pre). Markus Hemberger ist neuer Ortsvorsteher von Kirchvers. Hemberger ist 48 Jahre alt, verheiratet, hat einen Sohn und arbeitet als Konrektor in Lohra.

Lohra-Kirchvers. Die Neuwahl mitten in der Wahlperiode war durch den Rücktritt von Bernd Willershausen notwendig, der künftig als "normales" Ortsbeiratsmitglied arbeiten will.

Hemberger dankte Willershausen für seine "vorbildliche Arbeit." Sein Vorgänger habe die 875-Jahrfeier durch kräftiges Anpacken geprägt. Außerdem habe er Einsatz und Beharrlichkeit bei der Sanierung einiger Ortsstraßen an den Tag gelegt. Nahverkehr erhalten. Als seine Ziele nannte Hemberger eine Bestandsaufnahme dessen, was in Kirchvers an Grünanlagen oder Bushäuschen regelmäßig gepflegt werden muss, wer die Pflege zurzeit macht, und wie die Pflege sicher gestellt werden kann. Er wolle ein offenes Ohr für Senioren und Kinder haben und den Nahverkehr nach Gießen und Marburg erhalten.

Zu Hembergers Stellvertreter wählte der Ortsbeirat einstimmig Winfried Müller.


- 21.09.2007 Dreikäsehochs lernen Sicherheit

(Sascha Valentin) Selbstbewusst reckt Jana ihren Arm in die Höhe, wedelt mit der Hand und dreht den Kopf von links nach rechts und wieder zurück. Als das Auto auf der Straße zum Stehen kommt, setzt sie den Fuß auf die Fahrbahn und überquert diese schnell, bevor das Auto wieder anfährt. Jana ist eines der Kinder aus den ersten beiden Grundschulklassen und den beiden Kindergärten in Lohra, die jetzt an einem Verkehrssicherheitstag teilgenommen und dabei gelernt haben, wie sie sich auf dem Weg zur Schule sicher auf der Straße verhalten.

Lohra.. "Nicht drängeln und immer aufmerksam sein", ermahnt Polizist Matthias Ganz seine kleinen Schützlinge. Gemeinsam mit Kollegin Kathrin Burk-Müller hat er es sich zur Aufgabe gemacht, den Steppkes das richtige Verhalten auf dem Bürgersteig und beim Überqueren einer Straße beizubringen. "Wenn ihr nämlich nicht aufpasst, kann es sein, dass ganz schnell ein Auto herankommt, das ihr gar nicht bemerkt", erklärt er und versucht den Knirpsen ein Geständnis zu entlocken: "Mal ganz ehrlich: Schubst ihr euch denn auch manchmal ein bisschen, wenn ihr zur Schule geht?"

Verhaltenes Kopfschütteln. Naja, vielleicht ein bisschen, bekennt ein Junge. "Auch wenn s nicht böse gemeint ist, kann es doch schlimme Folgen haben", fügt Ganz hinzu. Schnell sei jemand gestolpert und aus Versehen auf die Straße gefallen. Gefahren lauern im Straßenverkehr aber nicht nur auf jene Kinder, die zu Fuß in die Schule und den Kindergarten gehen, sondern auch auf die, die mit dem Bus fahren, wie Busschultrainerin Birgit Eggers weiß. "Das fängt schon an der Haltestelle an", erklärt sie und zeigt den Kindern den Überhang des Busses - also jenen Teil, der vorne über die Räder hinausragt.

"Geht den doch einfach von der Spitze bis zum Rad mit ganz normalen Schritten ab", fordert sie die Erstklässler auf. Die meisten kommen dabei auf fünf Schritte. "Genau so viel solltet ihr auch von der Bürgersteigkante nach hinten gehen, wenn ihr auf den Bus wartet", fügt Eggers hinzu. Nur dann sei sichergestellt, dass der Bus nicht ausschwenke und die Kinder erfasse. Training im Schulbus und Schulung von Motorik und Balance. Aber auch im Bus gilt es, einige Regeln zu beachten, sagt die Trainerin weiter. Eggers: "Wir empfehlen den Kleinsten, dass sie sich immer ganz nach vorne setzen, wo sie der Fahrer im Blick hat." In den hinteren Reihen gebe es durchaus schon einmal Rabauken, die die Kleinen ärgerten. "Hinten bekommt der Fahrer das allerdings nicht mit", sagt Eggers. Ansonsten gilt: Immer schön ruhig sitzen, nicht auf dem Sitz herumhampeln und die Schultasche auf dem Boden vor den Füßen abzustellen.

Neben Bus- und Fußgängertraining, konnten die Kindergartenkinder und Grundschüler auch noch ihr Geschick auf einem Roller-Parcours unter Beweis stellen. Hubert Alexander von der Kreisverkehrsschule kennt den Nutzen eines solchen Parcours: "Auf dem Schräg- und Spurbrett oder der Wippe schulen die Kinder ihre Motorik und Balance."

Dadurch entwickelten sie ein besseres Körpergefühl und könnten sich entsprechend besser bewegen. Auch das sei ein wichtiger Punkt für mehr Sicherheit im Straßenverkehr, sagt Alexander.


- 20.10.2007 Steuersatz spaltet Gewerbepark

(Michael Tietz) Eine einheitliche Gewerbesteuer im Interkommunalen Gewerbepark Salzbödetal ist nicht zulässig. Das 55 Hektar umfassende Gebiet - etwa so groß wie 77 Fußballplätze - liegt auf Gladenbacher und Lohraer Boden. Die Kommunen erheben derzeit jedoch unterschiedlich hohe Steuersätze. Deshalb müssen die Betriebe den jeweils gültigen Steuersatz der Gemeinde/Stadt zahlen, auf deren Territorium das Firmengelände liegt. Darauf hat der Hessische Städte- und Gemeindebund den Zweckverband hingewiesen.

Gladenbach. Im Dezember 2006 fassten die Vertreter aus Gladenbach, Lohra und Bad Endbach den Beschluss, einen einheitlichen Gewerbesteuerhebesatz (310 Prozent) für das Gebiet festzulegen. "Zur einfacheren Handhabung, wir wollten den Gewerbepark als Einheit einstufen", sagte Gladenbachs Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim (CDU), der auch Vorsitzender des Zweckverbandes ist. Die Stadt Gladenbach hat ihren Steuersatz auf 320 Prozent, die Gemeinde Lohra auf 310 Prozent festgesetzt. Finanzamt muss die Gewerbesteuer der Firma Klee aufteilen. Den Beschluss vom Vorjahr musste die Verbandsversammlung nun wieder aufheben. Laut einer Rechtsauskunft des Hessischen Städte- und Gemeindebundes dürfen auf dem Hoheitsgebiet einer Kommune keine unterschiedlichen Gewerbesteuer-Hebesätze bestehen - mit einer Ausnahme. "Im Vorfeld einer geplanten Fusionierung von zwei Kommunen, aber dann auch nur für eine Übergangszeit", erklärte Knierim in der Sitzung des Verbandes am Donnerstag in Gladenbach. Im Interkommunalen Gewerbepark Salzbödetal gelten somit künftig wieder zwei Gewerbesteuer-Hebesätze: für den Teilbereich der Gemarkung Gladenbach 320 Prozent, für den Teilbereich der Gemeinde Lohra 310 Prozent.

