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Geologie

Die Geologie ist die Wissenschaft vom Aufbau, von der Zusammensetzung und Struktur der Erde, ihren physikalischen Eigenschaften und ihrer Entwicklungsgeschichte, sowie der Prozesse, die sie formten und auch heute noch verändern.

Die Geowissenschaften sind ein wesentlicher Teil der Naturwissenschaften. Die Kenntnis geowissenschaftlicher Grundlagen ist Voraussetzung für das Verständnis unserer Welt und Kultur, sie beeinflusst alle anderen Wissenschaftsbereiche grundlegend.

Die Geologie ist ein multidisziplinärer Zweig der Geowissenschaften, der über die klassische historische und regionale Geologie hinausreicht.

Inhaltsverzeichnis

Erdgeschichte

Die Erde entstand vor ungefähr 4,6 Milliarden Jahren. Seitdem haben geologische Prozesse den Planeten immer wieder neu gestaltet. Zu diesen Vorgängen gehören endogene Prozesse, wie beispielsweise Plattentektonik, Vulkanismus und Erdbeben.

Die exogenen Prozesse hingegen wirken direkt auf der Erdoberfläche. Hier stehen Verwitterung und die anschließende Erosion durch Wind, Gletscher und Flüsse im Zentrum der Beobachtung.

Mit Hilfe moderner Methoden der Geowissenschaften können Wissenschaftler heute die geologische Geschichte einzelner Landstriche, aber auch von Ozeanen, zurückverfolgen und ihre Entstehung rekonstruieren. Im Gegensatz zu anderen Wissenschaftlern befassen sich Geologen bei ihren Untersuchungen häufig mit sehr unterschiedlichen Zeiträumen. Die Messung von Erdbebenwellen beispielsweise erfolgt in Bruchteilen von Sekunden, während die Entstehung eines Ozeans mehrere Zig-Millionen Jahre andauert. Hier befinden wir uns in zeitlichen Dimensionen, die für den Menschen nur schwer vorstellbar sind.

Erdgeschichte in einem Jahr

Um die zeitliche Entwicklung der Erde besser zu veranschaulichen, ist es hilfreich, die Zeitspanne von 4,6 Mrd. Jahren auf ein Kalenderjahr zu projizieren. Demnach würde die Erde am 1. Januar entstehen. Der Kern, Mantel und die Kruste bilden sich in den ersten sieben Wochen des Jahres. Gegen Ende Februar entstehen die ersten primitiven Lebensformen, doch es dauert noch das ganze Frühjahr, den Sommer und den Anfang des Herbstes, bis sich auf der Erde die Kontinente und Ozeane ungefähr in ähnlicher Form gebildet haben, wie wir sie heute kennen. Am 25. Oktober beginnt die Periode des Kambriums, in dem die ersten höheren Organismen auftreten. Doch erst am 7. Dezember entwickeln sich die ersten Reptilien, und an Weihnachten, dem Ende der Kreidezeit, sterben die Dinosaurier aus. Am zweiten Weihnachtsfeiertag beginnt sich der heutige Nordatlantik zu öffnen, und am Nachmittag des 30. Dezember steigt die Insel Island aus den Fluten des Nordatlantiks empor. Der Homo Sapiens, also der moderne Mensch, erblickt erst an Silvester um 23 Uhr das Licht der Welt. Um 23:58 Uhr und 45 Sekunden endet die letzte Eiszeit. Der Wikinger Leif Eriksson entdeckt sieben Sekunden vor Mitternacht den nordamerikanischen Kontinent. Christoph Kolumbus geht dort 3,5 Sekunden nach ihm an Land. Und nur wenige Zehntel Sekunden vor dem Jahreswechsel werden Sie, verehrter Leser, geboren.

