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Grußworte Lohra 1250

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Grußworte in der Festschrift Lohra 1250


Inhaltsverzeichnis

Walter Schäfer

- Schirmherr unserer Jubiläumsfeier - Grußwort zur 1250-Jahr-Feier des Ortsteils Lohra in der Gemeinde Lohra

»Wohl oft fand ich, was Aug' und Herz ergötzte, doch nie, was meine Heimat mir ersetzte.« Friedrich von Bodenstedt (1819- 1892) Lohra, Marburg, Kiel und Frankfurt am Main sind die Städte, in denen ich die wichtigsten Stationen meines Lebens verbracht habe. Kindheit und Jugendzeit in Lohra, die Ausbildung zum Beruf des Bankkaufmanns in Marburg, die Zeit des beruflichen Vorankommens in Frankfurt am Main, wo ich bis zum Juli vergangenen Jahres der Landesbank Hessen-Thüringen vorgestanden habe. Alle Stationen haben mich geprägt -jede auf ihre Weise. Keine möchte ich missen. Eine möchte ich besonders würdigen: die Zeit in Lohra. Denn trotz allem beruflichen Erfolg und Ansehen, das man im Laufe eines Lebens erwerben kann, kann nichts die Wurzeln eines Menschen ersetzen. Dies wird Menschen zum Ende eines erfüllten, aufregenden und langen Berufslebens nur noch bewusster. In dieser Lebensphase steigt das Interesse, den Kontakt zu ehemaligen Kameraden aus der Schulzeit zu suchen und ihn auch zu pflegen. Man besinnt sich wieder auf die Wurzeln in der Heimat. Deshalb ist es mir eine Ehre, ein Grußwort an sie richten zu dürfen. Seit nunmehr 1250 Jahren ist Lohra für viele Menschen Heimat. Heimat ist ein Wort, das in Deutschland wieder im Kommen ist. Heimat steht für die Sehnsucht, den Blick in die Ferne über den Tellerrand zu richten, und doch zu wissen, dass man nach einem Ausflug dorthin immer wieder einen Ort der Zuflucht findet. Insofern sind Heimatverbundenheit und Weltoffenheit keine Gegensätze. Sie dürfen es auch umso weniger sein, je stärker wir wirtschaftlich und politisch in internationalen und globalen Kategorien denken und handeln müssen. Denn in der Globalisierung laufen wir Gefahr, immer weniger auf die Stärkung und Förderung der Wirtschaftsstrukturen zu achten, die uns am nächsten sind. Dieser Gefahr entgegenzutreten, liegt in der Verantwortung der Wirtschaftspolitik. Sie muss Strukturen fördern, die Marktteilnehmern den Raum lassen, eine aufgabenorientierte, über die reine Gewinnerzielung hinausgehende Geschäftsphilosophie zu verfolgen. Für eine solche stehen im Kreditwesen z. B. die Sparkassen und Landesbanken sowie die Volks- banken. Ihre Geschäftsidee stellt dem Trend zur Größe, zur Konzentration und zur Zentralität das Prinzip des dezentralen Unternehmertums vor Ort bzw. in der Region gegenüber. Sie bringen also Marktwirtschaft mit sozialer Verantwortung und Solidarität in Einklang. In ihren Stammregionen stellen sie die flächendeckende Versorgung mit Finanzdienstleistungen sicher, leisten Wirtschaftsförderung und engagieren sich für die Interessen und Belange der mittelständischen kleinen und mittleren Unternehmen. Das ist ein direkter Beitrag zur Sicherung von Arbeitsplätzen, wirtschaftlicher Dynamik und Innovationskraft. Dies ist ein Beitrag, die Lebensgrundlagen in der Region sicherzustellen und für eine ausgewogene Wirtschaftsstruktur zu sorgen. Ich persönlich habe mich immer als Nordhesse gefühlt; angesichts dessen bin ich sehr froh, dass ich mein Berufsleben einer Bankgruppe widmen konnte, die es als ihr besonderes Selbstverständnis betrachtet, die Regionen - insbesondere meine Heimat - zu fördern und zu stärken. Lohra kann auf seine 1250-jährige Tradition stolz sein. Lohra kann auch stolz darauf sein, dass so viele Menschen sich für den Festakt des Ereignisses und die Erforschung der Geschichte engagieren. Das umfangreiche Werk von Karl Huth ist ein besonders gelungenes Beispiel für herausragendes Engagement. Ich wünsche den Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde Lohra und ihren 10 Ortsteilen, dass das Jubiläum die Freude an ihrer Heimat und die Heimatverbundenheit noch mehr stärkt. Walter Schäfer