Dies betrifft insbesondere die Firma Optima-Klee, die im Februar dieses Jahres ihren neuen Standort im Interkommunalen Gewerbepark eingeweiht hat. Deren Produktionshalle liegt auf Lohraer Boden, der Verwaltungstrakt steht auf Gladenbacher Gebiet.

"Für uns ist das handhabbar, das Finanzamt muss nun die Steuersätze splitten", sagte Knierim. Der Gewerbesteuerertrag wird zunächst der jeweiligen Kommune zugewiesen. "Dann kommt aber aller wieder in einem Topf, das Geld bleibt im Zweckverband", sagte Werner Waßmuth (Lohra), Vorsitzender der Verbandsversammlung.

Nach Einschätzung von Bürgermeister Knierim geht es bei der Neuregelung ohnehin nicht um größere Beträge. Ein zehnprozentiger höherer oder niedriger Steuerhebesatz sei bisher auch nicht ausschlaggebend dafür gewesen, ob sich eine Firma in dem Gewerbepark niederlasse oder nicht.

Für die Pflege der Grünanlagen im Gewerbepark hat der Zweckverband eine Firma beauftragt. Der Vertrag läuft bis 2009. Der Bauhof der Stadt Gladenbach übernimmt bis dahin die Straßenreinigung, den Winterdienst und die Abfallentsorgung. Mitarbeiter der Firma Optima-Klee kümmern sich um die Pflege der Feuerlöschzisterne. Nach Ablauf des Vertrages will der Zweckverband entscheiden, wer ab 2009 die Unterhaltung der Grünflächen und Straßen sicherstellt.

Um "energieeffizient zu arbeiten", so Geschäftsführer Heinrich Reitz, hat der Zweckverband mit dem Stromversorger eine neuen Schaltrhythmus für die Straßenlampen im Gewerbepark vereinbart. Zu Produktionsbeginn der Firmen um 5 Uhr sind alle Lampen in Betrieb, ab 23 Uhr werden einzelne Leuchten ausgeschaltet.

Am 1. September hat ein neues Unternehmen aus der Formenbau-Branche die Produktion im Gewerbepark begonnen. Die Firma war vormals in einer angemieteten Halle in Bad Endbach tätig. "Wir haben den Betrieb aber nicht abgeworben, die Umsiedlung ist einvernehmlich verlaufen", sagte Knierim.

Kurt Schwald regte an, den Internetauftritt für den Gewerbepark - www.gewerbepark-salzboedetal.de - auf Vordermann zu bringen. Dieser sei schon lange nicht mehr aktuell, sagte der Lohraer. Nach Angaben von Heinrich Reitz wird die Homepage derzeit komplett neu aufgebaut und dem neuen Design (Logo, Farben) des Zweckverbandes angepasst. Ende November soll das Grundgerüst fertig sein.


- 25.10.2007 Fraktionen wollen Hausbau fördern

(red). Nach Wetter soll nun auch die Gemeinde Lohra den Eigenheimbau für Familien mit Kindern fördern. Das zumindest regen die Fraktionen von CDU und Bündnis für Bürgernähe (BfB) an.

Lohra. In einem gemeinsamen Antrag zur nächsten Sitzung der Gemeindevertretung am Donnerstag, 8. November, fordern sie, der Gemeindevorstand möge prüfen, welche Möglichkeiten der finanziellen Förderung beim Eigenheimbau insbesondere junger Familien mit Kindern bestehen. Das Ergebnis der Prüfung solle dem Gemeindevorstand in Form einer Vorlage zu weiteren Beratung vorgelegt werden. Begründet wird die Initiative der beiden bürgerlichen Fraktionen mit den zu erwartenden negativen Folgen der demographischen Entwicklung für die mittelhessischen Kommunen. Fixkosten bleiben gleich. Die Antragsteller verweisen darauf, dass einige Städte und Gemeinden bereits versuchen, für Neubürger attraktiver zu werden, insbesondere durch die Förderung des Eigenheimbaus junger Familien mit Kindern. Im Falle des Bevölkerungsrückgangs sehen sie massive Nachteile auf die Gemeinde Lohra und ihre Bürger zukommen. So würden sich bei bestimmten Fixkosten zur Abwasserentsorgung starke Gebührenerhöhungen ergeben.


- 29.10.2007 Feuerwehren brauchen lange Leitung

(ll). Eine lange Leitung ist diesmal bei den Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde Lohra von Vorteil. Bei der gemeinsamen Übung von zehn Einsatzabteilungen "brennt" es nämlich auf dem Aussiedlerhof der Familie Wack in Weipoltshausen und dorthin müssen bis 400 Meter Schlauch verlegt werden.

Lohra-Weipoltshausen. Kurz nach 18.30 Uhr beginnen in allen Lohraer Ortsteilen die Sirenen zu heulen. Rund 100 freiwillige Helfer werden zu einer Feuerwehrübung nach Weipoltshausen gerufen. Die ersten am Einsatzort, am südlich Rand des Dorfes, sind die örtlichen Feuerwehrleute. Die Dämmerung erlaubt ihnen noch den fast normalen Aufbau eines ersten Angriffs. Wasser bekommen sie vom Hydranten auf dem Hof, doch schon die nächsten anrückenden Wehren müssen statt zum Löschen gleich zum Aufbau von Schlauchleitungen eingesetzt werden. Drehleiter aus Gladenbach unterstützt die Wehren auf dem Hof Vom Gemeinschaftshaus aus sind rund 300 Meter Leitung zum Hof zu legen, vom aufgestauten Bach im Tal müssen fast 400 Meter ausgerollt werden. Dazu hat die Dunkelheit soweit die Sicht erschwert, dass auch Licht für die arbeitenden Helfer geschaffen werden muss. Rund eine halbe Stunde nach der Alarmierung der ersten Kräfte trifft auch die Drehleiter der Gladenbacher Feuerwehr auf dem Hof ein. Mit ihr kommen die Einsatzkräfte aus Lohra, denn sie sorgen für die Wasserversorgung auf der einen Gebäudeseite. Andere Einheiten sind mit ihren Fahrzeugen auf die rückwärtige Scheunenseite gefahren und greifen von dort im Scheinwerferlicht die "Flammen" an. Die Einsatzleitung hatte der stellvertretende Gemeindebrandinspektor Erhard Debus. Lohras Bürgermeister Georg Gaul schaute sich die Übung ebenso an wie zahlreiche Weipoltshäuser.


