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Hinterländer Anzeiger Jan.-Juni 2007

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Pressemitteilungen Hinterländer Anzeiger www.mittelhessen.de

Inhaltsverzeichnis

Presseberichte

- 20.01.2007 "Kyrill" fällt reihenweise Bäume

(do). Gehegt und gepflegt hat Rainer Jochum aus Rollshausen die 75 Jahre alte Tanne auf seinem Grundstück. Dann ist "Kyrill" gekommen. Der Orkan hat den stattlichen Baum am Donnerstag Abend entwurzelt und an der Ecke des Jochum?schen Wohnhauses "abgelegt".

Lohra-Rollshausen. Passiert sei "fast nichts", sagt der Hausherr und spricht von ein paar Dachziegeln auf der Terrasse, einigen abgerissenen Kunstoffplatten, die als Verkleidung entlang des Dachfirstes dienten, die Dachkante habe einen Schlag mitbekommen, ebenso der Rollokasten. Auch Dachlatten seien in Mitleidenschaft gezogen worden, berichtet Sohn Kim.

"Alles Kleinigkeiten", meint der Vater und will die Sache von der positiven Seite her betrachten. "Es hätte ja alles viel schlimmer kommen können. Nur fünf Minuten vorher war ich auf der Terrasse, habe genau dort gestanden, wo der Baum hingefallen ist, um eine Zigarette zu rauchen", sagt Rainer Jochum und kann über den Scherz, dass sich hier zeige, wie ungesund das Rauchen sein kann, nur müde lächeln.

Gerade sah sich, so erzählt er, die Familie im Hessenfernsehen an, "wie Bäume auf die Häuser schlugen" und welche Schäden das Orkantief "Kyrill" anderenorts angerichtete, als es vor ihrem Haus krachte. Beim Blick aus dem Fenster habe er sich noch über die Zweige davor gewundert und gemutmaßt, dass da wohl ein Ast abgerissen sein müsse.

Der Schrecken kam dann, als die Familie vor das Haus trat und sah, dass sie nur knapp einer Katastrophe entgangen war. Die Tanne, so meint Rainer Jochum, hätte genauso gut auf das Haus fallen und es im Bereich des Wohnzimmers treffen können. Zum Glück habe sich der Baum wohl im Fallen so gedreht, dass er nur noch die Kante des Hauses berührte.Wehren machten vor allem Straßenwieder frei Weniger Glück hatten da zwei Hausbesitzer in den Lohraer Ortsteilen Damm und Willershausen. Wie Gemeindebrandinspektor Bernd Schäfer berichtete, sind dort Bäume auf Wohnhäuser gefallen und haben größeren Schaden angerichtet. Menschen wurden aber auch da nicht verletzt. Insgsamt mussten die Wehren aus Lohra zu 22 Einsätzen ausrücken. Überwiegend ging es nach Auskunft von Schäfer darum, die Einfallstraßen der Gemeinde für Rettungsdienste. Insbesondere auf der Landesstraße 3048 zwischen Oberwalgern und Damm seien umgestürzte Bäume von der Fahrbahn zu entfernen gewesen.

Etwa 35 Einsätze bescherte "Kyrill" nach Auskunft von Sprecher Jens Hemer den Feuerwehren in Fronhausen. Am spektakulärsten waren da die Absicherung eines abgeknickten Strommastes in Fronhausen, das Entfernen eines umgestürzten Baumes von einem Wohnhaus und die Rettung einer Schafherde von einer überschwemmten Wiese bei Bellnhausen. Komplett zu war zeitweilig die Ortseinfahrt Fronhausen vom Kreisel aus. Hier entfernten Feuerwehr, Bauhof und ein Landwirt gemeinsam einen umgestürzten Baum.

Wilfried Eucker, Gemeindebrandinspektor im Ebsdorfergrund, berichtete von etwa 50 Einsätzen der Ortsteilfeuerwehren. Insbesondere galt es, umgestürzte Bäume von Straßen zu räumen.Gesperrt werden musste Straße zwischen Roßdorf und Wermertshausen. "Hier ging gar nichts mehr", sagte Eucker.

Die Einsatzkräfte hätten zwar versucht, die drei oder vier Fahrzeuge, die zwischen umgestürzten Bäumen eingekeilt waren, zu befreien. Es sei aber nicht gelungen, die übereinander liegenden Gehölze zu entwirren, selbst mit einem Radlader nicht. Hessenforst hat dann gstern die Straße wieder freigemacht.

Die Feuerwehren aus Weimar rückten nach den Worten von Gemeindebrandinspektor Markus Herrmann etwa 25 mal aus, um die von "Kyrill" angerichteten Schäden zu beseitigen. Auch hier mussten die Einsatzkräfte viele umgestürzte Bäume entfernen. Mehr Arbeit bescherte ihnen aber das Hochwasser. Der Wenkbach und der Walgerbach seien so rasant gestiegen, dass in Wenkbach ein Industriebetrieb und in Niederwalgern Keller geflutet wurden. Zudem machte der Deich in Roth Sorgen (Seite 17).


- 23.01.2007 Erster Spatenstich für?s Bürgerhaus ist getan

(en). Mit zwei Abschieden und einen symbolischen Neubeginn haben die Reimershäuser Bürgerinnen und Bürger am Sonntag gleich doppelten Anlass zum Feiern gehabt: Nach über 30 Jahren, in denen sich Rolf Wrede als Ortsvorsteher und Heinrich Franz als sein Stellvertreter für Reimershausen engagiert haben, wurden beide jetzt offiziell verabschiedet. Gleichzeitig fiel an diesem Tag der erste symbolische Spatenstich zum langersehnten Umbau des Dorfgemeinschaftshauses und Anbau eines Feuerwehrgerätehauses. Lohra-Reimershausen. Wrede hatte sein Amt bereits im Frühjahr 2006 aufgegeben, Nachfolgerin wurde Erika Schmidt. Nun bedankten sich die Reimershäuser mit einer Feier für die jahrzehntelange ehrenamtliche Arbeit in der Gemeinde und Dorfgemeinschaft.

Unter den Gästen konnte Ortsvorsteherin Erika Schmidt neben Lohras amtierenden Bürgermeister Georg Gaul (parteilos) auch den ehemaligen Rathauschef Hermann Brand (SPD) sowie Gerd Daubert und Karin Lippert vom Amt für den Ländlichen Raum, den Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde, Jens Heyden, seinen katholischen Kollegen Ludwig Schmank und den ehemaligen evangelischen Pfarrer Dr. Gerhard Lehmann, begrüßen. Rolf Wredes und Heinrich Franz" Engagement, so hob Bürgermeister Gaul hervor, sei immer "tief mit Reimershausen verwurzelt" gewesen.

34 Jahre lang, von November 1972 bis Mai 2006, war Rolf Wrede Ortsvorsteher von Reimershausen. In den Jahren von 1981 bis 1987 war er Gemeindevertreter. Der Freiwilligen Feuerwehr Reimershausen gehört er seit 1969 an, davon zehn Jahre als Gruppenführer. Seit 1993 ist er im Vorstand des Kreisbauernverbandes, seit 1990 im Kirchenvorstand Altenvers. Weitere ehrenamtliche Tätigkeiten übernahm er als Mitglied im Vorstand des Wasser- und Bodenverbandes (von 1985 bis 2005), als Stellvertretender Vorsitzender der Jagdgenossenschaft (von 1975 bis 2004) und schließlich als Sachverständiger für das Finanzamt Marburg und für das Amt für Bodenmanagement. Wrede wurde unter anderem bereits mit der Ehrenplakette der Gemeinde und dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet.

Heinrich Franz war von 1972 bis 2006 Mitglied im Ortsbeirat Reimershausen. Seit 1981 stand er an der Seite Wredes als Stellvertretender Ortsvorsteher. In der Feuerwehr engagiert er sich seit 1968, bekleidete dabei von 1972 bis 1990 das Amt des Schriftführers und war er von 1968 bis 1985 in der Einsatzabteilung aktiv. Außerdem ist Franz seit 1980 Vorstandsmitglied des MGV Altenvers. Auch Franz erhielt die Ehrenplakette der Gemeinde.

"Solche ehrenamtlichen Tätigkeiten suchen Ihresgleichen", lobte Gaul. Sein Amtsvorgänger Brand unterstrich die "Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft", die den Umgang in Reimershausen geprägt habe. Ein "Motor" und "Antreiber" sei Wrede stets für die Reimershäuser gewesen, wenn es darum ging, etwas für den Ort zu erreichen, sagte Brand.Ja zum Umbau inletzter MinuteMit dem ersten Spatenstich für einen Umbau des Bürgerhauses und einen Feuerwehranbau, den Gaul und Schmidt symbolisch neben dem Bürgerhaus vornahmen, soll nun ein neuer Abschnitt beginnen: Dass dies aber überhaupt möglich ist, haben die Reimershäuser der Initiative des Amtes für den ländlichen Raum zu verdanken, betonten Bürgermeister und Altbürgermeister. Denn eigentlich war das Thema Bürgerhausumbau auf kommunalpolitischer Ebene "bereits abgehandelt" und die Zeit für die Dorferneuerung 2005 eigentlich vorbei, erinnerte Gaul. Nun werde das DGH doch umgebaut, bei förderfähigen Gesamtkosten von rund 125 000 Euro und 93 800 Euro Fördermitteln. Die Reimershäuser Bürgerschaft hat für das Projekt Eigenleistungen in Höhe von 40 000 Euro versprochen.

"Ich wäre mit einen miserablen Gefühl hier herausgegangen, wenn wir das Projekt Umbau nicht geschafft hätten", gestand Gerd Daubert seinerseits. Denn die Reimershäuser hätten es verdient, dass ihr Dorfgemeinschaftshaus weiterhin eine Heimat für die Dorfgemeinschaft biete. Bei allen Debatten über die Unterhaltskosten sollte man nicht vergessen, dass man ohne die Dorfgemeinschaftshäuser auch ein Stück Heimat verliere. Und angesichts des demografischen Wandels könnten Einrichtungen wie das Dorfgemeinschaftshaus später einmal wichtig sein, für Initiativen wie etwa einem Mittagstisch für ältere Menschen.

- 01.02.2007 Ehestreit amüsiert Gäste

(red). Etwa 100 Mitglieder, Angehörige und Freunde des Männergesangvereins (MGV) "Concordia" Altenvers haben beim Familienabend des Vereins im örtlichen Dorfgemeinschaftshaus ein kurzweiliges Programm genossen. Bei der Veranstaltung wurden auch langjährige Mitglieder geehrt.

Lohra-Altenvers. Für 40-jährige aktive Sängertätigkeit zeichnete der Vorsitzende Horst Heuser Herbert Naumann und Eberhard Altmann aus. Seit 40 Jahrenaktive Sänger Willi Krag wurde für 40-jährige und Norbert Wege für 25-jährige passive Vereinszugehörigkeit geehrt.

Zudem begrüßte Horst Heuser in diesem Rahmen mit Horst Fey und Lothar Platt zwei neue aktive Sänger, die im vergangenen Jahr den Weg in den MGV Concordia gefunden hatten. Sie erhielten einen kleinenWillkommensgruß und die Vereinsnadel.

Anschließend begeisterte der kleine Chor mit zwei Liedvorträgen. Die Titel "Weit, weit weg" von Hubert van Goisern, sowie "Barbara Ann" von den Beach Boys wurden à capella vorgetragen und begeisterten das Publikum.

Bestens unterhalten fühlten sich die Gäste auch durch eine Theateraufführung. Das Stück "Die kritischen Jahre", gespielt von Peter Ganz, Wolfgang Spies, Gerhard Heuser, Dieter Schmidt und Horst Heuser, erzählte von einem Ehekrach im Hause Mehlstaub. Die Zuschauer amüsierten sich köstlich über das Geschehen auf der Bühne. Und das ein oder andere Zwerchfell wurde kräftig strapaziert.

Nach der Aufführung spielte die Kapelle "Becker und Becker" bis in den frühen Morgen zum Tanz auf.


- 07.02.2007 Gemeinde Lohra kauft Bauland

(ky). Zu Kritik durch die CDU-Fraktion in der Gemeindevertretung Lohra hat der in nicht-öffentlicher Sitzung gefasste Beschluss des Parlaments geführt, drei Bauplätze und rund 9000 Quadratmeter Bauerwartungsland in Weipoltshausen zu erwerben. Bürgermeister Georg Gaul (parteilos) sprach von einer "günstigen Gelegenheit, die Bauland-Richtlinien der Gemeinde umzusetzen".

Lohra. Die Gemeindevertretung hatte im vergangenen Jahr Bauland-Richtlinien beschlossen, die dafür sorgen sollen, dass genügend preiswertes Bauland für junge Familien angeboten werden kann, berichtete Gaul im Gespräch mit dieser Zeitung. Darin sei unter anderem festgelegt worden, dass die Gemeinde vor Erschließung von neuen Baugebieten die Grundstücke erwerben soll.

"Die Grundstücke in Weipoltshausen sind der Gemeinde angeboten worden. Wir können dort drei teil-erschlossene Grundstücke innerhalb des Baugebiets sowie rund 9000 Quadratmeter Bauerwartungsland von einem privaten Eigentümer erwerben", berichtete Gaul. Zudem liege ein Teil des Bauerwartungslandes in einem Gebiet,das für die Friedhofserweiterung vorgesehen sei. "Früher oder später hätte die Gemeinde dieses Land sowieso kaufen müssen", so Gaul weiter.

Der Bürgermeister zweifelt nicht daran, dass die drei teil-erschlossenen Grundstücke - der Bau der Straße ist noch nicht abgeschlossen - sehr zügig verkauft werden können. Natürlich sei ein solcher Kauf immer ein Risiko für die Gemeinde, räumt er ein. Aber die Grundstücke hätten eine hervorragende Lage am Südhang, bis Gießen fahre man kaum mehr als 10 Minuten und Weipoltshausen sei ein attraktiver Ort. Es gibt in Weipoltshausen keine Leerstände im alten Ortskern

Der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Lohraer Parlament, die dem Kauf nicht zugestimmt hat, sieht die Sache anders. "Die Gemeinde hat in Lohra auf den langen Strichen 18 Hektar Bauland ausgewiesen, kommt aber mit der Erschließung nicht voran", kritisiert Werner Wassmuth. Was wolle die Gemeinde mit Bauland in Weipoltshausen, wo es ohnehin freie Bauplätze gebe? Er kann nicht glauben, dass die Bauplätze verkäuflich sind. "Wer nach Weipoltshausen zieht, sucht die Nähe zur Natur. Der will nicht ins Neubaugebiet, sondern in einen alten Hof im Ortskern", glaubt er. Außerdem sei der Ortsbeirat in Weipoltshausen nicht zu dem geplanten Grundstückskauf gehört worden.

"Das ist eine Sache zwischen privatem Verkäufer und der Gemeinde, da hat der Ortsbeirat nichts zu beschließen", findet dagegen Ortsvorsteher Helmut Fink. Selbstverständlich habe man aber im Ortsbeirat darüber gesprochen und sei erfreut über das Vorhaben.

"Wenn das Bauland der Gemeinde gehört, kann es zu gemäßigten Preisen abgegeben werden, so dass die jungen Leute im Ort bleiben können", hebt Fink hervor. Wenn es nur privates Bauland gebe, seien die Preise unkontrollierbar. Und die Nachfrage sei in Weipoltshausen durchaus vorhanden, berichtet der Ortsvorsteher. Außerdem handele es sich bei den jetzt von der Gemeinde zu erwerbenden Grundstücken nicht um zusätzliches Bauland, sondern um einen Bestandteil des bereits ausgewiesenen Baugebiets beziehungsweise Bauerwartungslandes. "Das ist ein Schnäppchen für die Gemeinde", ist er überzeugt.

Besonders freut er sich,dass im alten Ortskern von Weipoltshausen kein Hof ohne Bewohner ist und viel saniert wird. Gerade seien zwei Höfe verkauft worden, ein Neubürger züchte Schafe, das andere sei eine Familie mit Kindern, die den Hof zur Pferdehaltung nutze. Die Sanierung eines weiteren Hofs sei kürzlich abgeschlossen worden. Auch habe der Ortsbeirat darauf geachtet, dass zuerst die Baulücken im Ort geschlossen werden, bevor am Ortsrand gebaut wird.

"Wir freuen uns, wenn junge Leute hier her ziehen wollen und nach Bauland fragen, oder wenn unsere jungen Leute im Dorf bleiben wollen", erklärt Fink. Hinter der Kritik der CDU in Lohra vermutet er auch ein wenig die Konkurrenz der Ortsteile um Neubürger angesichts des demografischen Wandels.

Gaul erklärte, zur Zeit laufe "auf den langen Strichen" die Baulandumlegung. Er hoffe, noch in diesem Jahr die weitere Erschließung in Lohra auf den Weg bringen zu können.


- 15.02.2007 Steinkistengrab blockiert Bauland

(en). Die Baulandumlegung für den zweiten Bauabschnitt "Auf den langen Strichen" im Ortsteil Lohra steht kurz vor dem Abschluss. Das hat Bürgermeister Georg Gaul (parteilos) in der Sitzung des Bauausschusses der Gemeindevertretung am Dienstag mitgeteilt. Einen dritten Bauabschnitt wird es hingegen wohl nicht geben, da in diesem Bereich historische Mauerreste geortet worden sind.

