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FFW Lohra

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Freiwillige Feuerwehr 07 Lohra

Wehrführer : Patrick Schuhmacher

stv. Wehrführer : Martin Schlagl

Fahrzeuge : ELW 1 , TLF 16 , LF 8/6

Die Feuerwehr Lohra gehört zum 1. Zug der Feuerwehren von Lohra

Inhaltsverzeichnis

Kontakt

Kontakt: Oliver Fleischer, Jahnstr. 9, 35102 Lohra, 06462/915203

Termine

Jeden Dienstag ab 20.00 Uhr Ausbildung Feuerwehrdienst im Gerätehaus Lohra.

Geschichte

Das Bedürfnis des Menschen und die Notwendigkeit sich vor Not und Katastrophen zu schützen hat schon immer bestanden. Wie aus alten Unterlagen zu ersehen ist, wurde der Feuerschutz und die dazu notwendigen Einrichtungen und Organisationen von "Oben herab" angeordnet.

Es wird 1848 ein Notteich oberhalb des Ortes erwähnt, welcher nur bei Feuergefahr benutzt wird. Im Jahre 1851 lesen wir von der Baufälligkeit des Gerichtsspritzenhauses und einer Feuerspritze für das ganze Gericht Lohra.

Nach 1871 wurde das Löschwesen in Spritzenverbänden organisiert. 1880 lieferte die Firma Klee & Sohn aus Marburg eine Handdruckspritze für den Spritzenverband Lohra, Damm und Nanz-Willershausen.

1908 tritt Nanz-Willershausen aus dem Spritzenverband aus. Lohra und Damm bleiben zusammen.

Am 2. Juli 1903 tritt die Gemeinde Lohra dem Feuerwehrverband für den Regierungsbezirk Kassel bei. Es werden 38 Mitglieder aufgeführt.

Jede Aufgabe erhält einen entscheidenden Impuls, wenn sie auf eine freiwillige Basis gestellt wird. Dies geschah in Lohra im Jahre 1907 mit der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr. Nach mündlicher Überlieferung waren es die Bürger Konrad Wagner und Johann Willershausen, die als erste das Kommando übernahmen.

Aus dieser Zeit schreibt auch der Regierungs-Assessor Bredt im Auftrag des Königlichen Landrats zu Marburg an den Bürgermeister Rau zu Lohra: Gegen die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr in Lohra habe ich an sich nichts einzuwenden,....... Da aber die freiwillige Wehr nicht im Besitze eigener Feuerlöschgeräte ist, kann ich sie nur unter der Voraussetzung anerkennen, dass die Gemeinden Lohra und Damm sich bereit erklären, sämtliche Feuerlöschgeräte der freiwilligen Wehr zu überlassen.

Die Möglichkeiten Feuer zu bekämpfen waren im Vergleich zu heute gering. Es waren in dieser Zeit eine Handdruckspritze, etwa 50 Eimer, 4 Leitern, 3 Feuerhacken und die Feuerwehrausrüstung vorhanden. Untergebracht war die Spritze im Rathaus, die Leitern und Feuerhacken im Leiternhaus, welches 1930 abgerissen wurde.

Verbessert wurden die Einsatzmöglichkeiten im Jahre 1911 durch den Kauf einer Saug- und Druckspritze bei der Firma Lous Tidow in Hannover mit 200 Meter Hanfschlauch. Im gleichen Jahr wurden die Bürger Konrad Wagner und Jakob Schorge mit dem Erinnerungszeichen für das Feuerlöschwesen ausgezeichnet.

Aus dieser Zeit wird auch berichtet, dass von der Feuerwehr in Wiesbaden gebrauchte Uniformen gekauft wurden, aber nicht ganz bezahlt werden konnten. Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges verkaufte man diese Uniformen an das Kriegsheer und bezahlte damit die Restschulden. Es ist ein Zeichen dafür, wie der Erste Weltkrieg in die Feuerwehr Lohra eingegriffen hat.

Wie vielerorts, so kam auch die Tätigkeit der Feuerwehr in Lohra in dieser Zeit zum Erliegen. Lehrer Geiger und Philipp Schlienbecker brachten wieder Leben in die Feuerwehr. In dieser auch wirtschaftlich schweren Zeit keine leichte Aufgabe. Philipp Schlienbecker war bis 1933 Orts- und Bezirksbrandmeister. Für seine langjährige Tätigkeit, auch während des Krieges, wurde er zweimal ausgezeichnet.

Bis zur Anschaffung einer Feuersirene im Jahre 1954, wurde die Feuerwehr durch das Feuerhorn oder Feuerglocke zu Hilfe gerufen.