- 30.10.2007 Anlagen pflegen

Lohra. (en). Auf seiner jüngsten Sitzung hat sich der Lohraer Ortsbeirat unter anderem wieder mit dem Thema Anlagenpflege beschäftigt, berichtete Ortsvorsteherin Elfriede Köhler. Mittlerweile seien auf dem Parkplatz am Haus der Zeugen Jehovas die Altglascontainer verschwunden. Bei der Instandsetzung des Platzes solle zunächst der Kies aus seinem Bett genommen werden. Dann werde eine neue Folie über den Grund gelegt und der alte Kies wieder auftragen, der jedoch zuvor mit neuem hellen Kies vermischt werde. Außerdem wolle man einen Baum neu pflanzen sowie Bodendecker, deren Pflege später einmal die Anwohner übernehmen wollen. Des Weiteren besprochen wurde die Verlängerung des Daches der Friedhofshalle um sechs Meter. Der Schreiner Matthias Eidam habe in der Sitzung hierfür zwei Varianten vorgestellt, hieß es. Wie die Ortsvorsteherin weiter mitteilte, sollen beide Anliegerversammlungen zur Gehwegsanierung in der Jahnstraße und in der Gladenbacher Straße im Januar stattfinden. Am 8. November werde ab 17 Uhr auf dem Lohraer Friedhof wieder eine Gedenkfeier für die Opfer der Reichspogromnacht organisiert. Für den 18. November ist eine Veranstaltung zum Thema "Gewalt gegen Frauen" geplant. Sie beginnt um 15 Uhr im Gruppenraum des Bürgerhauses. Am 16. Dezember findet der Weihnachtsmarkt in Lohra statt.


- 01.11.2007 Bahngelände ist nur in Teilen interessant

(en). Über den möglichen Erwerb des ehemaligen Bahngeländes in der Gemeinde Lohra hat am Dienstag erneut der Bau- und Planungsausschuss der Gemeindevertretung diskutiert. Zuletzt hatte die Bahn ihr Angebot für die gesamte Strecke in der Gemeinde bis zum April 2008 verlängert. Auf dem Tisch lag diesmal jedoch ein neuer Vorschlag des Gemeindevorstandes.

Lohra. Darin wird empfohlen, mit der DB Bahn-Immobilienservice über einen Erwerb des Geländes in der Ortslage - beginnend bei der Hofanlage Eselsmühle bis zum Gewerbegebiet "In der Pitz" - Kaufverhandlungen zu führen. Den Grund erläuterte Bürgermeister Georg Gaul (parteilos): In den bisherigen Sitzungen des Arbeitskreises "Bahngelände" habe man kein abschließendes Nutzungskonzept für die gesamte Bahnstrecke entwickeln können. Die Anlieger hätten einen Ankauf der Flächen aufgrund der teilweise gravierenden Höhenunterschiede der Bahnlinie zu den angrenzenden Privatgrundstücken abgelehnt. Bahndamm hält Hochwassser ab Des Weiteren erfülle ein Teil der Trasse, besonders in der Ortslage Lohra, eine wichtige Funktion im Bereich des Hochwasserschutzes. Auch dadurch scheide eine Veräußerung und ein damit verbundener Rückbau in dem Bereich aus.

Hinzu komme, so der Rathauschef, dass die besonders in Damm wiederholt geforderte Ortsumgehung der Landesstraße 3048 aus Sicht des Gemeindevorstandes nicht umsetzbar sei. Nach Auskunft des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen Marburg sei eine solche Baumaßnahme in der Dringlichkeitsbewertung 2006/07 sowie im integrierten Planungs- und Bauprogramm nicht enthalten.

Für die Gemeinde sei folglich nur das Gelände in der Ortslage von Interesse, da diesem Bereich infrastrukturelle Bedeutung (Sport-, Spiel-, Freizeitgelände, Busbahnhof, öffentliche Parkflächen) zukomme. Abschließend befürwortete das Gremium diese Vorgehensweise mit sechs Ja-Stimmen bei einer Gegenstimme.

Mit dem Thema demographischer Wandel hat sich die BfB-Fraktion beschäftigt. Ihr Antrag, Richtlinien zur Vermeidung von Gebäude-Leerständen in der Gemeinde zu erarbeiten, fand die Unterstützung aller Fraktionen.

Ein Konzept zur Standortbestimmung, Wiederbelebung und Entwicklung der Ortsmitte Lohra mit der Bahnhofstraße, Biegenstraße, Kreuzstraße, Kirbach, Lindenstraße, Marburger Straße und Gladenbacher Straße hätten die Christdemokraten gerne auf den Weg gebracht. Dieser Vorschlag stieß auf Skepsis: Mit diesen Themen habe sich eigentlich der Gewerbeverein und nun das Wirtschaftsforum Lohra 2020 beschäftigt, wandte Manfred Gerhardt (SPD) ein. Als Gewerbetreibender wäre er irritiert, so Gerhardt, wenn diese Aufgabe nunmehr einem politischen Gremium übertragen werden solle. In der anschließenden Abstimmung sprachen sich drei Ausschussmitglieder für den Vorschlag aus, bei fünf Enthaltungen.


- 03.11.2007 Altenverser hoffen auf den "Weißen Stein"

(en). Über die Zukunft des Kindergartens im Lohraer Ortsteil Altenvers haben die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses der Lohraer Gemeindevertretung in ihrer jüngsten Sitzung am Donnerstag diskutiert. Zu Gast war Helmut Koch, der Geschäftsführer des Kinderzentrums Weißer Stein aus Marburg. Er stellte vor, unter welchen Umständen sein Verein die Trägerschaft für den gemeindlichen Kindergarten übernimmt.

Lohra. Der Hintergrund: Auch in diesem Kindergartenjahr hatte der Altenverser Kindergarten wieder zahlreiche Plätze nicht besetzt. Im Gegensatz zum Kirchverser Kindergarten, der eine zusätzliche Gruppe aufrecht halten muss und trotzdem eine Warteliste hat. Für Unmut unter den Kirchversern sorgt überdies regelmäßig der Umstand, dass aufgrund der Kindergartenwahlfreiheit in der Gemeinde der im Dorf ansässige Nachwuchs öfter das Nachsehen hat, wenn es um die Platzverteilung geht.

Der Geschäftsführer des Kinderzentrums war nun auf Antrag der Lohraer CDU-Fraktion in den Ausschuss eingeladen worden. Die Christdemokraten sind der Auffassung, dass ein freier Träger die Kindertagesbetreuung unter höchste fachliche Kompetenz stellen würde.