Lohra. Das Landesamt für Denkmalpflege habe für den zweiten Bauabschnitt "grünes Licht" gegeben, erläuterte Gaul. "Nicht sehr erfreulich" sei hingegen das Ergebnis der Bodenuntersuchung für den dritten Bauabschnitt: Ein historisches "Steinkistengrab" oder Megalithgrab und diverse alte Siedlungsreste machten es, so sagte der Verwaltungschef, der Gemeinde Lohra unmöglich, den dritten Abschnitt ihrer Bauleitplanung umzusetzen. Selbst Ackerbauist verbotenDas Grab sowie altes Mauerwerk und die Siedlungsreste seien bei der Untersuchung für ein geophysikalisches Gutachten festgestellt worden, das der Gemeindevorstand in Auftrag gegeben hatte und dessen Ergebnis seit Mitte Dezember vorliege. Damit sei die Fläche "komplett aus der Planung herauszunehmen". Auf ihr dürfe zukünftig nicht einmal mehr Ackerbau betrieben werden. Stattdessen müsse sie in Grünland umgewandelt werden, so Gaul: "Wir werden neu planen müssen für diesen Bereich".

Der zweite Bauabschnitt, für den am 7. Februar bei einem Ortstermin das weitere Vorgehen besprochen worden war, sei aber hiervon nicht berührt, betonte derBürgermeister.

Mit sieben Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen sprach sich das Gremium anschließend für einen CDU-Antrag aus, mit dem der Gemeindevorstand beauftragt wird, aller erforderlichen Maßnahmen einzuleiten, damit die Erschließung des Baulandes im Ortsteil Lohra zielstrebig auch im Hinblick auf die positive Entwicklung im "Interkommunalen Gewerbepark Salzbödetal" vollzogen wird.

Außerdem auf der Tagesordnung stand ein kurzer Bericht in Sachen Photovoltaik. Wie Bürgermeister Gaul mitteilte, werde es vom Städtebund keine Kreditfinanzierung für die Gemeinde geben, sollte diese selbst in eine Photovoltaikanlage investieren wollen. Die Revision habe vorgeschlagen, die Dachfläche an Investoren zu vermieten, und auch die Kommunalaufsicht habe sich ihrerseits deutlich geäußert: Ein Kredit komme nicht in Frage.

Begründet haben die Behörden ihre Entscheidung mit dem hohen Defizit im Gemeindehaushalt. Dementsprechend werde es im März eine Vorlage für die Gemeindevertreter geben, so Gaul. "Dies bedeutet, wir als Gemeinde treten nicht als Investor auf", stellte Manfred Gerhardt (SPD) fest.

Wie der Bürgermeister mitteilte, kann das große Fest des TV 07 nun nicht auf dem Festplatz hinter dem Rathaus stattfinden. Der Platz weise über die ganze Strecke, auf der der Verein ein Festzelt aufstellen wollte, ein Gefälle von insgesamt 1,40 Meter aus. Dieser Umstand mache einen aufwändigen Unterbau für das Zelt notwendig. Der Verein habe daher darum gebeten, oben auf dem Hartplatz feiern zu dürfen. Der Gemeindevorstand habe diesem Wunsch entsprochen, erklärte Gaul abschließend.

Mit fünf Ja-Stimmen bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung stimmte das Gremium außerdem den Haushaltsplan 2007 zu. Einmütig votierte das Gremium zudem für den Verkauf eines gemeindeeigenen Grundstückes im Gewerbegebiet oberhalb des Edeka-Marktes. Ein Interessent möchte das 2688 Quadratmeter große Grundstück erwerben und dort eine KfZ-Werkstatt aufbauen, hieß es.


- 16.02.2007 Ortsbeirat Lohra will Strom sparen

(br). Der Ortsbeirat Lohra hat sich am Mittwochabend einstimmig für den Haushaltsplan 2007 der Gemeinde ausgesprochen. Ortsvorsteherin Elfriede Köhler (SPD) hob bei der Besprechung der Vorlage hervor, dass 50 000 Euro für Sanierung von Straßen und Gehwegen vorgesehen sind, gegenüber von nur 20 000 Euro im Vorjahr.

Lohra. Der Ortsbeirat beschäftigte sich in seiner Sitzung ausführlich mit der Beleuchtung der Straßen in Lohra. Ein CDU-Antrag hatte die Ortsbeiräte der Gemeinde dazu bewegt. Es wurde die Frage diskutiert, wie Strom beim Betrieb der Straßenlampen eingespart werden könne. Bürgermeister Georg Gaul (parteilos) trug vor, dass die Gemeinde derzeit Gespräche mit dem Energieversorger E.ON führe.

"Es ist leider komplizierter, denn es gibt etwa 20 verschiedene Schaltkreise, die Straßenlampen steuern", sagte Gaul. Um die Betriebszeit der Lampen zu verändern, müsste diese mit einem enormen finanziellen Aufwand umprogrammiert werden - Zahlen nannte Gaul allerdings nicht .

Bislang leuchten die Straßenlampen von Abends bis 1.15 Uhr und ab 4.30 Uhr bis Sonnenaufgang, erklärter der Bürgermeister. Der Energieversorge werde der Gemeinde nun Vorschläge unterbreiten, wie auf andere Weise Strom gespart werden könne.

Nach und nach sollten die Energiesparlampen die alten Glühlampen ersetzen. Außerdem gelte es zu erörtern, ob Lampen eingebaut werden sollten, deren Lichtstärke je nach Bedarf geregelt werden könne. Auch solle geprüft werden, ob um das Bürgerhaus nicht das Licht durch Bewegungsmelder an- und ausgeschaltet werden könne, um so Strom zu sparen.

Ortsvorsteherin Elfriede Köhler sagte, im Interesse des Ortsbeirats liege es vor allem, dass Lohra gut ausgeleuchtet sei. "Zum Beispiel die Treppe bei der Firma Weber ist sehr dunkel, warum kann man dort nicht Leuchtstreifen auf die Treppe kleben. Das wäre doch auch kostengünstig zu machen", sagte Köhler.

Bürgermeister Gaul antwortete, dass die Gemeinde den Bau einer Lampe an dieser Stelle erwäge, da diese dauerhafter sei als Leuchtstreifen. Die Pflege der Blumenkübel ist nach Besuchen von Anwohner sichergestelltDer Ortsbeirat sammelte in der Sitzung Themen, die bei einer Bürgerversammlung im März oder April besprochen werden sollen. Ein genauer Termin ist noch nicht festgelegt worden. Einstimmig sprach sich das Gremium dafür aus, dass Straßen- und Gehweg-Schäden dort besprochen werden sollen. Ebenso sollen das Engagement der Bürger in Lohra thematisiert werden und die weitere Entwicklung der Baugebiete und Bauplätze auf der Tagesordnung stehen. Auch die Frage der Beleuchtung soll gemeinsam mit den Bürgern diskutiert werden.

Alle Mitglieder des Ortsbeirats berichteten im Anschluss von Hausbesuchen, die sie in der vergangenen Zeit absolviert hatten. Die Ortsbeiräte hatten bei Anliegern nachgefragt, ob sie weiterhin bereit sind, sich um die Pflege der Blumenkübel im Ort zu kümmern. Die meisten Familien hätten zugestimmt, auch wenn einige Anlieger über regelmäßige Schäden an der Bepflanzung durch Vandalismus geklagt hätten.

Bei einem Tag des Ehrenamtes wird die Gemeinde sich für das Engagement von Bürgern bedanken, sagte Ortsvorsteherin Köhler. "Es sind oft diejenigen, die denken, dass sie eigentlich gar nichts machen, die doch viel für die Gemeinschaft leisten", berichtete die Ortsvorsteherin. Der Ortsbeirat hat eine Liste von Namen zusammen gestellt, die für die Ehrung vorgeschlagen wurden.

Die Namen werden aber erst während der Verleihung bekannt gegeben - ein Termin wird noch festgelegt.

Bürgermeister Gaul berichtete von einem Gutachten, dass das Landesamt für Denkmalpflege in Auftrag für das Baugebiet "Auf den langen Strichen" in Auftrag gegeben hatte (diese Zeitung berichtete). Zwar sei der derzeitige zweite Bauabschnitt von Funden, die auf eine frühere Besiedlung hinweisen, nicht betroffen. Aber ein dritter Bauabschnitt müsse nun völlig neu geplant werden. "Wir stehen zum Glück nicht unter Zeitdruck", sagte Gaul. Er werde das Parlament in seiner nächsten Sitzung über das Gutachten informieren.


- 16.02.2007 Neuer Bus-Fahrplan ärgert die Eltern

(br). Erfreut hat sich der Ortsbeirat Kirchvers über die anstehende Sanierung der Schwimmbadstraße bei seiner Sitzung am Mittwochabend gezeigt. In zwei Etappen wird nun gebaut.

Lohra-Kirchvers. 250 000 Euro seien im ersten Abschnitt im Haushalt der Gemeinde für die Arbeiten vorgesehen. "Das ist ein erklecklicher Betrag", kommentierte Ortsvorsteher Bernd Willershausen (Bürgerliste).

Über den Haushalt stimme der Ortsbeirat zwar traditionell nicht ab, sagte der Ortsvorsteher. Er wurde aber von den Mitgliedern einvernehmlich zur Kenntnis genommen.Kinder werden stehen gelassen Für Unmut sorgte der Fahrplanwechsel der Regionalen Nahverkehrsgesellschaft (RNV) im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Vor allem Eltern, deren Kinder in Marburg beispielsweise aufs Gymnasium gehen, hätten sich beschwert. Teilweise seien Umsteigemöglichkeiten weggefallen, in anderen Fällen seien Schüler einfach an Bushaltestellen beim Fahrplanwechsel stehen gelassen worden. "Es ist natürlich vollkommen nicht annehmbar, wenn ein elfjähriges Kind einfach stehen gelassen wird", sagte Willershausen. Im Gespräch mit der RNV solle noch einmal über Verbesserungen verhandelt werden.

Für den Tag des Ehrenamtes sammelte der Ortsbeirat Vorschläge für engagierte Bürger aus Kirchvers. Die Namen werden allerdings erst am Tag der Ehrung veröffentlicht.

Die Bepflanzung am Schwimmbad durch das Forstamt sei noch nicht erfolgt, teilte Ortsvorsteher Willershausen mit. Der Schwimmbad-Verein habe aber schon im Vorfeld signalisiert, dass er bei der Auswahl der Bäume mitreden wolle, da es bei einigen Arten zu Problemen mit Pumpen und Filtern kommen könne, wenn Samen oder Blätter in das Wasser fallen.

Das Bürgerhaus werde in Eigenleistung weiter repariert werden, kündigte der Ortsvorsteher an. So seien beispielsweise einige undichte Stellen noch auszubessern. Auch die Fassade müsse neu gestrichen werden.


- 17.02.2007 "Die Auftragslage ist traumhaft"

Von Michael Tietz "Es war die richtige Entscheidung, hierher zu gehen", sagt Wolfgang Klee. Der Geschäftsführer der Firma Klee hat sich gestern rundum zufrieden mit dem erfolgten Umzug des Unternehmens von Marburg in den Interkommunalen Gewerbepark Salzbödetal gezeigt. Rund fünf Millionen Euro investierte die Optima-Gruppe, zu der Klee seit Oktober 2005 gehört, in den Neubau der Fertigungshalle und des Verwaltungsgebäudes. 95 Mitarbeiter sind am gestern eingeweihten neuen Standort beschäftigt.

Gladenbach-Mornshausen. Die Firma Klee hat sich auf die Produktion von sterilisierbaren Gefriertrocknungsanlagen für die pharmazeutische Industrie spezialisiert. Das Unternehmen wurde im November 1993 von fünf Geschäftspartnern in einem kleinen Büro in Lohra-Damm aus der Taufe gehoben. "Wir kehren somit jetzt an unsere Wurzeln zurück", sagte Klee mit Blick auf den neuen, zwischen Mornshausen und Lohra gelegenen Firmensitz.

In den vergangenen zehn Jahren war die Firma mit etwa 70 Angestellten auf dem Gelände der ehemaligen Tannenberg-Kaserne in Marburg ansässig. Trotz mehrerer Erweiterungen sei der Platz dort im Laufe der Zeit jedoch viel zu klein geworden, so Wolfgang Klee.

Am 18. Oktober 2005 stieg dann die Optima-Gruppe in das Unternehmen ein. Optima blickt auf eine 80-jährige Firmengeschichte zurück. Das weltweit tätige Unternehmen aus Schwäbisch Hall ist ein Spezialist für Verpackungen für Nahrungsmittel, Kosmetik, Waschmittel, Papierhygiene-artikel und pharmazeutische Produkte. Die etwa 1000 Mitarbeiten in den Niederlassungen in Deutschland, Italien, USA, Brasilien, Mexiko, Korea, Frankreich und Japan sorgen für einen Jahresumsatz von 120 Millionen Euro, so Optima-Geschäftsführer Hans Bühler.

Gemeinsam begaben sich die Firmenleitungen von Klee und Optima Ende des Jahres 2005 auf die Suche nach einem neuen Grundstück - und wurden schnell im Interkommunalen Gewerbepark Salzbödetal fündig. Am 1. Dezember 2005 fand das erste Gespräch mit Vertretern des Zweckverbandes statt, bereits zwei Wochen später wurde der Kaufvertrag für das 20 000 Quadratmeter große Grundstück - etwa so groß wie 2,5 Fußballplätze - unterschrieben.Unternehmen sucht nach Fachkräften für den neuen Standort"Sagenhafte 443 Tage sind nur vom ersten Kontakt bis zur Einweihung vergangen", sagte Gladenbachs Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim, der auch Vorsitzender des Zweckverbandes Interkommunaler Gewerbepark Salzbödetal ist. Dieses schnelle Handeln widerlege alle Kritiker, die behaupten, in Deutschland würden wichtige Entscheidungsprozesse viel zu lange dauern.

Die Einweihung der neuen Produktionsstätte sei ein "Freudentag" für die Optima-Gruppe und für die Region, meinte Knierim. Denn damit würde auch eine Vielzahl neuer Arbeitsplätze geschaffen, so der Gladenbacher Bürgermeister.

Als ein "Werk der Gründungsgesellschafter der Firma Klee" bezeichnete Hans Bühler den Neubau der Produktionsstätte in Mornshausen, die in neun Monaten errichtet wurde. Optima habe dabei lediglich mitgeholfen. "Wir haben hier noch viel Raum für Expansion", betonte Bühler.

Das Unternehmen werde alles daran setzen, genügend qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Denn der Bedarf an Arbeitskräften werde rasant steigen, so die Einschätzung des Optima-Geschäftsführers. Allein in den letzten 18 Monaten seien bei Klee 40 neue Mitarbeiter eingestellt worden. "Wir suchen händeringend noch nach Fachkräften", meinte auch Wolfgang Klee. Die Auftragslage des Unternehmens bezeichnete er als "traumhaft". Am alten Standort in Marburg hält Klee vorerst noch fest, da dieser für eine Teilfertigung benötigt werde. Wie lange in Marburg noch produziert wird, konnte Wolfgang Klee allerdings nicht sagen. "Irgendwann" sollen die Gebäude dann aber verkauft werden.

"Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Produktion sind hier gegeben. Ich bin stolz auf diese Halle", sagte auch Rainer Hilberg von der Klee-Geschäftsführung.


- 21.02.2007 "Es gibt nur Verlierer bei dem Rennen"

Von Karin Dobrowohl Öffentlich angekündigt worden war die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Nanz-Willershausen nicht, die Öffentlichkeit war auch nicht willkommen. Aus gutem Grund: Die Mitglieder sollten über den Ausschluss des früheren Schriftführers Hans Kraft abstimmen. Nach Informationen dieser Zeitung votierten die 48 Anwesenden mehrheitlich dafür. In dem Zusammenhang wurden alte Anschuldigungen gegen den Vorstand des Feuerwehrvereins erneut vorgebracht.

Lohra-Nanz-Willershausen.. Der Streit um "unkontrollierte Verwendung von Vereinsgeldern durch den Kassenführer und den Vorsitzenden" (so Kraft) der Feuerwehr ist in Nanz-Willershausen wieder aufgeflammt. Der Grund: Im Vorfeld der Jahreshauptversammlung hatte Hans Kraft einen Brief an die Mitglieder verschickt, in dem er seine in der Vergangenheit - zunächst im Vereinsvorstand, später öffentlich - geäußerten Anschuldigungen gegen den Kassierer und den Vereinsvorsitzenden noch einmal wiederholte und die Mitglieder bat, zahlreich an der Jahreshauptversammlung teilzunehmen, um sich objektiv über die Geschehnisse zu informieren und dann ihre Entscheidung zu treffen. Entscheidung, das hieß in diesem Fall, über den Ausschluss von Hans Kraft aus dem Feuerwehrverein zu befinden. Der Vorstand hatte den schon einmal ausgesprochen. Nach Widerspruch von Kraft musste laut Amtsgericht Marburg die Mitgliederversammlung über einen solchen Schritt befinden. Die hat nun nach Auskunft des stellvertretenden Vorsitzenden Gerhard Herrmann "mit deutlicher Mehrheit" für den Ausschluss gestimmt.

Herrmann verteidigte den Ausschluss der Öffentlichkeit bei der Sitzung. "Der Abend war dazu da, klar Schiff zu machen. Das sollte ohne Rechtsanwälte und Presse geschehen", sagte er und glaubt, dass für die Feuerwehr der Streit damit erledigt ist.Für dieFeuerwehrist der Streit erledigt Die Kontrahenten, also Kraft auf der einen und der Vorsitzende sowie der Kassierer des Feuerwehrvereins auf der anderen Seite, müssten das "jetzt unter sich klären".

Allerdings ist sich Herrmann auch sicher, dass "es in diesem Rennen nur Verlierer gibt". Und das bezieht er auch auf die Feuerwehr, den einzigen Verein in dem 300-Seelen-Dorf. Immerhin 89 Bewohner sind dort Mitglied.