Die Inschrift der im Jahre 1778 gegossenen Lohraner Glocke erinnert uns daran:

Oh, Lohraer Kirchspiel denke doch,
Glock und Klang kann vieles lehren!
Eil zur Kirche heute noch,
wo Du Gottes Wort wirst hören.
Wenn mein Schall zum Beten lockt,
rufe Gott in Andacht an,
bin ich eine Totenglock
denke, daß man sterben kann.
Dieser aber wünsche ich
wollte Gott zu seinem Preise,
daß ich zum Erschrecken
nicht eine Feuerglocke heiße.

Bei dem Feuerhorn erinnern wir uns an unser im Jahre 1976 verstorbenes Ehrenmitglied Heinrich Scheld, welcher lange Jahre als Hornist tätig war. Seit dem Jahre 1923 stand ihm das Ehrenmitglied Johann Keller bei seiner Aufgabe zur Seite. Beide Mitglieder wurden für langjährige treue Dienste in der Feuerwehr geehrt.

Um die Saug- und Druckspritze für den Spritzenverband immer einsatzbereit zu haben, verpflichteten sich die Halter von Pferdegespannen die Spritze zum Brandherd zu befördern.

Es wird erzählt, dass einmal die Spritze zur nachbarschaftlichen Löschhilfe nach Rollshausen gerufen wurde. Auf halbem Weg kam die Nachricht "in Lohra brennts" Der Fuhrmann machte auf der Stelle kehrt, fuhr nach Lohra zurück, damit in Lohra zuerst das Feuer gelöscht werden konnte.

Im Jahre 1933 wurde der Eisenbahner Christian Müller Ortsbrandmeister. Unter seinem Kommando bekam die Feuerwehr Lohra eine neue Motorspritze, sowie 33 Uniformen und Helme.

Die Neuorganisation erfasste auch die Freiwilligen Feuerwehren. Es wurde wie überall das Führungsprinzip eingeführt. welches zur Folge hatte, dass die Führungskräfte nicht gewählt, sondern von "oben herab" eingesetzt wurden. Dies ging soweit, dass die Feuerwehr als Hilfspolizeitruppe tätig werden konnte. Hier stand dann der Name " Freiwillige Feuerwehr" nur auf dem Papier.

Der Anstreicher Lorenz Hormel folgte Christian Müller im Jahre 1936 im Amt des Ortsbrandmeisters. Bis 1939 hatte die Feuerwehr 43 Mitglieder.

Gefallen sind oder als vermisst gemeldet wurden: Heinrich Barth, Kirbach Ernst Baum, Bahnhofstraße Heinrich Böth, Bahnhofstraße Johannes Hetche, Marburgerstraße Johannes Kuhl, Lindenstraße Richard Wagner, Lindenstraße.

Während des 2. Weltkrieges wechselte öfter die Leitung der Feuerwehr, bis Johannes Schorge das Kommando übernahm. Er war bis 1949 Ortsbrandmeister. Es war nicht nur für die Feuerwehr eine schwierige Zeit, da viele Männer im Krieg oder Gefangenschaft waren. Auch war nach dem Krieg das Interesse sehr gering, eine Feuerwehruniform anzuziehen. Es ging soweit, dass die Gemeindevertretung beschloss, eine Pflichtfeuerwehr aufzustellen.

Von 1949 bis 1952 stand die Feuerwehr unter dem Kommando von Georg Rink. In dieser Zeit besaß sie auch einen selbst umgebauten Mannschaftswagen, welcher aber nur kurze Zeit einsatzfähig war.

Im Jahre 1952 wurde auf Initiative des damals neu gewählten Bürgermeisters Konrad Gaul die Freiwillige Feuerwehr als Verein mit der Aufgabe des Brandschutzes neu belebt. Am 9. August 1952 wurde Heinrich Naumann als Ortsbrandmeister und Heinrich Junck zu seinem Stellvertreter gewählt.

Die Bemühungen um ein aktives Vereinsleben bei der Pflege guter Kameradschaft, ließen eine einsatzfähige Feuerwehr entstehen. Dieser positive Aufwärtstrend fand sein erstes Zeichen mit der Austragung des Bezirksfeuerwehrtages am 21. Juni 1953 in Lohra. Es fanden dabei Schul- und Angriffs- Übungen an der Speckbrücke statt, bei der sich die Gruppe der Feuerwehr Lohra mit besonderen Leistungen auszeichnete. Mit dem Festzug und anschließendem Volksfest und Tanz auf dem Festplatz an der Zigarrenfabrik nahm das Fest einen harmonischen Verlauf.

Das Vereinsleben erhielt seine Impulse durch Familienabende mit Theateraufführung und Tanz, sowie die Durchführung eines Quizabends mit den örtlichen Vereinen im Salzbödetal. Höhepunkt der aktiven Arbeit war die regelmäßige Teilnahme an den Kreisfeuerwehrtagen und das absolvieren der dort angesetzten Angriffsübungen.