Wenngleich auf der Ausschusssitzung noch nicht über eine Empfehlung des Gremiums abgestimmt wurde, so stieß Kochs Vortrag doch auf eine grundsätzlich positive Resonanz, insbesondere bei der Belegschaft der Altenverser Einrichtung, die zahlreich erschienen war.

Koch erläuterte die Struktur des gemeinnützigen Vereins, der vor über dreißig Jahren im Marburger Stadtteil Wehrda gegründet wurde und mittlerweile Träger von acht Einrichtungen im Landkreis ist: zwei in Marburg-Wehrda, je eine in Stadtallendorf, Dautphetal-Hommertshausen, Gladenbach-Erdhausen, in Bad Endbach sowie dem Bad Endbacher Ortsteil Wommelshausen, und in Gladenbach-Runzhausen. Laut Koch werden zurzeit 420 Kinder in den Kindertagesstätten betreut, davon sind 56 Integrationsplätze für behinderte Kinder.

Das Kinderzentrum Weißer Stein möchte mit seinen Einrichtungen behinderte und nichtbehinderte Kinder und Jugendliche gemeinsam fördern, erziehen, bilden und betreuen, hieß es weiter. Daneben biete es über die Frühförder- und Beratungsstelle allen Familien mit behinderten und von Behinderung bedrohten Kindern eine Anlaufstelle für interdisziplinäre Beratung. Des Weiteren sei der "Weiße Stein" Träger von therapeutischer Versorgung in Sonderschulen in Zusammenarbeit mit dem Landkreis und leite Modellprojekte in Gladenbach und Dautphetal. Und nicht zuletzt betreibe der Verein ein Schwimmbad in Wehrda, das ausschließlich an Schulen und Vereine vermietet werde.

Der Weiße Stein beschäftigt insgesamt 112 Mitarbeiter, davon 83 in den Kindertagesstätten. Das Haushaltsvolumen des Vereins für das Jahr 2007 belaufe sich auf 4 Millionen Euro. Die Finanzierung erfolge unter anderem durch Landeszuschüsse, Krankenkassen, Pflegekosten, Gemeinden und Kindergarten-Beiträge. Für Personal ändert sich nichts. Grundsätzlich, hob Koch hervor, beruhe die Zusammenarbeit mit den Kommunen auf Verträgen. "Wir nehmen keinen Einfluss auf die Elternbeiträge und die Aufnahme der Kinder". Dies bleibe Sache der Gemeinden. Ebenso gebe es keine Veränderung des Stellenplanes, allerhöchstens mit Zustimmung der Gemeinde.

Und alle Mitarbeiter behielten bei einer Überleitung zum Kinderzentrum ohne jede Einschränkung alle erworbenen Arbeitnehmerrechte. "Es braucht niemand Angst zu haben, dass mit einer Trägerschaft alles anders wird", sagte Koch. Dies betreffe die Arbeitszeiten ebenso wie den Urlaub, aber auch das Konzept des Kindergartens.

"Neue Regelungen werden nur mit dem Team getroffen". Im Übrigen hätten die Beschäftigten aufgrund der Größe des Vereins mehr Möglichkeiten zur Veränderung als ein Gemeindeangestellter.


- 08.11.2007 Das öffentliche Grün ist Thema

(do). Die Pflege öffentlicher Grünanlage im Dorf hat der Ortsbeirat Kirchvers in seiner jüngsten Sitzung thematisiert.

Lohra-Kirchvers. Wie Ortsvorsteher Markus Hemberger erläuterte, ist es schwierig, im Ort Personen zu finden, die sich auf Aushilfsbasis für acht Euro die Stunde im das "öffentliche Grün" kümmern. In Kirchvers sind es denn auch Vereine und Anwohner, die sich der Flächen annehmen. Die Rastplätze am Elisabeth-Pfad werden von Ortsbeiratsmitgliedern gepflegt.

Die Ufer von Vers und Krumbach sollen nach dem Willen des Gremiums "behutsam" gepflegt werden, will heißen, das Gras soll künftig regelmäßig geschnitten werden, "unter Aufsicht einer Biologin", wie Hemberger betonte. Im August war es zu Überschwemmungen im Bereich der Bäche gekommen, etliche Gebäude und Gärten standen unter Wasser. Als Grund nannte Hemberger den hohen Uferbewuchs und angeschwemmten Unrat.

Den will nach Auskunft des Ortsvorstehers künftig die Jungschar aus der Vers entfernen, sie habe eine Patenschaft für den Bach übernommen, hieß es. Zum Thema Hochwasser will das Gremium eine Begehung durchführen und Maßnahmen beraten. Im Gespräch ist eine Überschwemmungszone oberhalb des Dorfes.

Die marode Holzbrücke am Festplatz wird die Feuerwehr erneuern, teilte Hemberger weiter mit. Bürgerhaus wird rauchfrei. Rauchfrei wird in Zukunft das Bürgerhaus. Einen von Bürgermeister Georg Gaul (parteilos) angeregten Raucherraum wird es nicht geben. Stattdessen sollen draußen Ascher aufgestellt werden.


- 10.11.2007 Lohra verringert Haushaltsdefizit

(en). Mit den wichtigsten Kennzahlen zur finanziellen Situation der Gemeinde hat Lohras Bürgermeister Georg Gaul (parteilos) auf der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung den ersten Nachtragshaushalt 2007 vorgelegt.

Lohra-Rollshausen. Das neue Zahlenwerk weist zwar mit 80 000 Euro ein wesentlich geringeres Defizit aus als der ursprünglich beschlossene Haushalt, aber die Gemeinde hat dafür nach wie vor keine Rücklagen, stellte er fest.

Der Nachtragsentwurf weist im Verwaltungsteil (laufende Einnahmen und Ausgaben) Einnahmen von 6 743 000 Euro aus. "Ausgleich bisher nicht möglich". Dem stehen Ausgaben von 6 823 000 Euro gegenüber. Es gibt also ein Haushaltsdefizit in Höhe von 80 000 Euro. Im ursprünglichen Haushaltsplan für das Jahr 2007 war dieses Defizit noch mit 260 000 Euro beziffert worden.

Der Vermögenshaushalt (Geld für Investitionen) schließt mit 1 451000 Euro in Einnahme und Ausgabe ausgeglichen ab.

"Bei den derzeitigen finanzwirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist es leider nicht möglich gewesen, einen Haushaltsausgleich herbeizuführen", erklärte der Kämmerer. Inwieweit dies beim Jahresabschluss noch erreicht werden kann, sei derzeit nicht absehbar und Spekulation, sagte Gaul weiter.

Die Gemeinde muss nach den Worten des Bürgermeisters weniger Kredite aufnehmen als erwartet: Statt bisher 600 000 Euro sollen nun nur noch 550 000 Euro aufgenommen werden. Der Schuldenstand der Gemeinde wird zum Jahresende 2007 voraussichtlich rund 3,15 Millionen Euro betragen, teilte der Rathauschef mit.

