Lohra-Wiki

Georg

Aus Lohra-Wiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

Georg ist ein männlicher Vorname und ein Nachname.

Der Name Georg ist eine Entwicklung des griechischen Männernamens Geōrgios.

Geōrgios ist eine Ableitung von‚ Landwirt (bzw. Landmann), einer Zusammensetzung von Erde und Arbeit, also eigentlich „Erd(be)arbeiter“.

Inhaltsverzeichnis

Kirchvers

Hoartmanns I

Haus: Gießener Landstraße 8, alte Nr. 51

Deutung: Hartmann vormals Jirje

Herkunft: Dieses Haus erbaute die ledige Elisabeth Weimer (1824-1896). Sie stammte aus „Hoartmanns“ (heute „Weimersch“) in der Pfarrstraße. Dadurch übertrug sich ihr Dorfname auch auf ihr neues Haus. Ihr Sohn Johann Jost Weimer (*1865) war verheiratet mit Elisabeth geb. Koch (1862-1936) aus Oberweimar. Deren Tochter Elisabeth (1902-1979) heiratete Konrad Seibert (1892-1966) aus Reimershausen. Später übernahm der Schwiegersohn Friedhelm Wenz das Haus, der es aber mittlerweile wieder verkauft hat. 47)

Hoartmanns II

vormals Jirje II

Hoartmanns III

heute meist „Weimersch“, davor bis etwa 1855Wacks

Haus: Pfarrstraße 10, alte Nr. 41

Deutung:Hartmann“: vormals Jirje II, „Wacks“: Nachname Wack

Herkunft: Das erste bekannte Wohnhaus an diesem Platz erbaute der Schneider und Totenbeschauer Johannes Dönges (1809-1885), gebürtig aus „Mertes“. Seine erste Ehefrau war Margaretha geb. Wack (1816-1851), eine Tochter des Kirchverser Schneiders Johannes Wack (1780-1815) und seiner Ehefrau Elisabeth geb. Altheim (1779-1846) aus Hachborn. Daher nannte man das neu erbaute Haus „Wacks“. Dönges konnte das Haus jedoch nicht lange halten und zog mit seinen Kindern und der zweiten Ehefrau Margaretha geb. Wolfel (1817-1877) aus „Wolfels“ vorerst zurück in sein Elternhaus „Mertes“. Im Alter wurde er im Haus seiner Stieftochter Katharina Beil geb. Wolfel in der Gießener Landstraße 11 wohnhaft. Dies ist das heutige „Wacks“ Haus.

Etwa 1855 kauften Johann Jost Weimer (1821-1898) und seine Ehefrau Elisabeth geb. Kuhl (1820-1882) aus Mornshausen das Haus in der Pfarrstraße. Sie besaßen vorher den nicht mehr vorhandenen Hof neben „Schmidts“, der den Dorfnamen „Hoartmanns“ trug. Bei dem Umzug übertrug sich dieser Dorfname auf den neuen Wohnsitz. Johann Jost Weimers Enkel war Adam Weimer (1889-1971), verheiratet mit Wilhelmine geb. Wagner (1882-1962) aus Krumbach, der das Haus an seinen nunmehr verstorbenen Sohn Willi weitergab. 47)

Jirje I

wahrscheinlich bis ca. 1774Wirts

Haus: abgerissen, Ecke Kirchstraße/Burggarten, alte Nr. 12

Deutung: Vorname Georg, mundartlich „Jirg“ oder „Jörg“

Herkunft: Erster nachweisbarer Bewohner war Theiß Rühl (+ vor 1639), der im Jahr 1608 laut Inschrift das Wohnhaus erbauen ließ. In einem Prozeß aus dem Jahr 1612 mußte er als Zeuge aussagen und wurde dort wie folgt beschrieben: „Thies Ruill, zu Kirchvers gezogen und geboren, u. habe sein vatter Johan, sein mutter margreth geheissen, 39 jahr altt, zum zeugen reich genuch, sey ein ackerman, nehre sich seiner veltt güetter (= Feldgüter) und halte 2 pferde.“ Der genannte Vater Johann Rühl wurde „Wirts Johann“ genannt, da er Gastwirt war. Ob sich diese Gastwirtschaft jedoch in diesem Hof befand, muß offen bleiben. Im Salbuch des Gerichts Lohra aus dem Jahr 1592 wird er als einer der ältesten und vornehmsten Bewohner des Dorfes genannt.

