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Christianisierung

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Christianisierung der Franken 50)

Die Gegend um Lohra war zu Zeiten von Bonifatius bereits durch den Einfluss der Römer, christianisiert, auch "Kirchen" bestanden bei uns schon zu dieser Zeit. Ob sie schon als Gebäude oder als Standort (Bäume, Flur o. ä. festgelegt waren ist unbekannt

  • 496/497 Sieg der Franken, unter dem Merowinger Chlodwig I., über die Alemannen bei Zülpich. Chlodwig I. lässt sich katholisch taufen. Unter Chlodwig I. beginnt die fränkische Christianisierung. Fast das gesamte Gebiet zwischen Rhein-, Main- Altmühl- und Neckar geht nach dem Sieg in fränkischen Fiskalbesitz über.
  • 511 – 614 Zwischen 511 und 614 fanden über 30 Synoden im merowingischen Reich statt.
  • Um 543 Columban der Jüngere wird um 543 in Irland geboren.
  • 591 Columban kam 591 mit 12 Brüdern, Gallus war darunter, ins Frankenreich und gründete unter Childebert II. in den Vogesen die Klöster Annegray, Luxueil und Fontaines.
  • 607 – 610 Columban stellt sich auf die Seite der verjagten Frau Ermenberta von Burgunder-König Theuderich II. Brunhilde hetzte Ihren Enkel Theuderich gegen Columban auf. Columban weigert sich auch die 4 illegitimen Kinder von Theuderich II. zu segnen. Columban drohte auch Theuderich II. wegen seines unsittlichen Lebens zu exkommunizieren.
  • 610 - 611 Columban verlässt Burgund. Stationen auf den Weg nach Süden sind: 1. Der neustrische Hof in Soisson bei König Chlothar II. 2. Der austrische Hof in Metz bei König Theudebert II. 3. Tuggen am Zürichsee. 4. Arbon und Bregenz am Bodensee.
  • 612 Theudebert II. von Austrien, der Schutzherr von Columban, unterliegt gegen Theuderich II. Er und seine Söhne werden auf Anraten Brunichildes ermordet.
  • 614 Klostergründung durch Columban in Bobbio, Oberitalien. Den Grund und Boden erhielt er vom langobardischen König Agiluf und seiner agilolfingischen Frau Theodelinde. Der erste Abt war Attala.
  • 615, 23. Nov. Columban stirbt in Bobbio.
  • 629 – 639 Dagobert I., letzter großer merowingischer König, förderte den Bau von Klöstern und Kirchen. In der Zeit Dagoberts existieren 3 größere Amtssprengel in unserem Gebiet: Das Markenherzogtum Thüringen unter Radulf. Das um Würzburg zentrierte mainthüringische Herzogtum unter Hruodi. Das Herrschaftsgebiet des Agilolfingers Fara um Aschaffenburg.
  • Vor/Um 640 Gertrud von Nivelles (626-659), die Tochter von Pippin I., und spätere Äbtissin von Kloster Nivelles, soll öfters von Karlburg über den Gertraudenpfad zum karolingischen Jagdschloss nach Rorinlacha (späteres Neustadt) gegangen sein.
  • 639 Pippin I. stirbt.
  • 649 Der Missionsbischof Emmeram kam der Überlieferung nach, 649 als Glaubensbote nach Bayern und ließ sich in Regensburg am Hofe des Herzog Theodo I. (+680) nieder.
  • Um 673 Bonifatius wurde als Wynfrith (Winfrid) zwischen 672 und 675 in Wessex (England) geboren.
  • 678 Willibrord trifft mit 20 Jahren im Kloster Rathmelsigi (erst kürzlich identifiziert als Cluain Melsige, heute Clonmelsh, Co Carlow) seine Lehrmeister, die angelsächsischen Landsleute Egbert und Wigbert.
  • 683-85 Burkard wurde in England geboren.
  • 687/688 Hausmeier Pippin II. (Regierungszeit 679 – 714) errang einen militärischen Sieg bei Tertry (an der Somme) über Neustrien und Burgund und wurde Hausmeier des Gesamtreiches. Die karolingischen Hausmeier haben praktisch vollständig die Macht in Franken in der Hand, die Merowingerkönige sind Marionetten der Karolinger.