Lohras Rücklagen werden sich zum Jahresende auf zirka 76 000 Euro belaufen. Somit ist die gesetzlich vorgeschriebene Mindestrücklage wie bereits im Vorjahr nicht mehr vorhanden.

Insbesondere durch voraussichtliche Mehreinnahmen bei dem Gemeindeanteil an der Lohn- und Einkommensteuer in Höhe von 95 000 Euro, den Konzessionsabgaben (gezahlte "Pacht" durch Versorgungsunternehmen) in Höhe von 32 400 Euro und Verbesserungen im Finanzausgleich in Höhe von 22 500 Euro sowie geringeren Ausgaben im Bereich des Schuldendienstes (Zins und Tilgung) in Höhe von Minus 39 700 Euro, kann das ursprünglich ausgewiesene Defizit von 260 000 Euro auf nunmehr 80 000 Euro vermindert werden, teilte der Bürgermeister der Gemeindevertretung weiter mit. "Gemeinsam Lösungen suchen". Natürlich sei auch dem Gemeindevorstand bekannt, dass viele dringende Maßnahmen zur Erledigung anstehen, sagte Gaul. "Aber wir sollten auch die Möglichkeiten, die wir haben, nicht außer Acht lassen. Es werde - wie in der Vergangenheit schon erfolgreich praktiziert - nur gemeinsame Lösungen geben können. Er persönlich sei guter Hoffnung, dass man dies auch in Zukunft bewerkstelligen könne, schloss Lohras Kämmerer.


- 15.11.2007 Einwände sind nichtig

Lohra. (en). Die archäologischen Untersuchung in Lohras Baugebiet "auf den langen Strichen", zweiter Bauabschnitt haben "keine nennenswerten Ergebnisse gebracht". Das hat Bürgermeister Georg Gaul (parteilos) in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung Lohra berichtet. Vom Steinkistengrab, so Gaul weiter, seien keine Reste mehr vorhanden. Daher habe die Archäologische Denkmalpflege Hessen keine Einwände mehr gegen das Neubaugebiet.


- 15.11.2007 Bauarbeiten gehen weiter

Lohra. (en). Nachdem zwischenzeitlich die Baumaßnahmen an der Speckbrücke in Lohra wegen Insolvenz des Unternehmens eingestellt waren, hat die Firma die Arbeiten nun wieder aufgenommen. Sie sollen in den nächsten drei bis vier Wochen beendet werden, berichtete Bürgermeister Georg Gaul (parteilos) im Lohraer Parlament. Weiter erläuterte er, dass entgegen der ursprünglichen Planung Mehrarbeiten an Mittelpfeiler und beidseitiger Auflage der Brückenteile erforderlich seien. Dadurch entstünden Mehrkosten. Derzeit werde geprüft, inwieweit diese förderfähig seien, sagte der Bürgermeister.


- 22.11.2007 Die Förderprojekte des Zweckverbands

(Susanne Polig) Mitte November will der "Zweckverband Interkommunale Zusammenarbeit Hinterland" (IZH) dem hessischen Wirtschaftsministerium ein Entwicklungskonzept für die Region vorlegen. Wird es abgenickt, ist der Weg frei für die Planung vieler Wunschprojekte im Hinterland: Etwa ein neues Gesicht für die Gladenbacher Innenstadtinsel, eine rentable Nutzung des Bad Endbacher Kultur-, Sport- und Freizeitzentrums (KSF) oder eine schönere Dorfmitte für Niedereisenhausen.

Marburg-Biedenkopf. Der Entwurf des städtebaulichen Entwicklungskonzeptes für das Hinterland sieht 15 Förderschwerpunkte vor. Hessens Wirtschaftsminister Alois Rhiel (CDU) hatte für die neue Förderperiode eine Finanzspritze von 163 000 Euro zugesagt. Je ein Drittel der Kosten übernehmen Bund und Land, das dritte zahlen die Kommunen. Dies sind die bislang vorgesehenen Projekte:

Bad Endbach: Planung einer "Nutzungsänderung des Kultur-, Sport- und Freizeitzentrums Bad Endbach" (40 000 Euro).

Biedenkopf: Umgestaltung der Hainstraße 15 zur Kleinkunstbühne (15 000 Euro); Erstellung eines Verkehrswertgutachtens des Anwesens Hainstraße 83.

Gladenbach: Nutzungsänderung altes Amtsgericht (10 000 Euro) und Innenstadtinsel (20 000 Euro).

Dautphetal: Machbarkeitsstudie zur Sicherung des Einzelhandels (7500 Euro); Gebietsuntersuchung Carlshütte (15 000 Euro).

Breidenbach: Konzeption zur Entwicklung der zentralörtlichen Lage in Breidenbach (20 000 Euro).

Steffenberg: Entwicklung der Dorfmitte Niedereisenhausen (20 000 Euro).

Angelburg: Entwicklung des Dorfmittelpunktes Lixfeld (15 000 Euro).

Lohra: Neue Nutzung des ehemaligen Molkereigebäudes zur Tagespflegeeinrichtung (10 000 Euro).

Außerdem steht auf der vom Zweckverband erarbeiteten Liste der allgemeine Punkt Optimierung der Kinderbetreuung im Beruf (7500 Euro).


- 27.11.2007 Die Arbeit beginnt Anfang 2008

(kse). Weipoltshausen ist als 20. Ort im Landkreis Marburg-Biedenkopf ins Dorferneuerungsprogramm des Landes Hessen aufgenommen worden. Gestern hat der hessische Minister für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Wilhelm Dietzel (CDU), während einer Feierstunde die Urkunde überreicht.

Lohra-Weipoltshausen. Lohras Bürgermeister Georg Gaul (parteilos) freute sich, dass mit Weipoltshausen neben Lohra und Reimershausen, wo die Dorferneuerung kurz vor dem Abschluss stehe, der dritte Ort der Großgemeinde in das Programm aufgenommen wurde. Zu verdanken sei dies auch dem langjährigen Ortsvorsteher Helmut Fink, der sich zusammen mit den Vereinen schon immer für die Verschönerung des Ortes eingesetzt habe. Fink gab das Kompliment umgehend an die "gelebte Gemeinschaft" im Ort zurück.

Das Dorferneuerungsprogramm sei eines der wichtigsten der hessischen Landesregierung, sagte Dietzel. Insgesamt fördere man 261 Dörfer. 2007 seien 28,85 Millionen Euro investiert worden. 21 Orte seien im Erneuerungsprozess, 34 würden im nächsten Jahr in das Programm aufgenommen. Obwohl vier Millionen Euro weniger aus EU- und Bundesmitteln zur Verfügung stünden, werde der Betrag bei etwa 29 Millionen Euro im Jahr bleiben, dafür hätten sich die Landtagsabgeordneten eingesetzt, berichtete der Minister. Ortskern beleben Weipoltshausen habe neun Jahre Zeit, ein Konzept umzusetzen, das nun im ersten Jahr erarbeitet werden müsse. Dann werde entschieden in welcher Höhe Fördermittel fließen werden, erläuterte Dietzel.