Grußwort Robert Fischbach Landrat

Das schön gelegene Lohra feiert in diesem Jahr mit dem 1250-jährigen Ortsjubiläum ein ganz außergewöhnliches Fest. Doch das Fest bezieht sich lediglich auf die schriftliche Erwähnung Lohras im Jahre 752. Lohra selbst ist sicherlich älter als die Erstnennung. Die genaue Gründung des Ortes lässt sich natürlich nicht feststellen, aber die Erstnennung ist eine Art Meilenstein in der Geschichte von Lohra, der eindrucksvoll aufzeigt, wie lange es diesen Ort bereits gibt. Mit Recht kann sich die Bevölkerung auf dieses besondere Ereignis freuen und dem Anlass entsprechend groß feiern. Karl der Große war zwar König zu jener Zeit, aber in unserer Region gibt es fast nur Belege, die irgendwo mit Klöstern zu tun haben. Die Christianisierung in unserer Region wurde noch sehr intensiv betrieben. Der zwei Jahre später in Friesland ermordete Bonifatius stand 752 noch den beiden Klöstern Fulda und Fritzlar vor. So wundert es nicht, dass auch die Ersterwähnung Lohras als »loco lare« im Jahre 752 im Benediktinerkloster Fulda zu finden ist. »Auf den leeren Seiten der Geschichte sind die glücklichen Tage der Menschheit verzeichnet.« Dieses Zitat stammt von dem im 19. Jahrhundert lebenden Berliner Historiker Leopold von Ranke. Seine Aussage, so glaube ich, hat einen sehr hohen Wahrheitsgehalt, denn dort, wo man vieles über einen Ort nachlesen kann, sind damit auch Leid und Not der Bevölkerung, Krieg, Zerstörung und Unglück verbunden. Es spricht für das Leben in diesem Ort, dass man in dieser Beziehung nicht viel über Lohra nachlesen muss. Den Veranstaltungen zum 1250-jährigen Jubiläum der Erstnennung Lohras wünsche ich im Namen der Kreisgremien und persönlich ein gutes Gelingen und einen harmonischen Verlauf. Robert Fischbach Landrat