Geologische Zeitskala

Im 19. und 20. Jahrhundert erstellten Geologen aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse über das Alter der Erde und der Gesteine eine geologische Zeitskala, deren Abschnitte sich auf die entsprechende Abfolge von Gesteinen und Fossilien beziehen. Die Zeitskala ist in vier Einheiten unterteilt: Äonen, Ären, Perioden und Epochen. Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die in der Geologie üblichen erdgeschichtlichen Zeiteinheiten in Millionen Jahren.

Bei dieser Einteilung ist die Zeiteinheit eines Äon am längsten und die einer Epoche am kürzesten. Die älteste Einheit der Äonen ist das Archäikum, abgeleitet von dem griechischen Wort archaios („uranfänglich”) und umfasst Gesteine im Alter von vier bis 2,5 Mrd. Jahren. Diese ältesten noch erhaltenen Gesteine der Erde wurden in Westgrönland und Australien gefunden. Zusammen mit dem Proterozoikum bildet das Archaikum das Präkambrium.

Die am häufigsten verwendete Zeiteinheit sind die Perioden, deren Zeitrechnung mit den ältesten gefundenen Fossilien zu Beginn des Kambriums anfängt. Die Gesteine der jüngsten Perioden, des Tertiär und des Quartär, sind verständlicherweise am besten bekannt und untersucht. Nach Aussterben der Dinosaurier und der beginnenden Öffnung des heutigen Atlantischen Ozeans teilen sich die Perioden in die kleinsten Einheiten, die Epochen, auf. Die jüngste von ihnen ist das Holozän, das mit dem Ende der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahre begann. Diese Epoche wird häufig auch als postglaziales Zeitalter bezeichnet.

Endogene Prozesse

Im Anfangsstadium war die Erde eine homogene Masse, d.h. sie hatte in jeder Tiefe die gleiche chemische Zusammensetzung. Im Laufe der Zeit sammelten sich die „schwereren” (dichteren) Bestandteile im Zentrum des Planeten und das „leichtere” (weniger dichte) Material stieg nach oben. Dieser Vorgang wird als Differentation bezeichnet. Der innere Kern der Erde besteht daher im wesentlichen aus festem Eisen. Danach folgt der äußere, flüssige Kern, dann der Mantel und schließlich die Kruste.

Der obere Erdmantel und die Kruste bestehen aus der 50-100 km dicken Lithosphäre, in die die Kontinente eingebettet sind. Sie schwimmen auf einer teilweise geschmolzenen Schicht, der Asthenosphäre (bis 200 km), die den zweiten Teil des oberen Mantels bildet.

Die Frage nach der Herkunft des Wassers auf der Erde ist unter Geologen noch nicht sicher geklärt. Eine Erklärung ist, dass sowohl das Wasser, als auch die Atmosphäre durch „Entgasung” bei der Differentation des Erdinneren entstanden. Diese Theorie wird von den meisten Wissenschaftlern anerkannt. Doch wird auch vermutet, dass Wasser, Kohlendioxid und andere Gase der Atmosphäre durch Kometen, die die Erde in ihrer Frühgeschichte zahlreich bombardierten, auf die Erde gelangt sind . Diese Stoffe sind in Kometen nämlich in Form von Eis in großen Mengen enthalten. Wahrscheinlich spielen beide Faktoren eine Rolle, doch scheint die Differentation die wesentlichere Rolle zu spielen.

Die Theorie der Plattentektonik bildet heute den Rahmen der Allgemeinen Geologie und den hier behandelten endogenen und exogenen Prozessen. Erste grundlegende Konzepte der Kontinentaldrift wurden bereits lange vor Alfred Wegener (1880-1930), dem Begründer der modernen Theorie der Plattentektonik, formuliert. Bereits im Jahre 1620 bemerkte der englische Gelehrte Sir Francis Bacon den parallelen Verlauf von Küsten auf beiden Seiten des Atlantischen Ozeans. Spätere Vorstellungen von einer Kontinentaldrift wurden aber von den meisten führenden Wissenschaftlern abgelehnt. Erst ab dem Jahre 1912 wurde die Kontinentaldrift von Alfred Wegener schrittweise bewiesen. Endgültig anerkannt wurde die moderne Plattentektonik, wie sie nachfolgend kurz skizziert wird, erst in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts.