- 24.02.2007 "Kosten für Verwaltung sind zu hoch"

(en). Einmütig haben Lohras Gemeindevertreter in ihrer Sitzung am Donnerstag Abend den Haushaltsplan für 2007 verabschiedet. Das Zahlenwerk von Bürgermeister Georg Gaul (parteilos) erntete dabei anerkennende Worte. Der Kämmerer hatte bereits zuvor bekannt gegeben, dass das Rechnungsergebnis für den Haushalt 2006 doch ausgeglichen abschließt, die Gemeinde also kein Defizit mit ins neue Haushaltsjahr 2007 nimmt.

Lohra. Für dieses Jahr weist der Haushaltsplan im Verwaltungsteil (laufende Einnahmen und Ausgaben) Einnahmen von gut 6.39 Millionen Euro aus. Dem stehen Ausgaben von etwas mehr als 6.65 Millionen Euro gegenüber. Demnach erwirtschaftet die Gemeinde in diesem Jahr voraussichtlich ein Defizit von 260 000 Euro.

Der SPD-Vorsitzende Karsten Jauernig hob hervor, dass die Einnahmen wahrscheinlich besser seien, als im Entwurf veranschlagt. Er lobte, dass nun endlich Finanzmittel für den Straßenbau im Haushalt eingestellt seien, wenngleich mit der Summe von 50 000 Euro auch nur "die größten Löcher gestopft werden können". Jauernig betonte die Bedeutung der Investitionen, die die Gemeinde in diesem Jahr mit der Schwimmbadstraße in Kirchvers, dem An- und Umbau des Dorfgemeinschaftshauses (DGH) in Reimershausen und der Sanierung der Speckbrücke in Lohra tätigen wird. Für die Zukunft gelte es unbedingt, die Infrastruktur in Lohra zu verbessern, attraktive Bauplätze zu schaffen und in die Kinderbetreuung zu investieren.Gemeindemuss Defiziteder Bürgerhäuser"in den Griff kriegen"Es sei erfreulich, dass die Gemeindestraßen - Pflichtaufgaben, die bereits in den 80-er Jahren diskutiert wurden - jetzt endlich in Angriff genommen würden, kommentierte der BfB-Vorsitzende Harald Rink den Plan. Hier gebe es eine lange Liste abzuarbeiten. "Ich bin der Überzeugung, dass wir noch viel mehr tun können, um die gemeindlichen Finanzen zu entlasten - ohne jedoch die Bürger stärker zu belasten", erklärte er und nannte als Beispiel Veränderungen im Heizmanagement der Bürgerhäuser.

Der CDU-Fraktionschef Werner Waßmuth betonte seine Zufriedenheit mit der Tatsache, dass das DGH Reimershausen "jetzt so gebaut wird, wie wir es uns vorgestellt haben, nicht wie es geplant war!" Waßmuth schloss sich der Auffassung Rinks an, dass es dringend notwendig sei, die durch die Bürgerhäuser verursachten Defizite in den Griff zu kriegen und schlug vor, die Nutzer hier stärker einzubinden. "Wir müssen alles dafür tun, dass die Gemeinde kinderfreundlich ist", so der CDU-Chef, denn junge Familien seien die späteren Gebührenzahler.

Nicht einverstanden sei er mit der Parlamentsentscheidung, im Ortsteil Weipoltshausen weitere 10 Bauplätze zu schaffen wo es doch bereits sechs Bauplätze gebe (diese Zeitung berichtete).

Ebenso wenig zufrieden sei er mit der Antwort der Kommunalaufsicht zur Photovoltaik, sagte Waßmuth, denn dies sei eine Investition die sich rechne. (Anmerkung der Redaktion: Die Behörde hatte sich negativ zu der Anfrage der Gemeinde Lohra geäußert, selbst als Investor für eine Photovoltaikanlage auf dem Bürgerhaus aufzutreten. Begründet wurde die Antwort mit dem hohen Defizit der Gemeinde).

FWG-Mitglied Peter Lather richtete das Augenmerk auf die seines Erachtens zu hohen Personalkosten der Gemeinde in Höhe von 1, 2 Millionen Euro. Die Mitarbeiter erhielten im Durchschnitt 40 000 Euro pro Jahr. Damit seien die Personalkosten im Vergleich zu einem Wirtschaftsunternehmen um 30 Prozent zu hoch, sagte er und forderte kreative Lösungen, um die Organisation der Verwaltung "straffer, effektiver und damit auch wirtschaftlicher zu gestalten".

Der Etat 2007 wurde mit 26 Ja-Stimmen bei einer Gegenstimme verabschiedet. Zuvor waren die acht Änderungsanträge der BfB-Fraktion, die sich der Verbesserung der Transparenz des Haushaltsplanes widmen, wie im Hauptausschuss vorgeschlagen, an die Verwaltung verwiesen worden. Das Parlament verabschiedete außerdem den CDU-Antrag zur Baulandentwicklung, den SPD-Antrag zur Ferienbetreuung für Kindergarten- und Grundschulkinder und stimmte dem Verkauf eines Grundstückes im Gewerbegebiet "Auf den langen Strichen" zu.


- 10.03.2007 "Vorspiel" zeigt Komödie

(en). "Immer wieder donnerstags" heißt es heute Abend (Samstag, 10. März) noch einmal, wenn der der Theaterverein "Vorspiel" im Lohraer Bürgerhaus seine neueste Inszenierung präsentiert. Am Freitag Abend hat die turbulente Krimikomödie Premiere. im Lohraer Bürgerhaus gefeiert.

Lohra. Aber wie jedes Jahr hatte der Theaterverein bereits zur großen Generalprobe am Donnerstag ein besonderes Publikum eingeladen: Behinderte und ihre Betreuer aus den Lahnwerkstätten Marburg, dem Zentrum für junge Behinderte in Gladenbach sowie den Hinterländer Wohnstätten waren gekommen - und genossen den Schwank sichtlich.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen drei nicht mehr allzu junge Freundinnen: die vernünftige Roswitha, die etwas blasierte Rosemarie und die schrullig-naive Waltraud.Von einem Herzenswunsch,Plänen für einen Bankraub undeinem Toten Jeden Donnerstag treffen sie sich zum Kartenspielen im Hause von Roswitha. Mit im Haus leben Enkelin Sarah und Uroma Lieselotte, eine energische und sehr trinkfeste alte Dame, die den Haushalt gehörig aufmischt und ihre Pflegerin, Krankenschwester Renate, schikaniert.

Der größte Wunsch der lebenslustigen Dame - schön in Szene gesetzt von Marianne Hildwein-Aubry - ist ein Platz in der Seniorenresidenz "Bergblick" mit Fitnesstrainer, Schwimmbad und Whirlpool. Doch für das teure Altersdomizil fehlt es am Kleingeld. Und so kommt es, dass die drei Damen auf einmal erstaunlich kriminelle Energien entwickeln: Mit einem Banküberfall wollen sie das Problem lösen ?

Mehr sei hier nicht verraten, nur noch soviel: Natürlich treffen die kriminell kreativen Kartenspielerinnen auf jemanden der in Sachen Bankraub eigene Pläne hat, und schwuppdiwupp gibt es einen Toten. Für große Verwirrung sorgt auch Anke, Roswithas Tochter, die mit ihrem neuen Freund Heiko auftaucht, der irgendwie haargenau so aussieht wie Enkelin Sarahs neueste Eroberung, ein 1-Euro-Jobber?.

Witzige Dialoge, wie etwa "Wie werden wir die Leiche los?" "Ach, die legen wir in Roswithas Schlafzimmer, da kommt sowieso niemand rein", eine gehörige Portion Situationskomik, allerlei spannende Verwicklungen und überraschenden Wendungen sorgen zwei Stunden lang für vergnügliche Kurzweil und beste Unterhaltung. Das fand auch das zahlreiche Publikum am Donnerstag und dankte den Darstellern mit einem sehr kräftigen Applaus.

Geschrieben wurde das Stück von Margitta Storll, Sabine Hetche und Karola Hankel.Die Darsteller: Sabine Hetche (Roswitha), Margit Steiß (Rosemarie), Margitta Storll (Waltraud), Marianne Hildwein-Aobry (Uroma Lieselotte), Karola Hankel (Krankenschwester Renate), Patrick Pohl (1-Euro-Jobber Ingo), Julia Rühl (Enkelin Sarah), Verena Waßmuth (Mutter Anke), Nadine Rühl (Bankangestellte). In weitere Funktionen waren: Waltraud Schmidt (Souffleuse), Beate Zoth (Maske), Martin Schlagl (Technik) und Patrick Schuhmacher (Technik).

Weitere Aufführungen finden heute Abend ab 20 Uhr (Einlass ab 19 Uhr) im Lohraer Bürgerhaus statt. Zwei weitere Aufführungen gibt es am Samstag, 17. März, um 15 Uhr und um 20 Uhr, im Gladenbacher Haus des Gastes. Der Einlass ist jeweils eine Stunde vor Beginn. Karten gibt es im Vorverkauf in Lohra bei der Fleischerei Waßmuth und in Gladenbach beim Optikstudio Hirth oder auch telefonisch bei Margitta Storll, Tel: (0 64 62) 33 74.


- 21.03.2007 Basar stimmt auf Ostern ein

(val). Unter dem Motto "Alles handgemacht!" haben die Frauen aus Rodenhausen zu ihrem zweiten Frühlingsbasar in das Dorfgemeinschaftshaus eingeladen und dabei einen vollen Erfolg gefeiert. Anstelle der rund 250 Einwohner, die der kleine Ort zählt, tummelte sich an dem Tag mehr als die doppelte Zahl an Besuchern auf dem Markt und bescherte den Frauen ein ertragreiches Geschäft.

Lohra-Rodenhausen. Über 500 Einzelteile hatten die Mitglieder des Handarbeits- und Bastelkreises der evangelischen Kirchengemeinde sowie einige Privatleute für den Markt zusammengetragen und auf der langen Tischreihe zum Verkauf ausgestellt.

Das Angebot reichte von selbstgehäkelten Platzdeckchen bis hin zu Kinderspielzeug aus Holz. Besondere Spezialität der Rodenhäuser Frauen sind die selbstgenähten Teddybären. Meisterin ihres Faches ist dabei Hanna Bodenbender, die ihre Qualitäten als Bärenmutter jüngst auch im Fernsehen unter Beweis stellen konnte.

"Das kam uns natürlich sehr gelegen, dass wir beim "Dollen Dorf" des hessischen Rundfunk gezogen wurden", freute sich Bodenbender. Selbstredend hatte sie dabei für den Markt geworben und so sogar Besucher aus Frankfurt angelockt. Neben der Vielzahl an Teddies und Handarbeiten stimmten auch etliche Hasendekorationen und reich verzierte Eier auf das nahende Osterfest ein.Erlös aus derVeranstaltungist für denguten Zweck Darüber hinaus hatten die Frauen aber auch für das leibliche ihrer Gäste gesorgt und tischten am Buffet 30 Kuchen und Torten für die Naschkatzen auf. Zudem hatten sie 20 Laibe frischen Backhausbrotes gebacken, die allerdings schon nach den ersten zehn Minuten den Besitzer gewechselt hatten. Sehr zur Freude der Frauen, die mit ihrem Frühlingsbasar schließlich auch Geld für einen guten Zweck sammelten. Der Erlös der Veranstaltung soll nämlich der Diakonie sowie der Hermannsburger Mission zugute kommen.


- 24.03.2007 Nahverkehr ist Sache aller Ortsteile

(en). Über die aktuelle Situation und Probleme des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in Lohra hat Markus Hemberger am Mittwoch Abend auf der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates Lohra gesprochen. Hemberger ist stellvertretender Ortsvorsteher von Kirchvers und engagiert sich im Fahrgastbeirat des Kreises.

Lohra. In diesem Jahr werde der RNV (Regionaler Nahverkehrsverband Marburg-Biedenkopf) ein Defizit von rund 1,7 Millionen Euro erwirtschaften, sagte Hemberger. Nach einer Verlautbarung des RNV-Geschäftsführers in der letzten Verbandsversammlung sollten die Gemeinden nun aufgefordert werden, alle Verbindungen zu benennen, die gestrichen werden können. Angesichts dieser Entwicklung sei es dringend notwendig, sich aktiv um den Fortbestand einzelner Verbindungen zu bemühen und Verbesserungsvorschläge einzubringen, betonte er: "Wir sind eine Gemeinde. Nahverkehr ist eine Sache aller Ortsteile!"

Und Verbesserungen seien dringend erforderlich. So gebe es etwa ein Busverbindung morgens um 4.30 Uhr von Kirchvers nach Lohra. "Das ist unsinnig. Wer fährt denn da?", so Hemberger.

Generell sei die Kerngemeinde "ganz gut angebunden" während die Orteile Kirchvers und Altenvers "völlig abgeschnitten" seien. Verschlechtert habe sich auch die Verbindung von Marburg nach Rollshausen, Fahrgäste säßen hier nun eine halbe Stunde länger im Bus.

Zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2006 ist die zentrale Umsteigehaltestelle der Linien 30 und 383 in Lohra von der Biegenstraße in die Gladenbacher Straße verlegt worden. Wie Hemberger berichtet, behindern die wartenden Busse nun dort teilweise den fließenden Verkehr. Hembergerfordert fürLohra einezentraleHaltestelleSie würden zudem von manchen Autofahrern rücksichtslos überholt, wodurch die Fahrgäste gefährdet würden, hieß es weiter. Auch wenn der Buswechsel auf einer Straßenseite möglich sei, überquerten einige Busfahrgäste die Straßenseite.

Durch die Verlegung der zentralen Umsteigestelle müssen die Busse der Linie 30 jetzt im Industriegebiet wenden. Nach Angaben des RNV koste die längere Fahrzeit jährlich 12 000 Euro, sagte Hemberger und nannte es dringend notwendig, in Lohra eine zentrale Umsteigehaltestelle einzurichten, die von allen Bussen aus allen Richtungen auf einer Straßenseite angefahren werden kann. Im Übrigen sein es wünschenswert, wenn es dem RNV gelänge, die Fahrpläne leichter lesbar zu gestalten. Für Kirchvers habe er einen vereinfachten Fahrplan erstellt, der nach Ostern an alle Haushalte verteilt werden soll. Dort sei er zum Ansprechpartner für die Bürger in allen Fragen des Nahverkehrs geworden.

Heute wird der Ortsbeirat sich mit gut 60 freiwilligen Helfern aus den Lohraer Vereinen treffen, um an der Aktion "Sauberhaftes Hessen" teilzunehmen und die Straßen, Wiesen und Gräben der Kerngemeinde von Schmutz und Unrat zu befreien. Wie Ortsvorsteherin Elfriede Köhler bekannt gab, sammeln sich alle Helfer um 10 Uhr am Bauhof. Des Weiteren teilte sie mit, dass rund 14 Ruhebänke im Außenbereich Lohras mit frischer Farbe versehen werden müssten. Am 14. April wollen sich die Ortsbeiratsmitglieder zum Streichen treffen.


- 28.03.2007 Wie geht es in Lohra weiter?

Von Sonja Diefenbach: Der Gewerbe- und Verkehrsverein Lohra hat seine Mitglieder für Montag, 2. April, zu einer Versammlung eingeladen. Die Vereinsmitglieder sollen beraten, ob der Verein in der jetzigen Form fortgeführt werden, aufgelöst oder dem neu gegründeten Lohraer Wirtschaftsforum beitreten soll. "Diese drei Optionen gibt es", sagt Vereinsvorsitzender Matthias Eidam, der auch Vorstandsmitglied im Lohraer Wirtschaftsforum ist.

Lohra. Seit dem vergangenen Jahr ist Matthias Eidam Vorsitzender des Gewerbe- und Verkehrsvereins. Weil sich bei der Jahreshauptversammlung kaum Interessenten für die Vorstandsarbeit gefunden hätten, sei er in die Bresche gesprungen. Wie sich die Mitglieder am kommenden Montag entscheiden, könne er nicht sagen, so Eidam. "Ich bin aber zuversichtlich, dass genügend Leute kommen werden", sagt der Lohraer.

Laut § 16 der Vereinssatzung kann ein Beitritt oder eine Auflösung des Vereins nur zustande kommen, wenn mindestens die Hälfte sämtlicher Mitglieder anwesend sind und mindestens zwei Drittel der anwesenden Vereinsmitglieder sich dafür aussprechen.

Vor Matthias Eidam war Wolfgang Zieske Vorsitzender des Vereins. Auch im Internet ist Zieske noch als Ansprechpartner zu finden. "Das ist beim Amtsgericht noch nicht umgetragen worden", sagt Zieske. Kandidiert habe er im vergangenen Jahr nicht mehr, weil "neue Gesichter nach vorne müssen."

Der Unterschied zwischen Gewerbeverein und Wirtschaftsforum sei, dass der Gewerbeverein bisher stark auf die Kerngemeinde Lohra konzentriert gewesen sei. Das bestätigt der ehemalige Geschäftsführer des Gewerbevereins, Werner Waßmuth. "Jahrelang haben wir uns bemüht, Mitglieder aus den Ortsteilen zu bekommen, aber das hat nicht geklappt", sagt Waßmuth.

