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Elisabethenpfad

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Wanderweg Elisabethenpfad


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Geschichte

Im Gegensatz zum touristischen Elisabethpfad gibt es den ursprünglichen Elisabethenpfad

Nach einer Legende, die Ende des 13. Jahrhunderts entstand, sollte die jüngste Tochter Elisabeths, Gertrud, welche sie mit nach Marburg genommen hatte und die wahrscheinlich noch gestillt werden musste, Gott geweiht und in ein Kloster gegeben werden. Das Gelübde soll bereits zu einem Zeitpunkt abgegeben worden sein, als Elisabeth schwanger war und sich der Landgraf anschickte, zum Kreuzzug aufzubrechen. Damals hatten die Eltern in frommer Absicht gelobt, ihr erwartetes drittes Kind in ein Kloster zu geben.

Historisch verbürgt ist dieses Gelübde nicht.

Für den Fall, dass die Mutter einem Sohn das Leben schenkte, war die Prämonstratenserabtei Rommersdorf bei Neuwied ausersehen – bei einer Tochter das Prämonstratenserinnenkloster Altenberg bei Wetzlar. Konrad von Marburg mag diesen Rat erteilt haben. Er war dem Orden zugeneigt, ohne ihm anzugehören. Der Orden der Prämonstratenser wurde 1121 in Premontre bei Laon durch den Hl. Norbert von Xanten (um 1080 – 1134) gegründet. Vorrangige Aufgabengebiete des Ordens waren Seelsorge und Mission, doch die ihm zugegliederte Augustinerregel bedingte, dass auch bei seinen Niederlassungen monasteriale Hospitäler errichtet wurden.

Der Legende nach trug Elisabeth ihre Tochter Gertrud, die sie am 29.09.1227 gebar, auf dem Arm von Marburg nach Altenberg. Der Fußweg, den sie benutzte, wurde von Jakob Wagner (Rollshausen) rekonstruiert, soll hier durch lebendig gebliebene Erinnerungen in Weipoltshausen, Bieber und Hof Haina, Orte, die sie durchwanderte, nachgezeichnet werden.

Bei ihren Besuchen auf Altenberg wird sie immer den beschriebenen Fußweg gegangen sein. Die Erinnerungen an den Besuch der Heiligen in den Dörfern Weipoltshausen, Bieber und Hof Haina sind durch jahrhundertealte mündliche Überlieferung erhalten geblieben, nicht zuletzt deswegen, weil nach ihrem Tod ein regelrechter Elisabethkult einsetzte. Er hat zu dem wachsenden Bewusstsein über Elisabeth beigetragen und die Erinnerung über viele Jahrhunderte lebendig bleiben lassen. Elisabeth sind nur einige wenige Jahre in ihrem kurzen Leben in Marburg beschieden gewesen. Als sie in der Nacht vom 16. auf den 17. November 1231 in ihrem Hospital in Marburg starb, stand für viele fest, dass diese selbstlose und demütige Helferin der Alten und Kranken in die Schar der Heiligen aufgenommen würde.

Heute ist sie die am meisten verehrte deutsche Heilige.

Der historische Elisabethenpfad

Neben den Wegen und Straßen der damaligen Zeit, die nur bedingt das ganze Jahr über befahrbar waren, da sie noch nicht ausgebaut waren, bestand ein engmaschiges Netz an Fußwegen.

Diese Fußwege verbanden alle Orte untereinander. Im Gegensatz zu den Wegen, die meistens in großen Bögen und Kurven zu den Ortschaften führten, wurde bei den Fußwegen auf die „Straeck“ gegangen.

Unter der „Straeck“ versteht der Volksmund die Fußwege, die die Ortschaften auf dem geradesten, leichtesten begehbaren Weg miteinander verbanden. Sie gingen querbeet über Feld, Wald und Wiese. Sie verbanden nicht nur die Dörfer miteinander, sondern auch die Städte. Durch das ständige Begehen hatten diese Wege eine fest getretene Laufschicht, die so fest war, dass das Regenwasser z. T. ablief, sie leicht abtrockneten und so das ganze Jahr über begehbar waren. Sie wurden bis in die 20er und 30er Jahre des 20. Jahrhunderts begangen.

Durch die aufkommende Motorisierung verloren sie an Bedeutung und wurden erst durch die Zusammenlegung der Gemarkungen aufgehoben. Bei der älteren Bevölkerung waren sie bis Ende des 20. Jahrhunderts noch in lebhafter Erinnerung.

Auf diesen Fußwegen dürfte Elisabeth höchstwahrscheinlich auch mit ihrer Tochter Gertrud von Marburg nach Altenberg gegangen sein, um Gertrud dem Kloster der Prämonstratenser in Obhut zu geben. Später wird sie diesen Weg mit ihren Dienerinnen Guda und Irmengard gegangen sein, wenn sie ihre Tochter in Altenberg besuchte.