Die Lithosphäre ist keine zusammenhängende Schale. Sie ist vielmehr durch Konvektionsströmungen in etwa ein Dutzend größerer Platten auseinander gebrochen. Konvektionsbewegungen können nur in Flüssigkeiten bzw. in verformbarem Material auftreten, in diesem Fall also im Erdmantel. Heißes (weniger dichtes) Material steigt nach oben und kühlt sich im Bereich der Asthenosphäre und im unteren Bereich der Lithosphäre ab. Die kühlere Masse wird von nachströmendem heißen Material zur Seite gedrängt und sinkt wieder von der Oberfläche nach unten. Ein bekanntes Beispiel für Konvektionsbewegungen ist siedendes Wasser in einem Kochtopf.

Durch das, in entgegengesetzte Richtungen, seitlich abfließende Material an der Unterseite der Lithosphäre, wird diese auseinander gezogen, was bewirkt, dass ganze Kontinente auseinander brechen. Die Stelle, an der Platten auseinanderdriften, wird als eine divergierende Zone bezeichnet. Der Prozess des Auseinanderdriftens zweier Lithosphärenplatten und die daraufhin folgende Entstehung eines Ozeans wird Seafloor-spreading (Spreizung des Ozeanbodens) genannt. Die Geschwindigkeit dieser Bewegungen ist auf der ganzen Erde sehr unterschiedlich. Im Nordatlantik beträgt sie lediglich 1 cm in jede Richtung, im Südatlantik etwa 5 cm und im Pazifik stellenweise bis zu 15 cm pro Jahr. Während die Platten in entgegengesetzte Richtung wandern, steigt zwischen ihnen flüssiges Basalt auf und bildet neuen Ozeanboden. Diese Mittelozeanischen Rücken sind die größten zusammenhängenden vulkanischen Gebirge der Erde. Pro Jahr werden an diesen Stellen weltweit ca. 21 km³ Tiefseebasalte gebildet. Dieser Prozess des Auseinanderbrechens eines Kontinentes kann sich im Laufe der Zeit auch wieder verlangsamen oder ganz enden. Ein frühes Stadium dieser Bewegungen lassen sich am Ostafrikanischen Grabenbruch und am Oberrheingraben in Deutschland beobachten. Das Rote Meer hingegen befindet sich im Stadium eines sich öffnenden Ozeans.

Das Kollidieren zweier Platten wird als konvergierende Zone bezeichnet. Wenn dabei schwerere ozeanische Lithosphäre, die an den Mittelozeanischen Rücken gebildet wurde, unter kontinentale Lithosphäre taucht, sprechen wir von einer Subduktion bzw. Subduktionszone. Ozeanische Lithosphäre ist daher in den seltensten Fällen älter als 150 bis 200 Millionen Jahre. Durch das Abtauchen einer ozeanischen Platte unter einen Kontinent entsteht eine Tiefseerinne, an der der Ozean seine größte Tiefe hat. Auf dem Kontinent hingegen türmen sich durch Faltung hohe Gebirgszüge auf, wie es beispielsweise bei den Anden in Südamerika der Fall ist. Beim Zusammentreffen zweier ozeanischen Platten wird eine der beiden Platten subduziert. Auch hier entwickeln sich auf der subduzierenden Platte Gebirge in Form von Vulkanen, die beim Aufsteigen aus dem Wasser einen Inselbogen bilden. Ein bekanntes Beispiel hierfür sind die japanischen Inseln.

Eine dritte - eher seltene - Art der Plattenbewegung ist eine Transformstörung. Hierbei gleiten zwei Platten aneinander vorbei und reiben sich in entgegengesetzter Richtung. Die bekannteste Transformstörung ist der San-Andreas-Graben an der Westküste der USA.

