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Gebhard

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Familienname Gebhard

Lohra

Jonas Gebhard

Magister, Sohn des Handelsmanns und Ratsherrn in Grünberg, geb. um 1608, 1624 Student in Marburg, 1627 - 1631 Präzeptor am Pädagogium in Marburg. 1631 Pfarrer in Wetter, Mitglied des Definitoriums in Marburg 1632 - 1636. Subdiakonus in Marburg, Juni 1636 Metropolitan in Lohra. Gest. daselbst 8.10.1666. oo Marburg 31.5.1630 mit Kunigunde, Tochter des Dietrich Pfaff, beerd. Lohra 16.1.1655. Verheiratet in 2. Ehe 20.6.1659 mit Wwe. Anna Graf aus Gleiberg. Kinder: Justus get. Marburg 31.7.1631, früh gest.; Ludwig Dietrich, geb. Wetter 9.9.1632; Marie Katharina, get. 30.9.1634; Anna Agnes get. Marburg 28.9.1636, oo mit Kaplan in Grünberg Nik. Ludw. Goldmann; Anna Gertraud, = nach 1662 mit Joh. Wilhelmi, Rektor in Echzell; Anna Margaretha, get. 13.11.1638, oo Lohra 12.11.1661 Diakonus Roth in Oberrosbach; Philipp 1641 - 1643; Anna Magdalena, get. 11.11.1646; Helene get. 20.4.1648; Anna Katharina, get. 18. Juni 1652. Evang. luth. Pfarrer in Lohra 1636 - 1666 1)

1636 - 1666 Mag. Jonas Gebhard, von Grünberg, Subdiakonus in Marburg, ward auf befehl des Langraf (!) Georg von Hess.-Darmstadt im Juni 1636 durch den Superintenden (!) Georg Kertinius in Lohr eingeführt, da der vom Patron auf Renker‘s Empfehlung präsentierte Pfarrer von Wittelsberg Conrad Fischer nicht acceptiert wurde. Die Proteste des Grafen unterm 11. u. 18. Juni blieben erfolglos, zumal 1637 das ganze Solm’sche Land von dem kaiserlich gesinnten Landgrafen Georg besetzt wurde und das 1623 zur reform. Kirche übergetretene Haus Solms zur gegnerischen Kriegspartei gehörte. Als Neujahrstag 1640 die Schweden einrückten, flohen die Leute von Lohr nach Marburg u. blieben 3 Monate daselbst (Auf dem Rand: 1640 konnte keine Copulation vollzogen wegen Kriegsunruhen), während welcher Zeit viele von ihnen starben u. daselbst begraben wurden. Als 1648 das luth. Oberhessen von Hessen-Cassel occupiert wurde, verweigerte Gebhard der Langgräfin (!) Amalie Elisabeth anfänglich den Huldigungseid u. ward daher bis dies geschehen, suspendiert. Graf Philipp Reinhard v. Solms richtete nun auch an Gebhard die Aufforderung sich binnen 8 Tagen in Hohensolms zu stellen u. die Pfarrei Lohr als Solms’ssches Lehen zu empfangen u. den „herkömmlichen Atz“ zu leisten. Gebh. schwankte längre Zeit, ob er sein Amt aufgeben oder den verlangten Revers unterschreiben sollte. Erst am 4. März 1649 bequemte er sich dazu, indem er sich zu Hohensolms dahin retro<v>ersirte, daß obwohl er zu Kriegszeiten ohne Begrüßung der rechtmäßigen Patrone in Lohr eingefürt (!) sei „er sich gleichsam de novo präsentiert bekenne“, u. sandte unterm 12. April seinen Revers schriftlich ein, nachdem der Graf schriftlich versprochen: „Auch das vorzunehmen, was der Hess. Kirchordnung oder Gebhard’s früherer Vocation zu wider sei“. Er starb 8. October 1666; 1 Tochter von ihm hatte 1662 den Reiter Johann Wilhelmi zu Echzell gefreit. Seine Wittwe Anna Margarete zeigte den Tod „ihres geliebten Ehevogts“ dem Grafen von Solms an u. bat die Stelle dem Sohn des Pfarrers zu Kirchvers: Johann Philipp Chelius geben zu wollen, den schon ihr Mann sich habe adjungieren wollen. 51)

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