Nach Theiß Rühl übernahm dessen Sohn Caspar Rühl (1608-1673) den Hof. Nächster nachweisbarer Bewohner war dessen Sohn Hans Jacob Rühl (1645-1713), denn bei der Taufe seiner Tochter im Jahr 1691 ist „seine nachbarin Catgen Hans Wagners des jüngern Wittib allhier“ Patin (vgl. „Jongenhans“). Dieser Hans Jacob Rühl wird im Kirchenbuch auch „Wirts Hans Jacob“ genannt, ein Beweis dafür, daß der Hof zu dieser Zeit noch nicht „Jirje“ genannt wurde.

Nach dem Tod seiner ersten Ehefrau Anna Elisabetha geb. Möller aus Weipoltshausen heiratete er in zweiter Ehe Anna Elisabetha geb. Weber aus Erda. Mit der Ehefrau oder kurze Zeit später zogen auch seine Schwiegermutter und zwei ledige Schwestern der Ehefrau aus Erda mit nach Kirchvers, denn diese drei wurden in Kirchvers begraben. Beim Sterbeeintrag von einer der beiden ledigen Schwestern vermerkte der damalige Pfarrer im Kirchenbuch, daß sie „Wirts Ließ“ genannt wurde.

Hans Jacob Rühls einzige Tochter Anna Elisabetha heiratete Johann Adam Rühl, der in dem nicht mehr vorhandenen Hof auf der Ecke neben „Schmidts“ eine Gastwirtschaft betrieb (siehe Jirje II). Somit stand der Hof neben der Kirche wahrscheinlich eine geraume Zeit leer. Johann Adam Rühls Sohn Johann Jacob Rühl (1734-1798) erbte dann 1774 das Anwesen und zog mit seiner aus Damm gebürtigen Ehefrau Elisabetha geb. Wenz dorthin. Vermutlich trug der angesprochene Hof neben „Schmidts“ ursprünglich den Dorfnamen „Jirje“, denn dort lebte nachweislich in der Zeit des 30jährigen Krieges ein Georg (mundartlich „Jirg“) Rühl (+ 1667). Bei dem Umzug Johann Jacob Rühls in den ererbten Hof neben der Kirche übertrug sich damit auch sein Dorfname auf diesen.

Sein Ur-Urenkel war Johann Georg Rühl (1856-1930), der mit Anna Katharina geb. Fischer (1856-1941) aus Reimershausen verheiratet war und den Hof anschließend an seinen Sohn Johann Georg (1881-1969), verheiratet mit Anna Katharina geb. Gibb (1885-1966) aus „Hansberresch“, weitergab. Deren Schwiegersohn war Johann Heinrich Barth (1903-1983) aus Weipoltshausen, der die Tochter Elisabeth („Jirje Lisbeth“) geheiratet hatte.

Der stattliche Hof, der neben der Kirchverser Kirche auf der Ecke zum Burggarten stand, wurde 1970/71 vollständig abgebrochen, um eine Freifläche zu erhalten. 47)

Jirje II

später „Hoartmanns II“

Auf der Ecke Gießener Landstraße/Kirchstraße neben „Schmidts“ und gegenüber von „Wolfels“ und „Kochs“ befand sich bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts ein bedeutender Hof mit Gastwirtschaft.