Die Entwicklung in der Kerngemeinde Lohra sieht der ehemalige Vorsitzende Zieske mit Sorge. "Man muss sich nur die leeren Schaufenster ansehen", sagt Zieske. "Wenn man sich auf die Kerngemeinde konzentriert, hat der Gewerbeverein schon noch seine Existenzberechtigung", so der Lohraer. "Es ist nicht klar, ob das Wirtschaftsforum eine Stärkung der Kerngemeinde leisten kann." Es müsse aber etwas passieren. "Sonst sterben uns die Ortskerne weg." Man müsse sich als Gewerbeverein fragen, ob es die Aufgabe sei, die Wirtschaftsprobleme anzugehen oder einen Krammarkt zu organisieren, so Zieske. Die Hälftealler Mitgliedermuss zum Beschlussanwesend sein"In den vergangenen Jahren haben sich einige Mitglieder im Verein zurückgezogen, da wurde wenig Interesse bekundet", sagt der ehemalige Geschäftsführer Werner Waßmuth. Auch habe ihm das Interesse der Mitglieder bei den früher sehr erfolgreichen Veranstaltungen des Vereins gefehlt, zum Beispiel die Gewerbeschau oder der Weihnachtsmarkt. Es seien immer zwei bis drei Leute gewesen, die sich bei der Organisation engagiert hätten. Irgendwann hätten sich zur Gewerbeausstellung dann nur noch drei Betriebe angemeldet. "Dann kann man es gleich lassen", sagt Waßmuth, der von 1978 bis 1999 Geschäftsführer des Vereins war und dann noch einmal drei Jahre bis 2006.

"Ich weiß nicht, ob es sinnvoll ist, den Gewerbeverein endgültig aufzulösen", sagt Waßmuth. Gut wäre es, so der ehemalige Geschäftsführer des Vereins, wenn sich eine Gruppe finden würde, die im Ortskern retten würde, was zu retten ist. "Die Ortskerne gehen kaputt, die Entwicklung ist ja kaum noch aufzuhalten." Entschieden werden müsse dann auch, was mit dem Vermögen des Vereins - Weihnachtsbeleuchtung, Ortseingangsschilder und Barvermögen - passieren wird.

Ob und wie es mit dem Gewerbeverein weitergeht, wollte Bürgermeister Georg Gaul (parteilos) nicht kommentieren. Das neue Lohraer Wirtschaftsforum habe Zukunft, so der Rathauschef. "Dort sind alle Ortsteile mit ihren kleinen und mittelständischen Betrieben eingebunden", sagt Gaul. "Ich denke, dass auch die Firmeninhaber aus dem Lohraer Ortskern Interesse haben, sich zu engagieren." Gaul appelliert zudem an die Lohraer Bürger: "Wenn man die Unternehmen im Ortskern halten will, muss man auch da einkaufen."

- 30.03.2007 Kreuzweg wird gebetet

Lohra. (red). Drei Kirchengemeinden laden zum Ökumenischen Kreuzweg ein. Er findet unter dem Motto "Von Angesicht zu Angesicht" in Lohra am Freitag, 30. März, ab 18.30 Uhr statt. Mit Gesängen und Gebeten beginnt der Kreuzweg in der katholischen Kirche, führt dann weiter zur Evangelisch-methodistischen Kirche und von dort zur letzten Station in der Evangelisch-lutherischen Kirche. Die Bilder der Meditation gestaltete Hetty Krist aus Frankfurt. Sie hat in vier Bildtafeln die Ohnmachtserfahrungen heutiger Menschen mit der Leidensgeschichte Jesu eng verflochten. Der Ursprung des Ökumenischen Kreuzweges der Jugend liegt beim Katholikentag 1958 in Berlin. Ökumenisch wird er seit 1972 vorbereitet und gebetet. Der Jugendkreuzweg verbindet junge evangelische und katholische Christinnen und Christen in ganz Deutschland. Vor dem Fall der Mauer zwischen Ost und West war der Kreuzweg eine wichtige "Gebetsbrücke". Diese symbolische Kraft der Verbindung untereinander soll der Kreuzweg auch nach der Wiedervereinigung behalten.


- 03.04.2007 700 Gäste tanzen beim Oldie-Abend

(ky). Großen Zuspruch hat der Oldie-Abend der Motorradfreunde Lohra im örtlichen Bürgerhaus gefunden: Mehr als 700 Gäste drängten sich in der Halle, um Musik aus den siebziger Jahren mit dem neuen DJ David zu hören. Besonderen Wert legten die Motorradfreunde bei der Tanzveranstaltung auf den Jugendschutz.

Lohra. Die Motorradfreunde Lohra, bieten neben ihrem traditionellen Motorradtreffen an der Schutzhütte zur "Speckbrücke" mehrere Veranstaltungen im Jahr an. Dabeilegen sie besonderen Wert auf den Jugendschutz legen. Wie Gerhard Gessner vom Vorstand der Motorradfreunde im Gespräch mit dieser Zeitung erklärte, gab es beim Oldie-Abend im Bürgerhaus von Lohra für Jugendliche unter 18 Jahren ein andersfarbiges Bändchen als Eintrittskarte. Junge Gäste müssen um Mitternacht den Saal verlassenEine Security-Firma kümmerte sich um die Einhaltung des Jugendschutzes. Mit gelben Bändchen gab es an Alkohol nur Bier oder Apfelwein, für die unter 16-Jährigen war auch das Rauchen verboten. Um zwölf Uhr hieß es für alle Träger gelber Bändchen dann unweigerlich: "Kommt zum Ende und geht nach Hause". Auch um Ruhe auf den Außengelände kümmerten sich die Security-Leute. "Das ist hier im Wohngebiet ein bisschen heikel und wir wollen die Möglichkeit erhalten, hier auch weiterhin Großveranstaltungen durchzuführen", erklärte Gessner. Die Stimmung unter den Besuchern war jedenfalls bestens, der neue amerikanische Diskjockey, den die Motorradfreunde auf einem Harley-Treffen gesehen und gleich für den Oldie-Abend verpflichteten, hatte eine große Auswahl von Klassikern aus den Sechziger und Siebziger Jahren nach Lohra mitgebracht.

Auf der Tanzfläche tummelten sich 16-jährige Punker und Standard-Tänzer mittleren Alters in buntem Gemisch. Bei den "Bots" und anderen Aufbruch-Klassikern brachen auch Reihen- und Gruppentänze aus, bis zum Morgen wurde im Bürgerhaus gefeiert.


- 04.04.2007 Auflösung ist vom Tisch

Von Sonja Diefenbach: Der Initiative des ehemaligen Gewerbevereins-Vorsitzenden Wolfgang Zieske ist es zu verdanken, dass der Gewerbe- und Verkehrsverein Lohra zunächst bestehen bleibt. 47 Einladungen hatte der kommissarische Vorsitzende Matthias Eidam für die Sitzung am vergangenen Montag an die Vereinsmitglieder verteilt. Insgesamt 18 Lohraer waren dann schließlich in den Gruppenraum der Gemeinde gekommen. Zu wenig, um beschlussfähig zu sein.

Lohra.. Drei Optionen konnte der derzeitige Vorstand, vertreten durch Winfried Nagel, Matthias Eidam und Christine Schäfer, anbieten: Fortbestand des Vereins mit Vorstandswahlen, Auflösung oder Beitritt zum Wirtschaftsforum Lohra (diese Zeitung berichtete).

Ein Beitritt oder eine Auflösung wäre nur möglich gewesen, wenn mindestens die Hälfte sämtlicher Mitglieder gekommen wären. Somit war von Anfang an klar, dass an diesem Abend weder das eine noch das andere hätte entschieden werden können."Nur Kritik gibt es immer"Vorsitzender Matthias Eidam machte von Beginn an klar, dass er zu einem Beitritt zum Wirtschaftsforum tendiert. "Ich bin auch im neuen Verein organisiert und ich fühle mich da ganz wohl", sagte der Inhaber einer Tischlerei. Zudem sei es bei der vergangenen Jahreshauptversammlung im Juni 2006 schon schwer gewesen, einen neuen Vorstand zu finden. In der Zwischenzeit habe sich im Gewerbeverein kaum jemand engagiert, nur Kritik gebe es immer.

Der ehemalige Vereinsvorsitzende Wolfgang Zieske sagte, dass der Schwerpunkt des Gewerbevereins in der Vergangenheit mehr auf der Kerngemeinde Lohra gelegen habe, wohingegen sich das neue Wirtschaftsforum an der Gesamtgemeinde Lohra orientiere. "Die leeren Schaufenster in der Kerngemeinde sind mehr geworden. Wir haben ein massives Strukturproblem", sagte Zieske. "Wir brauchen etwas, das für die Kerngemeinde die Stimme erhebt und gestalterisch arbeitet", so Zieske. Er befürchte, dass durch die Struktur des Wirtschaftsforums die Interessen der Kerngemeinde nicht genug vertreten seien. Sein Vorschlag: Ein "verschlankter" Gewerbeverein in Form einer Werbegemeinschaft, ohne großen bürokratischen Aufbau, mit einem verkleinerten Vorstand. "Das soll keine Konkurrenz zum Wirtschaftsforum sein, sondern eine Ergänzung", sagte der Lohraer. WolfgangZieskesVorschlag stößtauf offeneOhrenDamit stieß Zieske auf offene Ohren. Im Vorfeld habe er schon mit einigen Nachbarn in der Kerngemeinde gesprochen, die in einer solchen Werbegemeinschaft aktiv werden würden. Eine Mehrheit der Versammlung stimmte dem Antrag zu.

Zieske machte auch einen Vorschlag, wie das neue Bündnis für die Kerngemeinde heißen könnte: "Aktive Mitte Lohra". So könne auch das Vereinsvermögen des Gewerbevereins als Startkapital für die Interessenvertretung der Gewerbetreibenden in der Kernstadt verwendet werden, argumentierte Zieske.

Der Lohraer machte auch deutlich, dass es nicht Aufgabe des neuen Bündnisses sein könne, Märkte zu organisieren. Jeder sei so in seinem Betrieb eingebunden, dass er diesen für die Organisation eines Jakobsmarktes nicht vernachlässigen könne. "Wir müssen den Ballast loswerden, der uns in der Vergangenheit blockiert hat und uns auf den Kern konzentrieren: die leeren Schaufenster in der Kerngemeinde", sagte Zieske. Bürgermeister Georg Gaul (parteilos) sagte: "Die Gemeinde würde es begrüßen, wenn der Gewerbeverein sich in das Wirtschaftsforum integrieren könnte. Wenn es als Unterabteilung ,Werbekreis? sein kann, sollte man diesen Schritt gehen." "Ich bin zuversichtlich, dass es in einer kleineren Gruppe konstruktiver laufen wird", sagte auch Vereinsvorsitzender Eidam.

Zunächst werden sich jetzt die Betriebe, die an der Arbeit in einer "Aktiven Mitte Lohra" interessiert sind, unter der Regie von Wolfgang Zieske zusammen mit Vertretern des Wirtschaftsforums und dem kommissarischen Vorstand des Gewerbevereins treffen. Ziel: Bis zum nächsten Treffen des Gewerbevereins am Freitag, 4. Mai, 19.30 Uhr, soll ein Konzept erarbeitet werden, in welcher Form die neue Werbegemeinschaft arbeiten wird: Als Fortführung des Gewerbevereins oder als Unterabteilung des Wirtschaftsforums.

- 05.04.2007 Angeklagter legt spätes Geständnis ab

(dwe). Ein 25-Jähriger aus Lohra hat sich sich vor dem Marburger Amtsgericht verantworten müssen, weil er im vergangenen Sommer auf dem Kirschenmarkt in Gladenbach kräftig "getankt" und danach selbst mit dem Auto nach Hause gefahren sein soll.

Lohra/Marburg. Richter Jens-Daniel Braun verurteilte den jungen Mann wegen Trunkenheit im Verkehr schließlich zu einer Geldstrafe in Höhe von 1400 Euro (35 Tagessätze zu je 40 Euro). Zudem erhielt der Angeklagte ein zweimonatiges Fahrverbot.

Obwohl die Beweise klar gegen den Angeklagten sprachen, stritt dieser zunächst alles ab.

So behauptete er vor Gericht etwa, den fraglichen Abend im Juli 2006 vor dem Fernseher sitzend daheim verbracht zu haben, obwohl ein Polizist beobachtet hatte, wie er nach dem Genuss etlicher alkoholischer Getränke in Gladenbach in sein Auto stieg und selbst in Richtung Lohra fuhr.25-Jähriger widerspricht sich Den Polizisten, die ihn keine 30 Minuten später zuhause besuchten, hatte er damals spontan gestanden, dass er betrunken gefahren sei. Vor Gericht wollte er davon zunächst nichts mehr wissen. Er könne sich nicht erklären, wie die Polizisten so etwas behaupten könnten. Die rund zwei Promille, die die Beamten damals beim Alkoholtest feststellten, habe er sich im Verlauf des Abends alleine daheim auf der Couch angetrunken.

Nachdem sich dann nach Anhörung aller Zeugen immer mehr Widersprüche angesammelt hatten, gestand dieser sein Fehlverhalten letztlich doch noch ein. Das Urteil folgte auf dem Fuße.



- 05.04.2007 Elisabeth macht Station in Altenvers

(val). In der Dorfkirche in Altenvers ist eine Ausstellung zum Elisabeth-Jahr eröffnet worden. Bis in den September hinein können sich die Besucher dort ein Bild von der heiligen Elisabeth machen, deren 800. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird.

Lohra-Altenvers. Treibende Kraft hinter der Ausstellung ist die Künstlerin und Autorin Irmgard Bott, die dem alten Gemäuer mit ihren farbenfrohen Elisabeth-Bildern Leben einhauchen wollte. Sie zeigt "inse Lisbettche" so, wie die Menschen sie noch heute sehen und wie sie sie selbst sie in ihrem Inneren spürt: "Hier als leuchtende Sonnengestalt, dort als hilfsbedürftige Mutter der Armen und da als prunkvolle Königin, die sie war".

Besonderes Ausstellungsstück ist zudem die Bronzestatue der Heiligen, die den Altenversern für die Dauer der Ausstellung von der Elisabethschule zur Verfügung gestellt wurde. Darüber hinaus bietet die Ausstellung auch einen Einblick in die Neuauflage des Buches "Die heilige Elisabeth und der Elisabethpfad", das ab Mai erhältlich sein soll. Neu Auflage des Buchs über den Elisabethpfad erscheint im MaiIn dem 1983 erstmals veröffentlichten Buch zeichnet der Mitbegründer und langjährige Vorsitzende des Vereins für Geschichte und Volkskunde Lohra, Jakob Wagner, den Pfad der Elisabeth von Marburg nach Altenberg nach, der sich zu einem beliebten Pilgerweg entwickelt hat. In diesem Sinne sei die Ausstellung nicht nur eine Veranstaltung in Erinnerung an Elisabeth, sondern ebenso an den 2001 verstorbenen Autor des Buches, sagte Heinrich Justus Wagner vom Verein für Geschichte und Volkskunde. Auch Lohras Bürgermeister Georg Gaul würdigte die Anstrengungen des Vereins, der in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis dörfliche Kultur sowie dem Weltladen und der Elisabethschule Marburg dafür Sorge trage, die Heilige bis heute als Vorbild der Nächstenliebe wirke. Dass die Ausstellung ihren Platz ausgerechnet in der alten Kirche gefunden hat, kommt übrigens nicht von ungefähr, denn in just diese einzige in Deutschland noch heute erhaltene alte Steinkirche kehrte Elisabeth schon vor 777 Jahren zu Gebet und Meditation ein, wenn sie auf ihrem Weg nach Altenberg war, um dort ihre jüngste Tochter Gertrud zu besuchen.


- 12.04.2007 Der Lokführer macht nicht genug Dampf

Von Michael Tietz (mi). Weil er seiner Lok nicht genügend Dampf machte und der Zug deshalb Verspätung hatte, musste ein in Gladenbach stationierter königlicher Lokführer im Juni 1914 eine saftige Strafe zahlen.

Gladenbach. Diese und andere Kuriositäten sowie Erinnerungstücke an die ehemalige Bahnstrecke von Niederwalgern nach Herborn hat Markus Hemberger zu einer kleinen Ausstellung zusammengefasst. Abfahrtskelle, Dienstmütze, Schaffnerlaterne, Personalakten von Lokführern und einiges mehr gibt es jetzt im Gladenbacher Haus des Gastes zu sehen. Seit sieben Jahren sammelt Markus Hemberger Andenken an die am 12. Mai 1894 eröffnete und am 10. Juni 2001 stillgelegten Aar-Salzbödebahn. "Dies hier ist nur ein Bruchteil aus meinem Fundus", erklärt der Kirchverser. Sein Haus und sein Garten sei mittlerweile voll mit Utensilien. "Meine Frau ist aber sehr verständnisvoll", sagt Hemberger und schmunzelt.

Bereits im vergangenen Jahr organisierte Hemberger zwei Ausstellungen in Gladenbach und Lohra. Die liefen jedoch nur einen Tag. Nun stellt der Heimat- und Museumsverein "Amt Blankenstein" seine Vitrinen im Haus des Gastes für die Fundstücke zur Verfügung. Mindestens zwei Monate lang, so Vorsitzende Marion Lange, soll die Schau für jedermann zugänglich sein. Viele Akten gesammelt Die Idee zu der Ausstellung habe ein Vorstandsmitglied des Vereins gehabt. "Durch unseren Bahnhof gibt es einen direkten Bezug zu der einstigen Nebenbahn", sagt Lange.

Auf den ehemaligen Betriebsmittelpunkt für die Route von Niederwalgern nach Herborn hat sich Markus Hemberger dann auch für seine neue Ausstellung konzentriert. 50 Beschäftigte seien 1955 von Gladenbach aus für den Betrieb der Bahn eingesetzt gewesen, weiß der Kirchverser. Das belegen Akten, die er gesammelt hat.