Er regte an zu überlegen, wie man den Ortskern lebenswert gestalten kann. Im Zuge des demografischen Wandels müsse man einer Überalterung der Ortskerne entgegenwirken. In den Dörfern müsse man mehr darauf hinwirken, den Leerstand in den Ortskernen zu bekämpfen, anstatt Neubaugebiete auszuweisen, zumal die Infrastruktur dann nicht erst neu geschaffen werden müsse, sagte der Gast aus Wiesbaden. Auch solle man darüber nachdenken, ob eventuell auf Kosten der Dorfgemeinschaftshäuser der "letzte Gastwirt am Ort" unterstützt werden könne. Um private Hausbesitzer besser unterstützen zu können, habe man für diese die Förderhöchstgrenze von 20 000 Euro auf nunmehr 30 000 Euro angehoben, so Dietzel.

Landrat Robert Fischbach (CDU) betonte, dass sich die Bürger in Weipoltshausen schon immer durch vielfältige Aktivitäten für ihr Dorf ausgezeichnet hätten. Nicht umsonst sei der Verkehrs- und Verschönerungsverein kürzlich mit dem Klimapreis des Landkreises ausgezeichnet worden. Seit 1967 habe der Ort sich 16 mal am Wettbewerb "Unser Dorf" beteiligt und sei dreimal Landeszweiter geworden, berichtete Ortsvorsteher Jörg Barth.

Wie Gerd Daubert vom Fachbereich Ländlicher Raum des Kreises erläuterte, soll die Arbeit Anfang 2008 beginnen. Zunächst werde ein Moderationsbüro ausgesucht. Dann müsse man sich über Stärken und Schwächen klar werden, um Oktober/November 2008 ein Dorfentwicklungskonzept vorlegen zu können, über das dann entschieden werde.


- 29.11.2007 Ausschluss von Hans Kraft aus dem Feuerwehrverein ist ungültig

(do). Rund drei Jahre lang haben der Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Nanz-/Willershausen und der ehemalige Ortsvorsteher von Willershausen, Hans Kraft, gestritten. Die Auseinandersetzung gipfelte in dem Ausschluss Krafts aus der Wehr. Jetzt sollte das Amtsgericht Marburger darüber befinden, ob der Ausschluss rechtens war. Statt eines Richterspruchs gab es dann aber einen Vergleich der beiden Parteien.

Lohra-Willershausen. In Anzeigen in den Tageszeitungen und im Gemeindeblättchen teilen Feuerwehr und Kraft ihr Einvernehmen darüber mit, "dass der Ausschluss des Mitglieds Hans Kraft aus dem Verein aufgrund des Beschlusses der Jahreshauptversammlung vom 10. Februar 2007 unwirksam ist". Zudem betonen beide Parteien, dass sie "ihre wechselseitigen Vorwürfe, die Gegenstand des Vereinsausschlussverfahrens waren, jeweils fallen lassen".

Damit ist zunächst einmal ein Schlussstrich gezogen worden unter eine Auseinandersetzung, die das Dorf entzweit hat. Sowohl die Feuerwehrführung aus Willershausen als auch Kraft sind bemüht, das Thema damit abzuhaken. Jedenfalls wollten sie keinen weiteren Kommentar dazu abgeben. Kraft wies lediglich darauf hin, dass im Falle eines Richterspruchs, der für den 7. Dezember angesetzt worden war, das Urteil wohl zu seinen Gunsten ausgegangen sei. Wieder aktivin der Wehr? Ob er nun im Feuerwehrverein wieder aktiv werden wird - immerhin war er mal Vorstandsmitglied - darüber mochte er sich nicht äußern.

Zum Hintergrund: Der Kassierer der Wehr hatte das Geld des Vereins, um es gewinnbringender anzulegen, in Aktienfonds angelegt. Da die Anteile nur an natürliche Personen verkauft werden, war als Fondsinhaber neben dem Feuerwehrverein auch der Kassierer angegeben worden.

Nach dem Börsencrash als Folge der Terroranschläge in den USA erwies sich diese Form der Anlage als nicht mehr geeignet. Die Kurse fielen, weshalb der Kassierer der Feuerwehr die angelegte Summer auszahlte, zuzüglich Zinsen in Höhe von 4,7 Prozent, die er von sich aus noch einmal um 0,5 Prozent aufstockte.

Kraft indes prangerte eine "unkontrollierte Verwendung von Vereinsgeldern durch den Kassenführer und den Vorsitzenden" an, es kam zum Streit, in dessen Verlauf der Vorstand Kraft aus dem Verein ausschloss. Der zog vor Gericht. Das befand, dass nur die Mitglieder über einen solchen Schritt befinden dürften, was in der Generalversammlung im Februar 2007 auch geschah. Die Mehrheit der Anwesenden bestätigte dabei den Ausschluss. Das Amtsgericht hatte erneut über den Fall zu entscheiden - und führte schließlich den eingangs zitierten Vergleich herbei.


- 30.11.2007 Kaputte Straßen sind Thema

Lohra-Nanz-Willershausen. (en). Über den Straßenverkehr hat der Nanz-/Willershäuser Ortsbeirat in seiner Sitzung am Dienstag Abend insbesondere diskutiert. Dabei ging es dem Gremium hauptsächlich um die vorhandenen Straßenschäden, erläuterte Ortsvorsteher Gerhard Herrmann. Die Bürger klagten über starke Unebenheiten, zum einen auf der Kreisstraße von Willershausen nach Lohra und zum anderen auf dem Verbindungsweg nach Nanzhausen, so Herrmann. Letzterer sei nun einfach kaputt. Da in Sachen Straßenausbesserung allerdings "noch nie was passiert" sei, hoffe man nun, mit einem kleinen Plan zur konkreten Lage der einzelnen Schäden die Sache bei der Gemeinde anzukurbeln. Verabschiedet wurde im Rahmen der Sitzung die langjährige Hausmeisterin des Dorfgemeinschaftshauses, Luise Wolfeil. Gleichzeitig wurde die Neue vorgestellt: Ab sofort übernimmt Brigitte Gerstberger diese Funktion.


- 04.12.2007 Park bringt Geld in Kasse

(Michael Tietz) "Hier ist ein aufstrebender Gewerbepark platziert." Zufrieden hat sich jetzt Gladenbachs Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim (CDU) mit der jüngsten Entwicklung des Interkommunalen Gewerbeparks Salzbödetal gezeigt. Dies machte er unter anderem an der für 2008 zu erwartenden Gewerbesteuer für das Gebiet zwischen Mornshausen und Lohra fest. Im Vergleich zum Jahr 2006 verdreifacht sich dieser Ansatz.

