Lohra-Wiki

Flurnamen

Aus Lohra-Wiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

Ein Flurname ist die namentliche Bezeichnung (Flurbezeichnung) eines kleinräumigen Landschaftsteils (Flur).

Flurnamen sind überlieferte geografische Namen (Lokalnamen), die sich im örtlichen Sprachgebrauch entwickelt haben.

Inhaltsverzeichnis

Der Flurname als Gebrauchsname

Flurnamen sind und waren vor allem Gebrauchsnamen. Sie sind in der Regel nur innerhalb einer Stadt oder eines Dorfes bekannt. Nur durch die eindeutige Benennung können Besitzverhältnisse (Grundbücher) oder Landnutzung geregelt werden. Flurnamen dienen dazu, den Ort, d. h. die Lage eines Flurstückes innerhalb der Gemarkung eindeutig zu identifizieren.

Dies galt insbesondere für Parzellen, die der Realteilung unterlagen und daher oft nur eine Generation lang demselben Besitzer gehörten. Wurde hingegen das Anerbenrecht ausgeübt, blieben die Grundstücke ungeteilt. Dann wurde der Besitzer namentlich nicht genannt und das Grundstück nur mit dem Hofnamen/Hausnamen verbunden. 2, 29)

Etymologie der Flurnamen

Großräumige Flurnamen oder Lagebezeichnungen sind meist alt. Flurnamen, die in die Vor- und Frühgeschichte zurückreichen, sind selten, wenn man von Flußnamen oder Namen markanter Berge absieht. Manchmal schimmert in den Endsilben noch eine sehr alte Bezeichnung durch.

In den Flurnamen spiegeln sich alle historischen und sprachlichen Entwicklungen wider. Viele kleinräumige Flurnamen entstanden erst nach der Aufhebung der Dreifelderwirtschaft und nach Aufgabe der Feld- und Weidewirtschaft, sowie nach Aufhebung der Allmende nach 1800. In den Regionen/Gemarkungen, wo die Realteilung des Grundbesitzes praktiziert wurde, entstanden dadurch viele neue und zusätzliche Flurnamen. Insbesondere die Attribute beim, auf, über, unter, vor und hinter deuten auf eine Besitzteilung hin. Wurde hingegen der Grundbesitz nur an einen Erben weitergegeben (Anerbenrecht), waren zusätzliche Namen nicht erforderlich. Daher gibt es in diesen Gemarkungen auch vergleichsweise weniger Flurnamen.

Flurnamen kann man nur etymologisch erklären, wenn man sich mit der Zeit ihrer Entstehung auseinandersetzt. Wer mehr als nur einfache Begriffe in die Flurnamen hineininterpretieren will, geht meist fehl. Jedem Flurnamen liegt ein Benennungsmotiv zugrunde, ein Merkmal, das diesem bestimmten Ort anhaftet. Zum Zeitpunkt der Entstehung wurde dieses Merkmal in der/dem gängigen Umgangssprache/Vokabular beschrieben. Das heißt, der Name entstand aus der vor Ort gesprochenen Mundart und wurde so überliefert und weitergegeben. Die Bedeutung des Namens blieb dabei erhalten, der Wortschatz, die Aussprache und die Schreibweise haben sich jedoch verändert.

Als man im 19.Jahrhundert die Flurnamen schriftlich festlegte (katasteramtliche Schreibweise), wurden – aus Sicht des Etymologen – schlimme Fehler gemacht, die nicht wieder gut zumachen sind. Namen wurden total entstellt und sind für die Forschung völlig unbrauchbar, da sie in der „verhochdeutschten“ Form zu den unsinnigsten Deutungen führen. Dabei lässt sich die Bedeutung des Namens bei der Schicht der jüngeren Flurnamen mit der vor Ort gesprochenen Mundart in den meisten Fällen noch hinreichend klären. 2, 29)

Heutige Flurnamen

Die Flurnamen sind in den Flurkarten der Katasterämter eingetragen, leider nicht immer in der vor Ort gebräuchlichen Ausdrucksweise. Diese sind in Deutschland wiederum aus den Brouillonkarten und den Reinkarten des 19. Jahrhunderts übernommen worden. 2, 29)

