Lohra-Wiki

Evangelische Kirche Kirchvers

Aus Lohra-Wiki

Wechseln zu: Navigation, Suche


Kirche Kirchvers

Eingang Taufkirche
Eingang Taufkirche

Inmitten eines ausgedehnten Hofes befindet sich die im Kern wohl romanische Kirche. Sie ist ein gestreckter Rechteckbau mit grade geschlossenem Chor von ca. 1300. Auffallend ist der mächtige Haubendachreiter in Firstmitte. Im 17. – 19. Jh. Ist die Kirche verschiedentlich erheblich restauriert worden. Das Kircheninnere ist mit einem spitzbogigen Holzgewölbe von 1602 gedeckt. Im Chor befinden sich Kreuzrippen, im Langhaus zwei starke Gurtbögen auf Holzpfeilern zur Stützung des Turmes. Die Emporen stammen aus dem 17. Jh., ihre Brüstungen sind mit Evangelistendarstellungen und Bildern aus der Lebensgeschichte Jesu bemalt. Im Chorgewölbe sind Malereien mit Engeln in Wolken mit Blasinstrumenten, wohl aus dem 18. – 19. Jh., freigelegt; östlich vom Sakramentshaus ist gotische Malerei, Figuren in Rankenornamenten, erhalten. An Innenausstattung ist die bereits erwähnte Sakramentsnische aus gotischer Zeit erwähnenswert. Die Kanzel ist eine dörfliche Arbeit wohl um 1600. Erhalten ist die mittelalterliche Altarmensa sowie ein romanisches Taufbecken mit Rundbogenfries auf senkrechten Stäben. Auf dem Kirchhof befinden sich Grabsteine des 18. Jhs. Das malerische Ortsbild ist von zahlreichen Fachwerkhäusern des 17. -18. Jhs. bestimmt. 12)

Fresken Chorraum
Fresken Chorraum

Eine bebilderte Baugeschichte der Ev.-luth. Kirche von Kirchvers 35)

Marienglocke
Marienglocke

Die Kirchverser Kirche war ursprünglich ein kleiner Bau ohne den großen Turm und wahrscheinlich nur mit einem Dachreiter versehen. Sie besteht bereits im 13. Jahrhundert als Taufkirche des Sendbezirks Lohra und reicht nur bis kurz vor den jetzigen Südeingang.

Die erste Kirchentür ist noch gut im Mauerwerk zu erkennen.

Tabernakel
Tabernakel

Sehr alt sind der Taufstein mit seinem romanischen Fries, die gotischen Fresken an der Nordmauer innen, die möglicherweise den Einzug Jesu in Jerusalem (oben) und St. Anna und St. Barbara zeigen und auch das rechts davon befindliche Tabernakel (Sakramentshäuschen).

Pfarrer Karl Gipper geht davon aus, daß die Kirche im Jahre 1250 inmitten der damaligen Wasserburg an der Vers erbaut worden ist.

Im Jahre 1480 wird die älteste Glocke gegossen. Sie trägt die Inschrift „*ave*maria*gracia*plena“ („Gegrüßt seist du, Maria, du Begnadete“ (nach Lukas 1,28).

Bereits im Jahre 1468 ist die Pfarrei Kirchvers, damals noch katholisch, bezeugt. Unter dem dritten nachreformatorischen Pfarrer Christian Faber wird die Kirche 1602 in Richtung Westen erweitert. Über dem Südeingang ist diese Jahreszahl noch gut zu erkennen. Die Kosten für den Anbau wurden durch den Verkauf von 2 Äckern aus dem Pfarreivermögen aufgebracht.

Jahreszahl Südeingang
Jahreszahl Südeingang

1653 wird erstmals eine gemalte Bühne erwähnt. 1661 wird die Mauer um den Kirchhof durch „Tyroler Maurer“ instandgesetzt, die 1653 auch die Kirche innen pflastern. 1680 wird das gotische Chorfenster eingebaut.

Gotisches Chorfenster
Gotisches Chorfenster

In den Jahren 1701 bis 1703 wird das mittlerweile baufällige Gotteshaus unter Pfarrer Johann Ulrich Dierlamb gründlich renoviert. Dazu wird sie bis auf die Mauern aus- und abgebrochen. Turm, Gewölbe, Gestühl und Empore werden geändert, die Dächer werden verschiefert und der Boden wieder neu gepflastert. Anschließend werden „sowohl Manns- als auch Weibsstände neu verlost.“

1778 wird unter Pfarrer Georg Krauskopf wieder eine Instandsetzung vorgenommen. Dabei werden insbesondere die Dächer repariert und die Mauern mit neuen Strebepfleilern versehen. Inwendig wird die Kirche geweißt, „und die Stühle und Bänke mit Ölfarbe gefärbt.“ Die „Mannsbühnen“ wurden ebenfalls gestrichen und anschließend mit biblischen Gemälden versehen.

Jüngstes Gericht
Jüngstes Gericht

Das jetzt neben der Kanzel hängende „Jüngste Gericht“ war früher ebenso in die Empore eingebaut, wie auch die 6 jetzt in der Kirche von Weipoltshausen zu sehenden Bilder aus der Kirchverser Kirche, die dort nach der Vergrößerung der hiesigen Orgelempore ihren Platz fanden. Mit ihnen sind insgesamt 30 Gemälde erhalten geblieben, von denen 24 direkt auf Holz und 3 auf Leinwand ausgeführt sind.

Darunter befindet sich auch das seltene Motiv „Christus, der Schlangentretter“ (EG 113,2).

80 wird eine zersprungene Glocke ersetzt, die 1942 zwar zu Kriegszwecken abgeliefert werden musste, 1948 aber wieder aus Hamburg zurückgeholt werden und erneut im Turm aufgehängt werden konnte. Verloren ging allerdings eine ebenfalls 1942 abgelieferte Glocke aus dem 16. Jahrhundert.

Aktuelles

hr Beitrag mit der Kirche in Kirchvers

Siehe auch

Evangelisches-lutherisches Kirchspiel Kirchvers

Ansichten
Persönliche Werkzeuge