Da Marburg in der damaligen Zeit der Martinskirche der Sedes Oberweimar unterstellt war, ist es naheliegend, dass sie den Kirchenpfad nach Oberweimar gegangen ist.

Er führt von Marburg nach Ockershausen, durch den Heiligen Grund in das Allnatal.

Die Allna wurde auf einem Steg überquert. Hier nahm auch der Pfarrer von Oberweimar die Marburger Toten in Empfang. Deshalb auch die Namen PFAFFENSTEG und HEILIGER GRUND.

Von Oberweimar ging es weiter auf geradem Weg nach Südwesten zu dem Straßenkreuz NiederwalgernKehnaDamm. Er lief dann parallel zur heutigen Landstraße über das Hasenköpfchen bis oberhalb Stedebach, bog dahinter links ab und führte über den ehemaligen Bahnhof Damm (Damm-Lager), vorbei an dem damaligen Siedlung Bracht und über die Etzelmühle nach Altenvers.

In Altenvers soll Elisabeth in der damals schon einige hundert Jahre alten Kirche kurze Rast zu Gebet und Andacht gehalten haben, da sie fast die Hälfte ihres Weges zurückgelegt hatte. Diese Kirche aus dem 9. Jahrhundert ist heute noch fast wie in ihrem Ursprung erhalten und in ihrer Art einmalig in Deutschland. Sie wurde in den 1980er Jahren restauriert.

Der weitere Weg führt dann nach Weipoltshausen, das nach einigen hundert Metern in Sicht kam und in einer halben Stunde erreicht werden konnte. Heute ist dieser Fußweg als Feldweg mit Asphalt ausgebaut. Nach einer Legende, die in Oberbiel bei Kloster Altenberg erzählt wird, hat Elisabeth bei einer alten Frau, die in der Nähe der Weipoltshäuser Kirche ein Häuschen hatte, übernachtet und am anderen Morgen den Weg nach Altenberg fortgesetzt.

Wie aus der Biographie hervorgeht, hat Elisabeth häufig Kloster Altenberg besucht und jeweils auf dem Hin- und Rückweg in Weipoltshausen übernachtet.

So ist die Heilige Elisabeth auch in Weipoltshausen im Bewusstsein geblieben. Dies mag auch der Grund dafür gewesen sein, dass zur Erinnerung an sie beim Guss der Glocke für die Weipoltshäuser Kirche um 1470 selbige mit einem Pilgerzeichen der Heiligen geschmückt wurde.

Durch die mündliche Weitergabe von Generation zu Generation ist dies alles im Bewusstsein geblieben, so dass sich 1973 die Gemeindeväter entschlossen, für ihr Bürgerhaus von der Künstlerin Annegret Henke eine Glasmalerei nach Motiven des Pilgerzeichens der Glocke anfertigen zu lassen.

Von Weipoltshausen ging Elisabeths Weg nun steil den Berg hinauf bis auf die Höhe des heutigen Sportplatzes, bog dahinter nach links und führte durch die Flur von Kirchvers auf geradem Weg nach Krumbach, von Krumbach über den heutigen Tannenhof durch den Wald am Fuße des Dünsberges nach Bieber.

Der Dünsberg war ein keltisches Oppidum. Sein Name kommt von dem Keltischen DUN = hoher Berg.

In Bieber, wo man sich der Heiligen auch noch erinnert und noch vieles von Elisabeth im Bewusstsein geblieben ist. Von der Gemeinde Biebertal wurde dieser Pfad, der in Serpentinen den Berghang hinabführt, ausgebaut und mit einem Schild „Elisabethpfad“ gekennzeichnet. Der neu ausgebaute Pfad passt sich mit den ihn am Berghang begleitenden Häuschen der Landschaft gut an.

Am Ausgang von Bieber in Richtung Hof Haina hat der Legende nach die Heilige Elisabeth ihrer Tochter Gertrud die Windeln gewechselt und die nassen Windeln auf einem Heckenrosenstrauch zum Trocknen aufgehängt. Nachdem nun die Windeln abgenommen waren, hätten die Heckenröschen geduftet wie Edelrosen, sogar die Blätter hätten eine samtartige Oberfläche gehabt. Dieser Rosenbusch soll noch vor Jahren gestanden haben. Er ist erst bei der Flurbereinigung ausgehackt worden.

Weiter führt der Weg nach Hof Haina, vorbei an dem heutigen Forsthaus durch den Wald, sehr wahrscheinlich parallel der alten Marburger Straße nördlich Waldgirmes – Nauheim über die Dill nach Kloster Altenberg. 32,33)

Siehe auch

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