  • 687/688 Nach der Bekehrung des Herzog Gozbert in Würzburg, reiste Kilian, laut der Passio minor, mit seinen elf bzw. zwölf Gefährten nach Rom zu Papst Konon (gewählt am 21. Okt. 686, gestorben am 21. Sept. 687), wo er den Missionsauftrag für Thüringen und das fränkische Ostreich erhalten haben soll. Dann sei er wieder nach Würzburg gekommen (Das muss dann 687 oder Frühjahr 688 gewesen sein) und habe sich, gemeinsam mit dem Priester Kolonat (Colman) und dem Diakon Totnan (Tadhg), von den anderen getrennt.
  • 688 Willibrord wird mit dreißig Jahren zum Priester geweiht. Der angelsächsische Missionar wurde 658 im südlichen Nordhumbrien (Deira) geboren.
  • Um 689 Die Wandermönche Kilian, Kolonat und Totnan wurden in Würzburg von Gailana, der Frau von Herzog Gozbert, ermordet.
  • 690 Gebietseroberungen beim Friesenfeldzug von Pippin den Mittleren (II.) nachdem er 689 den friesischen König Radbod bei dem nördlich des heutigen Wijk bij Duurstede in der Provinz Utrecht gelegenen Dorestad besiegte. Der angelsächsische Missionar Willibrord (Apostel der Friesen) missioniert danach (im Spätherbst) in Friesland zusammen mit elf Gefährten.
  • 692 Erste Romreise von Willibrord. Er ist der erste, der bei seiner Missionsarbeit die feste Bindung an Rom suchte.
  • 692-713 Suitbert missioniert bei den Friesen und gründet das Kloster Werth am Rhein, später Kaiserwerth genannt.
  • 695 Zweiter Friesenfeldzug Pippin II. mit Eroberung von Utrecht. Willibrord wird im November 695 in Rom von Papst Sergius I. zum reisenden Erzbischof „in gentem Frisonem“ geweiht und erhält den kirchlichen Namen Clemens. Utrecht wird Bischofssitz und Willibrord missioniert ohne Probleme bis 714.
  • 697/698 Gründung von Kloster Echternach durch Willibrord.
  • Nach 700 Erfolgreiche Missionierung Willibrords in Thüringen und Mainfranken dank der Hilfe Heden II. und seiner Gemahlin Theodrada, die Tochter des Thüringer-Herzog Theotbald..
  • 704 Früheste authentische Nennung Würzburgs. Herzog Heden II. (der Sohn von Herzog Gozbert) stellt für den angelsächsischen Missionar Willibrord, Abt des Klosters Echternach, eine Urkunde >in castello Virteburh< aus. Willibrord erhält von Herzog Heden II. Besitzungen in Thüringen, Arnstadt (Ilmkreis), Mühlberg (Kreis Gotha) und Monra (Kreis Sömmerda). Schenkungsurkunde vom ersten Mai 704, in der Heden II. als ,,vir illuster" bezeichnet wird.
  • 713, Frühjahr Suitberg, seit 692 Missionar bei den Friesen, stirbt im Kloster Werth am Rhein.
  • 713-715 Burkhard, geboren 683-685, wird mit 30 Jahren wahrscheinlich von Bonifatius zum Priester geweiht.
  • 714 Nach dem Tod Pippin II. sind innerfränkische Wirren. Karl Martell (Sohn Pippins aus der Friedelehe mit Chalpaida) wurde von Pippins Frau Plektrud in den Kerker verbannt. Nach der Flucht Martells, begünstigt durch Freunde, haben die Mönche von Echternach (Willibrord) Karl Martell beherbergt. Friesenherzog Radbod eroberte große Gebiete in Friesland zurück.
  • 715 Theodo II., Herzog von Bayern, unternimmt 715 eine Pilgerreise nach Rom, wo mit dem Papst die Errichtung einer bayerischen Kirchenprovinz verabredet wird, mit Bischöfen in den vier Teilherzogtümern Regensburg, Passau, Freising und Salzburg, in die er sein Reich unter seinen Söhnen aufteilt.
