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30jähriger Krieg

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Der Dreißigjährige Krieg übte auch auf die hiesige Kirche seinen verderblichen Einfluß aus. Sie wurde beraubt und beschädigt, daß sie 1667 neu ausgebaut werden mußte, wie wir sie gegenwärtig finden. Sämtliche Glieder der Pfarrei Lohra, mit Ausnahme einer griechisch- katholischen Zigeunerfamilie und zweier Judenfamilien bekennen sich seit der Reformation (1586) zur evangelisch-protestantischen Kirche (Schulchronik) (St. Kat. 1848).

1622-1626 wurde Lohra von den Kaiserlichen auf das härteste mitgenommen (W. Well, Seh.). In unserem Heimatdorf war es vor allem das Jahr 1640, das schwere Zeiten für unsere Vorfahren brachte. Mit welch einer Angst mögen sie wohl die Schreckensnachricht von den heranziehenden Schweden empfangen haben. Zwei Eintragungen aus dem Kirchenbuch geben uns Kunde von dem damaligen Ereignis.

„Totenregister Seite 347, 1640“ „Als auf den Neujahrstag die Leut wegen des schwedischen Kriegsvolkes nach Marburg geflohen, sind im Januar, Februar und März viel zu Marburg begraben und aufgezeichnet worden.“ Von welcher Art die dann im Januar 1640 einziehenden kaiserlichen Truppen waren, zeigt am eindeutigsten folgende Eintragung des damaligen Pfarrers, des Magisters Johannes Gebhard, im Totenregister: „Als im Jahre 1640 kaiserliches Kriegsvolk im Lande gelegen, ist dieses Buch aus dem Gotteskasten genommen und das Totenregister vom Jahre 1624 bis aufs Jahr 1640 herausgerissen worden.“

Am Schluß des Jahres 1640 blieb dem Pfarrer Gebhard dann nur noch die Aufgabe, ins Kirchenbuch einzutragen: „In diesem Jahr ist keine Hochzeit gehalten worden, dieweil im Anfang des Jahres schwedische und am Ende des Jahres kaiserliche Völker im Lande gelegen.“

Acht Jahre später wurde dieser unglückselige Krieg beendet. Hatte Lohra bei Ausbruch des 30jährigen Krieges fast 100 Haushaltungen, so waren es 1747 erst wieder 79 Haushaltungen. Vom Beginn des 18. Jahrhunderts ab mehren sich allgemein die schriftlichen Überlieferungen, so daß eine Vielzahl von Quellen zur Verfügung steht. 1)

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