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Armenhaus

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Das Armenhaus entwickelte sich in der Frühen Neuzeit aus dem mittelalterlichen Hospiz und Spital.

In Armenhäusern lebten vor allem ältere Menschen, die nicht mehr selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen konnten. Sie erhielten dort einen Wohnplatz und oft auch tägliche Verpflegung. Die Armenhäuser gehörten früher zum Ortstbild und nahmen nur verarmte Bewohner aus dem eigenen Ort auf. Fremden wurde diese Altersversorgung nicht zuteil.

Finanziert wurden Armenhäuser in der Regel durch Zuwendungen wohlhabender Bürger, sowie durch Zuschüsse von Gemeinde und Kirche. Auf dem Lande wurde die Armenversorgung teilweise auch aus dem gemeinschaftlichen Gut (Allmende) beglichen.

Kirchvers

Oarmehaus

Haus: Ecke Bornweg/Wellergasse, alte Nr. 37

Deutung: früheres Armen- oder Hirtenhaus

Herkunft: Dieses Häuschen wurde von der Gemeinde um 1840 erbaut, nachdem das frühere Hirtenhaus dem Schulhaus neben der Kirche weichen mußte. In ihm wohnten zumeist ärmere Leute wie Hirten, Schäfer oder Tagelöhner, die oft nur über einen kürzeren Zeitraum in Kirchvers tätig waren.

Die letzten, über längere Zeit dort wohnhaften Personen waren die Eheleute Christian Schneider (1840-1917), gebürtig aus Odenhausen, und Anna Margaretha „Ammegritt“ geb. Becker (1863-1929). Sie besaßen zuerst „Schumestersch“-Hof am Heiligen Garten, den sie verkauften. Von Frau Schneider wird noch heute erzählt, dass sie sich durch Gelegenheitsarbeiten wie Waschen und Putzen einen kleinen Lohn erarbeitete.

Der damalige Lehrer Friedrich Walther, dessen Engagement die Kirchverser das Waldschwimmbad verdanken, schrieb 1929 in der Schulchronik folgendes: „Ein trauriges Ereignis für das Dorf und noch mehr für unsre Schule: Am 16. Juli ist Frau Schneider gestorben. Über 25 Jahre hat Frau Schneider gewissenhaft für ein geringes Entgelt den Schulsaal gereinigt. Durch ihr allzeit fröhliches und zuvorkommendes Wesen war sie im ganzen Dorf beliebt. Dies kam auch beim Begräbnis am Freitag, dem 19.Juli, zum Ausdruck. Das ganze Dorf beteiligte sich an der Trauerfeier und alle gingen mit in die Kirche zur Trauerpredigt. Durch diese starke Beteiligung war die Kirche restlos gefüllt.“

Das Häuschen wurde nach dem zweiten Weltkrieg abgerissen.

Siehe auch

Großgemeinde · Straßen · Geographie · Wüstungen · Link-Service · Literatur · Recherche · Hausnamen · Flurnamen

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