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Hardtmühle

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Inhaltsverzeichnis

Verwaltungseinheit

Sonstiges, Ortstyp: Mühle, Gemarkung (ehem. Alt-Gemeinde) Kirchvers

Straße Hardtmühle

Straße Nr.: 519, Kirchvers

Lagebezug

Karte

  • 18 km südlich Marburg
  • Topographische Karte: 5317 Rodheim-Bieber
  • Gauß-Krüger Rechtswert: 3472420 m
  • Gauß-Krüger Hochwert: 5616580 m
  • Höhenlage: 218 m über NN

Lage der Siedlung

Mühlengehöft am Krumbach am Süd- Rand von Kirchvers

Historische Namensformen

  • Hardtmühle (1592);
  • Hartmühle (1823);

Ersterwähnung

1592

Einwohnerstatistik

1885: 1 Wohnhaus mit 6 Bewohnern

Grundherrschaft und Grundbesitzer

1592 ist die H. dem Altar der Hl. Felix und Adauctus der Kirche in Weipoltshausen (oder Rodenhausen) zinspflichtig. Die H. verfügte 1630 und 1823 über 1 Mahlgang. 18,22)

Kirchvers

Hoardtmehl

auch Steitze

Haus: Hardtmühle 1, alte Nr.: 36

Deutung: Nachname Steitz, ehemalige Hardtmühle

Herkunft: Die erste Erwähnung der Mühle findet man im Salbuch des Gerichts Lohra aus dem Jahr 1592, jedoch noch nicht unter dem Namen Hardtmühle. Dort heißt es: „ (Es) hat Johan Schmit ein Schleiffmohln, steht auch auff sein(en) güthern“.

1612 wird Theiß Rühl (wohnhaft in „Jirje“) als Besitzer einer Schleifmühle in Kirchvers genannt. Laut der Amtsrechnung des Amtes Marburg aus dem Jahr 1618 muß Rühl wegen seines neu gebauten Mahlganges auf seiner Mühle jährlich ½ Gulden Mühlenzins zahlen. 1639 zahlt Dietrich Schmidt (wohnhaft in „Schmidts“) diesen Geldbetrag. Er war mit ziemlicher Sicherheit der Sohn des 1592 genannten Johann Schmidt.

Anschließend war die Mühle im Besitz von Philipp Schmidt („Schmiejes“) und Georg Wagner („Roths“), die beide Enkelinnen des Theiß Rühl geheiratet hatten. Bei allen bisher aufgeführten Besitzern ist es unwahrscheinlich, daß sie auch in der Mühle wohnten. In einer Einwohnerliste des Jahres 1696 werden keine Bewohner der Hardtmühle genannt, so daß man annehmen muß, daß die Mühle zu dieser Zeit unbewohnt war. Vielleicht stand sie sogar über längere Zeit leer.

Der erste Müller, der mit Sicherheit auch dort wohnte, war Tobias Schmidt (1672-1751), Sohn des Vorbesitzers Philipp Schmidt aus „Schmiejes“. Sein Grabstein befindet sich noch an der Kirche. Im Kirchenbuch wird er „Müller in der Crombach“ oder auch „Hartenmüller“ genannt. Der Name Hardtmühle stammt von dem benachbarten Waldstück „die Hardt“. Schmidts erste Ehefrau war Anna Catharina geb. Schmidt aus Weipoltshausen, die zweite Catharina geb. Rink aus Frankenbach. Sein ledig gebliebener Sohn Hans Reinhard (1710-1749) aus erster Ehe übernahm zunächst die Mühle, die dann nach seinem Tod sein Schwager Hans Caspar Steinmüller (1717-1797) erbte. Dieser wohnte jedoch in „Lapps“, so daß er die Mühle von gelernten Müllern betreiben ließ. So werden in dieser Zeit Johann Henrich Mergenthal (vorher Müller auf der Reimershäuser Mühle, gebürtig von der Badenburger Mühle bei Wißmar) und später Johann Bernhard Matern aus Wommelshausen mit seinem Schwiegersohn Johann Conrad Matern aus Krofdorf als Müller genannt.

Etwa 1806 übernahm dann Johann Adam Steinmüller (1775-1841) aus „Bachcaspersch“ die Mühle und wurde auch dort wohnhaft. Er war ein Enkel des oben erwähnten Hans Caspar Steinmüller in „Lapps“. Aus seinen beiden Ehen gingen keine Kinder hervor, so daß Johann Anton Rücker (1817-1890) aus Weipoltshausen, der eine Nichte Steinmüllers geheiratet hatte, die Mühle zugesprochen bekam. Deren Sohn Johann Adam Rücker übernahm das Anwesen und war gleichzeitig der letzte als Müller bezeichnete Besitzer. Er war in erster Ehe mit Anna Katharina geb. Schneider aus Rollshausen und in zweiter mit Margaretha geb. Kraft aus Damm verheiratet.

Im Jahr 1897 kaufte Johann Jost Kraft aus Rodenhausen die Mühle auf. Er baute mit seiner Ehefrau fünf Jahre später „Hoardtmellersch“-Haus im Bornweg und zog dorthin.

Anschließend erwarb Johann Jakob Steitz (1856-1934) aus Winnen mit seiner Ehefrau Katharina geb. Schaub (1855-1925), gebürtig aus Oberlemp, die Gebäude.

Danach übernahm der Schwiegersohn Johann Burk (1895-1963) aus Mornshausen mit seiner Ehefrau Elisabeth (1891-1977) die ehemalige Mühle. Deren Sohn ist Walter Burk. 47)

Hoardtmellersch

Haus: Bornweg 6, alte Nr. 57

Deutung: Örtlichkeit Hardtmühle in Kirchvers

Herkunft: Johann Jost Kraft, gebürtig aus Rodenhausen, war mit Margaretha geb. Kaletsch aus „Ihrlichs“ verheiratet. Sie wohnten zuerst in Rodenhausen im Elternhaus des Mannes und zogen dann nach der Geburt einiger Kinder ca. 1897 nach Kirchvers in die Hardtmühle; daher der heutige Dorfname. Anschließend erbauten sie 1902/03 das Haus Bornweg 6.

Nach ihnen hat der noch in Rodenhausen geborene Sohn Adam Kraft (1890-1960) mit seiner Ehefrau Anna Margaretha geb. Becker (1891-1985) aus „Schreinersch“ das Haus übernommen. Heutiger Besitzer ist deren Sohn Rudolf. 47)

Steitze

oder „Hoardtmehl

Siehe auch

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