Grußwort Hermann Brand/Prof. Dr. Günter Holtus

In dem um 752 entstandenen Codex Eberhardi wird erwähnt, dass Adelmann und seine Frau Uodalswint Besitzungen »zu Lare« (»in loco Lare«) dem heiligen Bonifatius übertragen haben. Die Lautentwicklung lässt durchaus die Interpretation zu, dass aus der Wortform »Lare« der heutige Name »Lohra« geworden ist. Zwischen Lare 752 und Lohra heute liegt ein weiter Weg. Wie jede andere Gemeinde in unserem Land hat auch Lohra in den zurückliegenden Jahrhunderten Freud und Leid in wechselvoller Fülle erlebt. Das Schicksal hat alle Generationen hindurch insoweit keine Ausnahme gemacht. Aber Lohra hat es gleichwohl geschafft. Der Ort wäre heute nicht ein so blühendes und aufstrebendes Gemeinwesen, hätte es nicht zu allen Zeiten Bürgerinnen und Bürger gegeben, die sich verantwortlich gefühlt und für die Gemeinde und Gemeinschaft gehandelt haben. Die Menschen haben sich nicht unterkriegen lassen. Mutig, fleißig, bürgerschaftlich, geduldig, zäh, bodenständig, offen, zuversichtlich und gläubig haben alle Generationen die Herausforderung der jeweiligen Zeit angenommen. Unsere Gemeinde, im Südwesten des Landkreises Marburg-Biedenkopf gelegen, kann auf eine stolze und bewegte Geschichte zurückblicken. Gerade in unserer Zeit ist es doppelt notwendig, die Erinnerungen an die Vergangenheit wachzuhalten und unserer Jugend weiterzugeben. Einmal sind die Werte geschichtlicher Tradition und die Beschäftigung mit der Heimatgeschichte unabdingbar. Zum anderen vermögen die Besinnung auf die Vergangenheit und die Erkenntnisse ihrer Leistungen und Fehler immer wieder neue Kraft zu spenden zur Meisterung der Gegenwart. Echte Tradition ist nicht ein Traum von der guten alten Zeit, sondern belebender Ansporn zum neuen Schaffen, zum Erhalt und zur Fortentwicklung der großen Werte, welche die Vergangenheit in unsere Hände gelegt hat. Die Geschichte unserer Gemeinde ist zu allen Zeiten die Geschichte ihrer Bürger und Bürgerinnen gewesen. Alles, was aus unserer Gemeinde geworden ist und was sie geschaffen hat, verdankt sie allein dem lebendigen Bürgersinn. Die gemeinsame Arbeit zur Vorbereitung der Jubiläumsfeierlichkeiten und das gemeinsame Feiern eröffnen die Möglichkeit, sich menschlich näher zu kommen. Daraus werden Kräfte erwachsen, die den Gemeinschaftssinn fördern. Die Bereitschaft unserer Bevölkerung, ihrer Heimat zu dienen, war selten so spürbar und ausgeprägt wie in der Zeit der Vorbereitung auf unsere 1250-Jahr-Feier, in die sich so viele Bürgerinnen und Bürger der gesamten Gemeinde beispielhaft einbringen. Sie dienen ihrer Heimat -so muss es bleiben, das ist lebendiger Bürgersinn! Alle Besucher der Jubiläumsfeierlichkeiten heißen wir in Lohra herzlich willkommen. Mögen sich alle Besucherinnen und Besucher in unserer gastfreundlichen Gemeinde wohl fühlen und die festlichen Tage in guter Erinnerung behalten! Hermann Brand Prof_ Dn Günter Holtus Bürgermeister Vorsitzender der Gemeindevertretung

Grußwort Michael Fink

zur 1250-Jahr-Feier des Ortsteiles Lohra vom 9. -18. 8. 2002

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger. Der Ortsteil Lohra in der Gemeinde Lohra feiert »Geburtstag«. Vor 1250 Jahren wurde Lohra zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Das ist Anlass genug zu großer Dankbarkeit, Stolz und Freude. Darum lade ich alle Mitbürgerinnen und Mitbürger, Freunde und Verwandte aus nah und fern ein, eine Woche lang, vom 9. bis 18. August, mit uns ein Fest zu feiern. Lohra hat eine lange Geschichte, und wenn man sich mit der Dorfchronik befasst, erfährt man, dass unsere Vorfahren trotz kriegerischer Auseinandersetzungen, Verwüstungen und Hungersnöten nie den Mut verloren haben, Lohra wieder aufzubauen, zu erweitern und zu erhalten. Unser Dorf war schon im frühen Mittelalter Gerichtsort und Marktflecken. Die Tradition des Markttreibens wurde in den letzten Jahren wieder aufgenommen und von Jung und Alt begrüßt. Ihnen gelten meine Anerkennung und mein Dank. Dankbar bin ich auch darüber, dass uns als bedeutendes Relikt aus der alten Zeit unsere schöne, im spätromanischen Stil erbaute Kirche aus dem 13. Jahrhundert erhalten geblieben ist. Denn Tradition, Brauchtum und Zusammenhalt, Heimatgefühl und Verbundenheit sind untrennbar im Zusammenhang mit der Heimatkirche zu sehen. Aus Tradition und Geschichte und der Erkenntnis ihrer Wege und Irrwege kann neue Kraft zur schöpferischen Gestaltung der Gegenwart entstehen. In unserer schnelllebigen, computergesteuerten Zeit ist es besonders wichtig, Erinnerungen an die Vergangenheit wachzuhalten und als belebenden Ansporn zu neuem Schaffen an unsere Jugend weiterzugeben. Lohra hat ein reichhaltiges Vereinsleben. Eine Vielzahl von Sportvereinen, kulturtragenden Vereinen, sozialen Organisationen und nicht zuletzt die Partnerschaften mit Vivonne in Frankreich und Herges/Hallenberg in Thüringen und Kontakte nach Norwegen prägen unser Dorf und erfüllen es mit Leben. Gesellige und besinnliche Stunden sollen die Gemeinschaft stärken und ein harmonisches Dorfleben repräsentieren. Allen, die dazu beitragen, wünsche ich viel Erfolg, und den Besuchern und Gästen glückliche und erholsame Stunden in unserem schönen Lohra. Michael Fink Ortsvorsteher