  • 716 Willibrord in Würzburg. In einer Urkunde aus dem Jahr 716 überläßt Heden II. (jetzt ,,illuster vir Hedenus dux" genannt) Willibrord auch noch sein Erbgut bei Hammelburg im Saalgau (,,ad Hamulo castellum"). Die geplante Klostergründung durch Willibrord bei Hammelburg kommt nicht zustande.
  • 716 – 716 Erster Versuch einer Friesland-Missionierung von Bonifatius ab Frühjahr 716. Abruch Ende 716, da die Mission erfolglos war. Er ging zurück nach England und wurde dort ab 717 Abt im Kloster Nursling.
  • 717 März 21 Karl Martell besiegt die Neustrier bei Vinchy im Gau Cambrai. Thuring, der Sohn von Heden II., kämpft auf der Seite Karls und fällt wahrscheinlich in der Schlacht.
  • 717 – 741 Karl Martell (Sohn Pippins II. aus einer Friedelehe und Großvater von Karl den Großen) setzt sich gegen den Widerstand von Pippins Frau Plektrud durch und wird Hausmeier. Von 717 bis 732 unterstützt Karl Martell prinzipiell die Missionstätigkeiten, wobei er ab Mitte der 20er Jahre Interessenkonflikte mit Bonifatius hat.
  • 718 Erfolgreiche Feldzüge nach Aquitanien im Frühjahr und zu den Sachsen im Herbst durch Karl Martell.
  • 719, Mai 15 Erste Romreise Bonifatius. Pater Wynfrith wurde am 15. Mai 719 in Rom von Papst Gregor II. (715 – 731) zum Heidenmissionar bestellt. Gleichzeitig erhielt er seinen neuen Namen: »Bonifatius« "boni facio / Ich tue Gutes".
  • 719 Auf der Rückreise besucht Bonifatius den Langobarden-König Liutprand in Pavia. Der Friesen-König Radbod ist tot. Willibrord nahm die Friesen-Missionierung mit seinen Helfern (darunter Bonifatius) wieder auf.
  • 720 Auf Wunsch des Herzogs Grimoald von Bayern ließ sich Korbinian um das Jahr 720, nach seiner 2. Romreise, in Freising nieder. Er gründete eine Kirche, die er dem heiligen Stephan weihte, der Beginn der später berühmten Abtei Weihenstephan.
  • 721 Zerwürfnis zwischen Willibrord und Bonifatius. Bonifatius verlässt Friesland. Nachfolgend die Stationen von Bonifatius: Von Friesland nach Trier, Pfalzel (Gregor schließt sich an), Mainz, Amöneburg (Lahngau), Ederthale. Bei den Chatten in Hessen, im Gebiet um Fritzlar, wo noch keine anderen Missionare tätig waren, begann er seinen Missionsauftrag.
  • 722 Karl Martell unternimmt mehrere Kriegszüge (718, 720, 722, 724, 733, 734, 737 und 738) gegen die Sachsen.
  • 722, Nov. 30 Zweite Romreise Bonifatius. Papst Gregor II. weiht Bonifatius am 30. November 722 zum Missionsbischof ohne festen Bischofssitz.
  • 723, Frühjahr Karl Martell stellt Bonifatius, Pirmin und Willibrord einen Schutzbrief aus.
  • 723 Bonifatius fällt ohne Risiko die Donareiche (Donar = germanischer Donnergott) in Geismar (bei Fritzlar) mit einem Schutzbrief von Karl Martell und unter Schutz einer fränkischen Garnison auf dem benachbarten Büraberg. Im selben Jahr wird aus dem Holz der Donareiche die Peterskirche in Fritzlar erbaut.
  • Ab 723 Als sich Bonifatius verstärkt Thüringen als Missionsgebiet zuwandte, trifft er auf angelsächsische Missionare, die bereits ab 704 mit Willibrord dorthin kamen.
  • 724 Wigbert gründet mit Bonifatius in Ohrdruff / Thüringen (1ter Abt Wigbert bis 732) und in Fritzlar / Hessen (germanisches Kultzentrum der Chatten) jeweils ein Kloster (1ter Abt Wigbert bis 738). Bonifatius hat Streit mit dem anliegenden Bischof von Mainz, Gerold von Mainz, um die Rechtsprechung in den neu missionierten Gebieten.
