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Die Mobilmachung Am 1, August 1914

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Heinrich Naumann: Die Mobilmachung Am 1, August 1914

Neunzehnhundert und vierzehn Am ersten August s'war Sonnabends Abend, und ist ewig mir bewusst.

S'war Sonnabends Abend um ein halb sieben Uhr, die Schnitter stellten die Garben zusammen auf der Flur.

Aus dem Postamt ganz eilig und zuerst tritt ein Mann, der schlägt noch an der Mauer die Mobilmachung an.

Die Leute fragten ängstlich „Ach Gott was ist denn los? „ Ei der Krieg der hat begonnen! vom Ruß und vom Franzos!"

Da habt ihr meine Sense, ich kann ja nicht mehr mähen.

Der Kaiser greift zum Schwert, mit dem Kaiser muss ich gehen.

Ach Vater, liebste Mutter mach das Herz mir nicht schwer, falt die Hände und betet, für das ganze Deutsche Herr.

Ach Bruder, liebste Schwester, wie blühen die Rosen rot, so mancher Jüngling muss sterben, den schönen Heldentod.

Die Westgrauwälder Berge, im Morgenrotesschein, die grüßen wohl herüber, die Wacht am Deutschen Rhein.

Und die Weichsel fern im Osten, die rauscht bei Tag und Nacht, gegen Russen und Kosaken, halte ich die Deutsche Wacht.

Und der Kronprinz von Bayern, ein Reitermann und Held, der führt die Deutschen Krieger, bei Metz ins blutige Feld.

Und der Kronprinz von Deutschland, ein Held und Reitersmann, wie Ziegen aus dem Busche, so sprengt er heran.

An der Weichsel fern im Osten, da steht der Hindenburg, der lässt ja keine Russen und Kosaken nicht hindurch.

Und kommt auch noch ein Belgier, mit seinem schweren Gaul, doch der Emmich bei Lüttich der schlägt ihm auf das Maul.

Und der Britte der Verräter, mit der Burenmörderschar, wir reichen den Strick ihm, den Judaslohn ihm dar.

Nun blast ihr Trompeten, dir Trommel wirbelt laut, und hab ich meine Heimat zum letzten Mal geschaut.

Dann habe ich für Deutschland mein Herzblut dargebracht, es lebe unser Kaiser und Deutschland Ehr und Macht.


Gedicht von Heinrich Naumann aus Nanzhausen


Siehe auch

Heinrich Naumann · Persönlichkeiten · Literatur · Geschichte · Kriegszeiten · Für Neugierige

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