Liebe Freunde von Lohra; Maurice RAMBLIERE

Erlauben Sie mir, anlässlich der 1250-Jahr-Feier Ihrer schmucken Gemeinde und eingedenk der Partnerschaft, die wir geknüpft haben, Ihnen Vivonne vorzustellen, dessen Bürgermeister ich seit März 2001 bin. Die Geschichte von Vivonne beginnt in grauer Vorzeit und mündet in das beginnende 3. Jahrtausend, das uns die Hand reicht und worin Europa eine entscheidende Rolle zu spielen hat mit - allen voran - unseren beiden Ländern. Beim Gelingen dieses ehrgeizigen Aufbaus sollten jedes Land und jede Region ihre Besonderheiten bewahren; dies wird der Schlüssel zum Erfolg sein! Und dies trifft auch auf unsere kleine Gemeinde, wie z. B. Vivonne, zu. Vivonne liegt im Zentrum der Gebirgs-schwelle von Poitou, etwa 20 km südlich von Poitiers entfernt. Unser Städtchen zeigt sich dem Besucher wie eine lachende Siedlung, die von einer besonderen Lage profitierte: ihre Entwicklung zu einem zentralen Marktflecken wurde durch einen felsigen Bergvorsprung begünstigt, der wiederum von den Nebenflüssen Palais und Vonne herausgebildet wurde, kurz vor deren Zusammenfluss mit dem Fluss Ciain. Die Menschen haben sich sehr früh in der Region von Vivonne niedergelassen, und zwar unmittelbar nach dem Jungsteinzeitalter. Die Besiedlung intensivierte sich in der Jungsteinzeit und während der vorgeschichtlichen Epoche (Beispiel: die befestigte Siedlung nahe dem Militärcamp Alaric). Aus der gallisch-römischen Epoche zeugen viele Landhäuser von einer abwechslungsreichen Ausgestaltung der Besiedlung (Beispiele: die Landhäuser von Recloux, Chassis, etc.). Es war in dieser Zeit, als sich die Ortsnamengebung von Vivonne herausbildete: Es entstand das Vicus vodonensis, das Dorf der Leute von der Vonne. Dieses Dorf muss sich in der Nähe der Furt über die Vonne entwickelt haben, wo auch die Römerstraße Poitiers - Saintes verlief. Sarkophage, die bei städtischen Ausschachtungsarbeiten zutage kamen, belegen, dass Vivonne in der Merovinger Zeit relativ bedeutend war. Das Mittelalter hatte schließlich dem Marktflecken Struktur gegeben: Die lokale Bevölkerung organisierte sich um zwei Pole: nämlich die Symbole der zwei Machtstrukturen, die das Leben der Leute jener Zeit umgab und ausrichtete: - das Schloß, das sich wahrscheinlich seit dem 11. Jahrhundert über dem Bergfels erhob, und - die Kirche Saint-Georges, in der äußersten östlichen Ecke in Bezug auf das Schloss gelegen. Zwei weitere Kirchen vervollständigen dieses Ensemble: die Kirche von Say im Westen und die Kirche Saint-Michel, die als Herrensitz-Kapelle fungierte. Zu ihren Füßen und entlang eines Netzes von Straßen und Gassen haben sich Handel und Handwerk angesiedelt; das Gewerbe ist organisiert, wie das Beispiel der Fleischer zeigt; auch die Schmiede haben ihren Bezirk. Nahe der Kirche erheben sich die städtischen Markthallen. Außerdem gibt es noch das Kloster der Carmes, das zur Zeit das Bürgermeisteramt, die Post und die alte Grundschule beherbergt sowie die Almosenverwaltung von Arceau. Unter dem alten Regime entwickelte sich der Marktflecken in nördlicher Richtung, jenseits vom Schlosspalast. Man kann den Einfluss des Herrensitzes noch heute z. B. in Form der Mühle und des Backhauses, erkennen. Der Schlossherrensitz von Vivonne lag lange in den Händen der Rochechouart Mortemar. Im Zuge der Revolution nahm die Bürgergemeinschaft von Vivonne Gestalt an. Mitte des 19. Jahrhunderts erfuhr sie mit dem Aufkommen der Eisenbahn einen tiefgreifenden Wandel. Ihre Jahrmärkte entwickelten sich kräftig. Vivonne behielt seine Funktion als großer zentraler Marktflecken bis zum Zweiten Weltkrieg (Ende der fünfziger Jahre); gleichwohl hatte sich der Tourismus in der Folge der Entwicklung der Strandanlagen 1936 schon angekündigt. Seither hat Vivonne seine Entwicklung fortgesetzt unter Ausnutzung der Nähe zu Poitiers und zur Rue Nationale 10. Heute ist Vivonne eine Gemeinde von mehr als 3.000 Einwohnern, die sich gastfreundlich und offen geben, dank ihrer Gemeinschaft und ihrer Vereinigungen und Vereine. Wenn Sie uns besuchen kommen, nehmen Sie sich Zeit zum Flanieren und zum Auskosten dieser Lebensqualität, die nur unsere der Humanität verpflichteten Gemeinden bieten können. Herzliche Jubiläumsglückwünsche! Maurice RAMBLIERE Bürgermeister von Vivonne (Übersetzung aus der französischen Sprache)