Erster bekannter Besitzer war Johann Rühl, ein Bruder des Theiß Rühl im späteren „Jirje“ Hof neben der Kirche. 1612 wird er wie folgt beschrieben: „Johan Ruill zu Kirchversch gezogen und geborn und habe sein vatter auch Johan Ruill geheissen, 40 jahr altt, 600 fl. (= Gulden) ongefehr reich, sey ein ackerman“. Die Eigentümer dieses Hofes gehörten nach alten Steuerlisten stets zu den reichsten Personen des Dorfes.

Johann Rühls Sohn Georg (+ 1667) übernahm den Hof seines Vaters. Er ist als Namensgeber für den Dorfnamen „Jirje“ anzunehmen, denn „Georg“ wurde früher in der Mundart „Jirg“ ausgesprochen. Sein Sohn Johannche Rühl (1633-1695) heiratete Anna Margaretha geb. Krauskopf aus Krumbach. Er wird im Kirchenbuch als Gastwirt genannt. Seine Witwe heiratete in zweiter Ehe Jacob Schmidt aus „Schmidts“, der die Gastwirtschaft weiterführte bis Hans Peter Rühl (1676-1734), Johannches Sohn, sein väterliches Erbe antrat. Seine Ehefrau Anna Maria geb. Wagner stammte aus Fellingshausen. Hans Peters Sohn Johann Adam (1706-1760), neben Gastwirt auch Unterförster, heiratete später Anna Elisabetha geb. Rühl aus dem heute als „Jirje“ bekannten Hof neben der Kirche. Nach dem Tod von Eltern und Schwiegereltern erbte er beide Höfe, da seine Ehefrau keine weiteren Geschwister hatte. Unter seinen beiden Kindern Johann Jacob und Margaretha fand 1774 eine Erbteilung statt, in der der Sohn den Hof neben der Kirche und die Tochter den anderen zugesprochen bekam. Johann Jacob zog nun in das ererbte Anwesen, wobei auch sein Dorfname „Jirje“ auf dieses überging (siehe Jirje I). Die Tochter Margaretha hingegen hatte bereits einige Jahre zuvor Hartmann Jeniger (1736-1806) aus Rodheim geheiratet, mit dem sie die elterliche Gastwirtschaft übernahm. Nach dem in Kirchvers ungewöhnlichen Vornamen Jenigers bekam der Hof ab sofort den Dorfnamen „Hoartmanns“. Sein Schwiegersohn Johann Weimer (damals noch Weimar, 1776-1814) heiratete aus Weipoltshausen ein.

Dessen Sohn Johann Jost Weimer (1821-1898), der mit Elisabeth geb. Kuhl aus Mornshausen verheiratet war, verkaufte den gesamten Hof 1855 an Johannes Gerhardt („Schmidts“) und zog mit Ehefrau und Kindern in das Haus Pfarrstraße 10 (siehe Hoartmanns III). Zu dieser Zeit wurden auch Haus und Scheune abgebrochen, die übriggebliebenen Stallungen folgten kurze Zeit später. Die Hoffläche wurde vom Käufer Gerhardt zu einer Einfahrt seines Hofes umfunktioniert.

Heute ist durch die Verbreiterung und Begradigung der Gießener Landstraße kaum noch nachvollziehbar, daß ein größerer Hof an der angesprochenen Stelle gestanden hat. 47)

Schorsche

Haus: Bornweg 10, alte Nr. 63

Deutung: Vorname Georg

Herkunft: Der Dorfname ist auf Georg Bender (1890-1973), verheiratet mit Elisabeth geb. Brück (1890-1977), zurückzuführen. Er stammte aus Rodheim. Die Eltern der Frau waren Johann Jacob Brück aus Krumbach und seine Ehefrau Anna Margaretha geb. Bodenbender aus „Jonese“. Sie wohnten zeitweise mit in „Bachcaspersch“ Haus. Das Haus im Bornweg übernahm später Benders Schwiegersohn Karl Märker mit seiner Frau Anna. 47)

Siehe auch

Kirchvers · Straßen · Geographie · Wüstungen · Link-Service · Literatur · Recherche · Hausnamen · Flurnamen · Namenstage

Ansichten
Persönliche Werkzeuge