Im Jahr 2003 lief Hemberger zusammen mit seinem Sohn Valentin die Strecke zu Fuß ab, machte Fotos von Gleisen, Bahnübergängen und Bahnhöfen. Zuvor hatte er bereits am Gladenbacher Bahnhof einige besondere Exponate gefunden, die es nun in der Ausstellung zu sehen gibt. Dazu gehören Personalakten von ehemaligen Bediensteten der Bahn. Diese waren einst im Keller des Bahnhofs gelagert. "Doch nach einem Einbruch im Jahre 2000 flogen die Dokumente auf dem Gleisvorfeld herum", erzählt Hemberger.

Eines der Fundstücke ist eine Personalakte eines 1876 geborenen Mannes, der bis 1938 als Lokführer auf der Aar-Salzbödebahn unterwegs war. "Der hat hier einiges angestellt", erzählt Hemberger und verweist auf mehrere Einträge unter der Rubrik "Strafen". So soll der Zugführer gleich zweimal einen Torflügel an einem Lokschuppen in Gießen angefahren haben. Nachbauten von BahnhöfenInformationen zu Krankheiten, Urlaub und Verdienst finden sich ebenfalls in der Akte. Zur Schau gehören auch kleine Nachbauten der Bahnhöfe von Gladenbach, Hartenrod, Wommelshausen und Niederwalgern. Als Rahmenprogramm bietet der Verein am Mittwoch, 18. April, einen Vortrag an. Um 19 Uhr wird Markus Hemberger im Gladenbacher Haus des Gastes über die Geschichte der Nebenbahn berichten. Der Referent hofft, dass dann einige Bahnliebhaber vielleicht auch Erinnerungsstücke wie alte Fotos mitbringen.

Die Ausstellung im Gladenbacher Haus des Gastes (Karl-Waldschmidt-Straße 5) ist täglich von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

- 19.04.2007 Turnverein feiert

Lohra. (red). Mit einem Seniorenfrühstück und einem Kommersabend läutet der TV Lohra am Samstag, 21. April, die Feiern zu seinem 100-jährigen Bestehen ein. Das Seniorenfrühstück, das in Zusammenarbeit mit der Kreis-Volkshochschule angeboten wird, beginnt um 10 Uhr. Schauplatz ist das Lohraer Bürgerhaus. Eingeladen sind alle Senioren der Gemeinde, die sich allerdings vorher anmelden sollten. Ansprechpartner sind Helga Dau, Schulstraße 16, Lohra, (06462) 1213 , Ingrid Kirch, Ludwig-Rinn-Straße 20, Lohra, (06462) 8283, Jutta Pfeiffer, Braugartenweg 15, Lohra, (06462) 5599 und Annemarie Brand, Berliner Straße 33, (06462) 5268. Um 18 Uhr gedenkt der Verein um 18 Uhr am Ehrenmal auf dem Lindenplatz der Toten, und für 20 Uhr lädt er zum Festkommers in das Bürgerhaus Lohra ein.


- 29.04.2007 Jubiläum wird groß gefeiert

(ll). Mit einer Handdruckspritze, 50 Eimern, vier Leitern und drei Feuerhaken hat die Freiwillige Feuerwehr in Lohra 1907 ihren Dienst begonnen. 100 Jahre später verfügen die rund 30 Aktiven über drei Fahrzeuge mit modernster Technik. Das Jubiläum feiert die Wehr vom 22. bis 24. Juni unter anderem mit dem Kreisfeuerwehrverbandstag.

Lohra. Nach einer mündlichen Überlieferung haben die Lohraer Bürger Konrad Wagner und Johann Willershausen als erste das Kommando bei der 1907 gegründeten freiwilligen Feuerwehr des Ortes übernommen, so steht es in der Festschrift zum 75-jährigen Bestehen der Feuerwehr im Jahr 1982. Die erste Vorsorge für den Brandschutz ist in Lohra aus dem Jahr 1848 überliefert, damals wurde ein Notteich oberhalb des Ortes eingerichtet, der nur bei Feuergefahr benutzt werden durfte.1880 kaufen sich drei Gemeinden eine erste Handdruckspritze 1880 lieferte eine Marburger Firma eine ersten Handdruckspritze für den Spritzenverband der eigenständigen Gemeinden Lohra, Damm und Nanz-Willershausen. Aus diesem trat Nanz-Willershausen 1908 aus.

Am 2. Juli 1903 schloss sich trat Lohra dem Feuerwehrverband für den Bezirk Kassel an und wies 38 Mitglieder auf.

Die ersten Gerätschaften der Freiwilligen Feuerwehr Lohra waren zunächst im Rathaus und im Leiterhaus untergebracht. Letzteres wurde 1930 abgerissen. 1911 erwarb die Gemeinde eine Saug- und Druckspritze mit einem 200 Meter langen Hanfschlauch.

Im gleichen Jahr kaufte man gebrauchte Uniformen in Wiesbaden ein, die aber nicht ganz bezahlt werden konnten. Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges verkaufte die Gemeinde die Uniformen wieder und bezahlte damit seine Schulden.

Nach dem Krieg sorgten Lehrer Geiger und Philipp Schlienbecker für eine Neubelebung der Feuerwehr. Schlienbecker war bis 1933 Orts- und Bezirksbrandmeister.

Die Alarmierung der Feuerwehr erfolgte bis 1954, da wurde dann eine Sirene aufgebaut, über das Feuerwehrhorn oder die Feuerglocke. Als Hornist betätigten sich viele Jahre Heinrich Scheld und Johann Keller.

Damit die Spritze bewegt werden konnten, spannte man auch in Lohra Pferde ein. Erst 1933 wurde eine Motorspitze angeschafft. Der Eisenbahner Christian Müller wurde Ortsbrandmeister und unter seiner Regie gab es auch 33 neue Uniformen und Helme.

Lorenz Hormel, von Beruf Antreicher, übernahm 1936 den Posten des Ortsbrandmeisters. 1939 zählte die Feuerwehr 43 Mitglieder. Im Zweiten Weltkriege verlor die Feuerwehr sechs Kameraden, die ihr Leben als Soldaten ließen. Die Führung der Einsatzabteilung wechselte in den Kriegsjahren öfter, bis dann Johannes Schorge das Kommando übernahm und es bis 1949 behielt. Um den Brandschutz sicherzustellen, musste zum Teil auch eine Pflichtfeuerwehr eingeführt werden.

Von 1949 bis 1952 führte Georg Rink die Feuerwehr. Jetzt gab es auch einen selbst umgebauten Mannschaftswagen, der aber nur für kurze Zeit hielt.

Der Bericht über die Geschichte der Feuerwehr Lohra wird auf der nächsten Blaulichtseite fortgesetzt.


- 04.05.2007 Betriebsrat darf nicht reden

Von Karin Dobrowohl: 96 Arbeitsplätze stehen in Kirchvers auf der Kippe. Die Firma CS Communication Service aus Karlstein am Main will ihren Betrieb in dem Lohraer Ortsteil dicht machen. Derzeit verhandelt die Frankfurter Anwältin Sigrid Bennholz im Auftrag des Betriebsrats mit der Geschäftsleitung über einen Interessenausgleich und Sozialplan. Gegenüber dieser Zeitung mochte sich die Geschäftsleitung zu den Plänen "gegenwärtig nicht äußern".

Lohra-Kirchvers. Ursprünglich, so Bennholz im Gespräch mit dieser Zeitung, habe die Geschäftsführung Kündigungen aussprechen wollen. Das allerdings habe der Betriebsrat ohne Sozialplan und Interessenausgleich nicht hinnehmen können. Vor dem Arbeitsgericht in Aschaffenburg habe man sich dann geeinigt, bis zum 11. Mai über beides zu verhandeln. "So lange darf der Arbeitgeber keine Kündigungen aussprechen", erläuterte die Anwältin.

Der Betriebsrat selbst wollte sich zu den Vorgängen nicht äußern. "Wir dürfen nicht reden", sagte die Vorsitzende Gerlinde Busch gegenüber dieser Zeitung. Betriebsräumein KirchversmüsstensaniertwerdenAn diese Schweigepflicht halten sich auch die Arbeitnehmer aus Kirchvers. Sie haben derzeit die Möglichkeit, in Einzelgesprächen mit der Geschäftsleitung über ihre Zukunft bei CS Communication zu sprechen. Mit Billigung des Betriebsrats, der darauf verweist, dass bei den Gesprächen immer ein Betriebsratsmitglied anwesend ist und "aufpasst, dass niemand über den Tisch gezogen wird".

Percy Scheidler, Gewerkschaftssekretär der IG Metall in Aschaffenburg, berichtete, die Firma habe als Begründung für die beabsichtigte Betriebsschließung in Kirchvers unter anderem angeführt, dass die Firmenräume sanierungsbedürftig seien, die notwendigen Investitionen aber nicht tätigen wolle. Vor drei Wochen habe die Geschäftsleitung angekündigt, dass das Werk geschlossen werden solle und den 96 Mitarbeitern angeboten, in Karlstein - immerhin gut 100 Kilometer von Kirchvers entfernt - zu arbeiten. Wer sich darauf nicht einlassen wollte, sollte die Kündigung erhalten. Die einstweilige Verfügung des Arbeitsgerichts habe dies verhindert, sagte Scheidler. Er setzt jetzt aber auf eine schnelle Entscheidung über Sozialplan und Interessenausgleich, denn "wenn die Frist 11. Mai abgelaufen ist, werden die Verhandlungen härter". Der Betriebsrat hat nach Auskunft des Gewerkschaftssekretärs am 30. April der Geschäftsleitung seinen Entwurf für den Sozialplan überreicht.

Scheidler berichtete, dass auch die rund 300 Beschäftigten in Karlstein um ihre Arbeitsplätze fürchten, zum einen durch die Kollegen, die aus Kirchvers kommen könnten, zum anderen aber auch durch mögliche Arbeitsverlagerungen in die Ukraine, wo CS Communication Service derzeit einen neuen Standort aufbaue. "Hier wird ein neues Bedrohungs-Potenzial aufgebaut, auch wenn die Firmenleitung betont, dass kein Arbeitsplatz verloren geht", sagte Scheidler.

Die Firma CS Communication Service GmbH repariert Telefone. Sie ist Teil der ComBase AG, die am Firmensitz Karlstein am Main den Innovations-Park-Karlstein betreibt und dort über Expansionsmöglichkeiten verfügt.

CS hat 1996 das Kirchverser Service-Center von Matra Nortel Mobiltelefone - einst Deutsche Fernsprecher-Gesellschaft (DFG) übernommen und beschäftigt dort derzeit noch 96 Mitarbeiter.

- 05.05.2007 „Froschgruppe" Kirchvers soll erhalten bleiben

(en). Die "Froschgruppe" im Kindergarten Kirchvers soll auch im nächsten Kindergartenjahr fortgeführt werden. Dafür hat sich der Hauptausschuss der Lohraer Gemeindevertretung in seiner Sitzung am Donnerstag Abend einstimmig ausgesprochen.

Lohra. Grundlage der Entscheidung waren die aktuellen Belegungszahlen beziehungsweise Anmeldungen für die Kindergärten in der Gemeinde. Danach können in Kirchvers voraussichtlich acht Kinder nicht im regulären Betrieb aufgenommen werden. Sie werden wahrscheinlich einen Platz in der Kindertagesstätte Schulstraße oder in Altenvers bekommen. Pfarrer Hans-Peter Kovâcs erläuterte dem Gremium, dass noch weitere acht Kinder hinzukämen, wenn die Froschgruppe nicht erhalten bliebe.

Trotz der Kosten für die Gemeinde, die nach Schätzung des Ausschussvorsitzenden Hans-Wilhelm Kisch (BfB) bei etwa 15 000 bis 20 000 Euro (rund 2000 Euro pro Kind) liegen, gebe es in diesem Jahr wohl keine andere Möglichkeit, als die Kindergruppe fortzuführen, hieß es einmütig.

Ebenfalls diskutiert wurde im Gremium Gremiums die Kindergartenbeförderung in der Gemeinde. Das Parlament hatte den Gemeindevorstand beauftragt, die bestehende Busbeförderung in die Kindertagesstätten auf Einsparmöglichkeiten zu überprüfen. Wie Bürgermeister Georg Gaul (parteilos) vortrug, habe mittlerweile eine Elternbefragung stattgefunden. Diese habe ergeben, dass etwa 10 Prozent der Befragten weiterhin eine Beförderung der Kinder durch die Gemeinde wünschen. Insgesamt habe sich bei der Befragung ein Bedarf für aktuell 24 Kinder ergeben. Im Haushalt 2007 seien Mittel in Höhe von 20 000 Euro (bis zu Ende des Kindergartenjahres) eingestellt, so Gaul. Familienpolitikim BlickpunktDer Gemeindevorstand habe sich dafür ausgesprochen, die Kindergartenbeförderung einzustellen. Er verwies darauf, dass es die Möglichkeit gebe, den regulären Linientransport (Kinder bis 5 Jahre führen umsonst, aber in Begleitung einer Aufsichtsperson) zu nutzen. Des Weiteren könnten ja möglicherweise auch jene Eltern, die ihr Kind mit dem Auto zum Kindergarten führen, andere Kinder mitnehmen, so Kisch. Die Fraktionen einigten sich darauf, eine Entscheidung bis zur Sitzung im Juli zu vertagen. Der Gemeindevorstand wird indes gebeten, konkrete Alternativen für einen Transport zu aufzuzeigen.

"Das Rad nicht vollkommen neu erfinden" möchte die SPD-Fraktion mit ihrem Antrag auf Einrichtung eines "Bündnisses für Familien in der Gemeinde Lohra", erläuterte Kurt Schwald. Denn schließlich gebe es bereits entsprechende Strukturen. In diesem Sinne möchten die Genossen, dass sich Lohra an der bundesweiten Initiative "Lokale Bündnisse für Familien" des Bundesfamilienministeriums beteiligt.

Mit Blick auf den mit der demografischen Entwicklung stärkeren Wettbewerb der Kommunen untereinander und das Streben nach Familienfreundlichkeit gehe es darum, die vorhandenen Initiativen und Einzelaktionen zu vernetzen, sagte Schwald. Bei einer Enthaltung votierten die Ausschussmitglieder für den SPD-Antrag. Ebenso einmütig stimmten sie für einen Antrag der CDU. Danach soll der Gemeindevorstand prüfen, ob in Lohra in einer öffentlichen Einrichtung (Dorfgemeinschaftshäuser oder Bürgerhaus) ein Mehrgenerationenhaus eingerichtet werden kann. Zudem soll mit der evangelischen Familien-Bildungsstätte Marburg Kontakt aufgenommen werden, mit dem Ziel für eine Unterstützung zur Umsetzung des Projektes zu werden.


- 11.05.2007 Größeres Dach der Friedhofshalle "ist sinnvoll"

(en). Positiv hat sich der Ortsbeirat Lohra zu einer Erweiterung des Dachs der Friedhofshalle geäußert. Darüber hinaus beschäftigte sich das Gremium wieder einmal mit den Straßen- und Gehwegschäden in der Kerngemeinde.

Lohra. Nach den Sommerferien wollen die Ortsbeiratsmitglieder in Lohra von Haus zu Haus gehen und mit den Anwohnern über Eigenleistungen sprechen. Das berichtete Ortsvorsteherin Elfriede Köhler (SPD) im Gespräch mit dieser Zeitung. In welcher Straße man die Gehwegschäden konkret angehen wolle, sei noch offen: Ob Jahnstraße oder Hollersgraben - in Lohra gebe es ja einige, die in Frage kämen, so die Ortsvorsteherin. Im Herbst will der Ortsbeirat ein Anliegergespräch organisieren.

Wie sie weiter mitteilte, habe Bürgermeister Georg Gaul (parteilos) über das Vereinsgespräch im Februar berichtet. Die Pflege öffentlicher Grünanlagen soll nach Möglichkeit den Vereinen übertragen werden.

Fest eingebunden seien bisher der Gesangverein, der das Bürgerhaus-Umfeld mähe, und der Turnverein, der die Anlagen in der Berliner Straße bearbeite, so Köhler. Noch zwei Vereine gesuchtDer CVJM übernehme die Grünanlagen im Hollersgraben, und der Hundeverein wolle die Streuobstwiesen im Bereich ihres Geländes bearbeiten. Sehr viel zu tun habe der Burgverein bereits mit der Pflege des Geländes um die Grillhütte an der Speckbrücke. Gesucht werden noch zwei Vereine, die Pflegeaufgaben übernehmen. Daher ist für den 15. Mai um 19.30 Uhr ein weiteres Gespräch angesetzt.

Einstimmig hat der Ortsbeirat außerdem einen Prüfantrag der SPD-Fraktion in der Lohraer Gemeindevertretung auf Errichtung einer Urnenwand oder einer Urnensäule auf dem Friedhof Lohra befürwortet. Positiv aufgenommen wurde ein Antrag der CDU, zu prüfen, ob in der Gemeinde Lohra ein "Mehrgenerationenhaus" eingerichtet werden kann, sowie ein Antrag der SPD auf Einrichtung eines "Bündnisses für Familien", berichtete Köhler.

Die Erweiterung des Dachs Friedhofhalle als Regenunterstand sei ein Wunsch der Bürger, der laut Köhler "immer wieder" an den Ortsbeirat herangetragen werde. Diese Maßnahme sei sehr sinnvoll, erläuterte sie. Die Lohraer Friedhofshalle fasse zwar 80 bis 100 Personen, trotzdem stünden bei Trauerfeiern immer viele Menschen draußen. Auch die Friedhofsbesucher würden sich bei Regenschauern gerne unterstellen können.