Gladenbach. Einstimmig beschlossen die Vertreter aus Gladenbach, Bad Endbach und Lohra in ihrer Sitzung den Haushaltsplan 2008 des Zweckverbands. Dieser hat ein Volumen von rund 286 000 Euro und weist auf der Einnahmenseite unter anderem 92 000 Euro an Gewerbesteuer auf. Im Jahr 2006 beliefen sich diese auf lediglich 33 400 Euro.

Dieses "bemerkenswerte Gewerbesteueraufkommen", so Knierim, sei vor allem zwei Firmen zu verdanken, die sich im vergangenen Jahr im Gewerbepark angesiedelt hatten. Es sind die auf pharmazeutische Gefriertrocknungsanlagen sowie Be- und Entladesysteme spezialisierte Firma Klee - sie gehört zur weltweit tätigen Optima-Gruppe aus Schwäbisch-Hall - und das Unternehmen "Advanced Customer Service" (ACS) - eine Zweigniederlassung der portugiesischen Simoldes-Gruppe - aus der Formenbau-Branche. "Die Firmen melden uns gute Auftragslagen", sagte Knierim.

Nach Einschätzung des Verbandsvorstehers hat der Gewerbepark in den vergangenen Monaten insgesamt eine "gute Darstellung" erhalten. Dies liege auch an der Fertigstellung der Straßen und Grünanlagen. "Es war die richtige Entscheidung, jetzt die komplette Erschließung des ersten Bauabschnitts vorzunehmen", sagte Knierim. Die vorhandene Infrastruktur hätte den Ausschlag gegeben, dass sich die beiden Unternehmen ACS und Klee im Salzbödetal niederließen. "Beide Firmen haben kurzfristig nach Investitionsmöglichkeiten gesucht und diese bei uns gefunden", so der Gladenbacher Bürgermeister.

An Verwaltungs- und Betriebskosten fallen im nächsten Jahr etwa 51 000 Euro im Zweckverband an. Davon müssen Gladenbach und Lohra laut Vertrag jeweils 42,5 Prozent (21 500 Euro) tragen, der Beitrag von Bad Endbach beläuft sich auf 7600 Euro. Der Haushalt für 2008 weist außerdem 137 000 Euro als Tilgungsrate für das Verfahrenskonto der Hessischen Landgesellschaft auf. Die HLG wickelt im Auftrag der drei Kommunen den Verkauf der Grundstücke sowie die Erschließung und den Ausbau des Gewerbeparks ab. Dies regelt ein Vertrag für die so genannte Bodenbevorratung, der im nächsten Jahr ausläuft. Der Zweckverband beabsichtigt nun, diesen Vertrag mit der HLG um weitere zehn Jahre zu verlängern - mit der Option, dass die Vereinbarung jedes Jahr gekündigt werden kann. Derzeit sind nach Angaben von Knierim rund 50 Prozent der Grundstücke im Gewerbepark vermarktet.

Im kommenden Frühjahr will der Zweckverband zusammen mit der HLG den aktuellen Verfahrensstand und das weitere Vorgehen besprechen. Dies wird während einer Verbandsversammlung geschehen, die im Gewerbepark stattfinden soll. Dazu ist auch eine Betriebsbesichtigung geplant.

Einstimmig beschloss die Verbandsversammlung zudem den Endausbau zweier kleiner Straßen im Gewerbepark. Ein Weg führt den Hang hinunter zur dort neu angesiedelten Firma Fertigungstechnik Scheld, der andere hin zur Trafostation. Die Baukosten für die beiden Straßen belaufen sich auf knapp 98 000 Euro. Davon muss der Zweckverband jedoch nur rund 47 000 Euro tragen. 52 Prozent der Kosten werden über einen Zuschuss vom Land gedeckt. Erschließung des Gewerbeparks fällt um 1,4 Millionen Euro günstiger aus Als "sehr erfreulich" bewertete Knierim die aktuelle Kostenentwicklung für die Erschließung des ersten Bauabschnitts des Gewerbeparks. Knapp 4,9 Millionen Euro waren einst dafür veranschlagt worden. Tatsächlich belaufen sich die Kosten aber nur auf 3,5 Millionen Euro. "Wir haben das richtige Zeitfenster für die Arbeiten erwischt", meinte Knierim mit Blick auf die vor Jahresfrist noch um Aufträge ringende Baubranche.

Noch als Baustelle präsentiert sich derzeit der Internet-Auftritt für den Gewerbepark. Nach Angaben von Geschäftsführer Heinrich Reitz soll nach einer Überarbeitung die Adresse www.gewerbepark-salzboedetal.de Ende des Jahres wieder freigeschaltet werden.


- 08.12.2007 Container ersetzt Bauwagen

Lohra-Kirchvers. (do). Über den Antrag der örtlichen Burschenschaft, die beiden alten Bauwagen, in denen sie diverse Sachen einlagert, durch einen Überseecontainer zu ersetzen, hat der Ortsbeirat Kirchvers diskutiert. Grundsätzlich, so Ortsvorsteher Hemberger, sei das möglich. Allerdings müsste der Container in diesem Fall gestrichen, begrünt und mit einem Dach versehen werden, damit er sich dem Ortsbild ein wenig anpasst. Auch andere örtliche Vereine sollen nach dem Willen des Ortsbeirats die Lagermöglichkeit dann nutzen können.


- 08.12.2007 Nikolaus kommt per Rad

Lohra-Kirchvers. (red). Weil er auf der Landkarte den Kirchverser Kindergarten nicht gefunden hatte, musste sich der Nikolaus, der mit dem Fahrrad unterwegs war, durchfragen. Kinder, die gerade auf dem Spielplatz waren, konnten ihm weiterhelfen. Wie groß war die Freude auf beiden Seiten, als der heilige Mann sein Ziel gefunden hatte. Zwischen zwei schönen Liedern lobte er die Kinder für ihre starken Seiten und verteilte an alle mit süßen Sachen gut gefüllte Socken.


- 08.12.2007 Backhaus qualmt zu sehr

Lohra-Kirchvers. (do). Wenn in Lohra das Backhaus angeheizt wird, ist der Ärger mit den Bewohnern der umliegenden Häuser vorprogrammiert. Wie Ortsvorsteher Markus Hemberger erläuterte, zieht der Rauch wegen der Kessellage des Ortes nicht ab, sondern verqualmt die gesamte Nachbarschaft. Da wusste auch der Bezirksschornsteinfeger, der um Rat gefragt worden war, nicht weiter. Abhilfe könne nur ein sechs Meter hoher Schornstein leisten, soll er festgestellt haben. Einen so hohen Rauchabzug aber wollen die Kirchverser nicht bauen, zumal das Backhaus nur noch selten genutzt werde, sagte der Ortsvosteher. Der Ortsbeirat sinnt nun über andere Lösungen nach.