Wegen der sich verschiebenden Lithosphärenplatten liegen die meisten Vulkane an deren Rändern. Etwa 80 Prozent aller Vulkane über dem Meeresspiegel befinden sich an konvergierenden, 15 Prozent an divergierenden Plattengrenzen und nur wenige innerhalb der Platten. Jene, die innerhalb der Erdplatten liegen, waren in die Theorie der Plattentektonik nur schwer einzugliedern, bis schließlich die Vorstellung der so genannten Hot-Spots entstand. Ein Hot-Spot ist eine Erscheinungsform eines Manteldiapirens, d.h. eines eng begrenzten Strahls aus heißem Material, das aus dem Mantel aufsteigt und die Lithosphäre durchschlägt. Da sich der Hot-Spot in seiner Lage nicht ändert, eine Lithosphärenplatte aber über ihn hinwegbewegt, entstehen auf ihr in mehr oder weniger regelmäßigem Abstand erloschene Vulkanmassive. Die Inseln von Hawaii sind aufgrund eines solchen Hot-Spots entstanden.

Exogene Prozesse

Die Vorgänge, die Gesteine im Laufe der Zeit zerstören, bezeichnet man als Verwitterung. Drei Arten der Verwitterung sind zu unterschieden:

Bei der biologischen Verwitterung werden von Kleinstlebewesen u.a. Löcher in das Gestein „gefressen”. An diesen Stellen können Wind und Wasser leichter angreifen als an einer glatten Oberfläche. Diese Art der Verwitterung spielt aber bei der Zersetzung von Gesteinen nur eine untergeordnete Rolle und kann daher an dieser Stelle vernachlässigt werden.

Bei der chemischen Verwitterung reagieren die im Gestein vorhandenen Mineralien mit Luft und Wasser. Einige Mineralien verbinden sich mit Wasser und Bestandteilen der Luft, andere gehen in Lösung.

Die physikalische Verwitterung spielt die größte Rolle bei der Zerstörung von Gesteinen. Sie beruht auf mechanischen Prozessen, die das Gestein auflockern und zertrümmern. Dies geschieht beispielsweise durch Kälte, die das Gestein „sprengt”.

Als Erosion bezeichnet man alle Vorgänge, durch die verwittertes und aufgelockertes Gestein abtransportiert werden, wie beispielsweise durch Wasser, Wind oder Gletscher. Das transportierte Material kann während seines Transports in seiner Größe und Form weiter verändert werden und unterliegt somit einer weiteren Verwitterung. Ist der Transport beendet - dies ist in der Regel auf dem Ozeanboden der Fall - schichtet sich das verwitterte Gestein auf und bildet so die Sedimentschichten, die sich verfestigen und somit neue Gesteinsarten bilden.

Massenbewegungen

Bei Massenbewegung denkt man oft als erstes an einen Erdrutsch. Geologisch gesehen sind Massenbewegungen aber Gleit-, Fluss-, oder Sturzbewegungen großer Mengen von Material hangabwärts. Sie können so langsam ablaufen, dass man sie nicht direkt wahrnimmt, oder aber in einer sehr hohen Geschwindigkeit erfolgen. Es gibt drei wichtige Faktoren, die für die Anfälligkeit des Materials zur Bewegung hangabwärts eine Rolle spielen. Zum einen die Neigung und Instabilität des Hanges, zum anderen die Art des Ausgangsmaterials und schließlich der Wassergehalt des Materials.

Kreislauf des Wassers

Die Erforschung des Wasserhaushalts der Erde wird in der Wissenschaft als Hydrologie bezeichnet. Sie ist ein wichtiges Teilgebiet der Geologie, da Wasser wesentlich zur Verwitterung und Erosion beiträgt sowie als Transportmittel dient und nicht zuletzt eine der wichtigsten Voraussetzungen für das Leben auf der Erde darstellt. Der Wasservorrat der Erde beträgt etwa 1 ,36 Milliarden Kubikkilometer. Diese Masse ist ständig in allen denkbaren Aggregatzuständen in Bewegung.