Ein Grußwort zum Fest; Endter

Am 1. Februar 1992 wurde die Städtepartnerschaft zwischen dem Stadtteil Herges-Hallen-berg und der Gemeinde Lohra per Urkunde offiziell unterzeichnet. Freundschaftliche Beziehungen gab es bereits vor der Wende. Mit dem Fall der Mauer waren der Partnerschaft keine Schranken mehr auferlegt, und bereits 1990 stand fest, die zukünftige Partnergemeinde von Lohra heißt Herges-Hallenberg. Mit den Worten: »Jetzt müssen wir das Pflänzchen, das wir gepflanzt haben, zum Wachsen bringen«, brachte mein Amtskollege Bürgermeister Hermann Brand den Partnerschaftszug auf den Weg. Schnell wurde diese Beziehung mit Leben erfüllt, sei es bei der Organisation von gemeinsamen Veranstaltungen der Vereine und Verbände, im kommunalpolitischen Bereich oder auch ganz privat. Vergessen ist nicht die unkonventionelle Hilfe bei den Problemen der Abwasserbeseitigung und -behandlung sowie bei der Neugestaltung des Gemeindelebens. In den vergangenen zehn Jahren wurden viele Freundschaften durch die Begegnungen von Vereinen, von Sportlern, Jugendlichen und Kindern geknüpft. Gerade das Teilnehmen von Jugendlichen fördert die Toleranz, gibt Einblick in die Lebens- und Kulturgewohnheiten und prägt die Entwicklung junger Menschen. Ich möchte an dieser Stelle all denen Dank sagen, die sich um die Partnerschaft zwischen unseren Kommunen verdient gemacht haben. Angefangen von den Gründern über die Stadt- und Gemeinderäte mit den beteiligten Vereinen und Verbänden und den Verwaltungen bis zu dem eigentlichen Ziel, dem Engagement unserer Bürgerinnen und Bürger. Wir wünschen, dass die Partnerschaft viele Jahre aktiv bestehen bleibt und sich kontinuierlich weiterentwickelt, dass sich auch unsere Jugend für unseren Partner in den alten Ländern interessiert und mit gegenseitigem Respekt und in Freundschaft oft einander begegnet. Endter Bürgermeister der Stadt Herges-Hallenberg