- 12.05.2007 Ins Parlament nachgerückt

Lohra. (en). Wie Bürgermeister Gaul (parteilos) mitteilte, sind Angela Paulus (FWG) für Peter Lather (FWG) und Herbert Schepp (SPD) für Helmut Fink (SPD) in die Gemeindevertretung Lohra nachgerückt. Am Donnerstag habe auch das BFB-Fraktionsmitglied Holger Schmölcke seinen Rückzug aus der Gemeindevertretung bekannt gegeben, sagte der Bürgermeister in der Gemeindevertretersitzung.


- 12.05.2007 Angeklagte gestehen den Gleisdiebstahl

(abt). An einen Diebstahl hat niemand gedacht, als im Januar 2006 der stillgelegten Strecke der Aar-Salzböde-Bahn bei Lohra Baumaschinen auftauchten, vier Kilometer Schienen herausrissen und in Stücke schnitten. Zettel informierten darüber, dass die Bahn den Auftrag in Arbeit gegeben habe, einzelne Anwohner trauerten nur über das endgültige Verschwinden ihrer Bahnstrecke. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass Diebe am Werk waren.

Marburg. Seit gestern stehen die mutmaßlichen Täter - drei Männer aus der ehemaligen Sowjetunion - vor Gericht. Sie zeigten sich geständig. Ein 29-Jähriger aus Lübbecke gab zu, gemeinsam mit einem 26-jährigen Komplizen aus Espelkamp mit Hilfe von Vorlagen aus dem Internet den angeblichen Auftrag der Deutschen Bahn gefälscht und das Schneiden der Gleise organisiert zu haben. Der dritte Angeklagte habe den Transport und den Verkauf abgewickelt.

Geldsorgen seien das Motiv für die Tat gewesen, so der 29-Jährige. Er und sein Komplize hätten 180 000 Euro Schulden aus einem Devisenhandel gehabt. Als er nicht habe zahlen können, habe er Drohungen erhalten: "Ich stand unter Druck und habe überlegt, wie ich an Geld herankomme." Zunächst habe er versucht, legale Aufträge zu bekommen. Als dies scheiterte, sei ihm die Idee mit den Gleisen gekommen. Die stillgelegte Bahnstrecke bei Lohra habe er gekannt, weil er anfangs im Raum Marburg gewohnt habe, nachdem er 1994 nach Deutschland gekommen sei.

Die Gleise wurden mit Gasbrennern durchtrennt. Dafür hat der 29-Jährige nach eigener Auskunft vier Männer aus Litauen angeheuert, die vier Euro Stundenlohn bekamen. Die Männer hätten zwar keine Erfahrung mit dieser Art Arbeit gehabt, aber das sei "ganz einfach", so der Angeklagte: "Sie stellen den Brenner an, dann können Sie das auch."

Zunächst blieben die fünf Meter langen Stücke an Ort und Stelle. "Für den Abtransport fehlten uns die Mittel und die Kenntnisse", sagte der Lübbecker: "Wir brauchten einen Bagger, um die Schienen aus dem Gleisbett zu heben." Also habe er einen Bekannten aus Meschede angesprochen, der bereits früher mit dem Abbau von Schienen beschäftigt gewesen sei. Dieser sollte den Transport organisieren und die Verbindung zu Schrotthändlern herstellen. In Sierra Leone hatten beide eine gemeinsame Firma, die dort Altmetall abbaute und nach Indien verkaufte. Richter Holger Gaßmann zeigte sich verwundert, dass die beiden Angeklagten erst mit dem dritten Kontakt aufnahmen, nachdem die Gleise schon ausgebaut und zerschnitten waren. Einer der Angeklagten antwortete: "Wir dachten, wir können das selbst organisieren.""Er kannte sich aus und hat gemerkt,dass die Sache nicht legal war" Der Bekannte habe jedoch zunächst nicht mitmachen wollen: "Wir sind drei- oder viermal bei ihm gewesen, aber er wollte nichts davon hören. Er kannte sich aus und hat gemerkt, dass die Sache nicht legal war." Schließlich hätten er und sein Komplize den Mann jedoch überreden können.

Die Gleisanlagen seien abtransportiert und verkauft worden, den Stahl habe man an verschiedene Firmen unter anderem in Koblenz, Kassel und Göttingen geliefert. Der "Transportunternehmer" habe 20 Prozent des Umsatzes bekommen, den Rest habe man nach Abzug der Kosten geteilt. Wie viel der Verkauf der Gleise eingebracht habe, wisse er nicht mehr, sagte der 29-Jährige. Am Ende seien für beide jeweils etwa 5000 bis 6000 Euro übrig geblieben.

Der Angeklagte räumte ein, dass sie noch im selben Monat mit dem Abbau der Gleisanlagen an einer Bahnstrecke bei Bischoffen begonnen haben. Zu einem Abtransport kam es nicht mehr, weil Zeugen die Bundespolizei verständigten.

Unklar blieb gestern vor Gericht, ob es sich bei der Tat schon um Bandenkriminalität handelt. "Wir haben es hier nicht mit Schwerkriminellen zu tun. Das ist eher ein untypischer Diebstahl, der von Betrügern begangen wird", sagte Staatsanwalt Philipp Zmyj-Köbel. "Das Motiv der Angeklagten ist klar, sie hatten große Schulden." Am Montag wird die Verhandlung fortgesetzt, das Urteil soll am Montag oder Dienstag verkündet werden.


- 12.05.2007 Bus zum Kindergarten ist gestrichen

en). Die Gemeinde Lohra wird zum nächsten Kindergartenjahr 2007/2008 ihre Busbeförderung der Kindergartenkinder einstellen. Dies hat das Parlament in seiner Sitzung am Donnerstag Abend in Kirchvers beschlossen. Die Entscheidung fiel mehrheitlich mit 12 Ja-Stimmen bei 10 Gegenstimmen und vier Enthaltungen.

Lohra (. Die SPD-Fraktion hatte die Entscheidung auf die nächste Sitzung im Juli verschieben wollen, um vom Gemeindevorstand noch genauere Informationen über mögliche Alternativen zur Busbeförderung zu erhalten. Sie konnte sich aber nicht durchsetzen, obgleich noch im Hauptausschuss vergangene Woche eine Vertagung beschlossen worden war.

Wie Bürgermeister Georg Gaul (parteilos) betonte, gebe es ein ausreichendes Angebot des Öffentlichen Personennahverkehres (ÖPNV), das die Eltern für den Transport ihrer Kinder zu den Kindertagesstätten nutzen könnten. Der Gemeindevertreter Markus Hemberger, Fachmann für alle Belange des ÖPNV in der Großgemeinde, hatte zuvor dargestellt, dass es von jedem Ortsteil aus morgens früh und Nachmittags passende Busverbindungen zu den Einrichtungen hin und zurück gebe. Gaul: "Es kann und es geht über den RNV!"

Das Modell der Nachbargemeinde Fronhausen, wo die Eltern jeden Monat einen Selbstkostenanteil von 15 Euro für die Busbeförderung der Gemeinde entrichten, komme nicht in Frage, erklärte der Verwaltungschef. Gaul rechnete vor, dass bei angenommenen 25 Kindern und ihren Begleitpersonen und einer monatliche Kostenbeteiligung von je 15 Euro die Gemeinde im Jahr nur 4500 Euro an Einnahmen erhielte. "Fronhäuser Modell"bringtkeineErsparnisDem stünden aber nach wie vor die aktuellen Kosten für die Busbeförderung von rund 30 000 Euro gegenüber. Würde die Gemeinde hingegen die Kosten für die Bus-Jahreskarten in Nahverkehr bei allen 25 Personen übernehmen, so müsste sie lediglich geschätzte 7500 Euro im Jahr bezahlen.

"Die Sache ist entscheidungsreif", befand CDU-Chef Werner Waßmuth, zumal nun bis zum nächsten Kindergartenjahr ausreichend Zeit sei, die Betreuung der Kinder, eventuell ihre Abholung von der Haltestelle durch das Kindergartenpersonal, zu regeln.

Beschlossene Sache ist auch die Fortführung der "Froschgruppe" im Kindergarten Kirchvers im kommenden Kindergartenjahr: Auf Grund des Antrages des evangelisch-lutherischen Pfarramtes Kirchvers und des zuvor ermittelten wahrscheinlichen Bedarfs in den Kindertagesstätten entschieden sich die Gemeindevertreter einstimmig dafür.

Einmütig verabschiedet wurde an diesem Abend ein CDU-Antrag, mit dem die Gemeinde Lohra geeignete gemeindeeigene Dachflächen zur Errichtung von Photovoltaikanlagen zur Verfügung stellen soll. Der Gemeindevorstand wurde mit der Suche nach geeigneten Investoren beauftragt.

Die Fraktionen legten zudem die Grundstückspreise beim künftigen Verkauf gemeindeeigener Baugrundstücke im Lohraer Ortsteil Weipoltshausen "Zum Vogelsang" mit 36 Euro pro Quadratmeter zuzüglich aller bisherigen und künftigen Erschließungskosten fest.

Einmütige Zustimmung erhielten überdies ein Prüfantrag der CDU-Fraktion zur Einrichtung eines Mehrgenerationenhauses in der Gemeinde sowie ein Prüfantrag der SPD zur Errichtung einer Urnenwand auf dem Lohraer Friedhof (diese Zeitung berichtete).

Bei einer Enthaltung verabschiedet wurde ein gemeinsamer Antrag aller Fraktionen auf Einrichtung eines "Bündnis für Familien in der Gemeinde Lohra", wonach sich die Großgemeinde an der Initiative des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend beteiligen wird.

Mehrheitlich stimmten die Fraktionen mit 15 Ja-Stimmen, neun Gegenstimmen und zwei Enthaltungen dem Antrag der BFB-Fraktion zu, mit dem der Gemeindevorstand beauftragt wird, alle Bürgerhäuser danach zu überprüfen, ob nach ihrer Fertigstellung bauliche oder konzeptionelle Veränderungen vorgenommen wurden. Festgestellt werden sollte zudem, ob vorgenommene Änderungen bauaufsichtlich genehmigt wurden und diese genehmigungspflichtig und -fähig seien.

Außerdem ist der Gemeindevorstand aufgefordert, ab der kommenden Heizperiode das Dorfgemeinschaftshaus Weipoltshausen nutzungs- und temperaturabhängig zu beheizen und die Empfehlungen des Bundesumweltministeriums zu beachten. Dabei soll geprüft werden, ob diese Maßnahmen für die Weipoltshäuser Einrichtung auch auf die übrigen Bürgerhäuser zu übertragen sind. Ein entsprechender BFB-Antrag erhielt 17 Ja-Stimmen bei neun Enthaltungen.


- 13.05.2007 Platt hält in Spanien Einzug

Von Birgit Schönig: Tosender Applaus von über 330 Paar Händen, reihenweise energisches Fußgetrampel und Begeisterungsrufe von Groß und Klein - damit hat das Premierenpublikum am Freitagabend in Lohra die Schauspieler des Mundart-Stückes "Sommer, Sonne, Sollwerflääsch" für ihre überaus gelungene Darbietung belohnt.

Lohra. 15 theaterbegeisterte Lohraer hatten im Bürgerhaus zu einem turbulenten Urlaub unter Palmen eingeladen. Die Aufführungen vom 11. bis 14. Mai sind in diesem Jahr den zwei Lohraer Jubiläumsvereinen gewidmet, dem Turnverein und der Feuerwehr, die jeweils 100 Jahre alt werden.

Von Beginn an, und dies ist der großartigen Leistung der Darsteller zuzuschreiben, sprang der gewisse Funke von den Laienschauspielern auf das Publikum über. Zu der Bombenstimmung gesellten sich herrliche Dialoge auf Lohraer Platt, eine gute Portion Lokalkolorit, Wortwitz und trockene Pointen, komische Wendungen und liebevoll entworfene Kostüme und Kulissen.

Zum Inhalt: Eigentlich hätte es eine entspannte Reise werden können: Zur Silberhochzeit bucht Anna Strietzel (Beate Gaul) für sich und ihren ewig schlecht gelaunten Sturkopf von Ehemann Hermann (Dieter Schlag) eine Busfahrt - wie sie glaubt, eine gemütliche Kaffeefahrt zur Lorelei.

Aber weil die etwas schusselige Anna da wohl ein paar Buchstaben verwechselt hat, landen die beiden anstatt am romantischen Rhein im spanischen Urlaubsort Lloret de Mar. Im heißen Süden braucht man keine WärmedeckenMit im Gepäck ist auch die energische Oma (Annelie Heinrichs) und bald merken sie: Im heißen Süden braucht man keine Wärmedecken. Schiere Geldnot zwingt die drei Lohraer sich im "Casa Esmeralda" zu verdingen, als "Frühsport-Animateur" für die anderen Gäste oder als Köchin. Hotelbesitzerin Esmeralda (Anne Plechinger-Hermann) und ihrem Mann Juan (Ulrich Rudolf Meurer) kommt dies gerade recht. Sie suchen verzweifelt Personal, denn der Tester einer Reisegesellschaft hat sich gerade angesagt, und zumindest einen Stern hätten sie doch so gerne für ihren Betrieb.

Es dauert nicht lange, und die drei Lohraer haben das beschauliche Hotel ordentlich aufgemischt. Aber im heißen Spanien verändern auch sie sich gehörig: Wer hier zum Latin-Lover mutiert, warum dann am Ende nicht nur die Verständigungsprobleme schnell der Vergangenheit angehören und wie das Lohraer Platt schließlich auch in Spanien Einzug einhält, sei an dieser Stelle natürlich nicht mehr verraten. Denn wer ess erfahren möchte, hat dazu in der letzten Aufführung, am Montagabend (14. Mai), ab 20 Uhr im Lohraer Bürgerhaus, noch Gelegenheit. Karten gibt es für 6,50 Euro im Vorverkauf an den beiden Lohraer Tankstellen Junck und Michel. Derselbe Preis gilt an der Abendkasse.

Die Darsteller: Beate Gaul (Anna Strietzel), Dieter Schlag (Hermann Strietzel), Annelie Heinrichs (Oma), Anne Plechinger-Hermann (Esmeralda Martinez), Ulrich Rudolf Meurer (Juan Martinez), Angelika Kremser (Dorfmädchen Almut), Waltraud Weber (Dorfmädchen Petra), Willi Lohmann (Schwimmaufsicht Hans Hansen), Peter Neik (Hausmeister Siegbert Siphon), Antje Weber (Zimmermädchen Dolores), Helga Jäger (Bardame Maria), Heinz Weber (Tester Paul Pauschale), Hermann Weber ("Engländer"), Herbert Kuhl (Busfahrer), Roland Wick (Hilfsbusfahrer), Edith Bliedung (Kleiderverkäuferin), Heinrich Nickel (als Special guest) sowie Johanna Gaul, Dana und Emma Hermann, Natascha Jäger du Johannes Schlag (Kinder). Die Regie führte Michael Rupp.

- 15.05.2007 Staatsanwalt findet Prozess "erheiternd"

(abt). Ein Husarenstück geht zu Ende - nach einem Prozess, den sogar der Staatsanwalt als "erheiternd" bezeichnete. Die drei Angeklagten haben Anfang 2006 an einer stillgelegten Bahnstrecke bei Lohra vier Kilometer Gleise abgebaut und verkauft. Für sie dürften die Folgen ihrer Tat weniger erheiternd sein. Einen von ihnen hat das Marburger Landgericht gestern wegen Diebstahls in einem besonders schweren Fall ins Gefängnis geschickt, die beiden anderen zu Bewährungsstrafen verurteilt.

Marburg. 25 Monate muss der Mann absitzen, der seinerzeit den Abtransport und den Verkauf der in Stücke geschnittenen Bahngleise organisiert hat. 18 beziehungsweise 22 Monate auf Bewährung bekamen seine Mittäter. Außerdem sollen sie gemeinnützige Arbeit leisten. Das Strafmaß lag geringfügig niedriger als von der Staatsanwaltschaft gefordert.

Als ein "Schelmenstück, das durch die Presse geht" bezeichnete Richter Holger Gaßmann die Tat in seiner Urteilsbegründung. Es handele sich um einen hoch kriminellen Akt, der technisch und gedanklich sehr ordentlich vorbereitet gewesen sei. "Eigentlich war das eine richtig gute Geschäftsidee, nur war sie leider nicht legal", sagte Staatsanwalt Philipp Zmyj-Köbel. Er hob in seinem Plädoyer positiv hervor, dass die Angeklagten geständig waren.

Ob das Geschehen wirklich so abgelaufen sei wie von den Angeklagten geschildert, sei für die Kammer jedoch zweifelhaft, sagte der Richter. Aus den Schilderungen sei hervorgegangen, dass ein Angeklagter den anderen habe schützen wollen. Gericht hat ZweifelAuch gebe es Zweifel darüber, ob es wirklich keine Planungen für weitere Gleisdiebstähle gegeben habe: "Die Täter haben über das Internet abgefragt, wo weitere stillgelegte Strecken zu finden sind", so Gaßmann. Das Gericht ging jedoch nicht von Bandenkriminalität aus. Diese Frage hatte am Ende der Beweisaufnahme noch im Raum gestanden. Einer der Angeklagten hatte geschildert, dass er das Vorhaben zunächst allein geplant und die anderen beiden Beteiligten nacheinander ins Boot geholt habe. "Das ist keine typische Bandenbildung", sagte Staatsanwalt Zmyj-Köbel. Das Gefährliche an einer Bande sei, dass mehrere Leute über einen längeren Zeitraum Kriminelles tun wollten. Bei der jetzt begangenen Tat handle es sich jedoch um einen Sonderfall: "Das war ein klar konturiertes Projekt. Es war klar, dass hier ein Ende zu sehen gewesen wäre." Der Staatsanwalt sprach von Diebstahl in einem besonders schweren Fall, der eine umfangreiche Vorbereitung erforderte, jedoch keine organisierte Kriminalität.