  • 724 Pirmin gründet das berühmte Bodenseekloster Mittenau auf der Bodenseeinsel Reichenau.
  • 726 Bonifatius schickt den Priester Denewald nach Rom zum Papst. Papst Gregor II. antwortet im Brief vom 22. November 726.
  • 727 Pirmin wurde 727 aus Reichenau durch Herzog Theobald vertrieben.
  • 731, Feb. 11 Papst Gregor II. stirbt am 11 Februar 731. Sein Nachfolger Gregor III., ein geborener Syrer, wird am 18. März zum neuen Papst geweiht.
  • 732 Gründung von Kloster Fritzlar unter Abt Wigbert, Abt von 732 bis 738, und Bonifatius. Papst Gregor III. verleiht Bonifatius das Pallium, Erzbischof ohne festen Sitz. Widerstand von Karl Martell und dem fränkischen Adel.
  • 732/33 Bonifatius ist beim bayerischen Herzog Hucbert (+736), Sturmius schließt sich Bonifatius an.
  • 733 – 736 Sturmius (* 715, + 779), später Gründer und Bischof von Kloster Fulda, ist unter Abt Wigbert Mönch in Kloster Fritzlar.
  • 735 Bonifatius gründet mit Lioba das Frauen-Kloster Tauberbischofsheim.
  • 736-739 Herzog Odilo von Bayern reformiert mit Bonifatius die Landeskirche in Bayern nach kanonischem Recht.
  • 737 Merowingerkönig Theuderich IV. stirbt, Karl Martell regiert jetzt ohne König.
  • 737/738 Im Sommer 737, dritte Romreise von Bonifatius mit Begleitung Gregor von Utrecht. Er wird zum Legaten des Papstes für Germanien ernannt. In Rom trifft er seinen westsächsischen Landsmann Lullus, den er nach Thüringen, Ohrdruf, mitnimmt. In Bercoto oder Rom trifft er sicher auf Burkard.
  • 738, Frühjahr Sachsenfeldzug von Karl Martell Lippe aufwärts, bis an die Weser. Bischof Gewilieb von Mainz tötet eigenhändig den Mann, der für den Tod seines Vaters, Bischof Gerold, verantwortlich war.
  • 738 Wigbert, der 1te Abt von Kloster Fritzlar, stirbt. Sein Namensvetter Wigbert ist gleichzeitig Priester im Kloster, er wird später nach Tatwin, der 3te Abt von Fritzlar. Megingaud / Megingoz ist Diakon im Kloster Fritzlar.
  • 738 – 741 Lullus (* 705, + 786), später Bischof von Mainz, ist Mönch im Kloster Ohrdruf, erstes Kloster in Thüringen.
  • 739 Auf das Hilfegesuch des von den Langobarden bedrängten Papstes Gregor III., der ihn mit dem römischen 'Konsulat' (gemeint wohl Patriziat) auszeichnete, reagierte Karl Martell ausweichend: er war doch selbst im Sarazenenkampf von den Langobarden militärisch unterstützt worden und hatte seinen jüngeren Sohn Pippin 734/35 von König Liutprand adoptieren lassen. Der Papst wandte sich nicht an seinen Schutzherrn den Kaiser Leo III. von Byzanz.
  • 739, Nov 7 Willibrord stirbt am 7. November im Kloster Echternach.
  • Um 740 Burkard ist im Umkreis von Bonifatius in den Briefen des Lullus nachgewiesen.
  • 740 Der Edle Suitger schenkt Bonifatius das Gebiet von "Eihstat"; Bonifatius weiht in der Marienkirche am 22. Juli 740 Willibald, ein angelsächsischer Mönch, zum Priester.
  • Vor 741 Burkard ist Abt in der Klosterzelle Rorinlacha, Rorlach / Rorinlacha war vorher ein Jagdschloss der Karolinger.