Auf Grund des guten Ansehens, welches die Freiwillige Feuerwehr Lohra genoss, wurde sie zu ihrem 50-jährigen Jubiläum im Jahre 1957 vom Kreisfeuerwehrverband Marburg Land mit der Ausrichtung des Kreisfeuerwehrtages beauftragt. Mit der Tagung der Bürgermeister und Ortsbrandmeister, sowie einem Kommers an der Zigarrenfabrik wurde das Fest am 22. Juni 1957 eröffnet. Am Sonntagmorgen fanden nach der Besichtigung der Wehren durch den Kreisbrandinspektor Köster, in der Kreuzstraße und im Kirbach Übungen statt. Höhepunkt des Festes war der Festzug unter großer Beteiligung der Bevölkerung aus Lohra.

Im Jahre 1961 kaufte die Feuerwehr Lohra eine Vereinsfahne. Bei einem Fest am 18. Juni 1961 wurde die Fahne geweiht und in die Reihe der Vereinsfahnen aufgenommen.

Das 60-jährige Jubiläum feierte die Feuerwehr vom 29.4.- 1.5.1967 mit einem Feuerwehrfest im neu erbauten Bürgerhaus.

Die Neueinteilung der Bezirke veranlasste die Feuerwehr Lohra, sich um die Ausrichtung des Bezirksfeuerwehrtages 1971 zu bewerben. Am 16.5.1971 fand der Bezirksfeuerwehrtag des Bezirks 10 in Lohra auf dem Festplatz Bürgerhaus statt. Es wurden dabei die Bezirksausscheidungen zu den Feuerwehrleistungswettkämpfen ausgetragen.

Alle die aufgeführten Veranstaltungen fanden unter der Leitung von Ortsbrandmeister Heinrich Naumann statt. 1972 legte er aus Altersgründen sein Amt nieder und wurde zum Ehrenmitglied der Freiwilligen Feuerwehr ernannt. 1976 verlor der Verein mit ihm einen treuen und verdienten Feuerwehrkameraden, der auch lange Jahre im Vorstand des Kreisfeuerwehrverbandes Marburg tätig war. Heinrich Naumann wurde für seine Verdienste um das Feuerlöschwesen mit dem Deutschen Feuerwehrehrenkreuz in Gold ausgezeichnet.

Stellvertretender Ortsbrandmeister war von 1955 bis 1964 Hermann Schorge und von 1964 bis 1972 Walter Gabriel. Der mitten aus dem Leben gerissene Konrad Hallenberger war Schriftführer von 1953 bis 1964. Ihm folgte Karl Kranz bis 1969.

In der Zeit von 1952 bis 1972 waren als Beisitzer im Vorstand wechselweise Konrad Gaul, Johannes Schorge, Friedrich Runzheimer, Johann Keller und 8 Jahre lang Peter Höfler tätig.

Neben einer gut ausgebildeten Mannschaft ist für eine funktionsfähige Feuerwehr die Ausrüstung ein wichtiger Teil. Den Krieg und die Nachkriegsjahre hatte die alte DKW Motorspritze einigermaßen überstanden.

Die Feuerwehrgeräte waren untergebracht im unteren Teil des Rathauses. Die fortschreitende Technik machte zur Sicherstellung des Brandschutzes die Anschaffung eines Löschfahrzeuges notwendig. Die Diskussionen darüber und die notwendige Unterbringung zogen sich über mehrere Jahre hin. Die Bereitschaft der Gemeinde ein Löschfahrzeug anzuschaffen war vorhanden, aber es fehlten die entsprechenden Unterstellmöglichkeiten, sprich Feuerwehrgerätehaus.

Im Jahre 1967 konnte ein im Besitz der EAM befindliches Haus in der Gladenbacherstraße gekauft werden. Es wurde zu einem Feuerwehrgerätehaus mit zwei Fahrzeugboxen und einem Schulungsraum ausgebaut. Jetzt hatte die Feuerwehr ihr eigenes zu Hause und konnte sich intensiv und ungehindert um die Ausbildung ihrer Mitglieder kümmern.

Mit der Anschaffung eines Löschgruppenfahrzeuges erreichte die Ausstattung der Feuerwehr einen notwendigen Standard. Die immer häufiger werdenden Einsätze im Bereich der technischen Hilfeleistungen und der Ölschadenbekämpfung veranlasste die Feuerwehr Lohra im Jahre 1976 einen Ölschadensanhänger mit Hilfe der Gemeinde und des Landkreises auszurüsten. Bei dem Um- und Ausbau des Ölschadensanhängers wurde viel Eigenleistung erbracht. 29,42)

Siehe auch

Notruf · Vereinigungen · Lohra · Link-Service · Veranstaltungskalender · Einrichtungen · Feuerwehr

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