Das Verfahren sei eine Weichenstellung für das weitere Leben der Angeklagten, so der Staatsanwalt. Er unterstelle allen ein hohes Maß an Energie und Intelligenz - und damit die Voraussetzungen, auch auf legalem Weg erfolgreich zu sein: "Die Angeklagten sind recht gut integriert, wenn man die Lebensumstände von anderen Spätaussiedlern sieht."

Da zwei der Angeklagten erstmalig straffällig waren, hatte der Staatsanwalt bei ihnen auf eine Bewährungsstrafe plädiert. Der dritte war jedoch bereits mehrfach wegen Betrugs vorbestraft und hat einen "erheblichen Tatbeitrag" geleistet. Daher müsse man ihm nun einen "Schuss vor den Bug" geben, begründete Zmyj-Köbel seinen Antrag, die Strafe nicht zur Bewährung auszusetzen. "Das sind pfiffige Mitbürger"Der Anwalt des Angeklagten, Sascha Marks, forderte für seinen Mandanten lediglich eine Bewährungsstrafe, da dieser ein Geständnis abgelegt habe und von den anderen zu der Tat überredet worden sei.

Die vergleichsweise hohe Strafe für den dritten Angeklagten begründete Richter Gaßmann in Anspielung auf dessen Vorstrafen damit, dass dieser "nichts gelernt" habe. Er sei jedoch überzeugt, dass jeder der Täter sich erfolgreich legal betätigen könne: "Das sind pfiffige, intelligente, gut ausgebildete junge Mitbürger." Sie müssten jedoch vom falschen Weg abkommen: "Ansonsten gibt es Ärger, und Ärger bedeutet im Zweifel Knast."


- 15.05.2007 Lohra kickt für gute Sache

(ma) Das Fußball-Ortspokalturnier der Lohraer Vereine am 17. Juni dient in diesem Jahr einem wohltätigen Zweck. Der ausrichtende Förderkreis der SG Versbachtal führt den Erlös der "Tour der Hoffnung", einer Hilfsorganisation für krebskranke Kinder, zu. Das bunte Programm aus Sport und Unterhaltung sowie der Besuch prominenter Gäste sollen der guten Sache auf dem Kunstrasenplatz in Altenvers dienlich sein.

(06426) 6384 oder (0163) 6508657) anmelden. Dieser bringt das Motto des Tages auf den Punkt:. Auf zwei Kleinfeldern kämpfen die Teams um Punkte und Tore. Wie im Vorjahr hofft der Ausrichter auf eine gute Zuschauerresonanz. Bereits im Vorfeld ist das Interesse an der Veranstaltung groß. "Wir bieten allen Gewerbetreibenden der Region die Möglichkeit, über Werbebanden, Transparente, Stände oder Lautsprecherdurchsagen auf sich aufmerksam zu machen. Im Moment haben wir bereits Gelder in Höhe von 4000 Euro zusammen bekommen, die natürlich auch der "Tour der Hoffnung zufließen", berichtet Harald Platt, Förderkreisvorsitzender der SG Versbachtal.

Fußball steht allerdings nicht allein im Blickpunkt. Geplant sind auch Interviews mit bekannten Persönlichkeiten aus Sport und Politik über das Platzmikrofon.Ewald Giengerkommt geflogen Ihr Kommen haben unter anderem der hessische Innenminister Volker Bouffier, Landrat Robert Fischbach (beide CDU), Ex-Fußballprofi Dietmar Roth und Turn-Weltmeister Eberhard Gienger zugesagt. Letzterer wird über dem Sportplatz aus luftiger Höhe mit einem Fallschirm abspringen.

Die Organisatoren arbeiten daran, weitere Prominente als Zugpferde für die gute Sache zu gewinnen. Die musikalische Gestaltung des Tages wird unter anderem der Musikverein "Nassau-Oranien" aus Haiger übernehmen.

Für die Zuschauer lohnt sich das Kommen doppelt: Neben den vielfältigen Programmpunkten locken eine Verlosung sowie eine Versteigerung . Unter anderem sind Bälle und Trikots der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und des Bundesligisten Eintracht Frankfurt mit Original-Autogrammen zu gewinnen. Außerdem winkt ein Cabrio-Wochenende.

Interessierte Vereine für die Teilnahme am Fußballturnier sowie Sponsoren und Gewerbetreibende, die sich der guten Sache anschließen wollen, können sich bei Harald Platt, "Krebskranke Kinder brauchen unsere Hilfe, denn sie haben ihr Leben noch vor sich".


- 25.05.2007 Stadtumbau-Forum sucht Perspektiven

(id). Der "Stadtumbau West", das Förderprogramm der Bundesregierung für Westdeutschland, hat in der Region zur Gründung des "Zweckverbands Interkommunale Zusammenarbeit Hinterland" geführt. Dessen Arbeit geht nach der Gründungszeit jetzt in eine zweite Phase. Wie sie aussehen wird, ist heute (Freitag, 25. Mai), beim ersten Stadtumbauforum zu erfahren. Es beginnt um 19 Uhr im Bürgerhaus des Dautphetaler Ortsteils Friedensdorf.

Dautphetal-Friedensdorf. Das Förderprogramm "Stadtumbau West" ist die Reaktion auf den sich abzeichnenden demografischen Wandel: sinkende Einwohnerzahlen und steigender Anteil alter und älterer Menschen in der Bevölkerung.

Fachleute fürchten, dass dies unter anderem zur Verödung alter Ortskerne führen kann, weil immer mehr Altbauten leer stehen.Mitarbeit ist erwünscht Ziel sei es, so fasst es die Einladung des Zweckverbands zusammen, "Strategien für die zukünftige Entwicklung unserer Kommunen zu entwickeln und die Siedlungsstrukturen in all ihren Facetten an die neuen oder prognostizierten Gegebenheiten anzupassen und entsprechend umzubauen."

In Hessen setze man dabei auf interkommunale Zusammenarbeit in den ländlich geprägten Regionen mit ihren Kleinstädten und Dörfern. Dem liege die Erkenntnis zugrunde, dass angesichts zunehmender Leerstände und Brachflächen zukünftig nicht mehr jede Kommune alle Probleme allein lösen und Aufgaben wahrnehmen könne. Unter der Prämisse "Stärken stärken" soll eine unter den Mitgliedsgemeinden abgestimmte Siedlungsentwicklung angestrebt werden, um der Region positive Möglichkeiten zur Weiterentwicklung zu bieten. Eine Reihe von Problemen charakterisieren die Situation im Hinterland und umreißen das Arbeitsfeld:

Betriebsaufgaben, Arbeitsplatzverluste, leerstehende Dorfkerne, Rückzug von Versorgern aus der Fläche, Probleme im Kur- und Bäderwesen. Diese wollen die Kommunen Angelburg, Bad Endbach, Biedenkopf, Breidenbach, Dautphetal, Gladenbach, Lohra und Steffenberg, die im Zweckverband den Schulterschluss suchen, gemeinsam angehen.

Eine Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Laasphe im Nachbarkreis Siegen-Wittgenstein ist vereinbart. Ziel des Stadtumbau-Forums ist es, Mitwirkende zu gewinnen, die ihre persönlichen Kenntnisse und Erfahrungen in Arbeitsgruppen zu den verschiedenen Handlungsfeldern einbringen wollen. Diese Felder sind: Wirtschaft, Wohnen, Flächennutzung, Infrastruktur, Freizeit/Tourismus.

Hierbei ist die Mitarbeit interessierter Bürger gefragt. Am Ende der Arbeit sollen konkrete Lösungsansätze und Projekte mit klar definierten Handlungsschritten stehen.

Im Laufe dieses Jahres wird ein Entwicklungskonzept erarbeitet, das Ziele und Lösungsansätze für zukünftiges Handeln aufzeigen wird.

Begleitet wird das Projekt von der Stadtentwicklungsgesellschaft "Wohnstadt".


- 14.06.2007 Lohraer bereiten sich auf ihr großes Fest vor

(en). Die Lohraer Feuerwehrleute sind in Hektik: Sie wollen vom 22. bis zum 24. Juni das hundertjährige Bestehen ihrer Wehr feiern - und aus Anlass dieses Jubiläums sind sie Gastgeber für den Kreisfeuerwehrtag.

Lohra. Wie Wehrführer Patrick Schuhmacher berichtet, ist ein 14-köpfiger Festausschuss mit den Vorbereitungen beschäftigt. Seit zwei Jahren arbeitet der Festausschuss schon. Am kommenden Montag beginnt die "heiße Phase": Dann wird das Festzelt aufgebaut. "Die meisten Aktiven haben jetzt extra Urlaub genommen, um dabei helfen zu können", berichtete Schuhmacher. Mit einem Faltblatt werden die Lohraer Bürger nun über das Programm, den genauen Umzugsweg, den Pendelbusverkehr und alle Verkehrsänderungen informiert.

"Schwerpunkt der Veranstaltungen ist der Festumzug am Sonntag", erklärte Schuhmacher: "Wir rechnen mit mindestens 2500 Gästen". Elf Spielmannszüge, darunter auch die Festkapelle "Aalbachtaler Express" (bekannt von der 1250-Jahrfeier in Lohra), werden den Festzug musikalisch begleiten, hieß es weiter.

Um den Festumzug und die gesamte Feierlichkeit festlich zu gestalten, bittet die Feuerwehr alle Lohraer Bürgerinnen und Bürger, ihre Häuser, Vorgärten, Zäune und Hofeinfahrten, insbesondere an den Hauptstraßen zu schmücken. Brandschützer verteilen Fahnen Fähnchen stellt die Feuerwehr kostenlos zur Verfügung gestellt (erhältlich bei Konrad Steiß, Wallgasse 2, Lohra).

Einen ausführlichen Bericht über das Feuerwehrjubiläum und den Kreisfeuerwehrtag in Lohra lesen Sie auf unserer nächsten "Blaulichtseite" am Sonntag, 17. Juni.


- 18.06.2007 Wasserschlauch ist sehr gefräßig

(en). Eine Vielzahl interessanter Ausstellungsobjekte konnten Naturfreunde gestern beim Museumssonntag im Naturkundehaus Damm betrachten: Neben der Dauerausstellung mit zahlreichen Schauvitrinen über Pilze, Bäume, Vögel, Nester, Vogeleier, Schmetterlinge, Käfer, Schnecken und Flechten im Hause selbst wurden draußen bekannte und weniger bekannte einheimische Wasserpflanzen gezeigt.

Lohra-Damm. Von der "Wasserpest", über den "Wassersalat", der "Nadelsimse" und dem "Schwimmfarn" gab es nicht nur für Gartenteich-Besitzer interessante Pflanzen zu bewundern. Dazu geörte zum Beispiel auch der "Wasserschlauch" (Utricularia vulgaris).

Wie der Biologe Dr. Günter Fries - er hatte die Ausstellung organisiert - erläuterte, gehört der Wasserschlauch zu den so genannten Fleisch fressenden Pflanzen.Insekten werden hineingezogen Unter dem Mikroskop gut zu sehen seien die Sproßachsen der Pflänzchen, an denen kleine Bläschen sitzen, so führte er weiter aus. Diese würden bei Kontakt, etwa mit einem Insekt, sofort aufplatzen. Das Tier werde durch den im Bläschen herrschenden Unterdruck eingezogen und sofort beginne die Pflanze mit dem Verdauungsprozess. Gedacht sei diese Ausstellung für den Naturfreund, der beispielsweise an einer Brücke oder an einem Ufer stehe und die heimische Wasserfauna betrachte, über die er dann möglicherweise etwas mehr wissen wolle, erklärte Günter Fries abschließend."Insektenhotel" selbst bauenAuch die Untere Naturschutzbehörde hatte sich mit mehreren Aktionen am Museumssonntag am und im Naturkundehaus Damm beteiligt. An einem Stand mit Informationsbroschüren zu den Themen wie Naturschutz, Artenschutz, naturnahe Gärten oder Wasser - hierzu gab es spezielles Infomaterial für Kinder und Jugendliche - konnten sich alle Interessierten auch fachlich beraten lassen.

Außerdem konnte jeder Besucher einmal ein "Insektenhotel" selbst bauen. Dazu wurden mit einem Bohrer Löcher in eine Holzscheibe gebohrt. Diese Scheibe würde im Garten zum Beispiel von Hummeln oder Wildbienen als Nistmöglichkeit genutzt. Des Weiteren gab es ein "Fühlmemo", mit dem verschiedene Naturgegenstände durch Erfühlen begriffen werden sollten.

Und am Nachmittag stand eine Exkursion zum Thema "Tiere im Talgrund des Weidig in Lohra" mit dem Diplom-Biologen Christoph Dümpelmann auf dem Programm. Außerdem konnten alle Gäste Waffeln, Kuchen und Kaffee vom Biohof genießen.


- 19.06.2007 "Und wenn s knallt, rennt ihr los"

(ll). Zum 100-jährigen Jubiläum hat der Turnverein Lohra die größte Veranstaltung organisiert, die es im Turngau Oberlahn Eder gibt. 473 Kinder aus 16 Vereinen tummelten sich an zwei Tagen auf dem Sportgelände.

Für Starter Karl-Heinz Zinser aus Gladenbach sind Turnfeste immer wieder ein Spaß. Damit die Kleinen sich nicht erschrecken, legt er die Pistole an die Seite und greift zur Holzklappe. "Und wenn es knallt, rennt ihr los", erklärte er jeder Startergruppe aufs neue und muss manchem Nachzügler dann auch noch zurufen, dass er nun schnell machen muss.Bei den jüngeren Kindern greift Zinser zur Holzklappe Bei den älteren Jahrgängen verschießt er dann Schreckschussmunition, doch die versagte am Ende des zweiten Tages bei den Staffeln, so dass sich dort einige jungen Damen ganz umsonst die Ohren zuhielten.

Für den Turnverein Lohra war die Ausrichtung des Gaukinderturnfestes eine organisatorische Herausforderung. Immerhin galt es allein am Sonntag drei Wettkampfstätten zu bestücken, einen Fahrdienst zu organisieren und fast 300 Teilnehmer plus Betreuer und Familien zu versorgen. Dies ist dem Verein bestens gelungen, wie Kinderturnwartin Monika Deuner (TSV Cappel) und der Turngauvorsitzende Jörn Rühl (Gladenbach-Weidenhausen) feststellten.

Bevor dieser am späten Sonntagnachmittag die Urkunden an die jeweils Erstplatzierten in über zwanzig verschiedenen Wettkämpfen überreichen durfte, mussten alle Kinder ihre Mehrkämpfe absolvieren. Vor allem die Turnerinnen stellten starke Teilnehmerfelder, was vor das Auswertungsteam um Torsten Seitz vor eine große Aufgabe stellte. Doch die meisten Urkunden lagen zur Siegerehrung vor und jedes Kind konnte eine Medaille mit nach Hause nehmen.

Erfreut war "Moni" Deuner darüber, dass sich dann doch mehr Kinder in Lohra einfanden, als im Vorfeld angemeldet waren. Beim Kleinkinderturnfest am Samstag zählt man exakt 200 Starter, am Sonntag wurden die Ergebnisse von 273 Kindern zwischen sieben und 15 Jahren registriert.

Während auf dem Sportplatz die Leichtathleten und Mehrkämpfer ihre Disziplinen austrugen, waren in der Schulturnhalle und im Bürgerhaus die Geräte für die Turner aufgebaut. Trotz der Entfernung zwischen den Wettkampfstätten wurde der Zeitplan gut eingehalten, so dass den Kindern viel Zeit zum spielen blieb.

Bevor es am Nachmittag zur Siegerehrung ging, gab es wieder Staffelwettbewerbe, die wieder als Pendelstaffeln ausgetragen wurden. Unter großer Anfeuerung der vielen hundert Besucher rannten kleine und großen Jungen und Mädchen um die Wette. Für die Siegermannschaften gab es jeweils Pokale - allein bei den Mädchen der Jahrgänge 1995 und jünger kämpften 18 Teams um die Trophäe.

Im kommenden Jahr ziehen die Turnern mit ihrem Fest eine Gemeinde weiter. Dann richtet der Turnverein Gladenbach diese Großveranstaltung aus.


- 21.06.2007 32 Laubbäume spenden Schatten

(ll). Mit der Abnahme von Straßen und Bepflanzungen ist im Interkommunalen Gewerbepark Salzbödetal (IGS) gestern ein weiterer Bauabschnitt beendet worden. Fast die Hälfte der zur Verfügung stehenden 18 Hektar (etwa 36 Fußballfelder) stehen aber noch zum Verkauf.

Gladenbach/Lohra. Ruhebänke aus Edelstahl sollen die Mitarbeiter der Firmen im Interkommunalen Gewerbepark Salzbödetal (IGS) in ihren Arbeitspausen nutzen, das stellt sich Gladenbachs Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim (CDU) vor. Er nahm gestern zusammen mit IGS-Geschäftsführer Heinrich Reitz, den Vertretern zweier Planungsbüros und dem Landschaftsgärtner die fertigen Straßen und Grünflächen ab.

Für rund 1,5 Millionen Euro wurden im etwa 18 Hektar (rund 36 Fußballfelder) großen ersten Bauabschnitt die Straßen samt Bürgersteige und Parkplätze errichtet, so Planer Tilman Kretschmer aus Wiesbaden.