  • 741, 22. Okt Karl Martell stirbt im Oktober 741 in Quierzy und wird in St. Denis (Merowinger Hauskloster) begraben. Vor seinem Tode teilte Karl Martell das Reich unter seinen 3 Söhnen auf: Grifo bekam nichts, Hausmeier Karlmann I. (Regierungszeit 741-747) erhielt den Osten des Reiches mit Austrien, Schwaben und Thüringen, Hausmeier Pippin III., der Jüngere, bekam mit Neustrien, Burgund und der Provence die westlichen Landesteile zugesprochen. Von 737 bis 743 gibt es keinen Merowingerkönig.
  • 741 Sturmius gründet in Hersfeld eine Einsiedlerzelle. Lullus ist die rechte Hand von Bonifatius.
  • 741, 22. Juli Willibald wird in Eichstätt durch Bonifatius zum Priester geweiht.
  • 741, Ende Nachdem Karl Martell am 22. Okt. 741 gestorben war, gründet Bonifatius, mit Zustimmung von Karlmann I., für die 3 Stämme des ehemaligen Thüringerreiches 3 Bischofssitze: Würzburg, Büraburg und Erfurt. Willibald († 7. Juli 787) wird von Bonifatius in Sülzenbrücken bei Erfurt zum Bischof geweiht. Burkard wird der erste Bischof Würzburgs (741-754). Würzburg wird von Karlmann I. durch großzügige Schenkungen unterstützt. Er schenkte unter anderem 25 Königskirchen und das Marienkloster zu Karlburg (Neustadt, Homburg, Amorbach, Schlüchtern und Murrhard wurden in der Schenkung nicht erwähnt). Megingaud wird Abt in der Klosterzelle Rorinlacha, späteres Neustadt. Bonifatius schreibt an den Majordomus Grifo und bittet ihn um Unterstützung.
  • Um /nach 741 Unter Megingaud wird wahrscheinlich die kleine, einschiffige Saalkirche, heute unter dem jetzigen Pfarrhaus liegend, gebaut. Patrozinien nach Dr. Franziskus Büll OSB, Münsterschwarzach: Martin (11. November), Petrus und Paulus (29. Juni), Maria (25. März)
  • 741/42 Herzog Odilo gründet zusammen mit Pirmin das Kloster Niederaltaich. Heddo, Bischof von Straßburg, vermittelt 12 alemannische Mönche aus der Abtei Mittenzell auf der Reichenau am Bodensee.
  • 742, Januar Bonifatius schreibt an Papst Zacharias. Der Priester Denehard überbringt persönlich den Brief an den Papst. U. a. schreibt er: Es wurden 3 neue Bischöfe, Sprengel und Städte von Bonifatius installiert: Wirzaburg, Buraburg und Erphesfurt. Bonifatius bittet den Papst dringend um Bestätigung; Bonifatius wird von Karlmann I. beauftragt eine Synode in Austrien abzuhalten, Anweisung und Entscheidung vom Papst erbeten; Bonifatius bittet um Rat wie er sich bez. Gregor von Pfalzel verhalten soll.
  • 742, 1. April Papst Zacharias bestätigt im seinem Briefen folgende Punkte: Bestätigung der 3 neuen Bischöfe, Sprengel und Städte, Papst hat jedoch Bedenken wegen der Größe der Städte; Auf der geplanten Synode sollte das Verhalten der Geistlichen besprochen und definiert werden; Bez. Gregor von Pfalzel: „Kein Nachfolger zu Deinen Lebzeiten, das lassen wir auf keinen Fall geschehen“; Antwort bez. Ehefragen; Antwort bez. dem Neujahrfest; Hinweis, dass 3 separate Briefe mit Bestätigungsurkunden an die 3 neuen Bischöfe verschickt wurden; Hinweis, dass ein separates Schreiben bez. der Synode an Karlmann erging; Bestätigung der Gründung des Bistums Büraberg an Bischof Witta.
  • 742, 21. April Erste austrische Synode: Concilium Germanicum unter Karlmann I. und Bonifatius, ohne die bayerischen und alemannischen Bischöfe.
  • 742, 1. Oktober Chrodegang wird durch Vermittlung Pippins zum Bischof von Metz erhoben.