Ein Teil des Niederschlags, gelangt durch Versickerung (Infiltration) in den Untergrund und bewegt sich als Grundwasser unter der Erde. Ein anderer Teil wird von den Wurzeln der Pflanzen aufgenommen und geht über die Blätter als Wasserdampf in die Atmosphäre über (Transpiration). Ein anderer Teil des Niederschlags verdunstet (Evaporation). Die gesamte Menge des Niederschlags, die wieder an die Atmosphäre zurückgegeben wird, bezeichnet man als Evatranspiration. Der restliche Teil des Niederschlags fließt an der Erdoberfläche ab und bewegt sich in Richtung Meer.

Flüsse

Jede Flüssigkeit fließt, abhängig von ihrer Geschwindigkeit, ihrer Viskosität und ihrer Fließgeometrie, entweder laminar oder turbulent. Im Falle eines laminaren Fließens bewegen sich die Stromlinien parallel, also ohne sich zu durchmischen. Ein Beispiel für laminares Fließen ist die langsame Bewegung von dickflüssigem Öl oder Honig. Ein turbulentes Fließen kommt aufgrund von sich gegenseitig beeinflussenden Stromlinien zustande und verstärkt sich bei zunehmender Geschwindigkeit und höherer Temperatur. Dabei bilden sich Wirbel und Strudel. Eine Turbulenze ist also ein Maß für die Unregelmäßigkeit von Stromlinien.

Das turbulente Fließen ist kennzeichnend für die meisten Flüsse und Ursache für den Sedimenttransport. Der Art des Transports von Sedimenten ist von der Sinkgeschwindigkeit des mitgeführten Materials abhängig und erfolgt grob gegliedert auf drei unterschiedliche Weisen:

Suspension: Aufgrund der Strömung werden kleine Teilchen schwebend durch das Wasser transportiert. Zu dem schwebenden Material zählen in der Regel kleine Körner der Silt- und Tonfraktion.

Saltation: Durch ständiges Aufwirbeln werden größere Körner sprungweise durch das Flussbett transportiert. Dies ist beispielsweise bei Sand der Fall.

Bodenfracht: Durch Rollen und Schieben an der Sohle des Flussbettes kann auch Geröll transportiert werden. Grundsätzlich gilt: Je stärker eine Strömung ist, desto größer kann die Suspension-, Saltations- und Bodenfracht sein. Bei dieser Art des Transports von Sedimenten wird eine enorme Erosionsarbeit geleistet. Insbesondere das Kollidieren von Frachtmaterial mit Hindernissen und das damit verbundene Abschaben trägt zur Erosion bei (Abrasion).

Ein Maß für die Stärke eines Flusses ist der Abfluss. Er bezeichnet die Wassermenge, die in einer bestimmten Zeiteinheit durch den Flussquerschnitt strömt. Der Abfluss wird gewöhnlich in Kubikmetern pro Sekunde angegeben. (Abfluss = Querschnitt x Geschwindigkeit)

Gletscher

Auch Gletscher tragen in großem Maße zur Erosion bei. Durch ihre gewaltige Masse und ihre fließende Bewegung kann ein Gletscher im Gegensatz zu dem Wind und den Flüssen auch größere Geröllmassen problemlos transportieren. Der Grund für die fließende Bewegung liegt in erster Linie darin, dass der Druck im unteren Bereich des Gletschers so hoch ist, dass das Wasser trotz der Kälte nicht in den festen Aggregatzustand kommt. Das darüber liegende Eis gleitet also auf einem Wasserfilm. Das gleiche Prinzip gilt übrigens auch beim Eislaufen. Das Körpergewicht übt einen so großen Druck auf das Eis unter den schmalen Kufen aus, dass dieses flüssig wird und wir problemlos auf diesem Wasserfilm über das Eis gleiten können.