Obwohl erst zwei große Betriebe ihre Hallen bezogen haben, hatte sich der IGS-Vorstand zum Ausbau der Straßen entschlossen. "Das ist doch ein schöneres Bild, als wenn man mit Interessenten auf einem Acker steht", verteidigte Klaus-Dieter Knierim dieses Maßnahme. Abgeschlossen ist auch die Gestaltung der Grünflächen. Für rund 90 000 Euro wurden Bänke aufgestellt, 32 Laubbäume sowie zahlreiche Büsche und auch Blumen gepflanzt. Für zwei Jahre darf nun noch die ausführende Landschaftsbaufirma Dröge-Hillebrand aus Hohenahr-Erda das Areal pflegen.Steuern fließen an die GemeindenDie Erhebung eines einheitlichen Gewerbesteuersatzes durch den IGS-Zweckverband ist nach juristischer Prüfung nicht gestattet, so Geschäftsführer Heinrich Reitz. Die Betriebe müssen nun ihre Steuern an die Gemeinden entrichten, auf deren Territorium die Firmengelände liegen. Weil hier die Kommunen Gladenbach und Lohra mit unterschiedlichen Steuersätzen (320 und 310 Prozent) betroffen sind, werde es zu "Zerlegungsbescheiden" kommen, so Knierim. Das Geld soll dann aber wieder in den Haushalt des Zweckverbandes fließen, der so seine Schulden abbauen will, erklärte der Gladenbacher Bürgermeister.


- 24.06.2007 Appell bildete den Höhepunkt

(en). Auf diesen Augenblick hatten alle gewartet: Unter den Klängen des York?schen Marsches von Ludwig van Beethoven, gespielt von den Fidelen Luftpumpen, sind die Ehrenformation der Feuerwehr Lohra, der Feuerwehr Kirchvers und der Feuerwehr Weipoltshausen mit ihren Standarten sowie der Kreisstandarte begleitet von Fackelträgern vor den Augen mehrerer hundert Gäste durch das große Festzelt auf die Bühne gezogen. Dort nahmen sie Aufstellung für einen Feierlichen Appell.

Lohra. Wie das dienstälteste aktive Mitglied der Lohraer Feuerwehr, Werner Oertel, eingangs erläutert hatte, ist dieser Feierliche Appell in Anlehnung an den Großen Zapfenstreich der Bundeswehr konzipiert worden. Die "Luftpumpen" untermalten die feierliche Zeremonie mit mehreren Märschen und einer Polka. Der Schlussteil bestand aus dem "Lohra-Lied" und der Nationalhymne. Zum "Petersburger Marsch" verließen die Ehrenformationen der Brandschützer schließlich wieder die Bühne und das Zelt.

Der eindrucksvolle Feierliche Appell bildete den Höhe- und offiziellen Schlusspunkt des Festkommerses am Freitag anlässlich des 100-jährigen Geburtstages der Freiwilligen Feuerwehr Lohra. Dazu konnte der Vorsitzende des Lohraer Feuerwehrvereins, Oliver Fleischer und Wehrführer Patrick Schuhmacher diverse Gäste aus der Politik, Kirche, befreundeten Feuerwehren oder Vereinen sowie Lohras polnischer Partnergemeinde Dziemiany begrüßen.

Gekommen waren unter anderem Landrat Robert Fischbach (CDU), der SPD-Landratskandidat Manfred Barth, Christean Wagner (CDU-Fraktionschef im Landtag) und die Landtagsabgeordnete Silke Tesch (SPD). Natürlich auch Lohras Bürgermeister Georg Gaul (parteilos), der CDU-Fraktionsvorsitzende Werner Waßmuth, den SPD-Ortsverbandsvorsitzende Manfred Gerhardt, Kreisbrandinspektor Lars Schäfer und Ehrengemeindebrandinspektor Wolfgang Kühnel.

Unter der Überschrift "Von der Pflichtfeuerwehr im Spritzenverband zur Freiwilligen Feuerwehr" hatte Kühnel einen ausführlichen Rückblick auf die Geschichte Lohras und der Wehr gegeben, die am 2. Februar 1907 mit der Genehmigung durch den Königlichen Landrat zu Marburg ihren Anfang genommen hat.

"Unsere Gemeinde und die Feuerwehr sind Eines", erklärte Lohras Bürgermeister Georg Gaul und dankte den Feuerwehrleuten für ihren "selbstlosen freiwilligen Einsatz".

Über die gesetzlichen Verpflichtungen hinaus sei es für die gemeindlichen Gremien immer Ehrensache gewesen der Feuerwehr das zur Verfügung zu stellen, was sie brauche und noch etwas mehr, sagte er. "Denn die Einsatzbereitschaft und den Idealismus der Freiwilligen kann die Gemeinde nicht ersetzen".

"Die Freiwilligen Feuerwehren sind die größte Bürgerinitiative, die wir haben", betonte auch Landrat Fischbach. Alle elf Sekunden rücke irgendwo in Deutschland eine Wehr aus, um Menschen in Not zur Hilfe zu eilen. Im Kreis gebe es rund 5000 Brandschützer in den Einsatzabteilungen der Wehren. Hinzu kämen 1900 Jugendfeuerwehrleute. Die Bürger wüssten, dass die Wehren immer für sie da sind, so der Brandschutzdezernent.Konrad Steiß erhält das Ehrenkreuz des Verbandes in GoldDas was die Feuerwehren tun sei "praktizierte Nächstenliebe", zitierte der SPD Landratskandidat Manfred Barth einen Pfarrer aus dem Ökumenischen Gottesdienst.

Als "Mann, mit dem sich die Feuerwehr Lohra sehen lassen kann", wurde Konrad Steiß an diesem Abend mit dem Deutschen Feuerwehrehrenkreuz in Gold des Deutschen Feuerwehrverbandes ausgezeichnet.

Steiß war 41 Jahre aktiver Feuerwehrmann, davon neun Jahre Stellvertretender Wehrführer, drei Jahre Kassenwart, 14 Jahre Wehrführer, sechs Jahre Fachdienstleiter Maschinen und Geräte, fünf Jahre Fachdienstleiter Atemschutz. Am 16. März 2007 erfolgte die Übernahme in die Alters- und Ehrenabteilung.


- 25.06.2007 Feuerwehr nicht ersetzbar

(red). Auf den guten Ausbildungsstand der Feuerwehren im Landkreis Marburg-Biedenkopf hat Kreisbrandinspektor Lars Schäfer während der 32. Delegiertenversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes gestern Morgen in Lohra hingewiesen.

Lohra. Schäfer betonte, dass die beiden Großeinsätze während des Unwetters im Herbst vergangenen Jahres im Hinterland und während des Sturms "Kyrill" im Januar das Können der Wehren gefordert hätten.

Der Kreisbrandinspektor warnte zugleich vor Problemen, die die Feuerwehren in Zukunft treffen könnte: Die demografische Entwicklung, also die Überalterung der Gesellschaft, werde auch nicht spurlos an den Feuerwehren vorüber gehen. "Wir müssen uns frühzeitig Gedanken über unseren Nachwuchs machen", so Schäfer. Er regte an, künftig verstärkt wieder mehr Frauen in die Einsatzabteilungen zu werben und auch Migranten als Zielgruppe anzusehen, um drohende Personalengpässe auszugleichen.

Außerdem sieht er das Führerscheinproblem weiterhin nicht gelöst. Während auf politische Ebene darüber nachgedacht werde, den Fahrern von Wohnmobilen Ausnahmegenehmigungen zu erteilen, damit sie mit einem Pkw-Führerschein ein Wohnmobil fahren können, solle diese Regelung bei den Feuerwehren keine Anwendung finden. "Mir ist neu, dass man mit Wohnmobilen Feuer löscht oder verunfallte Personen retten kann", so Schäfer.

Der Kreisbrandinspektor ist außerdem der Ansicht, dass die ehrenamtlichen Feuerwehrleute, die "für die Allgemeinheit ihre Haut zu Markte tragen", mehr Anerkennung der Bevölkerung verdient hätten. Schäfer rechnete vor, dass den Kommunen des Landkreises durch die 4358 ehrenamtlichen Feuerwehrleute Personalkosten in Höhe von jährlich über 174 Millionen Euro erspart blieben.

Lohras Bürgermeister Georg Gaul (parteilos) ergänzte, dass die Arbeit der ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen im Landkreis nicht zu ersetzen sei. Landrat und Brandschutzdezernent Robert Fischbach (CDU) nannte es angesichts der Großeinsätze der vergangenen Monate "unvorstellbar", wenn es die Freiwilligen Feuerwehren nicht gäbe. Fischbach sagte weiter, er sei froh, dass nach der Personaldebatte um die Neubesetzung der Position des Kreisbrandinspektors wieder Ruhe in den Reihen der Feuerwehren eingekehrt sei: "Wir haben mit Lars Schäfer eine gute Wahl getroffen", so Fischbach.VersammlungbestimmtPeter Laubereinstimmig zumEhrenmitgliedBei einer Ergänzungswahl zum Vorstand des Kreisfeuerwehrverbandes wurde Jens Müller (Marburg) zum Beisitzer gewählt.

Peter Lauber, stellvertretender Kreisbrandinspektor und stellvertretender Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes von 1987 bis 2000 , wurde mit einstimmigem Votum der Versammlung zum Ehrenmitglied des Verbandes ernannt.


- 26.06.2007 Feuerwehr feiert mit Umzug Geburtstag

(en). Mit einem großen Festzug durch Lohra ist das große Jubiläumswochenende zum 100. Geburtstag der Freiwilligen Feuerwehr zu Ende gegangen. Der Zug bildete zugleich den Abschluss des Kreisfeuerwehrtages, den die Brandschützer in Lohra ausrichteten. ausrichteten.

Lohra. 2500 Gäste waren zum Festzug gekommen - und das Wetter spielte ebenfalls mit. Trotz bedrohlicher Wolkenformationen blieb es weitgehend trocken. Elf Spielmannszüge, darunter auch die Festkapelle "Aalbachtaler Express" begleiteten den Festzug musikalisch.

Und ganz Lohra, so schien es, war an diesem Sonntag auf den Beinen, um den Feuerwehrkameraden zuzuschauen. Viele Häuser, Vorgärten, Zäune und Hofeinfahrten hatten die Bewohner des Ortes festlich geschmückt. Kameraden feiern den Abschluss mit Kapelle im FestzeltVon der Gladenbacher Straße aus, in der der Zug sich formierte, ging es durch die Bahnhofstraße, Lindenstraße und Schulstraße bis zur "Ehrentribüne" und schließlich durch die Hainbuchstraße zum Festzelt. Dort feierten die Kameraden mit dem "Albachtal-Express" kräftig den Abschluss ihres Festwochenendes.


- 28.06.2007 Fink denkt nicht an Ruhestand

Von Birgit Schönig: "Er ist ein ewiger Unruheherd - aber zum Wohle der Weipoltshäuser", sagt Lohras Bürgermeister Georg Gaul (parteilos) über Helmut Fink (SPD). Seit dem 1. Mai 1989 hat Fink als Ortsvorsteher die Geschicke von Weipoltshausen gelenkt. Am heutigen Donnerstag überreicht ihm der Bürgermeister die Verabschiedungsurkunde.

Lohra-Weipoltshausen. Der Ortsvorsteher wird im kleinen Kreise in der Weipoltshäuser Heimatstube - oder besser in "de goud Stobb" - verabschiedet. Denn so habe Fink es sich gewünscht, erläuterte Bürgermeister Gaul. An Ruhestand denkt Fink allerdings nicht, obgleich er im Dezember seinen 70. Geburtstag feiert und stolzer Großvater von acht Enkeln ist. Zurzeit kümmere er sich hauptsächlich um den Fremdenverkehr in Weipoltshausen, erzählt Fink. Im Elisabeth-Jahr gebe es viel zu tun. Viele Besucher wollten in Weipoltshausen übernachten. Für die Pilger, die auf dem Elisabethpfad wandern, hat die Dorfgemeinschaft 2006 eine Schutzhütte gebaut. Er führe die Gäste durchs Dorf und erläutere ihnen die Lokalgeschichte, sagt Fink.

"Er muss immer etwas zu tun haben", kommentiert Helga Fink die Rastlosigkeit ihres Mannes. Wenn er nicht gerade für sein Dorf unterwegs ist, liest er gern. Außerdem interessiert er sich für Fußball und Geschichte. Der 69-Jährige engagiert sich im Seniorienrat und will das Dorfbuch weiterschreibenOb er für diese Hobbies künftig mehr Muße als bisher finden wird, ist fraglich. Denn Fink hat seine Zeit schon verplant: Er werde künftig mehr Zeit haben, sich noch stärker um einige Weipoltshäuser Angelegenheiten zu kümmern, erklärt der 69-Jährige. Zum Beispiel müsse das Dorfbuch weiter geschrieben werden.

Daneben engagiert er sich weiterhin in verschiedenen Ehrenämtern. Schon seit 1985 ist Fink Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Weipoltshausen und war von 1972 bis 1997 Wildschadenschätzer. Seit 1999 engagierte er sich zudem im Seniorenrat Lohra, in dem er von 2005 bis 2007 auch den Vorsitz inne hatte. Des Weiteren gehört er seit 1989 als Vertreter für die SPD-Fraktion dem Gemeindeparlament an. Außerdem ist er seit März 1972 bis heute der Vorsitzende des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Weipoltshausen. Und schließlich ist Fink seit der Gründung des Kultur- und Freizeitvereins im Jahr 2005, in dem alle Weipoltshäuser Vereine zusammengeschlossen sind, auch dessen Vorsitzender. Insgesamt hat er vier Male mit seinem Dorf am Wettbewerb "Unser Dorf" teilgenommen - zuletzt 2006, als Weipoltshausen den zweiten Platz erreichte.

Helmut Fink erhielt bereits den Ehrenbrief des Deutschen Fußballsportbundes, den Ehrenbrief des Hessischen Fußballsportbundes, die Silberne und Goldene Nadel des Hessischen Fußballsportbundes und die Ehrenplakette der Gemeinde Lohra. 1997 wurde er mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet und 2003 erhielt er das Bundesverdienstkreuz.

Wer auch immer in Fink?s Fußstapfen treten mag - sein Nachfolger wird am 6. Juli gewählt - werde es nicht leicht haben, glaubt Bürgermeister Gaul. Denn mit Fink, der sich in Sachen Dorfverschönerung unermüdlich für "sein Dorf" eingesetzt habe, gehe in Weipoltshausen eine außergewöhnliche Ära zu Ende.

- 29.06.2007 Fink ist stolz auf sein Dorf

(en). "Ein Ehrenamt ist schön und gut, aber man muss auch darin aufgehen, sonst macht es keinen Spaß." Helmut Fink (SPD) weiß, wovon er spricht. 18 Jahre hat er sich als Ortsvorsteher für Weipoltshausen eingesetzt. Gestern hat Lohras Bürgermeister Georg Gaul (parteilos) Fink aus seinem Amt verabschiedet.

Lohra-Weipoltshausen. Spaß habe ihm die Arbeit immer gemacht, erklärte der 69-jährige Fink während der kleinen Feier in der Heimatstube. Denn er habe im Ort immer Bürger gehabt, die seine Ideen mitgetragen und umgesetzt hätten. "Man braucht nur eine Handvoll Leute, dann kann man ein ganzes Dorf umkrempeln", sagte Fink.

"Ein bisschen Wehmut" gestand Bürgermeister Gaul (parteilos) angesichts des Abschiedes ein. Er bezeichnete Fink als "außergewöhnlichen Menschen", der "alle persönlichen Belange zum Wohl der Gemeinde - und speziell Weipoltshausens - zurückgestellt hat". Gaul würdigte Finks ehrenamtliche Tätigkeiten, etwa als Gemeindevertreter und Vorsitzender des Verschönerungsvereins. "Spinnerei" durchgesetztOb der Umbau und die Aufstockung des Dorfgemeinschaftshauses, die Biotope und Streuobstwiesen oder die Schutzhütte am Elisabethpfad - "wenn man sich im Dorf so umsieht, trägt das Meiste die Handschrift von Helmut Fink", sagte Gaul. Heinz Weber vom Verschönerungsverein erklärte: "Ohne Helmut wären wir nie soweit gekommen."

Fink selbst sagte, er sei stolz auf Weipoltshausen. Der zunehmende Fremdenverkehr beweise, dass der Ort viel erreicht habe. Zudem habe das Dorf an 15 Wettbewerben teilgenommen. "Die haben uns Geld und Ansehen gebracht - und Freunde draußen." Vier Mal sei Weipoltshausen im Hessischen Wettbewerb "Unser Dorf" Zweiter geworden.

Dennoch: Bei den Wettbewerben gehe es nicht um den Sieg, sondern um die Teilnahme. So habe es durchaus Bürger gegeben, die anfangs bei dieser "Spinnerei" nicht mitmachen wollten. Aber gerade diese Bürger hätten später das Baugerüst ans Haus gestellt. 800 Obstbäume und 3000 Sträucher haben die Weipoltshäuser laut Fink in den vergangenen Jahren gepflanzt. Ein Naturlehrpfad sei eingerichtet, ein Schwalbenhaus gebaut und ein Brunnen aktiviert worden.

Sein Ziel als Ortsvorsteher sei auch immer gewesen, die Vereine im Dorf zusammen zu halten. 1967, als der Verschönerungsverein seine Arbeit aufnahm, sei im Dorf "keine Straß" geteert gewesen", sagte Fink. Der Verein habe dann jeden Pfennig gespart und ins Dorf gesteckt. Deshalb hätten die Weipoltshäuser bereitwillig Spenden für die Arbeit gegeben.

Künftig müsse der Ort sich mit der Entwicklung der Einwohnerzahl beschäftigen, sagte Fink. Zwar sei die Einwohnerzahl Weipoltshausens in den letzten zwanzig Jahren von 420 auf 600 gestiegen. Aber der Ort müsse sich für die zunehmende Alterung der Gesellschaft wappnen.

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