  • 743, 1. März 2te austrische Synode zu Estinnes an der Sambre im Hennegau. Karlmann schenkt dem Bonifatius den Ort Eichloh an der Fulda samt dem umliegenden Königsgut.
  • 743, 3. März Nach 6 Jahren ohne König wird der schwache Childerich III. von Karlmann I. und Pippin III. als Merowingerkönig eingesetzt. Ein taktischer Schachzug. Childerich III. ist verheiratet mit Gisela, der Schwester von Pippins zweiter Frau Bertrada !
  • 743, März Odilo wurde mit seinem Verbündeten dem Alemannenherzog Theudebald von Pippin angegriffen und am Lech besiegt. Odilo erhielt nur noch Bayern südlich der Donau, während die Gebiete nördlich der Donau fränkisch wurden. Mit der Niederlage Odilos wurde auch sein bayerischer Sonderweg in Kirchenfragen beendet. Der Hausmeier setzte in Salzburg mit Virgil einen Abt und Bischof karolingischen Vertrauens ein.
  • 743 Erfurt wird als Bischofssitz aufgelöst. Willibald erhält Eichstätt, das jetzt fränkisch ist, als Bischofssitz.
  • 743, 8. Juli Burkard ließ die Gebeine von St. Kilian und seinen Gefährten erheben und in die Kirche auf den Marienberg in Würzburg bringen. Kilian war zu dieser Zeit auf jeden Fall schon länger als 50 Jahre tot, die Märtyrer waren in einem Pferdestall verscharrt worden.
  • 744, 3. März Neustrische Synode in Soissons.
  • 744, 12. März Sturmius verlässt Hersfeld und gründet am 12. März 744 das Kloster Fulda am Ort „Eihloha“.
  • 745 Gesamtfränkischen Synode unter Vorsitz der beiden Hausmeier Karlmann I. und Pippin III., wahrscheinlich in Mainz. Bonifatius stellte seinen Plan vor, eine Kirchenprovinz mit Köln als Metropolansitz zu schaffen; Bischof Gewilieb vom Mainz (737-745) tritt zurück. Er erhält von Karlmann I. das Dörfchen Sponsheim an der Nahe und die Kirche zu Kempten bei Bingen.
  • 746 2te Translation (Erhebung) der Gebeine St. Kilians zurück an den Ort der Bestattung. Zu dieser Zeit steht wahrscheinlich eine aus Holz gebaute Bischofskirche auf der rechten Mainseite; Bonifatius wollte Bischof von Köln werden, Gegner vereitelten seinen Plan. Er wurde Ende 746 mit Mainz (unter Bonifatius kein Erzbistum) abgefunden. Bonifatius plant nun die Integration der von ihm selbst gegründeten Bistümer Büraburg und Erfurt in den Diözesanverband von Mainz; Gerichtstag von Cannstatt, die Alemannen werden ins Frankenreich integriert.
  • 747, August 2. gesamtfränkischer Kirchentag in Düren; Pippin informierte sich direkt beim Papst über das rechte Verhältnis zwischen Priestern, Chorbischöfen und Metropoliten; Karlmann verkündet seine Abdankung und den Rückzug ins Kloster Montecasino. Die Ansprüche von Karlmanns Sohn Drogo wehrte Pippin ab; Pippin III. der Jüngere (Vater von Karl den Großen) ist nun Hausmeier in Neustrien und Austrien. König ist der schwache Childerich III.
  • 747 Bischof Burkard von Würzburg nimmt an der Reichssynode teil. Burkard, nicht Bonifatius, übergibt am 1. Mai die Oboedienzerklärung dem Papst in Rom. Bonifatius verliert an Macht.
  • 748 Bischof Chrodegang von Metz, der Widersacher von Bonifatius, gründet das Kloster Gorze als Musterkloster; Pippin III. beruft selbst ein Konzil ein. Die Ergebnisse wurden direkt mit dem Papst abgestimmt, Bonifatius wurde nicht eingeladen und beiseite geschoben.
  • Um 750 Bischof Burkard gründet das Andreas-Kloster unterhalb des Marienberges, der erste Bischofssitz in Würzburg.
