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Gaul

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Familienname Gaul


Inhaltsverzeichnis

Kirchvers

Anna Margaretha geb. Gaul

Aus Rollshausen, 1829-1912, verheiratet mit Johann Becker (1826-1895) aus Kirchvers, Sohn Johann Becker (1867-1930).

Bezug: Schreinersch

Lohra

Georg Gaul

Hartmut Gaul

Konrad Gaul

Konrad Gaul (geb. 6.5.1913 in Lohra; gest. 16.3.1997 in Lohra) Bürgermeister der Gemeinde Lohra, Mitglied des Kreistags- und Kreisauschuß Marburg und Marburg-Biedenkopf. Er war ein „Vereinsmensch“.

Konrad Gaul war von 1952 bis 1976 Bürgermeister der Gemeinde Lohra. Unter seiner Leitung entwickelte sich die Gemeinde zu einem modernen und leistungsfähigen Gemeinwesen.

Konrad Gaul war ein Sohn der Gemeinde Lohra.

Hier wurde er am 6. Mai 1913 als 4. von 5 lebenden Kindern des Eisenbahnarbeiters Heinrich Gaul und seiner Ehefrau geb. Schlienbecker geboren. Bereits 1922 verlor die Familie ihren Vater und Ernährer.

Nach dem Besuch der Volksschule Lohra lernte Konrad Gaul in der Marburger Brauerei Bopp den Beruf des Brauerei-Handlungsgehilfen. In der Kaufmännischen Berufsschule unterrichtete ihn u.a. Dipl. Handelslehrer August Eckel, der von 1945 bis 1966 Landrat des Landkreises Marburg war. 1938 wechselte Konrad Gaul vorübergehend zur AOK Kirchhain, kehrte dann als Expedient zur Brauerei zurück.

Am 17. Dezember 1938 trat er mit Elisabeth geb. Dörr in den Stand der Ehe, aus der 7 Kinder hervorgingen. Im Jahre 1970 verstarb die Ehefrau.

Ende 1939 wurde Konrad Gaul zum Kriegsdienst eingezogen. Von 1942 bis 1945 war er im Nordabschnitt der Ostfront eingesetzt. Als Fahnenjunker-Wachtmeister kam er verwundet in russische Kriegsgefangenschaft, aus der er im Mai 1946 fliehen konnte.

Nach vorübergehenden Tätigkeiten als Waldarbeiter und als kaufmännischer Angestellter kehrte er in die Brauerei zurück. Als Brauerei-Vertreter wurde er 1951 zum Vorsitzenden des Wirtschaftsausschusses zur Durchführung des ersten Marburger Brunnenfestes gewählt.

Als Vorsitzender des Hauptausschusses war er 1951 an der 1200-Jahrfeier der Gemeinde Lohra maßgebend beteiligt. Im selben Jahr wählte ihn die Gemeindevertretung seiner Heimatgemeinde zum Ersten Beigeordneten, 1952 zum ehrenamtlichen und 1960 für 12 Jahre zum hauptamtlichen Bürgermeister. 1972 wurde er für weitere 6 Jahre als Bürgermeister wiedergewählt. Am 31. März 1976 trat er in den Ruhestand.

Konrad Gaul war ein Mann der Praxis. Als er das Amt des Bürgermeisters übernahm, fehlten in Lohra sämtliche öffentliche Einrichtungen. Er sorgte für Wohnungen, ließ Bauland ausweisen und half Bauinteressenten beim Erstellen von Wohnraum.

Dann leitete er eine breit gefächerte Entwicklung zum Wohle der Bürger seiner Gemeinde Lohra und der benachbarten Gemeinden ein.

In seine Amtszeit fielen der Bau der zentralen Wasserversorgung, die Kanalisation in Lohra und den Ortsteilen Nanz-Willershausen und Damm, die Beseitigung von Bahnübergängen, Straßenbau und Straßenbeleuchtung, Feuerwehrgerätehaus und Kindergartenbau, der Ausbau der Mittelpunktschule sowie der Bau eines Sportplatzes in Lohra. Als eine der Sternstunden darf die Einweihung des Bürgerhauses Lohra mit seinem Freund Innenminister Heinrich Schneider bezeichnet werden.

Um dieses Projekt finanzieren zu können, hatte sich damals unter seiner Federführung ein Verein zur Förderung des Bürgerhausbaues gebildet, der später die Gemeindekasse um 70000,— DM entlastete.

Beliebig fortsetzbar wäre die Reihe jener Einrichtungen und Initiativen, denen Konrad Gaul Aussehen und Gestalt gab.

Sein Einsatz im Kreistag und Kreisausschuß sowie seine Entschlußfreude und seine Gradlinigkeit kamen ihm dabei zupaß.

Mit derlei Eigenschaften meisterte er kurze Zeit vor seinem Rücktritt die Eingliederung von neun umliegenden Dörfern in die Gemeinde Lohra und stellte eine reibungslos funktionierende Verwaltung zusammen, deren Mitarbeiter er aus Wirtschaft, Gewerbe und Verwaltung holte.

Tätigkeiten in Verbänden und Vereinen

  • 1930 Mitbegründer des VfB Lohra, aktiv als Fußballspieler, Mitarbeit in Vorstandsgremien. 1946 nach Rückkehr aus russ. Gefangenschaft noch 1 1/2 Jahre aktiv. Mitarbeit im Vorstand als 1. Vors. 2 Jahre und langjährig im Vorstand. Ehrenmitglied und Ehrung durch Hess. Fußballbund.
  • 1930 Mitglied des MGV Liederhort, aktiver Sänger bis 1993. 17 Jahre 1. Vors. von 1949 bis 1966. 29.10.66 Ehrenvorsitzender. Ehrung durch Sängerbund Heimatland und Deutscher Sängerbund mit Ehrenausweis und Verleihung der goldenen Ehrennadel.
  • 1953-83 Mitglied des Kirchenvorstandes der evgl. Kirchengemeinde.
  • 1953-75 Vorsitzender des Vorstandes der Raiffeisengenossenschaft Lohra.
  • 1952-76 Jagdvorsteher der Jagdgenossenschaft Lohra.
  • 1969-77 Verbandsvorsteher des Wasser- und Bodenverbandes Süd-West im Landkreis Marburg.
  • 1962-76 Stellvertr. Verbandsvorsteher des Abwasserverbandes »Mittlere Salzböde«.
  • 1952 Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr 07 Lohra, seit 30.12.76 Ehrenmitglied.
  • 1959 Mitbegründer des Burgvereines (Geselligkeitsverein) Lohra, 1984 Ehrenmitglied.
  • Mitglied der SPD-Lohra mit Funktionen im Ort, Kreis und Land.

Tätigkeiten in den Landkreisen Marburg und Marburg-Biedenkopf

  • 1956-64 Mitglied des Kreistages, Vors. der SPD-Fraktion und des Haupt- u. Finanzausschusses. *1964-76 Kreisbeigeordneter u. Mitgl. verschiedener Kommissionen und Ausschüsse.

Auszeichnungen

  • 1974 Ehrenmedaille des Landkreises Marburg.
  • 1976 Ehrenbrief des Landes Hessen und Ehrung durch den Hessischen Gemeindetag.
  • 1977 Bundesverdienstkreuz.
  • 1978 Ehrenbürger der Gemeinde Lohra. Außerdem ehrten ihn Vereine und Verbände.

1,5,29)

Siehe auch

Berufe • Chronik • Flurnamen • Für Neugierige • Geographie • Großgemeinde • Geschichte • Hausnamen • Persönlichkeiten • Recherche • Straßen

Ansichten
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