Grußwort zum Jubiläumsfest; Herwig Klein

'Ich grüße Lohra zu der 1250-jährigen Ersterwähnung. Ich grüße dieses Dorf, das von allen Seiten als wunderschöne Anlage sichtbar wird. Ich grüße alle, die heute darin wohnen und die dazukommen als Gäste, Besucher oder Durchreisende. Besonders sehe ich auf die 800 Jahre alte Kirche. Sie grüßt zurück: »Seht diese Mauern, stark und fest stehen sie, wie eine feste Burg.« So ist unser Gott. Komm herein, schau an die Bogen und Gewölbe. Es ist, wie wenn Gott seine Hände segnend und behütend über dich hält. Schau ins nördlichen Seitenschiff über dem Taufstein das Bild mit der Kreuzigungsgruppe. Sieh es genau an: Hinter Golgatha ist Lohra, ganz nah, die um das Kreuz stehen, sind Menschen aus Lohra mit Namen bekannt. Schau ins südliche Seitenschiff, auf Bilder der Geschichte: Luther mit dem Schwan; oder gegenüber: Pfarrer Fenner mit seiner Frau, streng und ernst, mit den Spuren des Dreißigjährigen Krieges in den Gesichtern und doch aufblickend - von guten Mächten wunderbar geborgen. An den Emporen über dem Mittelschiff die Bilder der Jünger, als wollten sie sagen: kommt mit zu IHM. Lass den Blick bis nach vorne gehen, da ist ein ganzes Glaubensbekenntnis gemalt. Auch deine Stimme soll einst im Engelchor mitsingen - sagt die Orgel. Und schließlich dort, wo der Blick hin will, der Tisch, jetzt mit ein paar Blumen, aber immer wieder mit Brot und Wein und dahinter das Bild des Hausherrn. Einladend sind die Hände. Wer nahe genug kommt, kann lesen und nachsprechen: »In den Armen meines Heilandes Jesus Christus will ich leben und begehre dort zu sterben.« Diese Erfahrung haben Menschen seit 1250 Jahren hier gemacht. Dafür stehe ich da. Herwig Klein Evangel. Pfarrer von Lohra I

Grußwort; Jens Heyden

Aus welcher Richtung weht gerade der Wind? Der Wetterhahn auf dem Turm unserer evangelischen Kirche in Lohra kann es zeigen. Er blickt herab auf einen Ort, der sein 1250-jähriges Jubiläum feiert. Er könnte erzählen, aus welcher Richtung der Wind im Laufe der Jahrhunderte über die Häuser und Köpfe der Einwohner hinweggefegt ist. Da gab es wegweisende und hilfreiche Windrichtungen, aber auch Stürme der Zerstörung und Irreführung. Er könnte davon berichten, wie sich die Bewohner unseres Ortes in manch' stürmischer Zeit haben umwerfen lassen oder standhaft blieben. Ein Zeichen der Standhaftigkeit könnte das Gotteshaus sein, auf dem er thront. Nicht immer hat die »Kirche« als eine Ansammlung von anfälligen und auch »wetterwendischen Menschen« anderen die richtige Richtung gewiesen. Doch das »geistliche Fundament«, auf dem die Nachfolger Christi stehen, ist fest verankert in der Botschaft von Glaube, Liebe und Hoffnung, eine Verankerung, die uns zu allen Zeiten davor bewahren kann, sich besinnungslos nach allen möglichen und unmöglichen Richtungen zu drehen. »Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren«, so steht es über der Kanzel in unserer Kirche geschrieben. Menschen, die auf Gottes Wort hören, daraus Richtung und Wegweisung im Alltag und in Krisensituationen bekommen, werden gute Traditionen bewahren und auch den gegenwärtigen Herausforderungen nicht ausweichen und immer wieder nach neuen, zeitgemäßen Wegen suchen. Aber bei allen Herausforderungen und Unsicherheiten, die unsere Gegenwart und die Frage nach der Zukunft mit sich bringen, ist es notwendig, das zu bewahren, was Menschlichkeit und Ehrfurcht vor den Mitmenschen und Gottes wegweisendem Wort lebendig hält. In der heutigen Zeit wehen uns viele unterschiedlichen Winde um den Kopf. Es ist manchmal schwer, unserem Leben die richtige Richtung zu geben. Möge das diesjährige Jubiläum, mit seinen vielen Rückblicken und Ausblicken, uns dabei helfen, gute und hilfreiche Wege in die Zukunft zu finden und zu gehen. Aus welcher Richtung weht gerade der Wind, und wohin werden in Zukunft unsere Schritte gelenkt? Ich wünsche Ihnen, dass Sie im persönlichen, familiären und gemeinschaftlichen Umgang in unserem Ort hoffnungsvolle und behütete Wege gehen können. Den Festveranstaltungen zur 1250-Jahr-Feier von Lohra wünsche ich einen wegweisenden und gemeinschaftsfördernden Verlauf! Ihr Jens Heyden Evangel. Pfarrer von Lohra II