  • 750 Die Konstantinsche Schenkung ist gefälscht! Konstantin der Große soll Rom den Vorrang über alle Kirchen gegeben haben und dem Papst die Herrschaft über Rom.
  • 750/51 Abt Fulrad vom Kloster St. Denis, ein Westfranke und Bischof Burkard, ein Ostfranke, gehen mit Zustimmung der Reichsversammlung nach Rom und holen die Zustimmung vom Papst Zacharias den schwachen Merowingerkönig Childerich III. als König abzusetzen.
  • 751 November November, Pippin der Jüngere wurde von der Reichsversammlung in Soissons zum König der Franken gewählt. Die Merowinger werden als fränkische Könige abgesetzt. Der König Childerich III. wurde geschoren und musste in das Kloster Sithiu (in Saint Omer, Frankreich, süd-östlich Calais). Er starb dort 752 oder 753. Von seinem Sohn Theoderich hörte man nichts mehr.
  • 751/52 Pippin III., nicht Karlmann I., stattet das Bistum Würzburg mit dem Zehnten aus 17 ostfränkischen Gauen und mit dem Zehnten von 26 Königskirchen aus. Zusätzlich verlieh Pippin III. dem Bistum Würzburg die Immunität. Wunibald († 761), der Bruder Willibalds, gründet das Kloster Heidenheim.
  • 752, 15. März Papst Zacharias stirbt.
  • 752, um 20. März Papst Stephan II., der älteste Presbyter wird zum Papst gewählt. Am 4. Tag nach seiner Amtseinführung, vor seiner Weihe, starb er in Folge eines Schlaganfalls. Er wurde nicht in die Papstliste aufgenommen.
  • 752, 26. März Papst Stephan II. (III) wird zum Papst gewählt, er stirbt am 26. April 757
  • 752 8. Juli, Burkard ließ die Gebeine von St. Kilian und seinen Gefährten aus einem Pferdestall erheben und in die Kirche auf den Marienberg bringen. Kilian war zu dieser Zeit auf jeden Fall schon länger als 60 Jahre tot!
  • 753, 3. Nov. Pirmin stirbt im Kloster Hornbach in der Pfalz. Hornbach wurde von Pippin III. gefördert.
  • 753 Bonifatius dankt als Bischof in Mainz ab. Lullus wird Bischof von Mainz. Im Auftrag des Königs und des ganzen fränkischen Adels reiste Chrodegang 753 nach Rom, um Papst Stephan II. zu den folgenreichen Verhandlungen mit dem Franken-König und zu dessen Salbung über die Alpen zu geleiten.
  • 754, 6. Januar Pippin III. empfängt Papst Stephan II. am Epiphanias-Tag in der Pfalz in Ponthion. Papst Stephan bleibt das ganze Jahr 754 bis 755 im Frankenreich.
  • 754 Chrodegang von Metz wird zum Erzbischof ernannt.
  • 754 Anfang Anfang 754, Bischof Burkard dankt ab und geht mit 6 von seinen Mönchen nach Homburg und will in Michilstat ein Kloster bauen. Michilstat könnte in Homburg am Main gelegen sein.
  • 754 Anfang Megingaud wird von Bonifatius zum Bischof von Würzburg (Anfang 754 – Anfang 769) geweiht.
  • 754 Frühjahr Bonifatius geht nach Friesland.
  • 754, 14. April Auf einer Reichsversammlung am Ostern in Quierzy bei Laon verpflichteten sich Pippin III. und seine Söhne Karl und Karlmann zur Pippinschen Schenkung. Pippin III versprach dem Papst, ihm das ehemalige Exarchat von Ravenna (heutige italienische Provinz) zurückzugeben. Dieser Bereich stand unter oströmischer Herrschaft und wurde im Jahr 751 von den Langobarden erobert. Es war also weniger eine Schenkung Pippins, als viel mehr ein Versprechen Krieg gegen die Langobarden zu führen. Rechtsgrundlage war die von der päpstlichen Kanzlei gefälschte so genannte Konstantinsche Schenkung. Als Gegenleistung legitimierte der Papst die Karolinger als Könige des Frankenreichs. Pippins führte 2 Feldzüge gegen die Langobarden, jeweils im Frühjahr 755 und 756, und schenkte die eroberten Gebiete dem Papst. Dadurch entstand aufgrund einer gefälschten Urkunde der erste Kirchenstaat.