Grundsätzlich lassen sich Gletscher in zwei Typen einteilen: Talgletscher fließen Berghänge hinab und transportieren enorme Mengen Schutt talwärts. Inlandeis hingegen ist eine dicke Eisdecke, die sich nicht oder nur sehr langsam bewegt und ganze Gebirge unter sich begräbt. Lediglich einzelne sehr hohe Bergspitzen ragen aus dem Eis hervor. Beispiele für Inlandeis sind die gigantischen Eiskappen der Antarktis und Grönlands.

In der Geologie kann ein Stück Eis auch als eine Art Gestein betrachtet werden, das aus kristallinen Körnern des Minerals Eis besteht. Der Schnee stellt also eine Art Sediment dar, während das Eis durch Schichtung zu einem „Sedimentgestein” heranwächst. Ein Gletscher entsteht, wenn der im Winter gefallene Schnee im Sommer nicht vollständig schmilzt und sich im nächsten Winter neue Niederschläge darüber setzen. Bei Schneeflocken, die am Boden altern, kommt es zum Abbau der Kristalle und gleichkörnige Aggregate werden gebildet. Während dieser Umwandlung geht der Schnee in eine dichtere und körnige Form über. Da stets neuer Schnee über den älteren fällt, nimmt dieser eine immer dichtere Form an, die als Altschnee bzw. Firn bezeichnet wird. Durch die weitere Überdeckung mit Neuschnee, die fortlaufende Alterung und die Rekristallisierung der Körner, verkittet die Masse und wird schließlich zu festem Gletschereis.

Die jährlich hinzukommende Schneemenge wird als Akkumulation bezeichnet. Hierbei werden jegliche Überreste aus der Vergangenheit im Gletscher eingeschlossen - sei es die Asche eines Vulkanausbruchs oder auch Lebewesen, die in ihrer ursprünglichen Gestalt im Eis erhalten bleiben. Aber auch Luftblasen sind im Gletschereis vorhanden. Durch eine chemische Analyse konnte man beispielsweise erfahren, dass während der letzten größeren Vereisung der Pole der Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre niedriger war als heute. Gletscher gelten daher als eine Art Klimaarchiv der Erde.

Seine Eismassen verliert ein Gletscher durch Schmelzen und Kalben. In sehr kalten Regionen verliert er aber auch Eis durch Sublimation, d.h. durch den direkten Übergang vom festen in gasförmigen Aggregatzustand - eine besondere Art der Verdunstung. Die jährliche Abnahme von Schnee und Eis wird Ablation genannt. Das heißt also, solange über einen langen Zeitraum Akkumulation größer oder gleich der Ablation ist, ist die Existenz des Gletschers gesichert.

Das Meer

Auch das Meer spielt in der Geologie eine zentrale Rolle. Denn hier sammeln sich enorme Mengen Sedimentmaterial, das durch submarine Rutschungen und Strömungen bis tief in den Ozean befördert wird und gigantische chemische und biogene Ablagerungen bildet. Zudem fördern submarine heiße Quellen Lösungen mit einem hohen Gehalt chemischer Substanzen. Trotzdem weist Meerwasser in seiner Zusammensetzung durchschnittlich überall einen gleichen Salzgehalt auf.