Katholische Kirchengemeinde; Hans-Ludwig Schmank

HEILIG Kreuz Fronhausen und Lohra

Liebe Lohraer Jubilarinnen und Jubilare, liebe Festgäste und liebe Leserinnen und Leser dieser Zeilen! 1250 Jahre Lohra - ganz gewiß ein Grund, innezuhalten, nachzudenken, zu danken, zu fragen, zu klagen, zu bitten ... zu feiern! Was ist in diesen 1250 Jahren alles geschehen - vor Ort, aber auch regional, national und international mit Auswirkungen bis nach Lohra? Zeit und Ewigkeit geraten in den Blick! Wie heißen hilfreiche Gedanken in diesem Zusammenhang? »Ich komm, ich weiß nicht woher; ich geh, ich weiß nicht wohin; mich wundert, daß ich fröhlich bin!« oder »Ich komm, ich weiß woher; ich geh, ich weiß wohin; mich wundert, daß ich traurig bin!« Als Menschen, die sich bemühen, Christen zu sein, können wir uns der zweiten Variante anschließen und damit auch die durch den Tod von uns Getrennten einbeziehen bei einem solchen Jubiläum. Gutes Gelingen für alle Feierlichkeiten und GOTTES SEGEN für die Zukunft! Ihr bzw. Euer Pfarrer Hans-Ludwig Schmank

Grußwort; Otto Burk

Gerne erinnere ich mich als damals 14-Jähriger Dammer an die Festtage zur 1200-Jahr-Feier im Juli 1952. Im Besonderen an das Festspiel und den Festzug. Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger der Gemeinde Lohra und ihren Ortsteilen, es würde mich sehr freuen, wenn die 1250-Jahr-Feier im Jahre 2002 bei den heute 14-Jährigen in so guter Erinnerung bleiben würde. Wir im Festausschuss haben in den Jahren der Vorbereitung versucht, ein Programm für alle Altersgruppen und Interessengruppen zusammenzustellen. Ich hoffe, dass es uns gelingen wird, einen Kompromiss aus Kultur- und Vergnügungsprogramm gefunden zu haben. Mein Dank für den dabei gezeigten unermüdlichen Einsatz gilt im Besonderen allen Festausschussmitgliedern und deren Helfern. Ebenfalls möchte ich mich im Namen des Festausschusses bei den Vereinen, Gruppen und Institutionen herzlich für die Unterstützung bei den Vorbereitungen bedanken. Mein besonderer Dank richtet sich an die freiwilligen Helfer, die uns bei der Vorbereitung und Durchführung des Festes in hohem Maße behilflich waren. Insbesondere in der Festwoche vom 9. bis 18. August 2002. Besonders freut es mich, dass eine eigene Initiative gefunden wurde für die Ausstellung während der Festwoche, das Theaterspiel von den vergangenen 50 Jahren in Lohra sowie den Vortrag über die Geschichte von Lohra. Herzlichen Dank möchte ich allen Sponsoren sagen, die mit ihrer Hilfe das Risiko gemindert haben. Wie Sie alle wissen, muss zu solch einem Fest das ganze Jahr über eine Menge Vorarbeit geleistet werden, die viel Zeit in Anspruch nimmt. Wir sollten alle mithelfen, in dem Festjahr und auch darüber hinaus unser Dorf zu einem Schmuckkästchen werden zu lassen. Ich hoffe und wünsche, dass unsere gemeinsamen Bemühungen von Erfolg gekrönt werden, dass wir schöne Festtage verleben dürfen, mit dem Ziel, die Dorfgemeinschaft auch über das Festjahr hinaus erfolgreich zu pflegen. All unseren Gästen, insbesondere auch aus den Partnergemeinden Herges-Hallenberg und Vivonne, Frankreich, wünsche ich interessante und erlebnisreiche Stunden und dem Fest einen erfolgreichen Verlauf. Otto Burk Festausschussvorsitzender


Siehe auch

Festschrift 1250 Jahre Lohra · Lohra · Literatur · Geschichte

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