  • 754, 28. Juli Pippin, seine Frau und seine Söhne werden von Papst Stephan II. in St. Denis, im alten Hauskloster der Merowinger, gesalbt. Der Papst übertrug Pippin und seinen Nachkommen die Aufgabe als Schirmherren des hl. Stuhles mit den Titel >patricius Romanorum<.
  • 754, August Karlmann I. reist ins Frankenreich zu seinem Bruder Pippin III., um ein Bündnis zwischen Papst Stephan II. und Pippin gegen die Langobarden zu verhindern. Das Unternehmen scheiterte und Karlmann wurde von Pippin III. im Kloster Vienne festgehalten, wo er am 17.8.754 in der „Obhut“ seiner Schwägerin Bertrada, starb. Karlmanns Söhne wurden tonsuriert (in den geistlichen Stand gesetzt), ins Kloster verbannt und damit ihrer Erbrechte beraubt. 755 ließ Pippin die sterblichen Überreste von Karlmann nach Monte Cassino bringen.
  • 754 Sommer Bonifatius wird Bischof von Utrecht.
  • 754 Herbst Bonifatius kehrt aus Friesland zurück. Wenn schon der Papst im Frankenreich war, hatte er sich bestimmt mit Papst Stephan II. getroffen.
  • 754/55 Winter Papst Stephan II. bleibt über dem Winter im Frankenreich.
  • 755 2. Feb. Burkard stirbt in Hohenburg, heutiges Homburg.
  • 755, Juni 5 Bonifatius wird am 5. Juni im Alter von fast 82 Jahren in Friesland bei Dokkum ermordet. In seinem Testament hat er ausdrücklich verfügt, er wolle nicht in Mainz oder Utrecht, sondern in seinem Lieblingskloster Fulda beerdigt werden.
  • 755 Einweihung der Krypta des Neumünsters in Würzburg durch Bischof Megingaud.
  • 757 Bischof Megingaud/Megingoz (erwähnt als Mangaudus) nimmt am Konzil in Comiègne teil.
  • Um 760 Im Auftrag von Lullus und Megingoz hat Willibald von Eichstätt die erste Lebensbeschreibung von Bonifatius um das Jahr 760 n. Chr. geschrieben.
  • 761 Walburga († 779), die Schwester Willibalds, wird Äbtissin in Heidenheim. Etwa 100 Jahre nach ihrem Tod werden ihre Gebeine nach Eichstätt überführt. Seit dem 10. Jh. verbreitet sich ihre Verehrung weit über Mitteleuropa hinaus.
  • 762 Bischof Megingaud (erwähnt als Megingaudus) bei der Dotation des Kloster Prüm.
  • 765 Bischof Megingaud (erwähnt als Megingozus) nimmt an der Synode zu Attigny teil.
  • 768 Nach dem Tod Pippin des Jüngeren (III.) wird das Frankenreich unter seinen Söhnen Karl und Karlmann II. aufgeteilt. Königskrönung Karls des Großen und Karlmann II. in Aachen.
  • 769 Megingaud, 2ter Bischof von Würzburg, verzichtete auf sein Bischofsamt, zieht sich 769 mit einigen Mönchen an den Ort Rorinlacha / Rorlach zurück und gründet später ein Benediktinerkloster an der „neuen Statt“.
  • 788 Die >Passio minor Scti Kiliani< wurde auf Veranlassung von Karl dem Großen zur Centenarfeier, die am 8. Juli 788 in Würzburg stattfand, abgefasst. Die Karolinger feierten ihre 100-jährige Herrschaft. 788 wurden auch die Gebeine des Märtyrers Kilian in den als Grabeskirche gedachten Bau der Salvatorkirche zu Würzburg überführt, an dessen Stelle später die Neumünsterkirche gebaut wurde. Karl der Große war bei dieser Zeremonie anwesend.

Siehe auch

Germanisch kaiserzeitliche Siedlung · Besonderheiten · Geschichte · Kirche · Kirchen · Für Neugierige

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