Alphabetisch

Ortsteile

Altenvers 06

Damm 01

Kirchvers 05

Lohra 00

Aus der Gemeindekarte 1940

  • Altbrach
  • Am Bollerberg
  • Am Dammer Weg
  • Am Distelfink
  • Am Esseberg
  • Am Hollersgraben
  • Am Hohleichengraben
  • Am Hopfengarten
  • Am Kirbach
  • Am Lindenstnithsweg
  • Am Marktweg
  • Am Örtelberg
  • Am Sehneborn
  • Am Stockacker
  • Am Stockbrunnen
  • Am Trieb
  • Am Weidenstrauch
  • Am Weyet
  • An der Bäckergasse
  • An der Hohleiche
  • An der Obergasse
  • An der Pinz
  • Auf dem Brunkel
  • Auf dem Dünnacker
  • Auf dem Futtergarten
  • Auf dem Gollenbügel
  • Auf dem Jungholz
  • Auf dem Kloster
  • Auf dem Null
  • Auf dem Rollshäuser Weg
  • Auf dem Schiebel
  • Auf dem Schmitt
  • Auf dem Stallhof
  • Auf dem Stehrkitzel
  • Auf dem Steinacker
  • Auf dem Wall
  • Auf dem Weyet
  • Auf den Bienengärten
  • Auf den Braugärten
  • Auf den langen Strichen
  • Auf der Dörrhute
  • Auf der Fomohl
  • Auf der Gimbelswiese
  • Auf der Großwiese
  • Auf der Hauweise
  • Auf der Höhe
  • Auf der Hohl
  • Auf der Hohleiche
  • Auf der Hute
  • Auf der Kreuzwiese
  • Auf der Weglänge
  • Auf der Hardt
  • Aufm Frisch
  • Bei der Fomohl
  • Bei der Schindkaute
  • Beim Alten Baum
  • Beim Judenfriedhof
  • Beim Sehneborn
  • Burgacker
  • Clausborn
  • Dammer Weg
  • Der Gemeinds-Kornberg
  • Der Schmidthain
  • Die Basthecke
  • Die Brudersburg
  • Die Götzenmühle
  • Die Großwiese
  • Die Hardt
  • Die Hauwiese
  • Die hintersten Erlen
  • Die Kaplanei
  • Die Kirbachseite
  • Die Kreuzwiese
  • Die Lindenstruth
  • Die Salzwiese
  • Die Stiefmutter
  • Die vordersten Erlen
  • Die Wälgerhute
  • Die Webergasse
  • Die Weiderchen
  • Dörrhute
  • Eichküppel
  • Eisenkaute
  • Forstbirken
  • Gänsäcker
  • Gänseberg
  • Gemeindeacker
  • Gernstein
  • Geschnelltes
  • Grabstück
  • Hainbuch
  • Hans Adams Hof
  • Hardter Rain
  • Hemerich
  • Hinter dem Gollenbügel
  • Hinter der Götzenmühle
  • Hinterm Gässchen
  • Im Ahle
  • Im Augang
  • Im Bergloch
  • Im Biegen
  • Im Bruch
  • Im Brühl
  • Im Eckersbach
  • Im Flarninengraben
  • Im Fuchsloch
  • Im Grabstück
  • Im Hachenbach
  • Im Hillertshausen
  • Im Hinterbach
  • Im hintern Eckersbach
  • Im Hinternbach
  • Im Kehnaer Loch
  • Im Kessel
  • Im Kirbach
  • Im kleinen Feldchen
  • Im Limbach
  • Im Löppeltal
  • Im oberen Dorf
  • Im Östebach
  • Im Schmittloch
  • Im Subach
  • Im Tal
  • Im Teich
  • Im Treis
  • Im Uppeborn
  • Im vorderen Eckersbach
  • Im Wall
  • Im Weidig
  • In den Beeten
  • In den Eichwiesen
  • In den Gräben
  • In den Opperteilen
  • In der Hainbuchsecke
  • In der Haselau
  • In der Oberau
  • In der Pinz
  • In der Schnurrbartsgasse
  • In der Wanne
  • In Offenhausen
  • Inder Sänge
  • Klingacker
  • Köhlern
  • Kurzacker
  • Lache
  • Lange Loh
  • Leimenkaute
  • Moschbügel
  • Ochsenberg
  • Örtelsberg
  • Östebach
  • Pfadwiese
  • Roßmorgen
  • Sangerköpfe
  • Sonntagsäcker
  • Spitzescheid
  • Spöttersboden
  • Steinbügel
  • Steingasse (-weg)
  • Subach
  • Teichgarten
  • Teufelsberg
  • Über dem Lindenstruthsweg
  • Über dem Östebach
  • Über den schwarz. Löchern
  • Über der Enggasse
  • Unter der Linde
  • Unter der Obergasse
  • Unterm Rollshäuser Weg
  • Vor dem Eckersbach
  • Vor dem Hainbuch
  • Vor dem Ochsenberg
  • Vor dem Örtelberg
  • Vor dem Spitzescheid
  • Vor dem Steinbügel
  • Vor der Gimbelswiese
  • Vor der Lache
  • Vor der Mühle
  • Vorm Röllsberg
  • Wennuthsberg
  • Zw.d. Treiser Höhlchen
  • Zwischen den Bächen
  • Zwischen den Wassern 29)

Nanz-/Willershausen 02

Reimershausen 04

Rodenhausen 03

Rollshausen 08

Seelbach 09

Weipoltshausen 07

Keine Flurbezeichnung

Sieben Wege

Siehe auch

Geographie · Geologie · Landschaft und Natur · Großgemeinde · Sehenswürdigkeiten · Hessisches Flurnamenbuch

Ansichten
Persönliche Werkzeuge