- 17.12.2007 Trägerschaft wird wechseln

(en). Einhellig bei drei Enthaltungen haben die Lohraer Gemeindevertreter einem Vertrag zugestimmt, der die Übernahme der Trägerschaft des Altenverser Kindergartens durch das Kinderzentrum "Weißer Stein" regelt.

Lohra. Beschlossen wurden vom Gemeindeparlament außerdem zwei Anträge von CDU und BFB zur Änderung der gemeindlichen Vergabedienstanweisung (diese Anweisung regelt die Grenzen, bis zu denen die Gemeinde Lohra Aufträge frei vergeben kann).

Ziel dieser Neuerung ist es, dass geeignete ortsansässige Unternehmen bei der Vergabe von gemeindlichen Bauarbeiten oder anderen Leistungen besser berücksichtigt werden.


- 18.12.2007 "Liederhort" organisiert den Weihnachtsmarkt

(pp). Überall im Ort hat es am Sonntag nach Waffeln, Mandeln und Glühwein geduftet. Auf dem Weihnachtsmarkt in Lohra war das wärmende Getränk ein sehr begehrtes Produkt.

Lohra. Rund 30 Stände sorgten in diesem Jahr für die adventliche Vorfreude bei den zahlreichen Besuchern.

Bis ins Jahr 2005 hatte der örtliche Gewerbeverein den Weihnachtsmarkt organisiert, seit dem zurückliegenden Jahr haben die Ortsvereine die Verantwortung für den reibungslosen Ablauf der traditionsreichen Veranstaltung übernommen. Nach den Tennisfreunden in 2006 war nun den Gesangverein "Liederhort" mit der Organisation betraut, wie Vizevorsitzender Hermann Horn erläuterte. Karussell lockt die Kinder an. Während die Ortsvereine vor allem für das leibliche Wohl der Marktbesucher mit Kartoffelsuppe, Chili, Waffeln, Glühwein und heißem Kakao gesorgt hatten, boten die übrigen Händler von Honig und Kerzen über dicke Socken, Taschen, Kalender oder Holzsterne allerlei Nützliches und Praktisches an ihren Verkaufsständen an. Auch das eine oder andere Weihnachtsgeschenk oder kulinarisches Mitbringsel erwarben die Besucher des Marktes in der Straße unterhalb der Kirche und vor dem alten Rathaus.

Die jüngsten Besucher wurden nicht nur von den Stände mit den Süßigkeiten angelockt, sondern vor allem auch von dem Kinderkarussell. Auch das Wetter war den Veranstaltern wohl gesonnen, so dass sich vor allem am Nachmittag die Markgäste zwischen den Ständen drängten. "Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden"; erklärte Horn. "Der Zuspruch war größer als wir erwartet hatten."


- 18.12.2007 Pflege kostet Pflegerin 1800 Euro

(pay). Das Amtsgericht Marburg hat gestern eine 66-jährige Rentnerin aus Lohra wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe in Höhe von 1800 Euro verurteilt. Der Richter sah es als erwiesen an, dass die Angeklagte einer demenzkranken Frau, die sie zu betreuen hatte, durch Fehler bei der Pflege geschundheitliche Schäden zugefügt hat.

Marburg. Der Richter sagte, die Angeklagte habe nicht aus Böswilligkeit gehandelt, sondern sei mit der Situation überfordert gewesen. Die Patientin habe schmerzende Schäden erlitten, jedoch sei es nicht nachweisbar, ob es mit der schlechten Pflege zusammenhänge, dass die Patientin heute bettlägerig sei. Mutter war in gutem Zustand. Die Staatsanwaltschaft warf der Frau bei Sitzungsbeginn vor, durch böswillige Versorgung der Patientin Schaden zugefügt zu haben. Die Angeklagte habe die Pflegepflicht übernommen, sei dieser aber nicht nachgekommen, so die Staatsanwaltschaft. Dadurch habe die Patientin einen "Dekubitus", also wunde Stellen vom Liegen, an Gesäß und Ferse erlitten. Die Demenzkranke wurde von der Angeklagten vom 13. Juli bis 22. Juli dieses Jahres gepflegt, während sich der Sohn der Patientin im Urlaub befand. Der Sohn sagte, ihm sei die 66-Jährige empfohlen worden. Nach einem Gespräch habe er beschlossen, seine Mutter für kurze Zeit bei ihr in Pflege zu geben.

Die Angeklagte ist laut eigener Aussage keine ausgebildete Altenpflegerin, sie habe im evangelischen Krankenhaus in Gießen Helfertätigkeiten unter der Leitung von Krankenschwestern ausgeführt.

Die Angeklagte berichtete, dass die demenzkranke Frau, häufig aggressiv geworden sei und um sich geschlagen habe. Sie habe diese Verhaltensweise auf die Erkrankung der Patientin zurückgeführt und es nicht beachtet.

Der Sohn der Geschädigten, sagte aus, dass er seine Mutter der Angeklagten in einem "guten gesundheitlichen Zustand" übergeben habe. Sie konnte mit fremder Hilfe selbst laufen. Als er sie am 22. Juli abholte, konnte seine Mutter "nicht mehr die Füße voreinander stellen". Seitdem sei seine Mutter bettlägerig und ihr Gesundheitszustand habe sich verschlechtert. Die Hausärztin, die die Patientin untersuchte, habe wunde Stellen am Gesäß entdeckt. Die Ärztin gab an, die Wunde an der Ferse zwei Tage später gesehen und behandelt zu haben. Die Angeklagte sagte, die roten Stellen am Gesäß der Patientin gesehen und diese mit einer Wundsalbe versorgt zu haben. Von der Wunde an der Ferse habe sie nichts gewusst und diese auch nicht gesehen.

Die Ärztin sagte, dass Dekubitus dann entstehe, wenn die betroffene Person zu wenig trinke und zu lange auf derselben Körperstelle liege. Der Verteidiger erklärte, laut einem Fachbuch könne Dekubitus auch innerhalb von zwei Stunden entstehen, wenn der Patient übergewichtig und der Druck auf die Hautstelle dadurch groß sei. Böswilligkeit nicht bestätigt. Da die Pflegepatientin bei einer Größe von 1,60 Meter 80 Kilo wiege, sei dies wahrscheinlich, so der Verteidiger. Die Staatsanwältin betonte in ihrem Plädoyer, dass der Anklagepunkt der Böswilligkeit nicht bestätigt worden sei und dass ein minder schwerer Fall vorliege. Der Verteidiger plädierte auf Freispruch, da es nicht nachzuweisen sei, ob die wunden Stellen am Körper der Patientin von der Pflegerin verursacht worden waren. Die Verteidigung kündigte an, in Berufung zu gehen.

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