Seine Ränder formt das Meer selbst - in Wechselwirkung mit der Tektonik - durch Wellen und Gezeitenschwankungen. Wellen entstehen durch die tangentiale Schubkraft des Windes. Jedoch transportieren Wellen kein Wasser, sondern sie befördern nur Energie. Strandurlauber kennen das: Ein in den Wellen tanzendes Treibholz bewegt sich erst mit der Welle hoch und ein wenig vorwärts. Ist die Welle durchgelaufen, bewegt es sich wieder nach unten und zurück. Dieser Transport von Energie ist ähnlich einer „La Ola”-Welle im Fußballstadion, bei der jeder Zuschauer an seinem Platz bleibt. Nicht der Zuschauer wandert, sondern das Aufstehen. Der sich setzende Zuschauer bewirkt, dass sich sein Nachbar erhebt. Bei Oberflächenwellen im Meer stößt ein Wassermolekül an das nächste und bewirkt den Transport einer ursprünglichen Kraft, die die Molekühle in Bewegung gesetzt hat, wie beispielsweise der oben erwähnten Schubkraft des Windes. In den Brandungszonen werden die Wellen gebrochen. Dies führt zu Küstenlängsströmungen und Küstenversetzungen, d.h. Sand wird entlang der Küste verfrachtet, wodurch Sandstrände entstehen können.

Eine weitere Energie, die Wellen entstehen lässt sind Hangrutschungen im Küstenbereich oder Seebeben am Grund des Ozeans. Nach einem dieser Krafteinwirkungen auf das Wasser breiten sich ringförmig Wellen mit der Geschwindigkeit eines Flugzeugs aus. Besatzungen von Schiffen auf hoher See fallen diese Wellen in der Regel nicht auf, denn die Wellenlänge - also die Strecke von einem Kamm zum nächsten - kann einige Hundert bis Tausend Kilometer lang sein. Die mit der Welle verbundene Bewegung zieht sich über viele Minuten hin und bleibt unbemerkt. Erst in Küstennähe wird die Welle gestaucht und die Bewegungsenergie wandelt bewirkt eine sich auftürmenden Wasserwand. Diese Riesenwellen werden Tsnunami (jap.: "große Hafenwelle") genannt. Küstenverläufe werden auch durch Gezeitenschwankungen verändert. Die Anziehungskraft des Mondes bewirkt zwei gewaltige Flutberge, unter denen sich die Erde in 24 Stunden einmal hinwegdreht. Die Wassermassen verteilen sich je nach Form von Küste und Meeresboden ganz unterschiedlich. In einigen Gegenden, wie beispielsweise an der französischen Atlantikküste, steigen die Gezeitenwellen nach dem Niedrigwasser bis zu 14 Meter hoch, während sie in der Ostsee kaum zu messen sind. Die Gezeitenschwankungen sind Ursache der Sedimentation auf den Wattflächen. Die Ränder der Kontinente bestehen aus dem flachen Kontinentalschelf, dem meist etwas steiler abfallenden Kontinentalhang und dem, aus Sedimenten bestehenden, flachen Kontinentalfuß. Letzterer erstreckt sich bis in die Tiefseeebenen weit draußen im Ozean. Ihre tiefste Stelle haben die Meere in den Tiefseerinnen, die an Subduktionszonen liegen. Sie können bis zu 15 Kilometer tief sein.

Klima und Kultur

Durch die verschiedenen Parameter der Geologie wurden alle Bereiche der heutigen Wissenschaften beeinflusst.

Geologische Einflüsse beeinfluss- en/ten u.a. das Klima, die Biologie und Kultur ganz wesentlich, alle anderen wissenschaftliche Disziplinen sind davon existenziell betroffen..

Untersuchungen zur jüngeren und jüngsten Klimageschichte zeigen, dass es immer die wärmeren Phasen waren, in denen es dem Menschen gut ging, seine Lebensumstände angenehmer und seine kulturellen Entwicklungsmöglichkeiten größer waren. Andererseits ist in klimatischen Krisensituationen häufig ein Stimulans für technologische Innovationen und Anpassungsstrategien erkennbar.


Siehe auch

Klima · Landwirtschaft · Geschichte · Großgemeinde · Informationsquellen · Recherche · Wetter

Weiterführende Literatur

Ansichten
Persönliche Werkzeuge